Autor: Karla Schwede

  • Rentnerbeige mit spitzen Schuhen

    Rentnerbeige mit spitzen Schuhen

    In meiner Nachbarschaft gibt es ganz furchtbar nette alte Damen und Herren, mit denen sich ein kleines Pläuschchen immer lohnt. Und wenn es nur für die Seele ist. Denn sie sind sanft, aufgeschlossen, gebildet und lieben meine Hunde. Ihnen gegenüber steht ein Meer in Rentnerbeige, das so gar nichts von diesen liebenswerten Herrschaften hat, sondern in die Gruppe der verhärmten Kommunikationskrüppel fällt. Sie kommen dann in Rentnerbeige mit spitzen Schuhen.

    Beeindruckend jung

    Hier um die Ecke lebt eine alte Dame. Sie muss um die achtzig Jahre alt sein. An einer Straßenecke sprach sie mich auf Mono und Hudson an und wir blieben mindestens zwanzig Minuten genau dort stehen, wo wir uns getroffen hatten. Seit ein paar Jahren zurück aus den USA genießt die promovierte Chemikerin nun ihren Ruhestand im Ruhrgebiet. In Chucks, Ziegenlederjacke und Jeans stand sie vor mir als wäre sie gerade mal dreißig Jahre alt. Ich war beeindruckt und begeistert von dieser Frau, die keinen Hehl aus ihrem Alter machte, aber dennoch viel jünger wirkte als ein Großteil ihrer Altersklasse. Aber das nur nebenbei. So oft wir uns treffen, reden wir.

    Rentnerbeige mit spitzen Schuhen
    Fahrräder und Hunde sind offenbar die ultimative Bedrohung für Rentnerrudel beim Sonntagsspaziergang.

    Welten liegen zwischen dieser Dame und den oben erwähnten Senioren, die Kommunikation entweder nie gelernt oder schon lange wieder verlernt haben. Das sind Menschen, die erst gar nicht auf die Idee kommen, mal kurz fünfzig Zentimeter auszuweichen und dann im Vorbeigehen nach Mono schlagen. Mono? Ich weiß noch, ich musste mich selber festhalten, um nicht ausfallend zu werden. Was reitet solche Leute? Wie kommen sie durchs Leben?

    Der nahe Tod stellt keinen Freibrief aus

    „Nehmse ma die scheiß Köter anne Seite!“ Und das auf einem Weg, auf dem zwei Sattelschlepper Platz hätten. Lockerheit oder Verständnis scheinen unbekannte Größen zu sein. Dabei ist es mir vollkommen egal, ob diese Leute in ihrem Leben schlechte Erfahrungen mit Hunden hatten, unter einer Tierhaarallergie leiden oder grundsätzlich jeden Menschen hassen, der mit ihnen diesen Planeten bewohnt. Alter schützt nicht vor Rücksichtnahme und der vermeintlich nahe Tod stellt keinen Freibrief für Unverschämtheit und schlechtes Benehmen aus.

    Mit einer Tüte bewaffnet klaube ich gerade Hupsis Haufen aus einem Beet. „Ja, das machen sie jetzt aber mal schön weg. Immer diese Biester, die alles voll scheißen! Ich hole die Polizei.“ Wieder eine rentnerbeige Steppweste, dachte ich. Mittlerweile reagiere ich auf diese Art Dampflaberei gar nicht mehr, aber manchmal platzt mir der Kragen. „Was, glauben sie, tue ich hier gerade?“ „Das ist auch das Mindeste?“ „Das Mindeste von was? Ich verstehe nicht, was sie mir sagen wollen.“ Eins zu Null für mich. Die beige Steppweste drehte ab, totterte aber noch lange vor sich hin.

    Rentnerbeige mit spitzen Schuhen
    Hupsi ist so ein lieber Zeitgenosse. Niemals würde ich zulassen, dass ihm jemand weh tut.

    Soziophobe Giftspritzen in Hansaplast-Braun

    Ja, ich weiß! Manche alten Leute sind in ihrem Körper und vor allem in ihrem Geist gefangen. Vielleicht sind sie krank, dement, emotional oder sonst wie eingeschränkt. Dennoch, wer von mir Höflichkeit erwartet, hat sie ebenso zu leisten. Zudem gibt es genug, ich nenne sie respektvoll Senioren, die im Kopf jünger als manch Vierzigjähriger und ebenso kontaktfreudig sind. Also, woran liegt es, dass viele alte Menschen so verbittert und manchmal sogar richtig böse sind, insbesondere dann, wenn sie Hunden begegnen? Was macht sie zu soziophoben Giftspritzen?

    https://youtu.be/h2g4aIS7HzQ
    Ja, von denen gibt es hier viele.

    Meine beiden Whippets stellen für niemanden eine Bedrohung da. Sie belästigen niemanden (Hupsi nur manchmal ein ganz kleines bisschen aus purer Neugier), sie bellen nur sehr selten, sie schmutzen nicht und wenn, dann im Auto oder Zuhause. Wo ist also das Problem? Nie werde ich vergessen, wie an einer französischen Autobahnraststätte eine ältere Frau, anstelle einen Schritt zur Seite zu gehen, ihren spitzen Schuh in Dannys Flanke rammte. Ich war außer mir vor Wut. Wir können uns schließlich nicht in Luft auflösen.

    Wellensittiche bellen nicht

    Haben Menschen jenseits der Siebzig noch ein anderes Verhältnis zu Tieren, als wir, also die etwa Dreißig- bis Fünfzigjährigen. Oder richtet sich ihre Missachtung nur gegen Tiere, die ihnen fremd sind. Ihre Wellensittiche haben sie schließlich lieb. Aber die bellen ja auch nicht. Dafür machen sie anderen Krach, den wiederum ich nur schwer ertragen kann.

    Rentnerbeige mit spitzen Schuhen
    Rücksichtnahme ist wichtig, aber auch wir haben eine Daseinsberechtigung. Ich muss also ganz sicher nicht in jeder Situation zurückstecken.

    Ich würde niemals behaupten, dass Menschen sich nicht ändern können, aber die Regel sagt: Wer mit vierzig Jahren ein Arschloch ist, wird es auch noch mit achtzig sein. Aber dem Achtzigjährigen muss man das verzeihen, weil er alt ist? Wenn ein alter Herr in einen Bus steigt und im Vorbeigehen Jungendliche mit seinem Stock schlägt, weil er einen Sitzplatz haben will, dann benimmt er sich weder angemessen noch altersgemäß. Er benimmt sich einfach schlecht und hat damit jedes Recht auf einen Sitzplatz verwirkt. Ein nette Frage hingegen hätte jeden einigermaßen gut erzogenen Teenie dazu bewegt, aufzustehen.

    Hormonblasen und Kindheitsaufarbeitung

    Alte Menschen haben selbstverständlich die gleichen Rechte wie junge. Doch das Alter ist keine Entschuldigung. Und schon gar nicht, wenn sie meine Hunde schlagen oder treten wollen. Mag ja sein, dass ihnen früher das gleiche widerfahren ist, aber die Wut auf seine eigene Geschichte lässt man nicht an Unschuldigen aus. Um die Waage zu finden, dahergelaufen Halbwüchsige, die aus heiterem Himmel drohen, meine Hunde abzustechen, sind keinen Deut besser. Letztere könnten ihr hirnrissiges Verhalten mit dem Hormonchaos in ihrem Kopf entschuldigen: „Sorry, ich bin gerade Pubertät!“ Tun sie aber nicht. „Sorry ich bin alt. Deshalb darf ich ihren Hund treten und ihnen im Supermarkt fünf mal mit der Einkaufskarre in die Hacken fahren?“ Nein. Ich bin sehr geduldig und verständnisvoll, aber das dürfen sie nicht. Egal wie alt sie sind.

  • Test: Die Leica Q2 – Teil 2

    Test: Die Leica Q2 – Teil 2

    Frühling! Jetzt kommt wieder die Zeit der frühen Streifzüge, denn morgens ist das Licht ganz wunderbar. Zwischen 6:00 und 6:30 Uhr schnappe ich mir die Whippets und spaziere los. Ganz ohne Plan. In den letzten Tagen war meine einzige Vorgabe: Die Bilder werden schwarz-weiß. Denn nach einer Farbexplosion suche ich immer die Reduktion. Einfach, klar, flach. Weiter geht es also mit dem Test der Leica Q2.

    Die Leica Q2 – hochwertig handlich

    Mit zwei Whippets an der Leine brauche ich eine handliche Kamera, die sich ohne großes Gefummel einstellen lässt. Sie sollte nicht zu schwer und möglichst mit einer Hand zu bedienen sein. Das klappt mit der Q2 ganz gut, auch wenn sie für ihre kompakte Größe erstaunlich viel Gewicht mitbringt. Laufen die Hunde frei, kann ich natürlich das schwere Gerät nutzen, doch bei Spaziergängen wie diesen, wäre das äußerst mühsam und in allen Teilen überdimensioniert.

    Blütenblätter auf einem Teich
    Blütenblätter auf einem Teich im Stadtgarten. Leica Q2, 28mm, 1/500 sek., ISO 100, f/2,8

    Als ich die Fotos von den Blütenblättern auf dem Teich machte, war ich froh, der Leica ihren mitgelieferten Gurt verpasst zu haben. Denn mit zwei manchmal dann doch an der Leine zerrenden Durchlauferhitzern beugt man sich nicht einfach so weit über einen Teich, ohne die Kamera irgendwie gesichert zu haben. Die Leica Q2 ist zwar rundherum geschützt vor Spritzwasser, aber einen Plumps ins Brackwasser hätte sie ganz sicher nicht überlebt.

    Die kleinen Schlüsselringe, die den Gurt an der Leica Q2 befestigen, killen beim Anbringen jeden Fingernagel.
    Ich verstehe nicht, warum es winzige Schlüsselringe sein müssen. Klar, sie halten für immer, aber sie anzubringen ist extrem fummelig und tötet jeden Fingernagel.
    Test: Die Leica Q2 - Teil 2
    Leica Objektive sind bekanntermaßen Weltklasse. Das Summilux 1:1,7 28mm auf der Leica Q2 produziert eine Schärfe zum Niederknien und ein traumhaftes Bokeh.

    Schlüsselringe versus Fingernägel

    Die Befestigung des Gurts ist übrigens das einzige, das einer Leica nicht würdig ist. An den kleinen Schlüsselringen, mit denen man den Gurt in den Ösen der Kamera befestigt, habe ich mir zwei Fingernägel komplett zerstört bis ich sie endlich angetüddelt hatte. (Nebenbei, ich habe ganz normale, herunter gefeilte, alltagstaugliche Fotografennägel.) Sogar die Sonderedition der Leica M Monochrome „Drifter“ hat diese fiesen Ringe. Das geht eindeutig besser. Jammern auf sehr hohem Niveau? Vielleicht! Aber dazu mehr später in meinem Fazit.

    Blütenblätter auf einem Teich
    Blütenblätter auf einem Teich im Stadtgarten. Leica Q2, 28mm, 1/500 sek., ISO 100, f/2,8

    Ein neuer Blick auf Alltäglichkeiten

    Mono, Hudson und ich zogen also neulich morgens einen Kreis von etwa zwei Kilometern um unser Domizil herum. Mir ist die Gegend so bekannt, dass sie mir vordergründig nichts als langweilige Alltäglichkeiten liefert. Sie ist weiß Gott nicht besonders schön, aber manche Ecken haben dann doch ihren Reiz und bei genauem Hinschauen eine ganz eigene Ästhetik. Das ist das Interessante an neuen Aufgaben. Ich sehe die Dinge plötzlich anders.

    Test: Die Leica Q2 - Teil 2
    Schatten – Leica Q2, 28mm, 1/2000 sek., ISO 50, f/2,8
    Test: Die Leica Q2 - Teil 2
    Leica Q2, 28mm, 1/2000 sek., ISO 50, f/2,8

    Monochrom – automatisch oder selbst gemacht?

    Die Leica Q2 bietet einen Monochrom-Modus an. Ich könnte also in der Kamera einstellen, sie möge bitte ausschließlich Schwarz-Weiß fotografieren. Ich gebe zu, ich habe diesen Modus noch nicht genutzt, weil ich einerseits von der Farbwiedergabe der Kamera so begeistert bin und andererseits dieser Modus natürlich nur mit JGPs funktioniert und nicht mit DNGs. Letztere will ich aber unbedingt machen, da ich meine Bilder in der höchsten Qualität ansehen und analysieren möchte, bevor ich sie weiter verarbeite. Denn dann machen sich die 47,3 Megapixel nicht nur bemerkbar, sondern schreien förmlich Hier. Schärfe und Detailtiefe sind beeindruckend.

    Die Plastik von Robert Adams vor dem Musiktheater im Revier.
    Die Plastik von Robert Adams vor dem Musiktheater im Revier. Wer auch immer diese Formel ersonnen hat, war sehr fantasievoll. Leica Q2, 28 mm, 1/100 sek., ISO 100, f/5,6
    Test: Die Leica Q2 - Teil 2
    Eine Markise. Im Apartmentturm des Hotel Maritim lebt ein Individualist. Leica Q2, 28mm, 1/250 sek., ISO 100, f/2,0

    28mm 1:1,7 – Schon schön!

    Das großartige Summilux 1:1,7 28mm tut natürlich seinen ganz wesentlichen Teil dazu. Ich persönlich liebe Weitwinkel sehr, komme also mit dieser Brennweite wunderbar klar. Deshalb war ich nicht ganz einverstanden, als Paddy so inbrünstig bemerkte, dass diese Kamera mit festen 50mm ein Nonplusultra wäre. Niemals würde ich ein schlechtes Wort über mein Canon 50mm 1:1,2 verlieren. Es steckt tatsächlich meistens auf der 5Ds R, die mit 50,6 Megapixel ein echter Hammer ist. Diese Union ist in meinen Augen kaum zu schlagen. Aber eine Kompakte wie die Leica Q2 ist mit einem Weitwinkel und optionalen 35, 50 und 75mm besser kombiniert.

    Hudson und ein Sonnestrahll
    Hudson und Mono morgens um 6:30 Uhr in einem Sonnenstrahl. Leica Q2, 1/1000, ISO 800, f/5,6

    Ist man 28 mm nicht gewohnt, muss man sich ganz sicher erst ein bisschen einwohnen, aber schließlich bieten sie mehr Spielraum für die Menschen, die keinen großen Fuhrpark haben, sondern ausschließlich diese Kamera nutzen. Zudem ist es puppenleicht mit der Q2 umzugehen. Sie liefert kompromisslos schnell, wenn nötig und haut dabei eine atemberaubende Qualität raus. Bei sehr hektisch mit langer Belichtungszeit geschossenen Bildern greift der interne Stabilisator gnadenlos zu. Ganz erstaunlich.

    Test: Die Leica Q2 - Teil 2
    Flugzeugglas in der neuen Sachlichkeit. Das Hans-Sachs-Haus begleitet mich seit meiner Kindheit. Früher gab es dort einen Pater-Noster, in dem ich immer großen Spaß hatte. Leica Q2, 28mm, 1/125 sek., ISO 100, f/5,6
    Test: Die Leica Q2 - Teil 2
    Spiegelungen – Ein ehemals hässliches und ein nach wie vor hässliches Hochhaus im Zwiegespräch. Leica Q2, 1/1000 sek., ISO 100 f/4,0
    Glasfassade mit der Leica Q2
    Innen? Außen? Leica Q2, 28mm, 1/2000 sek., ISO 50, f/2,8

    Raus und wieder rein in die Komfortzone

    Ich freue mich jeden Tag, dass die Leica mich aus meiner Komfortzone holt und auf neue Gedanken bringt. Auch Bilder von anderen Fotografen – wie Allan Schaller zum Beispiel – schaue ich mir neuerdings ganz anders an. Jeden Tag etwas Neues, sage ich mir dann. Aber als eingefleischte Sportfotografin habe ich natürlich auch Highspeed-Modus der Leica Q2 zum Kochen gebracht. Dazu und noch viel mehr im nächsten Teil meiner Testreihe.

    Test: Die Leica Q2 - Teil 2
    Guten Morgen! Leica Q2, 1/500 sek., ISO 800, f/8,0

    Die Keyfacts zur Leica Q2

    Typ – Digitale Kleinbild-Kompaktkamera mit 28mm Festbrennweite
    Zielgruppe – ambitionierte Amateure / Profis
    Best for – Landschaft / Portrait / Architektur / Reportage
    Gewicht– etwa 734 Gramm
    Maße – ca. 130 x 80 x 91,9 mm
    Sensor – Vollformat CMOS-Sensor 47,3 Mio. Pixel (effektiv)
    Objektiv – Leica Summilux 1:1.7/28 ASPH., 11 Linsen in 9 Gruppen, 3 asphärische Linsen
    Digitalzoom – 28 mm, 35 mm, 50 mm, 75 mm
    Blendenbereich – 1,7 bis 16 in 1⁄3 EV-Stufen
    Verschlusszeiten –  60 s bis 1⁄2000 s mit mechanischem Verschluss, 1 s bis 1⁄40000 s mit elektronischem Verschluss, in 1/3 Stufen,
    Autofokus – 1-Feld (225 Felder) / Mehr-Feld / Gesichtserkennung / Motiv-Verfolgung
    Display – 3″-TFT-LCD-Monitor mit ca. 1.040.000 Bildpunkte, Berührungssteuerung möglich
    ISO – 50-50.000 
    Serienaufnahmen – wahlweise 10, 5 oder 3 Bilder die Sekunde
    Aufnahmeformat – DNG und JPG
    Video – MP4 (C4K / 4K / FullHD)
    Kartenschächte – 1 x SD-/SDHC-/SDXC-Speicherkarten.
    Material – robustes Magnesiumgehäuse, Spritzwasser geschützt
    Akku – hält einen langen Fototag durch
    WLAN / Bluetooth – Erfüllt Norm IEEE 802.11b/g/n (Standard-WLAN-Protokoll), Kanal 1-11, Verschlüsselungsmethode: WLAN-kompatible WPA™/ WPA2™, Zugriffsmethode: Infrastrukturbetrieb
    My two cent –  Zauberhaft

    Preis – Aktuell kostet die Leica Q2 4790,- Euro

  • Der Puppenspieler von Mexiko

    Der Puppenspieler von Mexiko

    Am Montag waren wir todesmutig. Sieben Whippets in einem Studio zu bändigen, kann durchaus anspruchsvoll sein. Doch zum Glück sind die Mädels aus dem Hause Little Goblin wohl erzogen und meine Jungs ihnen voller Respekt ergeben. Es ging also durchaus gesittet zu.

    Der Puppenspieler von Mexiko. Ein Studioshooting mit sieben Whippets. Das kann durchaus anspruchsvoll sein.
    Ivy (Skyborne The Room Of My Life) ist Hudsons und Giannas Mutter. Ihr warmer Ausdruck beeindruckt mich immer wieder.

    Der Puppenspieler will nicht mehr aus dem Kopf

    Als ich mein Titelbild sah, war der Song plötzlich in meinem Kopf. Was habe ich mit Schlagern aus den Siebzigern zu tun? Gar nichts. Aber dieser musikalische Mikrowellenburrito scheint sich so tief in mein Unterbewusstsein gebrannt zu haben, dass es nur den richtigen Trigger brauchte, um auszubrechen wie Windpocken. Ich kriege den Refrain einfach nicht mehr aus dem Kopf: „Der Puppenspieler von Mexiko war einmal traurig und einmal froh …“ Vielen Dank, Roberto Blanco!

    Beatrix und Hudson of Little Goblin.
    Beatrix Braake, Whippets von Mullewapp, hat alles gegeben. Hier stellt sie Hupsi (Hudson of Little Goblin). Ich bin ganz baff, wie lang er geworden ist.

    Mit Geduld und Einfühlung geht fast alles

    Beatrix, die Züchterin von Hupsis Vater, war zum Helfen da. Obwohl Helfen hier ein vollkommen unpassendes Wort ist. Denn sie plünderte den komplette Fundus ihrer Ausstellungserfahrung und rockte unsere Halle, wie eben jener Puppenspieler, der alle Kinder in seinen Bann zieht. Die Hunde waren aufmerksam, gut gelaunt und – fast alle – mit großer Freude dabei. Mit dem nötigen Einfühlungsvermögen, mit Geduld und eine großen Tüte Leckerchen fluppt das. Die Showleinen hatten wir deshalb sehr schnell zur Seite gelegt.

    Lieber Entzaubern als Verzaubern

    Eins wird mir von Mal zu Mal klarer. Ich mag das Entzaubern viel lieber als das Verzaubern. Das Making-Of interessiert mehr als das Endprodukt. Die Fotos die geplant sind, sollten natürlich am Ende dabei herauskommen, aber wie sie gemacht werden, finde ich viel spannender. Ich möchte die Entstehungsgeschichte dokumentieren, das Miteinander, die Interaktion, die kleinen Szenen am Rande. Denn es gibt so viele rührende und interessante Momente, die ich nicht ungezeigt lassen möchte. Beim Ballet geht es mir ähnlich. Backstage bin ich meistens lieber als vor der Bühne.

    Studioshooting mit sieben Whippets. Das kann durchaus anspruchsvoll sein.
    Gianna (Gianna of Little Goblin) ist wie eine Feder. Elegant, wendig und schnell. Sie ist Hupsis Halbschwester und nun fast drei Jahre alt.

    Es ist schön, wenn so ein Shooting nicht verkrampft und mit Zwang, sondern locker und lustig vor sich geht. Zu verlieren haben wir sowieso nichts. Und wenn einer der Whippets mal aus der Reihe tanzt, dann ist das halb so wild.

    Vielen Dank an Liane Bertlich und Beatrix Braake für die tolle Zusammenarbeit. Das schreit nach einer Wiederholung. Ich bin ganz verliebt in diese Serie.

    Die farbigen Bilder seht ihr dann an anderer Stelle.

    Der Puppenspieler von Mexiko. Ein Studioshooting mit sieben Whippets. Doch Mono ist ein Profi!
    Mono war von Beatrix’s Verrenkung etwas verwirrt, aber er hat sich wie immer sehr professionel eingebracht.
    Innig. Beatrix und Mono
    Mono ist ein sehr sanfter Hund, der auf nette Ansprache immer sehr positive reagiert. Schön!
    Der Puppenspieler von Mexiko
    Fee (Fairytale of Little Goblin) ist eine liebe Hündin, die allerdings manchmal etwas sperrig sein kann.
    Der Puppenspieler von Mexiko
    Hierbleiben! Auch wenn wir eher eine Laissez Faire Strategie fuhren, abgehauen wurde nicht.
    Ella (Elsa von Allen) ist zwölf Jahre alt. Sie ist so sanftmütig und lieb wie ihre Augen.
    Ella (Elsa von Allen) ist zwölf Jahre alt. Sie ist so sanftmütig und lieb wie ihre Augen.
    Der Puppenspieler von Mexiko
    Schwarze Haare auf hellem Hund. Hupsi war begeistert und jede Sekunde aufmerksam.
    Der Puppenspieler von Mexiko
    Dottie (Dottie von Mullewapp) ist die schlauste Hündin, die mir jemals begegnet ist. Mit ihren elf Jahren hat sie immer noch den ganz dicken Schalk im Nacken sitzen.
    Der Puppenspieler von Mexiko
    Die kleine Fee (Fairytale of Little Goblin). Meine Rüden haben großen Respekt vor ihr.
    Hudson of Little Goblin
    Hupsi (Hudson of Little Goblin) hat sich von seiner besten Seite gezeigt. Vielleicht wird er ja langsam erwachsen.
    Der Puppenspieler von Mexiko - Sieben Whippets auf einem Sofa. Kann schwierig werden
    Ja, und dann haben wir sieben Whippets auf ein Sofa gepackt. Das kann Komplikationen mit sich bringen.
  • Ein Sofa für Fünf

    Ein Sofa für Fünf

    Elf Monate vor seinem Tod, Weihnachten 2016, schenkte mein Vater uns – also meiner Familie und mir – diese Skizze. „Ein Sofa für Fünf“. Er war ein fabelhafter Zeichner. Und wie man sieht, liebte er die Whippets genauso wie wir. Sie übrigens auch. Mr.Clark hing ganz besonders an ihm. Wenn wir gemeinsam in unserem Haus in Frankreich waren, klebte der Hund förmlich an dem Mann mit der tiefen, sanften Stimme.

    Leben für die Kunst

    Mein Vater lebte für die Kunst. Seine Arbeit war sein Antrieb und er war oft in jeder Hinsicht kompromisslos in dem, was er tat. Das bedeutete nicht selten, dass meine Mutter und ich zurückstecken mussten. Während er seine Promotion – die mittlerweile ein Sammlerexemplar ist – in Kunstgeschichte schrieb, wurden wir mal kurz in einen Urlaub auf Mallorca ausgelagert. Aber, das weiß ich noch genau, ich war immer willkommen, wenn er arbeitete. Dann erfuhr ich alles über Farben, über Linien, über Perspektive und über die großen Künstler, die das erfunden hatten, worauf er sich nun stützen durfte und in seiner Arbeit in die Moderne tragen wollte. Dabei war er immer liebevoll, aufmerksam und lustig. Wir haben viel gelacht.

    Ein Sofa für Fünf - Was würde Papa dazu sagen?
    Im Atelier – Mein Vater hat uns unendlich viele Zeichnungen, Malereien und Skulpturen hinterlassen. Irgendwann werde ich sie mal fotografieren und katalogisieren.

    Den Vater und den Mentor gleichzeitig zu verlieren, ist hart. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an ihn denke: „Was würde Papa dazu sagen?“ Ohne ihn wäre ich nicht so kompromisslos, wie ich es heute bin. Denn er hat mich immer wieder in die richtige Richtung gestupst. „Hmmm, das ist mir zu gefällig.“ Niemals war ich beleidigt, wenn er sich so über eines meiner Fotos äußerte. „Zu wenig. Nicht mutig genug. Treib das mal auf die Spitze!“ Er hatte recht. Fast immer. Danke Papa!

  • Test: Die Leica Q2 – Teil 1

    Test: Die Leica Q2 – Teil 1

    Leica. Allein der Name gebot schon immer eine gewisse Ehrfurcht. Ich gebe zu, dass auch ich die nagelneue Leica Q2 mit leicht bebenden Fingerchen aus ihrer luxuriösen Schatulle hob. Wunderbar schwer liegt sie in der Hand, dachte ich. Eine Kompaktkamera mit 28mm Festbrennweite und 47,3 Megapixeln? Genau mein Beuteschema!

    Doch egal wie lang die Tradition und egal wie gut der Ruf, ich werde keine Vorschusslorbeeren verteilen. Ich teste die Q2 wie jede andere Kamera auch. Sie wird also eine ganze Menge mitmachen und mir viele Fragen beantworten müssen.

    Test: Die Leica Q2 - Teil 1
    Im Test: Die Leica Q2. 47,3 Megapixel Vollformat in einer Kompakten sind eine echte Ansage. Wir werden sehen, ob die Dame hält, was sie verspricht. Sie kostet aktuell 4790,- Euro.

    Die Leica Q2 – Alles auf Anfang

    In den zehn Tagen, die sie mittlerweile bei mir ist, habe ich die Leica Q2 fast immer bei mir gehabt. Ihre 28mm Festbrennweite mit einer Lichtstärke von 1:1,7 erfreute mich vorab schon sehr, denn ich mag weitwinklige Objektive sehr gerne. Aber zunächst musste ich mich eingewöhnen, Funktionen und Menü verstehen. Die Q2 ist die erste Leica überhaupt, die ich in den Händen halte, in meinem Kopf musste deshalb alles auf Anfang. Doch schon bei meinen ersten Versuchen war ich überrascht, wie intuitive sich die Q2 bedienen lässt. Sämtliche Grundfunktionen sind sehr simpel einzustellen und auszuwählen. Allerdings, mit den manuellen Feineinstellungen hatte ich später noch so sehr zu kämpfen, dass ich die Bedienungsanleitung lesen musste. Und das mir! Dazu mehr in einem der nächsten Teile.

    Test: Die Leica Q2 - Teil 1
    Im Gasometer Oberhausen: Die Ausstellung „Der Berg ruft“ lockt viele Besucher in eines meiner liebsten Industriedenkmäler. Leica Q2, 28mm, 2,5 sek., ISO 100, f/10

    Gibt es den Leica-Look?

    Ich behaupte, ja. Die Leica produziert einen Look, der sich in ganz wesentlichen Punkten von dem der Bilder unterscheidet, die ich bisher gemacht habe. Sie sind auf den ersten Blick weder besser noch schlechter. Sie sind einfach anders. Das ist erst einmal nicht überraschend, denn wenn man genau hinschaut, sieht man die Unterschiede zwischen Fotos aus einer Nikon, einer Canon oder eben einer Leica.

    Um fair zu bleiben, muss ich natürlich mit einem ähnlich starken Megapixelmonster vergleichen. Meine Canon 5Ds R hat noch ein paar mehr – 50,6 die Canon zu 47,3 die Leica -, die aber letztendlich nur unwesentlich ins Gewicht fallen. Ich gebe zu, dass die Gegenüberstellung Spiegelreflexkamera versus Spiegellose irgendwie hinkt, aber ich brauche einen Anker, an dem ich meinen Vergleich festmachen kann.

    Eines der ersten Fotos überhaupt habe ich mit der Leica Q2 sehr bewusst in gewohntem Umfeld gemacht. Das große Fenster in einem alten Förderturm hier um die Ecke ist mir sehr vertraut. Ich weiß genau, wie das Licht morgens, mittag und abends steht. Und ich hatte Glück, denn als ich mit meinem beiden Whippets dort war, bestrahlte die Morgensonne das Innere des Turms ganz kurz wie eine Bühne. Als ich mir später die Fotos in Lightroom ansah, war ich sprichwörtlich von den Socken. Was sind denn das für Farben? Was ist denn das für eine Schärfe?

    Dieses Fenster in einem alten Förderturm habe ich schon gefühlt hundert mal fotografiert. Mit der Leica Q2 sieht es anders aus.
    Mit Sonne – Dieses Fenster in einem alten Förderturm habe ich schon gefühlt hundert mal fotografiert. Mit der Leica Q2 sieht es anders aus. 28mm, 1/125 sek., ISO 100, f/2,8
    Dieses Fenster in einem alten Förderturm habe ich schon gefühlt hundert mal fotografiert. Mit der Leica Q2 sieht es anders aus.
    Ohne Sonne – Mono schaut aus. Leica Q2, 28mm, 1/125 sek., ISO 100, f/4,0

    8368 x 5584 Pixel wie gemalt

    Mein Eindruck ist schwer zu beschreiben: Die Schärfe ist unglaublich scharf. Dennoch ist sie eine weiche Schärfe. Sie ist nicht bäähm, sondern wie in einem Gemälde, in dem jedes Detail seinen Beitrag leistet, aber dann zugunsten des Ganzen in den Hintergrund tritt. Die Schärfe ist da, aber sie ist auf beeindruckende Weise unaufdringlich. Gleiches gilt für die Farben. Die Bilder aus der Leica sind minimal gelblastig, also wärmer als die z.B. aus der Canon, die etwas blauer, also kälter sind.

    Ob man nun warme oder kalte Töne lieber mag, ist Geschmacksache. Außerdem bietet Lightroom jede nur erdenkliche Möglichkeit, das eine in das andere umzuwandeln. Dennoch für mich zählt zuerst, was aus der Kamera kommt und das ist bei der Leica wahrlich zauberhaft.

    Test: Die Leica Q2 - Teil 1
    Auf der Druckscheibe des Gasometer Oberhausen. Der rund 80 Meter hohe kreisrunde Raum war stockfinster. Nur das auf dem Kopf hängende Modell des Mont Blanc war zeitweise in unterschiedlichen Farben beleuchtet. Leica Q2, 28mm, 4 sek., ISO 800, f/2,8

    Heute ausschließlich 28 Millimeter

    In der Q2 kann ich digital zoomen. Das heißt, ich kann ihr sagen, mache mir 35 oder 50 und sogar 75 Millimeter. Sie beschneidet sodann intern die Bilder, was natürlich zur Folge hat, dass ihre Auflösungen schrumpfen. Bei 8368 x 5584 Pixeln ist das bei 35mm (6704 x 4472) und vielleicht auch noch bei 50mm (4688 x 3128) keine große Einschränkung. Doch bei 75mm (3136 x 2096) wird es meinen Augen haarig.

    Ich habe ganz bewusst die ersten Testfotos ausschließlich mit 28 Millimetern gemacht, weil ich die Brennweite sehr mag und die volle Auflösung haben wollte. Je nach Detailtiefe ist dann jedes einzelne DNG (Leica hat das schlau gemacht.) zwischen 80 und 100 MB schwer. Und die wollen gesichert werden. Eine schnelle SD-Speicherkarte ist mit der Q2 also Pflicht. Theoretisch kann sie im superschnellen Modus 10 Bilder die Sekunde machen. Ich habe dieses Feature nur ganz kurz angetestet, werde also erst in einem der nächsten Teile mehr dazu schreiben können. Nur so viel, das rote Lämpchen, das das Puffern anzeigt, hat heftig geblinkt. Aber, – ich kann es nicht oft genug erwähnen – eine Sportkamera mit 50 Megapixeln muss erst noch erfunden werden.

    Test: Die Leica Q2 - Teil 1
    Gasometer Oberhausen im Ausstellungsraum unterhalb der Druckscheibe. Während der Belichtung habe ich die Kamera langsam gedreht. Leica Q2, 28mm, 2,0 sek., ISO 100, f/8

    Dunkelheit und Farben im Gasometer

    Lese ich Reviews in denen extrem viel technische Daten reproduziert werden und dann zum Schluss ein piepsiges Foto zu sehen ist, muss ich mir immer die Haare raufen. Denn Fotografie ist für die Augen. Ich kann mir kein Bild machen, wenn ich keines habe, egal wie detailliert die Features einer Kamera aufgelistet sind. Deshalb werde ich die Q2 zu vielen verschiedenen Gelegenheiten einsetzen. Punkt 1 meines Plans ist schon abgearbeitet.

    Vor ein paar Tagen war ich im Gasometer Oberhausen, wo gerade die Ausstellung Der Berg ruft läuft. Dieses Industriedenkmal ist eines meiner liebsten hier im Ruhrgebiet, denn es ist von innen wie von außen extrem spannend. Die Ausstellungen innerhalb der riesigen Tonne, sind fast immer atemberaubend. Außerdem kann mit einem Fahrstuhl auf eine Aussichtsplattform fahren, die knapp 120 Meter über die Region hinaus ragt.

    Test: Die Leica Q2 - Teil 1 Ausblick vom Gasometer Oberhausen
    Der Ausblick vom Gasometer Oberhausen nach Westen. Leica Q2, 28mm, 1/400 sek., ISO 100, f 5,0

    Die Exponate sind natürlich in Szene gesetzt, aber außerhalb der punktuellen Beleuchtung sind die riesigen, runden Räume stockfinster. Dort darf man grundsätzlich nicht mit einem Stativ fotografieren, aber wen hindert das schon. Auflageflächen für die handliche Leica Q2 gibt es genug, ich konnte also Belichtungszeiten zwischen zwei und vier Sekunden wählen. Dabei, das kenne ich schon von der Canon 5Ds R, kommen die Farben explosionsartig zur Geltung. Sehr toll!

    Bei einer Belichtungszeit von zwei Sekunden habe ich die Kamera hin und wieder vorsichtig um ihre Achse gedreht (Titelbild). Schon irre, wie knackenscharf die Beschriftung des Stores ist, während das Licht in Streifen wandert.

    Test: Die Leica Q2 - Teil 1
    Das Stahlgerüst unterhalb der Druckscheibe des Gasometer Oberhausen. Die Farben sind der Hammer! Leica Q2, 28mm, 2,5 sek., ISO 100, f/8

    Was kann die Leica Q2 noch?

    In den nächsten Teilen meines Tests werde ich auf die mannigfaltigen Features eingehen, die die Leica Q2 bietet. Vollautomatik, Schwarz-Weiß-Modus, Programm Landschaft, Porträt usw. Die Leica-App für das Smartphone, mit der ich die Q2 verbinden kann, verspricht auch viel. Und dann gucken wir mal, wie das mit dem Tempo ist. Es gibt viel zu tun. Und ich freue mich riesig darauf!

    Test: Die Leica Q2 - Teil 1
    Ein bisschen gedreht. Schön zu sehen, wie scharf das Foto im Hintergrund dennoch ist. Leica Q2, 28mm, 1,60 sek., ISO 100, f/5,0
    Test: Die Leica Q2 - Teil 1
    Knackige Farben in der Ausstellung „Der Berg ruft“ im Gasometer Oberhausen. Leica Q2, 28mm, 1/15 sek., ISO 800, f/5,0

    Die Keyfacts zur Leica Q2

    Typ – Digitale Kleinbild-Kompaktkamera mit 28mm Festbrennweite
    Zielgruppe – ambitionierte Amateure / Profis
    Best for – Landschaft / Portrait / Architektur / Reportage
    Gewicht– etwa 734 Gramm
    Maße – ca. 130 x 80 x 91,9 mm
    Sensor – Vollformat CMOS-Sensor 47,3 Mio. Pixel (effektiv)
    Objektiv – Leica Summilux 1:1.7/28 ASPH., 11 Linsen in 9 Gruppen, 3 asphärische Linsen
    Digitalzoom – 28 mm, 35 mm, 50 mm, 75 mm
    Blendenbereich – 1,7 bis 16 in 1⁄3 EV-Stufen
    Verschlusszeiten –  60 s bis 1⁄2000 s mit mechanischem Verschluss, 1 s bis 1⁄40000 s mit elektronischem Verschluss, in 1/3 Stufen,
    Autofokus – 1-Feld (225 Felder) / Mehr-Feld / Gesichtserkennung / Motiv-Verfolgung
    Display – 3″-TFT-LCD-Monitor mit ca. 1.040.000 Bildpunkte, Berührungssteuerung möglich
    ISO – 50-50.000
    Serienaufnahmen – wahlweise 10, 5 oder 3 Bilder die Sekunde
    Aufnahmeformat – DNG und JPG
    Video – MP4 (C4K / 4K / FullHD)
    Kartenschächte – 1 x SD-/SDHC-/SDXC-Speicherkarten.
    Material – robustes Magnesiumgehäuse, Spritzwasser geschützt
    Akku – hält einen langen Fototag durch
    WLAN / Bluetooth – Erfüllt Norm IEEE 802.11b/g/n (Standard-WLAN-Protokoll), Kanal 1-11, Verschlüsselungsmethode: WLAN-kompatible WPA™/ WPA2™, Zugriffsmethode: Infrastrukturbetrieb
    My two cent –  Zauberhaft

    Preis – Aktuell kostet die Leica Q2 4790,- Euro

    Test: Die Leica Q2 – Teil 2

  • Eine kleine Hommage an Jo Longhurst

    Eine kleine Hommage an Jo Longhurst

    Gäbe es nicht die Fotos von Jo Longhurst, hätte ich heute keine Whippets. Ich weiß noch, wie mir die Augen aus dem Kopf fielen, als Anfang 2008 die Pressemitteilung des Museum Folkwangs Essen in meinem Postfach aufpoppte. „The Refusel“ war der Titel ihrer Ausstellung. Das Plakat dazu hängt immer noch hier im Flur.

    Eine kleine Hommage an Jo Longhurst
    Schlafender Hudson, Leica Q2, 1/60 sek., ISO 200, f/4

    Ich war fasziniert von den schlanken Hunden

    Die Londoner Fotografin Jo Longhurst fotografierte Whippets und ihre Titel-Hündin hatte es mir angetan. Sie wollte nicht so stehen, wie man es von ihr verlangte. Heute weiß ich, was Longhurst meinte. Damals war ich nur fasziniert von den schlanken, sportlichen Hunden, die sie in ihren Fotos überaus eindringlich portraitierte.

    Eine kleine Hommage an Jo Longhurst
    Schlafender Hudson, Leica Q2, 1/250 sek., ISO 400, f/2,8

    Nun kam es, dass die Pressekonferenz zur ihrer Ausstellung in der Fotografischen Sammlung des Museum Folkwang recht spärlich besucht war. Ich hatte also ausreichend Zeit, mit ihr zu sprechen. Vieles von dem, was sie mir erzählte, konnte ich damals noch nicht einordnen. Einer ihrer Whippets hatte einen Karpfenrücken und wäre deshalb nicht für Ausstellungen geeignet. Hatte sie ihn im Schlepptau, wurde sie von den renommierten britischen Züchtern, wenn sie Glück hatte, wie Luft behandelt. Gerümpfte Nasen und abschätzende Blicke waren wohl nicht selten.

    Eine kleine Hommage an Jo Longhurst
    Schlafender Hudson, Leica Q2, 1/125 sek., ISO 400, f/4

    Individuum oder Produkt?

    In diese hermetisch abgeschlossene Szene hinein zu kommen, wäre unendlich schwierig gewesen, erzählte sie, doch sie wollte unbedingt die besten Hunde der besten britischen Züchter (ich denke mal, das waren Nevedith, Shalfleet, Courthill usw.) fotografieren. Nicht so, wie wir es heute tausendfach auf Facebook sehen, sondern auf ihre Weise. Einerseits portraitierte sie Whippets wie Menschen, um ihren individuellen Ausdruck zu erfassen. Andererseits zeigt sie die Hunde in einem klinisch reinen Umfeld, in dem sie lediglich als Produkt eines züchterischen Strebens nach Perfektion betrachtet werden.

    Ich wusste noch nichts über Hunde-Ausstellung, doch eines hat mir damals schon nicht gepasst. Da Longhurst nicht wollte, dass Leinen in ihren Fotos sichtbar sind, hat sie die Whippets an extrem dünnen Nylonschnüren fixiert. Damals hat das offenbar niemanden interessiert, doch heute würde jeder, der sowas tut ad hoc gesteinigt.

    Eine kleine Hommage an Jo Longhurst
    Hudson, Leica Q2, 1/250 sek., ISO 400, f/2,8

    In elf Jahren tut sich viel

    Heute, das muss ich zugegeben, hauen mich Jo Longhurst Fotos nicht mehr so vom Hocker wie damals. In elf Jahren passiert eben viel. Aber sie war meine Initialzündung. Das werde ich niemals vergessen.

    Leider hat sich auf Jo Longhursts Homepage seit 2008 nichts mehr getan. Das wundert mich sehr. Ich habe keine Ahnung, was aus ihr geworden ist. Sie hat zwar einen Facebook- und einen Instagram-Account, postet aber recht wenig. Von den Whippets scheint sie weg zu sein. Schade eigentlich!

  • Test: Die Canon EOS R – Teil 2

    Test: Die Canon EOS R – Teil 2

    Als ich neulich meine ersten Eindrücke von Canon EOS R beschrieb, war ich in der Tat schon sehr angetan von den Leistungen der spiegellosen Vollformatkamera. Denn sie lässt niemanden im Regen stehen. Und dabei ist es ihr fast egal, um welches Motiv es geht.

    Der flotte Autofokus macht Spaß

    An eine echte Grenze stößt sie erst, wenn es um die Schärfemitführung bei hohem Tempo geht. Hier ist allerdings für ausnahmslos jede Spiegellose Schluss. Deshalb sollte man das auch nicht einfordern. Dafür gibt es die im Sport erprobten Spiegelreflexkamera. Das muss hier mal vorausschicken. Schnell ist die EOS R dennoch. Sie fokussiert quasi in Lichtgeschwindigkeit. Piep, Zack! Wenn sich also ein Motiv innerhalb des gewählten Bildausschnittes bewegt, hat die EOS R keine Probleme, die Action recht kleinschrittig festzuhalten.

    Was zu beweisen wäre! Ich habe die EOS R auf das gegenüber liegende Geländer gelegt und dann gleichzeitig einen Ball geworfen und abgedrückt. Das hat prima geklappt und die Fotos sind rattenscharf. Canon EOS R mit dem Kit-Objektiv Canon RF 24-105 1:1,4 IS USM, 1/1250 sek., ISO 800, f/4,0
    Was zu beweisen wäre! Ich habe die EOS R auf das gegenüber liegende Geländer gelegt und dann gleichzeitig einen Ball geworfen und abgedrückt. Das hat prima geklappt und die Fotos sind rattenscharf. Canon EOS R mit dem Kit-Objektiv Canon RF 24-105 1:1,4 IS USM, 1/1250 sek., ISO 800, f/4,0
    Da kommt Hupsis abgekauter Ball! Wenn Werfen und Fotografieren gleichzeitig geht, dann hat Canon schon etwas richtig gemacht.
    Da kommt Hupsis abgekauter Ball! Wenn Werfen und Fotografieren gleichzeitig geht, dann hat Canon schon etwas richtig gemacht. Canon EOS R mit dem Kit-Objektiv Canon RF 24-105 1:1,4 IS USM, 1/1250 sek., ISO 800, f/4,0

    30,3 Megapixel – viele Details, große Dateien

    Allerdings darf man dabei nicht vergessen, dass die EOS R große Dateien auf die Speicherkarte schieben muss. 30,3 Megapixel sind kein Pappenstiel. Fotografiere ich RAWs und JPGs gleichzeitig, dann ist die Serienbildfunktion natürlich nicht so zu nutzen wie bei der 1Dx Mark II. Ich habe eine extrem schnelle SD-Karte, dennoch puffert die EOS R nach drei bis vier Bildern. Je nach Detailgrad muss man schon mit 30 bis 50 MB pro RAW rechnen. Das ist ganz ähnlich wie bei der 5Ds R, die auch Zeit braucht, um ihre Dateien auf das Medium zu schreiben. Bei ihr sind es nicht selten 100 MB pro RAW. Das dauert eben. Aber wie oben erwähnt, die 50 Megapixel Kamera, die ohne zu Mucken 14 Bilder die Sekunde schießt, muss erst noch erfunden werden. Ich wäre übrigens die erste, die ihre Arme hoch reißt.

    Ein 1:1 Ausschnitt aus einem Foto bei ISO 12800 aus der Canon EOS R mit dem Kit-Objektiv Canon RF 24-105 1:1,40 IS USM, 1/125 sek., ISO 12800, f/4,5
    Ein 1:1 Ausschnitt aus einem Foto bei ISO 12800 aus der Canon EOS R mit dem Kit-Objektiv Canon RF 24-105 1:1,4 IS USM, 1/125 sek., ISO 12800, f/4,5

    Die Canon EOS R – Souverän bei schlechtem Licht

    Je größer der Sensor, desto eher gibt es Unschärfen? Die 5Ds R ist mit ihren 50,6 Megapixeln tatsächlich recht empfindlich, insbesondere natürlich bei schlechtem Licht und längeren Belichtungszeiten. Hohe ISO-Zahlen mag sie zudem nicht besonders. Die EOS R ist da etwas robuster, auch weil sie mit hohen ISO-Zahlen recht gut umgehen kann. Ich habe ein paar Testschüsse bei ISO 12800 gemacht und war überrascht. In ihrer Originalgröße sind die Fotos tatsächlich brauchbar. Die 1:1 Vergrößerung zeigt natürlich das starke Rauschen.

    Ingesamt bin ich mit der ISO-Leistung der EOS R sehr zufrieden. Ihre Low-Light Fähigkeiten sind wirklich gut. Sie fächern die fotografischen Möglichkeiten und machen recht unabhängig von der Lichtsituation an sich. Hierbei ist es wie immer Geschmacksache, wie weit ich das Rauschen als ästhetisches Element und somit Teil eines Fotos sehen möchte. Gerade in schwarz-weiß Bildern mag ich persönlich das Rauschen sehr gerne.

    Das Original. Es ist unbearbeitet, also nicht nachgeschärft und auch nicht entrauscht. Natürlich nicht! Canon EOS R mit dem Kit-Objektiv Canon RF 24-105 1:1,40 IS USM, 1/125 sek., ISO 12800, f/4,5
    Das Original. Es ist unbearbeitet, also nicht nachgeschärft und auch nicht entrauscht. Natürlich nicht! Canon EOS R mit dem Kit-Objektiv Canon RF 24-105 1:1,4 IS USM, 1/125 sek., ISO 12800, f/4,5
    Ein 1:1 Ausschnitt aus einem Foto bei ISO 12800 aus der Canon EOS R mit dem Kit-Objektiv Canon RF 24-105 1:1,4 IS USM, 1/125 sek., ISO 12800, f/4,5
    Ein 1:1 Ausschnitt aus einem Foto bei ISO 12800 aus der Canon EOS R mit dem Kit-Objektiv Canon RF 24-105 1:1,4 IS USM, 1/125 sek., ISO 12800, f/4,5
    Das Original bei ISO 12800 aus der Canon EOS R mit dem Kit-Objektiv Canon RF 24-105 1:1,4 IS USM, 1/80 sek., ISO 12800, f/4,5
    Das Original bei ISO 12800 aus der Canon EOS R mit dem Kit-Objektiv Canon RF 24-105 1:1,4 IS USM, 1/80 sek., ISO 12800, f/4,5

    Der tragende Körper des neuen R-Systems

    Als tragender Körper des neuen Canon R-Systems bietet die EOS R selbst mannigfaltige Möglichkeiten sich nach und nach zu erweitern. Im Test hatte ich die Kamera selbst, das Kit-Objektiv RF 24-105mm 1:4,0 IS USM und den EF-Adapter, der es mir erlaubte, meine EF-Objektive zu nutzen. Wer also bereits EF-Objektive hat, kann mit dem Adapter lustig zwischen seiner DSLR und der Spiegellosen hin und her tauschen. Seinen Preis von aktuell 109,- Euro finde ich gar nicht mal zu viel. Bedenke ich, was ein 70-200er 1:2,8L oder ein 50er 1:1,2L kostet, dann ist das gut investiertes Geld.

    Mono und Hudson beim Sonnenbaden - Canon EOS R, Canon RF 24-105mm 1:4,0 IS USM, 105mm, /320 sek., ISO 100, f/6,3
    Mono und Hudson beim Sonnenbaden – Canon EOS R, Canon RF 24-105mm 1:4,0L IS USM, 105mm, /320 sek., ISO 100, f/6,3
    Test: Die Canon EOS R - Teil 2
    Mono beim Sonnenbaden – Canon EOS R, Canon RF 24-105mm 1:4,0L IS USM, 105mm, /320 sek., ISO 100, f/6,3

    Ich habe hauptsächlich mit dem 24-105er Kit-Objektiv fotografiert, weil ich natürlich wissen wollte, wie seine Abbildungsqualität ist. Scharf sind die Bilder allemal. Der interne Bildstabilisator der Linse tut prima seinen Dienst. Bei 24mm gibt es kaum Verzerrungen, was nicht selbstverständlich ist. Und wer mal näher ran will, ist 105mm sehr gut versorgt.

    Was geht sonst noch?

    Ich habe generell Festbrennweiten oder kurze Zooms lieber, aber das ist wohl eine Frage der Bedürfnisse und natürlich auch des Budgets. In der RF-Reihe gibt es zudem ein 50er 1:1,2, das mich auf der Photokina sehr beeindruckt hat, ein 35mm 1:1,8er Makro und ein 28-70er 1:2,0. Letzteres stelle ich mir sehr cool vor, zumal es noch lichtstärker ist als seine großartige EF-Schwester, das 24-70er 1:2,8L. Mir war gar nicht klar, dass mein Test zu diesem Objektiv schon fünf Jahre zurück liegt.

    Der gläserne Gang - Canon EOS R, Canon RF 24-105mm 1:4,0 IS USM, 24mm, 1/25 sek., ISO 100, f/4,0
    Der gläserne Gang – Canon EOS R, Canon RF 24-105mm 1:4,0L IS USM, 24mm, 1/25 sek., ISO 100, f/4,0

    Über die Connectivity der EOS R muss ich hier wohl nicht mehr viele Worte verlieren. Sie kann alles. Die EOS R hat Bluetooth zur Kopplung mit dem Smartphone und ein integriertes WLAN, über das man sofort über Clouddienste teilen kann. Ich mache das nie. Denn ich brauche die Kontrolle an meiner iMac-Kinoleinwand. Das mag antiquiert sein, aber man sollte jedem seine Macke gönnen.

    Richtig genervt hat mich, dass Camera Raw die RAWs aus der EOS R konsequent ignoriert. Ich kann also keine RAWs direkt aus Lightroom in Photoshop öffnen. Ich muss die Bilder sehr umständlich erst aus Lightroom exportieren, um sie dann in Photoshop zu öffnen. Die aktuelle Version von Camera Raw kennt die EOS R offensichtlich noch nicht. Das muss sich sehr schnell ändern.

    Eine wunderschöne Halle - Canon EOS R, Canon RF 24-105mm 1:4,0 IS USM, 24mm, 1/100 sek., ISO 100, f/5,6
    Eine wunderschöne Halle – Canon EOS R, Canon RF 24-105mm 1:4,0L IS USM, 24mm, 1/100 sek., ISO 100, f/5,6

    Wer braucht die Canon EOS R?

    Als ich von der Photokina zurück war, stellte ich mir ja schon einmal die Frage, ob die Zukunft den spiegellosen Kameras gehört. Grundsätzlich wird das wohl so sein. Doch so lange sie den Sportsektor nicht hundertprozentig bedienen können, werden die großen, schnellen Spiegelreflexkameras ganz sicher nicht überflüssig werden. Ich, die sehr viel Action fotografiert, bin also nicht unbedingt die Zielgruppe für das EOS R System. Denn als kleine Spiegellose, die man mal eben mitnimmt, weil die dicken DSLRs zu sperrig sind, geht die EOS R auch nicht durch. Für eine Taschenkamera ist sie schlicht zu groß.

    Ich hatte die Chance, den jungen Rapper Jetik bei einem Videodreh fotografieren. Canon EOS R, Canon RF 24-105mm 1:4,0L IS USM, 1/3 sek., ISO 100, f/4
    Ich hatte die Chance, den jungen Rapper Jetik bei einem Videodreh fotografieren. Canon EOS R, Canon RF 24-105mm 1:4,0L IS USM, 1/3 sek., ISO 100, f/4
    Während eines Videodrehs im Halbdunkeln kann ich natürlich keinen Blitz nutzen. Deshalb: ISO 12800, 1/125 sek., f/4,0, mit der Canon EOS R, Canon RF 24-105mm 1:4,0L IS USM
    Während eines Videodrehs im Halbdunkeln kann ich natürlich keinen Blitz nutzen. Deshalb: ISO 12800, 1/125 sek., f/4,0, mit der Canon EOS R, Canon RF 24-105mm 1:4,0L IS USM

    Wer hingegen hauptsächlich Landschaften, Menschen, Reisen und Reportagen fotografieren möchte, wer vielleicht auch gerne filmt, ist mit einer spiegellosen Kamera dieser Qualität ganz sicher sehr gut bedient. Die EOS R ist puppenleicht zu bedienen. Ihr Autofokus ist sehr schnell. Sie macht vieles sehr zuverlässig alleine, so dass spontane Schüsse fast nie in die Hose gehen. Zudem kann ich meine EF-Objektive auch weiterhin benutzen.

    Aber zu bedenken gilt, dass eine Canon 5D Mark IV mit ihrem 30,4 Megapixel Sensor genauso viel kostet wie die EOS R im Kit mit dem RF 24-105er 1:4,0L. Falls eine Neuanschaffung ansteht, muss man sich also sehr klar sein, für welche Art der Fotografie das gute Stück hauptsächlich eingesetzt werden soll.

    Mono im Halbschatten - für diese Serie habe ich auf der EOS R den Adapter und mein 50er 1:1,2L genutzt.
    Mono im Halbschatten – für diese Serie habe ich auf der EOS R den Adapter und mein 50er 1:1,2L genutzt.
    Test: Die Canon EOS R - Teil 2
    Canon EOS R, Adapter, Canon EF 16-35mm 1:2,8L III  USM, 16 mm, 1/1000 sek., ISO 100, f/4,0
    Canon EOS R, Adapter, Canon EF 16-35mm 1:2,8L III USM, 16 mm, 1/1000 sek., ISO 100, f/4,0
    Test: Die Canon EOS R - Teil 2

    Die Keyfacts zur Canon EOS R

    Typ – Spiegellose Vollformat Systemkamera
    Zielgruppe – ambitionierte Amateure / Profis
    Best for – Studio / Landschaft / Portrait / Architektur / Reportage
    Gewicht– etwa 660 Gramm
    Sensor – CMOS-Sensor 36 x 24 mm
    Pixel effektiv – 30,3 MP
    Dual Pixel RAW – ja
    Bildprozessor – DIGIC 8 Prozessor
    Objektivanschluss – Objektivadapter EF-EOS R, Objektivadapter mit Steuerungsring EF-EOS R, Objektivadapter EF-EOS R (für Drop-In Filter)
    Autofokus–Felder mit Sucher – Bis zu 5.655 wählbare AF-Positionen 
    Empfindlichkeit bis Lichtstärke 1:11, AF-Augenerkennung
    Elektronischer Sucher – 0,5-Zoll-Typ 
    LCD-Display – 8,01 cm (3,2 Zoll) Clear View LCD II mit ca. 2.100.000 Bildpunkte
    ISO-Empfindlichkeit – Auto 100 – 40.000
    Reihenaufnahmen – max. ca. 8 B/s
    Video – 4K-Video mit 25/24 B/s , 4K-Zeitraffermodus, Full-HD-Movies mit 60 B/s 
    HD bei 120 B/s, Canon Log (8 Bit/10 Bit), Unkomprimiertes 4K auf externem Recorder mit 10 Bit und 4:2:2-Farbunterabtastung 480 Mbps
    Kartenschächte – 1 x SD
    Akku – hält einen langen Fototag durch
    WLAN –BWLAN und Bluetooth™ FTP mit WFT-E7 II-Zubehör
    Best with – Weitwinkel-, Superweitwinkel, Portraitobjektive, Makro
    My two cent –  eine interssante Alternative zur Spiegelreflexkamera

    Preis: aktuell kostet der Body rund 2.499,- Euro, im Kit mit dem RF 24-105mm 1:4,0L IS USM dann 3499,-

  • Motion Blur oder Panning? Was jetzt?

    Motion Blur oder Panning? Was jetzt?

    Ich muss das jetzt hier mal vorziehen, weil ich mich ein bisschen aufgeregt habe. Denn gerade gehen die Bezeichnungen von fotografischen Techniken wie Motion Blur und Panning ebenso durcheinander, wie die Differenzierung zwischen fotografiert und nachgeholfen.

    Per Zufall sah ich bei Instagram das Foto eines User, das Adobe Creative Cloud höchstselbst geteilt hatte. Zitat des Fotografen: Ich habe 150 Versuche gebraucht, um diesen Mitzieher von einem Taxi hinzubekommen. Der Fotograf an sich ist ein guter. Ich sah mir das Foto also genauer an – soweit das bei Instagram möglich ist – und stutzte. 1/4 Sekunde. Ja, das könnte passen, aber die Kanten des Autos sind mir viel zu scharf. Ich scrollte mich durch die Kommentare und da war Jamey Price, einer der besten Motorsportfotografen, die ich kenne. „Hmmm, da wurde in Photoshop nachgeholfen. Die Kanten des Autos sind zu scharf.“ Genau!

    Mitgezogen - Beim Highgoal Cup in Düsseldorf 2018, Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/40 sek., ISO 100, f/18
    Mitgezogen – Beim Highgoal Cup in Düsseldorf 2018, Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/40 sek., ISO 100, f/18

    Das hat er aber jetzt verkackt!

    Ich finde es immer ein bisschen anrüchig, so zu tun als ob. Nachhelfen ist keine Schande, aber wenn man es tut, sollte man dazu stehen. Vielleicht ist das ein blöder, antiquierter Ehrencodex, aber ich finde das wichtig. Ebenso wichtig finde ich es, sich erst mit einem Bild zu beschäftigen, bevor man es als Murks abtut. Niemand wird gezwungen, Fotos zu mögen, die dem eigenen Geschmack nicht entsprechen. Aber die handwerkliche Fertigkeit mit der sie gemacht sind, sollte man objektiv betrachten und versuchen zu verstehen. Sonst bleibt man ein Knipser, der bei allem Umbekannten die Klappe aufreisst und sich sodann mit unqualifizierten Bemerkungen blamiert. Auf Facebook ließ sich neulich einer von diesen Knipsern herab, den wunderbaren Mitzieher (Leichtathletik) eines Sportfotografen mit „Das hat er aber verkackt! Ist total unscharf!“ zu kommentieren.

    Mitgezogen - Oldtimer Grand Prix am Nürburgring 2018. Je schneller zum Beispiel ein Auto ist und vor allem je näher es ist, desto stärker werden die Unschärfen an den Kanten.
    Mitgezogen – Oldtimer Grand Prix am Nürburgring 2018. Je schneller zum Beispiel ein Auto ist und vor allem je näher es ist, desto stärker werden die Unschärfen an den Kanten.

    Motion Blur oder Panning – Zwei unterschiedliche Kniffe

    Durcheinander geht in diesem Zusammenhang oft die Unterscheidung zwischen Mitzieher und Bewegungsunschärfe. Besser gesagt die Differenzierung zwischen den englischen Begriffen Motion Blur und Panning.

    Bewegungsunschärfe - 3BY EKMAN im Aalto Ballett Essen, Canon EOS 5Ds R, Canon EF 11-24mm 1:4,0 USM, 1/13 sek., ISO 320, f/4,0
    Bewegungsunschärfe – 3BY EKMAN im Aalto Ballett Essen, Canon EOS 5Ds R, Canon EF 11-24mm 1:4,0 USM, 1/13 sek., ISO 320, f/4,0

    Ich mache einen Mitzieher, wenn ich dem sich bewegenden Objekt folge, um letzteres scharf und den Hintergrund unscharf zu haben. Ich bewege mich beim Fotografieren also um meine Körperlängsachse. Möchte ich hingegen Bewegungsunschärfen vor einem scharfen Hintergrund oder um ein scharfes Objekt herum, dann ist mein Fokus starr auf dieses Objekt gerichtet. (Die Fotos von „Schwanensee“ – unten – habe ich mit einem Einbein gemacht.)

    Diese beiden Kniffe unterscheiden sich also ganz wesentlich. Sowohl in der subjektiven Wahrnehmung des Motivs als auch schlicht im körperlichen Einsatz der Person, die fotografiert. Im Grunde sind es exakt gegensätzliche Techniken, mit denen man nur vordergründig betrachtet ähnliche Ergebnisse erzielt.

    Motion Blur oder Panning? Schwanensee im Aalto Ballett Essen - Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 70-200 mm 1:2,8L IS II USM, 1/20 sek., ISO 100, f/4,0
    Schwanensee im Aalto Ballett Essen – Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 70-200 mm 1:2,8L IS II USM, 1/20 sek., ISO 100, f/4,0
    Swanensee im Aalto Ballett Essen. Hier habe ich mit auf die erste Tänzerin fokussiert. Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 70-200 mm 1:2,8L IS II USM, 1/25 sek., ISO 200, f/7,1
    Swanensee im Aalto Ballett Essen. Hier habe ich mit auf die erste Tänzerin fokussiert. Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 70-200 mm 1:2,8L IS II USM, 1/25 sek., ISO 200, f/7,1

    Unschärfen für die Dynamik

    Naturgemäß gibt es in einem Mitzieher auch Bewegungsunschärfen. Die Räder eines schnell fahrenden Autos müssen bei einer langen Belichtungszeit zwangsläufig in Unschärfe verschwimmen. Das macht den Eindruck von Geschwindigkeit in weiten Teilen aus. Doch das Motiv selbst, also das Auto, ist ein in sich unbewegliches Objekt, das sich bei einem guten Mitzieher knackenscharf von einem unscharfen Hintergrund abhebt. Je länger die Belichtungszeit, je schneller der Wagen und je näher er ist, desto kleiner wird der Schärfepunkt. Manchmal ist es dann nur noch eine Startnummer oder der Helm des Fahrers.

    Pferde oder Windhunde sind keine in sich statischen Objekte. Deshalb sind bei einem Mitzieher Bewegungsunschärfen innerhalb der Körper natürlich unvermeidlich bzw. aus meiner Sicht in jeder Hinsicht erwünscht. Dennoch, die Methode, sie abzubilden ist die gleiche wie im Motorsport.

    Mitzogen - Ein Whippet auf der Rennbahn. Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/80 sek., ISO 100, f/10
    Mitzogen – Ein Whippet auf der Rennbahn. Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/80 sek., ISO 100, f/10

    Äpfel und Birnen in einem Topf?

    Statik, Dynamik, Bewegung, Stillstand. Wer oder was bewegt sich? Ist es das Motiv oder der Fotograf oder beide? Das hängt natürlich unmittelbar mit der fotografierten Situation zusammen aber auch mit dem eigenen Stil. Ausprobieren kann ich alles, was Technik und Physik zulassen. Dann ist es erst einmal egal ob es Betrachter gibt, denen solche Experimente gefallen. Übe ich allerdings Kritik an Fotos anderer, dann sollte ich mir schon über die üblichen Begrifflichkeiten im klaren sein und möglichst vermeiden, Äpfel und Birnen in einen Topf zu werfen.

    Mitgezogen - Oldtimer Grand Prix am Nürburgring 2018. Das ging etwas zu schnell um die Kurve.
    Mitgezogen – Oldtimer Grand Prix am Nürburgring 2018. Das ging etwas zu schnell um die Kurve, ich mag es aber trotzdem.
  • Ein rotes Grün-Braun-Grau

    Ein rotes Grün-Braun-Grau

    Ein paar Wochen lang suchte ich immer mal wieder nach einem Sofa für unsere Schrauber- und Fotohalle. Als ich die Kleinanzeige zu diesem roten Schmuckstück sah, musste ich sofort an Loriot denken. Es war liebe auf den ersten Blick!

    Puffiges Möbel zum Spottpreis

    Es stand nur ein paar Kilometer von hier und sollte wahnwitzige 20,- Euro kosten. Leider hatten wir weder die Zeit noch das Transportmittel, um das Sofa mal flott abzuholen. Mich überfiel also eine tiefe Trauer, weil ich mir sicher war, dass es ruck zuck verkauft sein würde. Vorgestern schaute ich noch einmal in die Anzeige. „Osterangebot – jetzt nur noch 15 Euro!“ Jetzt aber! Ich kontaktierte den Verkäufer. Tom organisierte den Bus des Polizeisportvereins, bei dem unser Sohn seit vielen Jahren Motorsport betreibt und kaum 24 Stunden später steht das Loriot-Sofa in unserem Studio. Der Tag ist mein Freund. Ganz eindeutig.

    Mono wie immer königlich. Wenn die Hohlkehle demnächst mal wieder sauber ist, dann klappt das auch mit dem Hintergrund.
    Mono wie immer königlich. Wenn die Hohlkehle demnächst mal wieder sauber ist, dann klappt das auch mit dem Hintergrund.

    350.000 geknipst und geguckt

    Loriots Ehepaar Blöhmer hätte perfekt in dieses wunderbar puffige Möbel gepasst. Ohne dass ich ihm zu nahe treten will, aber zum brüllen komisch ist die Tatsache, dass sein Vorbesitzer tatsächlich Paartherapeut ist. Auf diesen Sofa saßen sie nebeneinander. Sich angiftend, sich missverstehend, sich streitend und sich vielleicht versöhnend. Die vielen negativen Schwingungen werden die roten Polster wie Schwämme aufgesogen und tief in ihrem Innern absorbiert haben.

    Mono und Hudson auf unserem Schnäppchen. Das rote Sofa ist so gut wie makellos.
    Mono und Hudson auf unserem Schnäppchen. Das rote Sofa ist so gut wie makellos.

    Liebes Sofa, ab heute wirst du dir kein schwermütiges Beziehungsgeschwurbel mehr anhören müssen. In Zukunft darfst du ausschließlich netten Gästen und ebenso netten Whippets eine weiche Sitzgelegenheit sein. Ein bisschen Blitzlicht wirst du allerdings aushalten müssen. Schaffst du schon!

  • Kann ich mal Ausweis?

    Kann ich mal Ausweis?

    Ich tue fast alles, damit es meinen Whippets gut geht. Ich renne sogar dem UPS Boten hinterher, der mit der lang erwarteten Fracht in Form von Hundefutter vor meiner Nase davon fährt. Diese gelben Zettel! Ich hasse sie. „Wir kommen an einem anderen Tag wieder.“ Ja, geschenkt! Ganz toll!

    In der Regel liefert für UPS ein sehr netter Bote aus, der keine Probleme mit dreißig Kilo schweren Paketen hat. Neulich war ein anderer da, der schon beim Ausladen jammerte: „Iss voll schwer!“ Hart aber wahr, Mann. Das ist dein Job, für den du bezahlt wirst, weil Leute wie ich keinen Bock und keine Zeit haben, Pakete sechzig Kilometer weit zu tragen.

    Die alte Friseurtradition: Montags geschlossen!

    „Wir haben ihr Paket an einen Access-Point in ihrer Nähe geliefert.“ Das ist schon besser. Denn meine Access-Points sind wahlweise das Blumenstudio Gretel oder ein kleiner Friseur hier ganz in der Nähe. Da kann ich immer kurz rumfahren und das Futter für die Jungs abholen. Entschuldigung, man sagt ja nicht mehr Friseur, sondern Haar Studio oder Cutting Point oder sonst was. Und die haben Montags zu. Mein Friseur hat mit dieser alten Sitte schon lange gebrochen, aber mein UPS Access-Point ist da sehr traditionell. Es gibt also Montags kein neues Futter. Aber am Dienstags dann endlich. Das war gestern.

    Mono und Hudson hatten ihren Spaß. In jeder einzelnen Packung des Belcando Mastercraft Topping hatten sich hunderte Brocken Trockenfutter versteckt.
    Mono und Hudson hatten ihren Spaß. In jeder einzelnen Packung des Belcando Mastercraft Topping hatten sich hunderte Brocken Trockenfutter versteckt.

    Ein Mann saß auf einem Sofa und wartete. Eine der Friseurinnen verarztete eine ältere Dame. Sie sprachen über ihre Hunde. Der Schäferhund XY hat den Beagle YZ gebissen und so weiter. Ich stand also doof in der Gegend herum, bis ein Junge, etwa sechzehn oder siebzehn, an den Tresen geschlurft kam. Mit spitzen Fingern gab ich ihm den verhassten gelben Zettel. In Zeitlupe entmaterialisierte er sich zurück in den hinteren Bereich des Ladens.

    Regen in der Atacama Wüste

    Ich kenne mittlerweile die Räumlichkeiten und mit dem Jungen hatte ich auch schon einmal das Vergnügen. Um wertvolle Zeit zu sparen, lief ich also hinterher und sagte: „Ich weiß, wie das Paket aussieht.“ Er wühlte. Ganz langsam. Sehr langsam. „Das große da unten!“ Auf meine Anweisung zerrte er das offiziell neunzehn Kilo schwere Paket aus der Ecke. Der Karton war einseitig eingedöllt. An der anderen Seite klaffte ein Loch. Als der Junge das Paket anhob, klang es wie eines dieser uralten Instrumente aus der Atacama Wüste, die Regengeräusche imitieren können. Oh nein, bitte nicht!

    „Kann ich mal Ausweis?“ Ihm sind die Artikel ausgegangen, dachte ich. Und die Bitte sind auch schon alle. Um 10:00 Uhr am Morgen? Natürlich hatte ich meinen Ausweis und dazu die Gewissheit, dass ich zu Hause mehr Arbeit haben würde, als ich erwartet hatte. Sodann fragte ich mich, ob dieser Teenie vollkommen bekifft oder schlicht naturstoned war, als er versuchte dieses kleine UPS-Gerät zu bedienen, das Ihr Paket wurde abgeholt! in die Zentrale funkt. Wie lange kann man dafür brauchen? „Unterschrift!“ Ja, auch das. Kein Problem. Zu jeder Zeit vermied er Augenkontakt. „Sie können jetzt gehen!“ Ich starrte ihn an. Nein, er weiß es nicht besser. Er kann nichts dafür. Ich werde jetzt keine Szene machen. Ich hob also das Paket an. Aus dem Loch kullerten die ersten Brocken Belcando Finest Lamb auf den schwarzen Travertin des Salons.

    Hudson ist maßlos. Ich musst ihn mehrfach aus dem Karton verscheuchen.
    Hudson ist maßlos. Ich musst ihn mehrfach aus dem Karton verscheuchen.

    Auf der Flucht vor der spätpubertären Schlaftablette

    Um dieser spätpubertären Schlaftablette zu entkommen, musste ich nur noch die Tür überwinden. Der Junge stand stumpf hinter dem Tresen. Knapp zwanzig Kilo. Ich bin zwar ein starkes Mädchen, aber ein rutschiger und zudem noch beschädigter Karton ist keine Handtasche. Ich atmete tief ein. Mein Ton war jetzt sehr scharf: „Würde es ihnen etwas ausmachen, mir die Tür aufzuhalten?“ Der Mann auf dem Sofa grinste, kam aber nicht auf die Idee, seinen Adidas-Arsch anzuheben. Der Junge glotzte. „Hallo?“ Sein Nietengürtel reflektierte das Sonnenlicht als er sich endlich in Bewegung setzte. Die milde Frühlingsluft wehte mir verheißungsvoll entgegen. Zum Glück hatte ich einen Parkplatz direkt vor der Tür erwischt. Ich wuchtete das Paket auf die Rückbank. In der Atacama Wüste regnete es nun heftiger.

    Das Paket hatte eine einwöchige Reise hinter sich. Zwei Mal hat UPS versucht, das Paket zuzustellen. Zwei Mal war niemand im Haus. Dafür kann UPS nichts. Aber man muss ein Paket nicht derart malträtieren, dass der Futtersack in seinem Inneren aufplatzt. Bisher war ausnahmslos jede Futterlieferung von Belcando tiptop. Am Absender kann es also nicht liegen. Grummelnd habe ich das Trockenfutter eingesammelt und in unsere Futtertonne gepackt. Alles, was daneben fiel durften Mono und Hudson aufsaugen. Dafür gab es dann weniger Abendbrot. Im Auto liegen auch noch etwa 500 Gramm. So etwas nehme ich mit mehr oder weniger Humor, aber den Regen der Atacama Wüste brauche ich nicht nochmal. Und den Nietengürtelteenie auch nicht. Ich werde bei UPS einen Antrag stellen, sie mögen doch bitte das Blumenstudio Gretel bevorzugen.