Kraft, Eleganz, Körperkontrolle, Anmut, Disziplin, Schweiß, Musik, Poesie. Wollte ich zum Ballett eine Assoziationskette spinnen, wäre sie schier endlos. Ich hatte das Glück 2017 das Ballett 3 BY EKMAN des schwedischen Choreographen Alexander Ekman fotografieren zu dürfen. Vor und hinter der Bühne.
Ich durfte bei einer Probe zu „Vibrations“ dabei sein. 2018 kam Schwanensee in einer sehr klassischen Version. In dieser Galerie habe ich ein paar wenige Fotos zusammengestellt, die ich in den letzten zwei Jahren im Aalto Ballett gemacht habe. Es ist immer wieder spannend, am Werden einer Inszenierung teilzunehmen. Vielen Dank dafür an die Intendanz des Aalto Ballett Essen.
Hauptprobe 3 BY EKMAN von Alexander Ekman, Aalto Ballett Essen 2017Der Choreograph Alexander Ekman filmt die Companie – Hauptprobe 3 BY EKMAN im Aalto Ballett Essen, 2017 Der Choreograph Alexander Ekman filmt die Companie – Hauptprobe 3 BY EKMAN im Aalto Ballett Essen, 2017 Hauptprobe 3 BY EKMAN von Alexander Ekman im Aalto Ballett Essen, 2017 Hauptprobe 3 BY EKMAN von Alexander Ekman im Aalto Ballett Essen, 2017 Liam Blair in 3 BY Ekman im Aalto Theater Essen 2017Hauptprobe 3 BY EKMAN von Alexander Ekman im Aalto Ballett Essen, 2017 3 BY Ekman – Ballet im Aalto Theater Essen 2017Hauptprobe 3 BY EKMAN von Alexander Ekman im Aalto Ballett Essen, 2017 Backstage 3 BY EKMAN von Alexander Ekman im Aalto Ballett Essen, 2017 Backstage 3 BY EKMAN von Alexander Ekman im Aalto Ballett Essen, 2017 Backstage 3 BY EkmanMehrfachbelichtung – Backstage 3 BY EKMAN von Alexander Ekman im Aalto Ballett Essen, 2017Mehrfachbelichtung – Backstage 3 BY EKMAN von Alexander Ekman im Aalto Ballett Essen, 2017Mehrfachbelichtung – Backstage 3 BY EKMAN von Alexander Ekman Ballett Workshop von Canon mit dem Fotografen Sacha Hüttenhein. Das Durchhaltevermögen der Tänzerin Valerie hat mich schwer beeindruckt. Ballett Workshop von Canon mit dem Fotografen Sacha Hüttenhein. Proben zu VIBRATIONS im Aalto Ballett Essen, 2017Mehrfachbelichtung – Backstage 3 BY EKMAN von Alexander Ekman im Aalto Ballett Essen, 2017Backstage 3 BY EKMAN von Alexander Ekman im Aalto Ballett Essen, 2017 Backstage bei „Rock Around Barock“ 2019Backstage bei „Rock Around Barock“ 2019Schwanensee im Aalto Ballett Essen, 2018Schwanensee im Aalto Ballett Essen, 2018Schwanensee im Aalto Ballett Essen, 2018Liam Blair in Schwanensee, Aalto Ballett Essen 2018Schwanensee im Aalto Ballett EssenProben zu VIBRATIONS im Aalto Ballett Essen, 2017Proben zu VIBRATIONS im Aalto Ballett Essen, 2017Proben zu VIBRATIONS 2017
Das ist sehr blöd gelaufen für die furchterregende Monsterspinne. Wie demütigend muss es sein, gemeinsam mit seiner Beute in einer blöden Plastikschüssel zu ersaufen. Instant Karma? Das kann gut sein. Oder die Spinne ist einfach ihrer Unwissenheit erlegen. Sie ahnte nicht, dass die rutschigen Wände dieser Schüssel ihr Ende sein würden. Zum Glück können Menschen ähnlich bescheuert sein.
Der gekrümmte Hysteriker
Die Dame war zwar lange nicht so elegant wie unsere große Winkelspinne hier, aber sie ist auf sehr ähnliche Weise in ihre eigene Falle getappt. Ich sehe sie oft, fast jeden Morgen wie sie ihren mittelgroßen Langhaarchihuahua aus dem Haus schleift, in kurz pinkeln lässt und sofort wieder den Rückweg antritt. Gestern kam ich mit Mono und Danny von unserer Morgenrunde zurück. Es war bitterkalt, doch frieren gibt es hier nicht mehr. Danny und Mono tragen flauschig, warme Mäntel und ich meinen zweifelhaften Parka. Ich sah wie sich der – übrigens dauerhysterische – Chihuahua auf den Bürgersteig hockte und energisch ein Würstchen aus seinem kleinen Körper drückte. Dabei traten seine Äuglein beängstigend weit aus seinem Kopf.
Als er sein Werk vollendet hatte, rastete seine schier endlose Flexileine geräuschvoll ein. Dieser Sound lässt mich generell immer aufhorchen. An diesem dunklen, kalten Februarmorgen jedoch ganz besonders, denn ich wusste, was kommt beziehungsweise was nicht kommt. Ich passierte die Dame und den locker um 200 Gramm erleichterten Hysteriker. „Guten Morgen!“, sagte ich höflich und dann wirklich gut gemeint: „Brauchen sie eine Tüte?“ Ich hielt der Dame eine meiner vielen Kacketüten hin, die ich immer und überall, in allen Jackentaschen und Umhängetaschen mit mir führe. Schließlich will ich nie wieder in eine peinliche Situation geraten. Wenn ich ehrlich zur mir bin, das Kacketüten-Einstecken hat sich schon fast zu einer Manie ausgewachsen.
Instant Karma – Auch Asics können dampfen!
„Nein, wieso?“ Die Dame blinzelte verwirrt. „Na weil ihr Hundi gerade mitten auf den Bürgersteig gekackt hat.“ Sie drehte sich wortlos um und ging. Das Hundi keifte. Ungeschickt umschiffte sie eine Mülltonne und musste dabei den rechten Fuss in das einen Baum umgebende Beet setzen. Ebenso gekrümmt, aber mit ganz sicher unendlich mehr Power hatte sich dort wohl kurz zuvor ein recht großer Verwandter ihres glotzäugigen Lieblings erleichtert. Ihr Asics-Turnschuh dampfte in der Kälte. Ihr Fluchen übertönte sogar das Kläffen ihrer Töle. Und mein Grinsen hielt fast den ganzen Morgen an. Manchmal ist der Tag dein Freund.
Mit der Canon PowerShot an sich sind meine Leser und ich ja mittlerweile sehr vertraut. Doch die Zeit rennt und es wird niemanden wundern, dass in kurzen Abständen neue Kompaktkameras dieser Reihe auf den Markt kommen. Sie sind mehr und können mehr, so wie Canon PowerShot G1 X Mark III, die ich in den nächsten Wochen testen werde.
Als Flaggschiff der G-Reihe adressiert die PowerShot G1 X Mark III anspruchsvolle Fotografen, die Mobilität und höchste Bildqualität verbunden sehen möchten. Ich bin sehr gespannt.
Touch me! Dreh- und Schwenkdisplay für viel Bewegungsfreiheit
Ich musste mich kurz krümmen, als ich das erste Mal durch den elektronischen Sucher schaute. Einen solchen mochte ich nämlich noch nie. Aber bei diesem kleinen Schätzchen hier werde ich den Sucher wohl selten bis kaum nutzen müssen. Denn diese Kamera steuert man fast ausschließlich über das große Touch-Display. Das heißt: Handschuhe ausziehen und umdenken.
Mono und Danny beim Probeliegen. Ich habe ein paar spontane Fotos im Automatikmodus gemacht.
Das lässt sich ganz gut an mit der Kleinen.
In den letzten zwei Wochen ging meine Lust auf Fotos gegen Null. Dunkelheit und andauernder Regen sind bekanntermaßen fast jedem Bild abträglich. Aber ab heute soll es wohl endlich mal trocken bleiben. Das heißt ich kann umher streifen und ein paar Bilder machen. Ihren großen Auftritt wird die G1 X Mark III allerdings demnächst auf der Berlinale haben.
Ein handlicher Ersatz für das große Besteck?
Da ich wenig Lust habe, zu einer glamourösen Abendveranstaltung das große, schwere Besteck mitzuschleppen, halte ich die kleine Mark III für die ideale Besetzung. Sie ist handlich und leicht genug, um unauffällig in einer Abendtasche verschwinden zu können und leistungsstark genug, um auf den Punkt arbeitsbereit zu sein.
Die Canon PowerShot G1 X Mark III wird in Kombination mit meinem iPad Pro eine gute Reisebegleitung sein.
Obwohl ich mein Lightroom jetzt schon mehrfach aktualisiert habe, kann es die RAWs aus der G1 X Mark II noch nicht lesen. Dieses Problem hatte ich schon ein paar Mal mit ganz neuen Kameras, es lies sich aber in der Regel recht flott beheben.
Ich bin gespannt, was die Kleine auf der Pfanne hat, wenn es ernst wird.
Die Canon PowerShot G1 X Mark III ist gerade mal etwa 11 x 7 x 5 cm groß und wiegt nur 400 Gramm.
Sie hatte alle üblichen Funktionen und Einstellungen, die man von den PowerShots gewohnt ist. Es geht alles automatisch oder wahlweise manuell.
Sie hat keinen integrierten Blitz, aber dafür neuerdings einen Blitzschuh für einen externen Blitz.
Die Canon PowerShot G1 X Mark III kostet im Moment rund 1.000 Euro.
Keyfacts zur Canon PowerShot G1 X Mark III :
Typ – Digitale Kompaktkamera Zielgruppe – anspruchsvolle Amateure, Profis Best for – Reportage, Reise Gewicht– 765 Gramm Sensor – APS-C CMOS-Sensor Pixel effektiv – 24,2 MP Bildprozessor – Digic 7 Zoom – 3 fach optisch Brennweite – 15 bis 45 mm Reihenaufnahmen – 7 B/s Movie: – Full HD 60 p ISO-Empfindlichkeit – Auto ISO 100 – 25.600 Sucher – elektronisch Touchscreen – 3 Zoll, dreh- und schwenkbar Kartenschächte – 1 x SD Connectivity – WLAN, Bluetooth Kartenslot – 1 SD Gewicht – rund 400 Gramm
Es gibt immer ein Happy-End. Im heute kalten und grauen Februar ist das nur schwer zu glauben, aber zumindest von der großen Bühne des Aalto Balletts herab erzählt man uns das glaubhaft. Auf watteweichen Flügeln hebt uns Ben Van Cauwenbergs Schwanensee aus dem Alltag in eine Welt, in der Gut noch gut und Böse noch böse ist.
Der Kleinmädchentraum
Das Titelbild ist wohl der Inbegriff eines Kleinmädchentraums. Tausende von heranwachsenden Ballerinen trainieren sich täglich ihre zarten Füße blutig, um nur ein einziges Mal in ihrem Leben einen der vier kleinen Schwäne in „Schwanensee“ tanzen zu dürfen. Das war so und das wird vermutlich immer so sein. Denn der Ballettklassiker hat offenbar eine Kraft, die die Generationen überdauert.
Im ersten Akt von „Schwanensee“ feiert Prinz Siegfried mit seinen Freunden seinen 21. Geburtstag. Dieses Foto gehört in eine Serie, die mir persönlich sehr, sehr gut gefällt, die ich aber ob der strengen Regeln des klassischen Balletts nicht veröffentlichen darf. Mir blutet das Herz!
Zwei Tage vor der Premiere von Ben Van Cauwenbergs „Schwanensee“ durfte ich bei der Orchesterprobe im Aalto Ballett dabei sein. Natürlich hatte ich meine Erfahrungen von 3 BY EKMAN im Gepäck. Ich musste trotzdem auf Null zurück, da ich den Ablauf des Balletts natürlich nicht kannte. Klassisch, sehr klassisch! Das wusste ich.
Ich hatte mir vorgenommen, sowohl mit kurzen als auch mit sehr langen Belichtungszeiten zu arbeiten. Bei der Durchsicht der Fotos stellte ich hinterher fest, dass mich die kurzen zunehmend langweilen. Deshalb gibt es hier keinen schwarzen Schwan. Und deshalb habe ich sehr gezielt nur ein paar Fotos herausgesucht, die in etwa so geworden sind, wie ich sie mir vorgestellt habe.
Yehor Hordiyenko im Sprung – Farbe, Farbe, Farbe! Canon 1D X Mark II, Canon EF 70-200 1:2,8L IS II USM
Liebesqualen und Schweißperlen
Bis auf ein paar wenige Ausnahmen hält sich der Essener Balletintendant Ben Van Cauwenberg an die über hundert Jahre alte Petipa-Choreographie. Daraus ergibt sich eine Menge: Tschaikowskis Musik ist breit und getragen, viele Sequenzen sind deshalb sehr langsam. Für moderne Begriffe zumindest. Doch jeder, der intensiv Sport betreibt weiß, wie unglaublich anstrengend gerade die langsamen Bewegungen sein können. In der Pause kam mir Solotänzer Liam Blair am Eingang der Kantine entgegen. Er war bis auf die Knochen durchgeschwitzt und hatte noch zwei Akte vor sich.
Mika Yoneyama hat gleich zwei Parts zu tanzen. Meine Güte, was hat sie in der Rolle des weißen Schwans Liebesqualen gelitten, um dann ein paar Minuten später den mokanten, provokanten Blick des schwarzen Schwans ins Publikum zu beamen. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie gut die Tänzer bei dieser enormen Anstrengung ihren Gesichtsausdruck im Griff haben.
Moisés Léon Noriega in der Rolle des bösen Zauberers Rotbart. Das ist eines meiner Lieblingsfotos, das ich sofort doppelt gesichert habe. Canon 1D X Mark II, Canon EF 70-200 1:2,8L IS II USM
Schwanensee – perfekte geschnittene Schablonen
Im klassischen Ballett gibt es eine große Anzahl von Standards, die jeder Tänzer beherrschen muss. Das ist sein Repertoire, wie das eines Sängers oder eines Orchestermusikers. Dieser Schwanensee enthält wohl jeden einzelnen davon. Er fügt sich aus Schablonen zusammen, die der vor fast genau 200 Jahren geborene Marius Petipa geschnitten hat. Zeitgemäß ist das ganz sicher nicht, aber für viele Zuschauer immer wieder schön. Die Mädchengruppen im Probenpublikum haben zumindest gejohlt und getrommelt. Schließlich hat Siegfried endlich seine Odette bekommen, auch wenn alles nur ein Traum war.
Die Tänzer haben meinen höchsten Respekt, insbesondere Liam Blair, den ich schon mehrfach auf der Bühne und beim Training fotografiert habe. Meinen Geschmack hat dieser Schwanensee allerdings nicht ganz getroffen. Seit Tagen versuche ich herauszukriegen warum. Ich betrachte die Fotos und mag sie, aber nur zu ganz wenigen habe ich eine enge Bindung. Bei vielen weiteren fehlt mir diese typische Panik eines Fotografen, der ein Foto hegen und pflegen, doppelt sichern und für immer bewahren möchte. Ich war nicht konsequent genug. Das wird der Grund sein.
Mika Yoneyama tanzt Odette und Odile – den schwarzen und den weißen Schwan.
Liam Blair ist Prinz Siegfried. Ich hatte das Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM dabei, wollte aber nicht hin und her rennen, um die Zuschauer nicht zu stören. Es ist also beim 70-200er geblieben. Hier war diese Linse eine sehr gute Wahl.
Die Schwäne in Perfektion. Mir waren sie oft zu statisch. Aber das liegt wohl weniger am Ballett selbst, sondern viel mehr an meinen Erwartungen.
Mika Yoneyama leidet in Rolle der Odette.
Liam Blair als Prinz Siegfried
Siegfried sucht seine Geliebte.
Die Schwäne wirbeln um Prinz Siegfried.
Jede Sekunde perfekt.
Bewegung – Gegenbewegung. Dieses Foto mag ich sehr.
Mika Yoneyama tanzt Odette und Odile – den schwarzen und den weißen Schwan.
Vier kleine Schwäne – der Inbegriff eines Mädchentraums. Tschaikowskis Musik zu ihnen habe ich über Tage nicht aus dem Kopf bekommen. Ein echter Ohrwurm.
Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Intendanz des Aalto Balletts, dass ich wieder dabei sein durfte. Es ist immer wieder ein Erlebnis, an der Bühne zu fotografieren.
Barbara Thiel hat vor ein paar Tagen einen lesenswerten Artikel über Deckrüden und ihre Besitzer veröffentlicht. In ihren Anmerkungen finde ich mich in vielerlei Hinsicht wieder, denn auch ich habe mittlerweile drei Rüden „deckfertig“ gemacht.
Was so leicht und locker klingt, ist ein nicht zu unterschätzendes Prozedere im Rahmen dessen es vieles zu beachten gibt. Gerade im Ausstellungs- und Zuchtgeschehen müssen vollkommen unerfahrene Rüdenbesitzer an die Hand genommen werden, um sich in dem Dschungel von Bewertungen, Zuchttauglichkeitsprüfungen und Gesundheitstests zurechtzufinden. Ich kann mich hier natürlich immer nur auf die Whippets beziehen, aber wenn man schließlich den Überblick hat, ist es recht simpel. So viel zur Beruhigung derer, die einen jungen Rüden in der Pipeline haben.
Danny, Enjoy The Silence of Little Goblin im freien Stand während eines Spaziergangs. Er ist unsere immer fröhliche, extrem anhängliche Nudel. Sein Jagdtrieb hält sich in Grenzen.(Skyborne The Room Of My Life x Ch. Play A While Nokia, *21.04.2014, )
Learning by doing
Als ich damals beschloss, den lieben Mr.Clark anzukören, hatte ich absolut keine Ahnung. Weder von Ausstellungen, zu denen ich eigentlich niemals gehen wollte, noch von einer Ankörungen. Beim Kauf des Welpen stand das alles nicht auf meinem Zettel und ich wurde darüber auch nicht aufgeklärt. „Sofahund, Mutter jagt nicht!“ Heute weiß ich es besser.
Ohne jedes Ringtraining stolperte ich mit Mr.Clark in meine erste Ausstellung und fand mich gleich auf V4 hinter sehr namhaften Rüden wieder. Freundinnen hatten mich quasi genötigt, ihn auszustellen und dafür bin ich ihnen heute noch sehr dankbar. Alles weitere war learning by doing, viel Training mit Mr.Clark und viel Durchhaltevermögen. Seine beiden V’s, die für eine Ankörung als Deckrüde beim Deutschen Windhundzucht- und Rennverband damals noch nötig waren, hatte er mit zwei Ausstellung in der Jugendklasse im Sack. Zwei Mal Jugend-BOB. Das spornte an. Mit Jimmy habe ich alles gelernt, was bei Ausstellungen wichtig und für eine Ankörung nötig ist. Zahnstand, Größenmessung, der DNA-Test und der in meinen Augen damals für reine Showlinien völlig überflüssigen Myostatin-Test. Bei nachgewiesen Myostatin freien Eltern, ist dieser Test heute zum Glück im DWZRV nicht mehr nötig. Der WCD hat letzteren noch nie verlangt.
Jimmy aka Mr.Clark aka Ch. Globerunners Alabaster Kid. Jimmy war ein 51er Rüde, Gardemaß sozusagen, ein sehr feiner Kerl und ein passionierter Jäger.
Seine Züchterin interessierte das wenig bis gar nicht. Sie hat noch nicht einmal mit den Wimpern gezuckt, als Mr.Clark sein DWZRV Schönheits-Championat vollendet hatte. Übrigens bisher der einzige aus dieser Zucht.
Die Verantwortung der Rüdenbesitzer
Sein Pedigree kannte ich mittlerweile in und auswendig. Ich wusste um seine Stärken aber auch um seine Schwächen. Mr.Clarks einziger Bruder ist/war ein Einhoder. Er selbst hatte einen Hoden, der auf der Kippe stand. Seine Züchterin kommentierte das lapidar mit „das wird schon irgendwie“. In seinen ersten Lebensmonaten habe ich den hochstehenden Hoden samt des leicht verkürzten Hodenbands erfolgreich „herunter massiert“, bis er schließlich endgültig eingerastet war. Er war also kein Einhoder im engen Sinne, aber er hätte es ganz sicher vererbt. Zudem war er mental recht dünnhäutig. So schön und erfolgreich dieser Hund war, bei jeder Deckanfrage habe ich das zur Sprache gebracht. Schließlich haben auch die Rüdenbesitzer eine große Verantwortung und hängen durchaus sehr eng an den gezeugten Welpen. Niemand braucht einen Wurf, in dem alle Rüden unten ohne sind. Wenn die Hündin die gleiche Disposition mitbringt, sollte man gleich ganz die Finger von einer Verpaarungsidee lassen. Mr.Clark hat niemals gedeckt.
Mono – Conte del Aqua semper-crescendo, *27.06.2010, ein Traum von Hund dessen liebenswerter Charakter in jeder Hinsicht erhaltenswert ist. Er hat tief schwarzes Pigment, starke Knochen und einen ausgeprägten Jagdtrieb. In den letzten sieben Jahren war er so gut wie nie krank.
Alles neu, alles anders
Mit Mono war das alles anders. Seine Züchterin Sandra Biesenbach hatte großes Interesse, diesen Rüden in ihrer Nähe zu haben, seine Entwicklung zu verfolgen und ihn sich als potentiellen Deckrüden quasi zurückzulegen. Das hieß für mich, Monos Ankörung ist Pflicht. Nach Mr.Clark, wusste ich, wie es geht. Ich plante also generalstabsmäßig, meldete bei deutschen Richtern, legte Messtermine fest. Ich ärgere mich heute noch, dass ich beim Messen dieses wunderbaren Hundes aus Prinzip so ehrlich war. Als toller Courser hätte er ohne weiteres einen S & L Champion hinlegen können, wenn er mit 53,5 cm nicht zu groß wäre. Das S in Schönheit und Leistung hat er seit langem in der Tasche.
Mono hat mittlerweile acht Kinder, die sich in ganz Europa und den USA herumtreiben. Ich habe bei ihrer Geburt mitgefiebert und ihren Werdegang soweit das möglich war neugierig verfolgt. Im Vergleich zu den Mengen an Welpen, die die sogenannten Popular Sires produzieren, ist das natürlich sehr wenig, aber zumindest waren beide Würfe durchdacht. Das kann man nicht von allen aktuellen Kombinationen behaupten.
Die kleine Freumaschine – Danny, Enjoy The Silence of Little Goblin im Alter von 6 Monaten, Züchterin: Liane Bertlich, Whippets of Little Goblin, Skyborne The Room Of My Life x Play A While Nokia
Auch Dannys Züchterin Liane Bertlich war von Anfang glücklich, einen Rüden aus ihrem Schweden-Wurf in ihrer Nähe zu haben. Selbstverständlich habe ich deshalb auch Danny trainiert, ausgestellt und alle Bewertungen für seine Ankörung gesammelt. Mit großem Erfolg. Nun liegen hier die Papiere, die notwendig sind, um Danny offiziell zu einem Deckrüden im WCD (er ist schließlich im WCD geboren) zu machen, doch es ist wohl meiner allgemeinen Ausstellungsmüdigkeit geschuldet, dass ich sie noch nicht eingereicht habe.
Sowohl Monos als auch Dannys Züchterin standen und stehen mir immer freundschaftlich zur Seite. Sie freuen sich mit mir über Erfolge und leiden mit mir, wenn einer der Rüden mal verletzt oder krank ist. Besser kann es nicht gehen.
Hier ist sie leider abgeschnitten – Monos Züchterin Sandra Biesenbach (semper-crescendo-whippets) mit Mono bei einem Fototermin. Mono hat nach wie vor ein enges Verhältnis zu ihr.
Absprechen, nicht knebeln!
Es ist natürlich in jeder Hinsicht verständlich, dass viele renommierte Züchter die besten Rüden am liebsten in die Hände von erfahrenen Ausstellern geben. Doch auch die haben irgendwann das Sofa voll. Ich bin absolut einer Meinung mit Barbara Thiel, wenn sie in ihrem Artikel schreibt, dass Züchter neue, unerfahrene Welpenkäufer unter ihre Fittiche nehmen sollten, um einen vielversprechenden Rüden gemeinsam mit seinem Besitzer auf den richtigen Weg zu bringen.
Ein Welpenkäufer sollte sich allerdings auch nicht knebeln lassen. Schließlich ist er derjenige, der den Zwerg für einen nicht unwesentlichen Betrag kauft, ihn sozialisiert, ihn aufzieht, ihn füttert und tierärztlich versorgen lässt. Der Welpenkäufer zahlt die Meldegebühren für die nötigen Ausstellungen, die Gesundheitschecks, die Messungen, die Körveranstaltungen, das Coursing- oder Renntraining, die Lizenzgebühren.
Mono – Conte del Aqua semper-crescendo im Alter von sieben Jahren. Mit dem Show-Auge betrachtet, ist er ganz sicher nicht perfekt, aber er ist mit Geist und Körper ein echter Whippet.
Allein die Ankörungen meiner Rüden haben mich alles in allem locker 600 Euro gekostet. Das ist ein halber Welpenpreis. Über Deckakte im Herkunftszwinger kann man je nach Verhältnis zum Züchter sicher diskutieren, aber ich persönlich würde eine Mitbesitzklausel niemals akzeptieren. Ebensowenig würde ich mir von einem Züchter vorschreiben lassen, wann und wo ich einen Hund auszustellen habe. Und ein Züchter der vertraglich festlegt, welche Fotos ich wann und wo von meinem Hund veröffentlichen darf, der könnte seine Brut gleich behalten. Diese und viele andere Konstellationen gibt es auf dem Markt. Je nach dem wie eng die Beziehung zwischen Züchter und Welpenkäufer ist, kann das sogar irgendwie funktionieren. Ich kenne viele Whippetbesitzer, die sehr engen Kontakt zu den Züchtern ihrer Hunde haben. Allgemein ist das allerdings nicht die Regel, dass Besitzer und Züchter so dicke sind und jeden weiteren Schritt auf dem Wege eines Deckrüden absprechen. Da haben wir/ich großes Glück.
Dannys Züchterin Liane Bertlich (Whippets of Little Goblin) mit Danny bei einem Shooting – Er freut sich immer ein Bein ab, wenn er sie und ihre Hündinnen zum Flitzen trifft. Das ist schön zu sehen.
Nein sagen lernen
Nicht jeder Rüde mit einem feinen Pedigree sollte in die Zucht. Aber wenn Rüdenbesitzer mehr Unterstützung seitens unserer Verbände bekämen, wäre das für Anfänger eine große Hilfe. Und – es sollte endlich mal das Märchen beerdigt werden, dass der Deckrüde immer Schuld hat. Er hat Schuld, wenn eine Hündin nach einem Deckakt leer bleibt, er trägt die Schuld an kleinen Würfen, er trägt die Schuld an allem. Das stimmt nicht. Andersherum, wer einen Rüden ankört, um mal flott Kohle zu machen, ist auf dem falschen Dampfer. Ein Deckrüde ist keine Gelddruckmaschine. Erst recht nicht, wenn sein Pedigree auf wackeligen Beinen steht und zudem die Erfolge im Showring ausbleiben. Und es kann durchaus sein, dass ein rundherum toller, gesunder angekörter Rüde mit allen Referenzen und einer weithin klingenden Ahnentafel niemals deckt. Denn als Deckrüdenbesitzer muss man auch deutlich nein sagen können. Schließlich sollten seine Welpen aus einer gesunden, charakterfesten Hündin geboren, gut versorgt und sozialisiert werden und liebe Besitzer finden. Nur dann macht eine Verpaarung Sinn und nur dann kann sich der Kreis schließen.
Es gibt die Guggenheim-Sammlung, es gibt die sagenumwobene Sammlung Gurlitt, die Ralph Lauren Car Collection und es gibt die TheDanny Collection. Letztere ist zwar bei weitem nicht so bekannt wie die großen Sammlungen dieser Welt, aber deshalb noch lange nicht weniger exquisit. Wir haben die seltene Gelegenheit, einen Querschnitt der außergewöhnlichen Kollektion zu zeigen und mit ihm der Leidenschaft eines echten Sammlers auf die Spur zu kommen.
Leicht, luftig, fast romantisch kommt dieses Stück daher. In ihm spiegelt sich der scharfe Blick des Sammlers für formale Qualitäten. Ein herausragendes Werk!
The Danny Collection – Ein Ast muss immer mit!
Gibt es einen roten Faden? Nach welchen Kriterien sucht der Sammler seine Stücke aus? Epochen, Stil, Wert, Seltenheit? Lässt man sich mit allen Sinnen auf die Sammlung ein, könnte man zunächst meinen, je größer ein Objekt, desto interessanter ist es für ihn. Doch das wäre zu vordergründig gedacht. Schließlich haben große Formate durchaus ihren Reiz und können in eine wunderbare Zwiesprache mit kleinen Objekten treten. Um diese Zwiesprache nachhaltig herzustellen und auch zu erhalten, braucht es allerdings ein geschultes Auge und die Intuition des Kenners.
Echte Sammler sind in der Regel sehr öffentlichkeitsscheu. Diese Aufnahme ist daher sehr selten, ja nahezu epochal. Sie zeigt den Sammler mit seiner neuesten Errungenschaft.
Das Brachiale neben dem Feinen
Die unten gezeigten Werke machen deutlich, dass der Sammler ein enormes Gespür sowohl für Form als auch für Farbe hat. Einfache, ja archaische Formen interessieren ihn ebenso wie zerbrechliche, fast romantisierende Farbverläufe und Strukturen. Zarte Brauntöne neben leuchtendem Grün. Dann plötzlich Brüche. Zersplittertes Leben neben floralen Elementen. Das Brachiale neben dem Feinen. Nur ein wahrhafter Connaisseur versteht es, in einer Sammlung diese Gegensätze virtuos zu kombinieren. Das ist die ganz hohe Schule!
Nur hier exklusiv: Die Prunkstücke der Danny Collection!
Deshalb sind wir über alle Maßen stolz, dass uns ein paar wenige Objekte aus der Danny Collection für eine exklusive Schau zur Verfügung stehen. Denn der Sammler war in der Vergangenheit nicht bereit, sie in der Öffentlichkeit zu zeigen. Keine Leihgaben, keine Fotos! Zu groß war seine Sorge um die mittlerweile über hundert Exponate umfassende Kollektion, die an einem geheimen Ort gelagert und nur engen Freunden und ausgewählten Experten zugänglich ist.
Unter dem Titel The Danny Collection – Ein Ast muss immer mit! haben sie von heute an bis zum 23.Januar 2019 die Gelegenheit, den Feinsinn und das scharfe Auge eines Sammlers zu erleben, dessen Leidenschaft wohl niemals erlöschen wird.
Geradlinig und archaisch.
Wir blühen auf – Dieses Exponat erzählt vom Leben.
Splitter und Verletzungen
Stumpf und grob. Oder nicht? Die Farben sind fein und hoch interessant.
Kurven. Gibt es etwas Schöneres?
Zart, leicht und fast romantisch. Hier zeigt sich die emotionale Seite des Sammlers.
Brüche.
The Danny Collection – Sein Gespür für formale Qualitäten ist enorm.
“ Zuzuzuzu!“ Eine ältere Dame verließ einen Konditor, an dem ich strammen Schrittes vorbei marschierte. Mono stoppte und markierte einen Laternenpfahl. „Zuzuzuzu!“ Aus ein paar Metern Entfernung versuchte sie Mono und Danny zu locken, doch wie üblich ignorierten sie dererlei Annäherungsversuche. Ich auch.
Gefährliche Windbeutel
Weiter des Weges strullte Danny an einen Baum. Die Dame hatte längst aufgeschlossen und näherte sich uns: „Zuzuzuzu! Uiii ….!“ Was soll das jetzt, dachte ich mir und stellte mich taub. Wenige Meter weiter traf ich die Chefin einer Boutique, die ich nur kenne, weil sie einen Afghanen hat. „Jaaaa, haaaallloooo ihr Süüüßen!“ Es ist ganz typisch für sie, immer erst die Hunde und dann mich zu begrüßen. Wir kommen ins Schnacken. „Zuzuzuzu …!“
Wir hören wohl, aber wir ignorieren es. Danny Fetzenohr ist eine Erinnerung an eine Katzenjagd.
Da war sie wieder, die Ältliche aus der Konditorei. Sie schob sich an uns heran und versuchte verzweifelt, die Aufmerksamkeit meiner Hunde auf sich zu lenken. Ob sie Windbeutel in ihrer geblümten Tasche hat? Sie wäre die Art von Lady, die die cremige Füllung mit Arsen aufpeppt und ihren wohlhabenden Untermietern auftischt.
Zuzuzuzu! – Laute Spreche ohne Wirkung
Die Boutiquechefin verstand sofort, machte einen Schritt nach rechts und blockte geschickt meine Verfolgerin. „Boah, das kenne ich. Aber an meinen trauen sich die meisten ja nicht heran. Ist auch gut so!“ Sie sprach sehr laut und zwinkerte mir zu. Sie spricht immer sehr laut. Als sie vor ein paar Jahren in einem Friseursalon direkt neben mir saß, hatte ihre Spreche ganze zwei Stunden Zeit, sich in meine Gehörgänge zu brennen.
Das Loch – wäre es doch immer so friedlich und still!
Da ist was.
Der Durchgang.
Windstille ist auf unserer Halde ein sehr seltenes Phänomen.
Im Ruhrgebiet
Danny hält Ausschau.
Immer wieder unwirklich.
Danny ist meist nah bei mir. Mono entfernt sich in der Regel ein bisschen, hält aber immer Blickkontakt.
Die Weite.
„Zuzuzu…!“ Die Ältliche blieb unbeeindruckt. Vielmehr manövrierte sie sich um meine Gesprächspartnerin herum und näherte sich Danny. Ich hatte die Nase voll. „Gute Frau, ich fühle mich verfolgt! Sie sehen doch, dass wir uns unterhalten.“ Ihr Blick war der eines dicken Fisches, der panisch nach Luft ringt. Sie rührte sich nicht vom Fleck. Ich hob meine rechte Hand und winkte demonstrativ. „Hallo!“ Ihr Blick richtete sich starr auf mich. „Gehen sie bitte weiter. Sie belästigen uns!“ Die Boutiquechefin nickte eifrig.
Ruby Rhod auf der Einkaufsstraße
Sie war ganz offensichtlich pikiert, verstand wohl, dass sie unerwünscht war und wandte sich von uns ab. Ich wollte gerade erleichtert durchatmen, als ich in meinem linken Augenwinkel sah, wie sie erst weiter ging und sich dann von hinten wieder an uns heranschlich. „Zuzuzuzu …!“ Ich kenne die Faszination, die Windhunde auf Menschen ausüben. Daher bin ich generell sehr geduldig und verständnisvoll, aber diese Frau machte mich fertig. „Jetzt reicht es mir aber! Lassen sie meine Hunde in Ruhe und gehen sie weiter.“ Die Boutiquechefin rollte mit den Augen und machte eine Handbewegung, als wollte sie ein lästiges Insekt verscheuchen: „Nun gehen sie schon!“ Ruby Rhod trat vor mein geistiges Auge.
Aufdringlichkeiten dieser Art werde ich niemals verstehen. Ich schwor mir also auf’s neue, meine Hunde nie wieder mit in die Stadt zu nehmen! Wie wunderbar hingegen ist die Einsamkeit unserer Halde. Wir sind mutterseelenallein oder in Begleitung von wenigen, netten Zeitgenossen. Dort gibt es kein hohles Zuzuzuzu …
(Obwohl ich die Fotos sehr mag, weiß ich, dass sie nicht perfekt zum Text passen. Deshalb werde ich sie zu gegebener Zeit durch Stadtszenen ersetzen.)
Experimente machen mir großen Spaß. Ausprobieren, ausprobieren. Raum, Farbe, Bewegung. Wie weit kann ich gehen? Was ist noch interessant und was ist ganz amtlich Müll.
Oft kann ich letzteres gar nicht so schnell und bestimmt entscheiden. Ich schaue ein Foto an, rolle mit den Augen und denke: „Weg damit“. Doch aus unerfindlichen Gründen darf es weiter leben. Vielleicht weil mir die Farben gefallen oder die Strukturen oder beides zusammen. In vielen Fällen ist die geschenkte Zeit nur sehr kurz und das Bild wandert kurz darauf in die Tonne. Aber manchmal bin ich sehr froh, dass ich mich nur sehr schwer trennen kann.
Danny in Serie.
Diese Fotos sind weit weg von gegenstandslos. Sie bilden immer noch einen flitzenden Whippet ab.
An diesem Tag war er mein Testobjekt.
Verschwunden hinter den Büschen.
Ganz viel Farbe und Bewegung.
1/40 sek, ISO 100, f/6,3, Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 70-200 1:2,8L IS II USM
Ihr werdet das kennen. Die schon als Schrott gebrandmarkten Bilder üben eine Faszination aus, die ihr euch nicht erklären könnt. Irgendwas ist dran an den Dingern. Ihr könntet total auf dem Holzweg sein, betriebsblind oder einfach nur sentimental. Aber für den Moment denkt ihr darüber nach.
Kein Gedanke ist verschwendet
Allein die Tatsache, dass ich über ein Foto nachdenke, ist für mich das beste Zeichen, es zu behalten und erst einmal sacken zu lassen. Vielleicht nur ein paar Stunden, vielleicht ein paar Tage oder länger. Dann schaue ich nochmal hin. Ich werde dann ganz sicher in einer anderen Stimmung oder in einem anderen kreativen Flow sein. Das hört sich beknackt an, ist aber so. Mein Fokus ändert sich von Tag zu Tag. Je nach dem, was ich suche oder was ich gerade brauche, ändert sich mein Blick auf die Fotos. Wenn also die Faszination nach ein paar Tagen in einer anderen Stimmung noch da ist, dann bleibt das Foto. Und zwar für immer.
Dieses Foto musste ich aus der Galerie nehmen, weil es zu gegenständlich ist. Es passt nicht rein. Es könnte auch einen Tick heller sein, stelle ich gerade fest. Canon EOS 1D X Mark II und dem Canon EF 70-200 1:2,8L IS II USM, 1/40 sek., ISO 100, f/6,3
Nutzlosigkeit in der reinsten Form
Über einen Nutzen denke ich nicht nach. Denn die meisten meiner Fotos sind objektiv nutzlos. Es sei denn ich schreibe einen Testbericht oder habe einen Auftrag. Dann ist ihr Nutzen offensichtlich. Doch die freien Bilder braucht im Grunde kein Mensch. Außer mir. Aber das ist wohl das spannendste an der Fotografie und an allen anderen bildenden Künsten, ohne dass ich mich nun als Künstlerin bezeichnen würde. Himmel, niemals!
Wer treibt mich denn? Niemand. Die Fotografie ist für mich pure, zutiefst egoistische Selbstverwirklichung. (Ich mag das Wort nicht, aber es trifft hier ganz gut.) Ich fühle mich wohl mit ihr. Ich habe Spaß. So wie Stromae mit seiner Musik. Seinen Song Formidable höre ich mit dicken Kopfhörern, während ich diesen Text schreibe. Niemand hat nach genau diesem Stück verlangt. Niemand hätte es vermisst, wäre es nie geschrieben worden. Doch nun ist es da und es berührt nicht nur mich, sondern auch viele andere Menschen. Alors on dance kommt gleich danach, in diesem butterweichen, wie ein breiter Bach dahin fließenden Französisch. Wenn nur ein Mensch – wie ich zum Beispiel – dieses Stück mag, dann hat es seine Existenzberechtigung. Und über das fingierte Making Of mit dem französischen Komiker Jamel Debbouze kann man auch lachen, wenn man des Französischen nicht mächtig ist.
Mono abgeschnitten. Ich mag die Farben des Fotos sehr.
Jeder ist ein Künstler, sagte Joseph Beuys. Das trifft wohl heute mehr zu als jemals zuvor. Denn jeder kann und darf publizieren. Das war zu Beuys‘ großen Zeiten noch nicht möglich. Also, haut raus, was ihr gerne tut. Ohne Hemmungen und vor allem ohne Scham. Steht selbstbewusst zu dem, was ihr tut. Und wenn ihr nach einem Jahr zurück blickt und denkt, boah, was habe ich damals für einen Blödsinn produziert, dann ist das eben so. Richtet den Blick nach vorne und macht es besser. Kritik werdet ihr sowieso immer einstecken müssen, doch wenn ihr nur eine einzige Person mit euren Arbeiten erfreut oder zum Nachdenken bringt, dann liegt ihr richtig. Aber seid sparsam mit dem Wort Kunst. Denn die Kunst an sich hat keinen Nutzen. Sie ist einfach da.
Ein frohes, neues Jahr 2018 euch allen! Kaum zu glauben, dass wir schon wieder einen ersten Januar haben. Heute hat ein neues Jahr seinen Anfang genommen und ich muss mich wieder umgewöhnen. Nicht 2017 sondern 2018. Es wird eine Weile brauchen, bis meine Synapsen das ruckelfrei an die Tastatur weitergeben können.
Silvester 2017 / 2018 – Wenn ein kleiner Knallfrosch sich entfaltet.
Erfolgreich, spannend, traurig
2017 war für mich ein sehr erfolgreiches und spannendes, aber auch sehr trauriges Jahr. Deshalb wird es für immer einen festen Platz in meinen Erinnerungen haben. Als ich gestern Abend mit der Kamera auf die Straße ging, hoffte ich, die Nacht würde nie zu Ende gehen. Denn mit der Geburt des Jahres 2018 muss ich von heute an im letzten Jahr oder letztes Jahr sagen, wenn ich über Ereignisse spreche, die nur wenige Tage oder gerade ein paar Wochen her sind.
Als schwebte die Lenorfrau ständig über mir “ … nicht dieses, nein, letztes Jahr ..!“ Sie möge sich hiermit amtlich gewatscht fühlen. Denn wie viele Gefühle kann ein Mensch überhaupt gleichzeitig empfinden. Im Grunde müsste ich durchdrehen, würde nicht von Moment zu Moment, das eine Gefühl das andere verdrängen. Stolz, Freude, Mitgefühl, Ehrgeiz, Tatendrang, Wut, Trauer. Im Minutentakt.
Knallfrosch im Rinnstein.
Das Jahr 2017 widme ich meinem Vater. In der Nacht von 14. auf den 15.November 2017 ist er im Alter von 78 Jahren gestorben. Weil er mein Vater war, bin ich heute das, was ich bin. Obwohl er Händel durchaus mochte, gibt es hier kein pompöses Feuerwerk in Begleitung der Feuerwerksmusik über dem obligatorischen Barockschloss, sondern die Knallfrösche der italienischen Dame aus der Nachbarschaft. Unter strenger Aufsicht durften ihre drei Töchter sie anzünden und werfen. Nach jeder Explosion schauten sie erwartungsvoll auf das Display meiner Kamera. Das ist ein kleiner Käfer, ein Tiefseefisch, ein Monster im All! Papa, das hätte dir gefallen.
So, jetzt habe ich einen Blitz. Tom konnte wohl mein Genöle endgültig nicht mehr hören: „Hmm, ich brauche einen Blitz, aber ich brauche ihn nicht so oft. Aber ich brauche einen. Dringend! Zumindest neulich hätte ich dringend einen gebraucht.“
Ich kann verstehen, dass selbst ein Mann mit Nerven aus Stahl irgendwann den Papp auf hat und loszieht, einen Blitz zu kaufen, damit das Gejammer endlich ein Ende hat. In den letzten Wochen hatte ich mich unsterblich in den Profoto A1 verliebt. Seine Bedienung soll angeblich für Doofe sein und seine Resultate Weltklasse. Das schreiben zumindest alle. Ich war sogar schon so weit, seinen sehr sportlichen Preis klaglos hinzunehmen. Doch das gute Stück ist, ich muss fast sagen zum Glück, aktuell nicht zu kriegen. Drei Monate Lieferzeit? Diese Schweden dort (also nicht wir) können ihren Winterschlaf ja gerne machen, aber Warten kommt in meinem Strickmuster nicht vor. Zumindest nicht in Bezug auf Technik.
Wer ständig in seinen Taschen nach Futterbrocken wühlt, weiß wie Fingernägel aussehen können. Aber zum Glück gibt es ja Wasser und Seife. Die Schärfe und Detailtiefe dieses Fotos hat mich übrigens total vom Hocker gehauen. Canon EOS 5Ds R, Canon EF 16-35mm 1:2,8L III USM, 1/100 sek, ISO 100, f/5,6 , Canon Speedlite 430EX III-RT
Und es wurde Licht
Als ich das Paket unter unserem Weihnachtsbaum her zog und Toms Grinsen sah, hatte ich keine Ahnung, was ich auspacken würde. Als ich nach ein paar Sekunden den Canon Speedlite 430EX III-RT in den Fingern hielt, habe ich mich gefreut wie eine Fünfjährige.
Am nächsten Morgen um 6:00 Uhr hatte ich längst den Aufsteckblitz und sein Zubehör ausgepackt, ihn auf die 5Ds R geschraubt und mir die grundlegenden Einstellungen zu Gemüte geführt. Jungs! Rausgehen! In diesen frühen Morgenstunden haben Danny und Mono generell nur wenig Verständnis für kreative Schübe, beugen sich aber dann notgedrungen. Schließlich wissen sie, dass im Zweifelsfall Spaß droht. Und Futter.
Knacke scharfe Foto in kompletter Dunkelheit.
Und ich hatte den Blitz schon auf eine Stufe Unterbelichtung gestellt, damit er nicht so sehr „knallt“.
Und plötzlich sieht die Nase kurz aus.
Die Kombi Canon EOS 5Ds R und Canon EF 16-35mm 1:2,8L III USM hat’s mal wieder gerockt.
Danny ist derart verfressen.
Mono im Yedi-Lehrgang.
Angesichts der Fotos denkt bitte nicht, ich würde mich nun in die unendliche Reihe futterwerfender Fotografen einreihen. Das Thema habe ich für mich schon vor vier Jahren durchgearbeitet und wenig Interesse daran, es auszuweiten. Allerdings kann ich mit dem Vorfrühstück meine Hunde in kompletter Dunkelheit sehr gut bei Laune halten und gleichzeitig testen, wie gut Kamera und Blitz zusammenarbeiten. Das klappt offenbar sehr gut und Spaß hatten wir auch.
In den nächsten Monaten werde ich über meine Erfahrungen mit dem 430EX III-RT berichten. Also, stay tuned.