Manchmal sorgt ein einziger Sonnenstrahl am Morgen für viel Dramatik. Licht und Schatten. Ich muss dann einfach nur dasitzen und abwarten, was passiert. Hudson ist beleuchtet wie Greta Garbo in ihren besten Filmen, Dannys Zähne blitzen beim Spielen und Mono genießt die Wärme. Ich mag es, wie sich kleine Details aus der Dunkelheit schälen.
Die 1D X Mark II mit dem 70-200er 1:2,8L drauf liegt fast immer griffbereit, so dass ich recht schnell reagieren kann. Machen muss ich an solchen Fotos dann so gut wie nichts mehr. Einzig der Schnitte ist dann noch wichtig.
Hudson beleuchtet wie Greta Garbo in ihren besten Zeiten.
Gespanntes Warten kann die Zeit sehr lang werden lassen. Wann passiert es endlich? Alles hat seinen Moment, muss ich mir dann immer wieder sagen. Doch vorgestern Abend kam endlich auch für Hupsi das Bäähm!
Hupsi – Hudson of Little Goblin – ist jetzt 17 Wochen alt.
45 Kilo Ridgeback und ein guter Instinkt
Hupsi heißt Hupsi, weil er ein Hupsi ist. Er ist ein Gummiball, eine Tobemaschine, ein hemmungsloser Attackespieler. Er ist unbeschwert, dreist, lustig und kontaktfreudig, und zwar so kontaktfreudig, dass es all jenen Fingern weh tut, die versuchen die Leine zu halten, an deren Ende das Hupsi den Affen macht. Er ist so unbeschwert, dass er einen acht Jahre alten und 45 Kilo schweren Rhodesien Ridgeback Rüden ins Kreuz springt und zum Spielen auffordert. Wer seinen vier Monate alten Whippet Welpen bei einer solchen Aktion aus etwa 20 Metern Entfernung beobachten darf, wird fürderhin den Begriff Schnappatmung sehr gut definieren können. Zum Glück zieht Daro nur Rüden seiner Gewichtsklasse auf links. Hupsi ließ er souverän und vor allem stumpf von seiner muskulösen Schulter abtropfen. Zwei Schäferhunden hingegen, die sich hier hin und wieder blicken lassen, geht Hupsi aus dem Weg. Sein Instinkt funktioniert also doch ganz gut.
Der Rudelchef: Mono wird im Juni 8 Jahre alt. Er weiß genau, was er will! Welpen sind in seinen Augen erst ab dem vierten Lebensmonat erziehungswürdig. Sind sie jünger, fühlt er sich nur bedingt zuständig.
Die Wucht vom Chef war dringend nötig
Ich erinnere mich lebhaft, wie Danny damals gleich einer kleinen, kreischenden Fräse Monos Nerven Tag um Tag auf schließlich ein Minimum ihrer Haltbarkeit reduzierte. Das Unvermeidliche trat ein. Eines Tages rissen Monos Stahlseile und Danny lag unter des Chefs Gebrüll auf dem Rücken.
Der Chef ist nicht amüsiert. Hudson versteht das sehr gut.
Nur wenn klare Verhältnisse herrschen, geht auch sowas. Enges Liegen in großer Vertrautheit.
Im Beisein von Gästen, die vorgestern Abend bei uns waren, musste sich Hupsi dem gleichen Initiationsritus unterziehen, der den Übergang vom Welpen zum Junghund markiert. Bäääm! Ich habe noch nicht ein mal sehen können, was genau der Auslöser war. Vermutlich versuchte Hupsi zum hundertzehnten Male, sich Monos Kaninchenohr zu angeln. Mono brüllte, Hupsi schrie. Sehr kurz, sehr heftig. Man stelle sich einen 16,5 Kilo schweren Rüden vor, der wie ein tobsüchter Judo-Kämpfer einen 17 Wochen alten Welpen auf die Matte zwingt.
Danny – Enjoy The Silence of Little Goblin – ist jetzt vier Jahre alt und nach wie vor sehr verspielt. Er genießt die Anwesenheit seines Halbbruders Hudson, ist aber auch manchmal recht genervt.
Danach war Ruhe. Ein sehr kleinlauter Junghund suchte zunächst bei mir Zuflucht. Doch ich bin sicher nicht so blöd, Monos Autorität zu untergraben. Als von mir kein Trost kam, wanzte sich Huspi an unsere Gäste ran, die immer noch starr vor Schreck auf dem Sofa saßen. „Bitte jetzt nicht streicheln!“, sagte ich schnell. „Och der Arme ….!“ „Nein, der ist nicht arm! Nicht bemitleiden, nicht streicheln! Diese Wucht hat er sich redlich verdient.“
Nein! Er ist kein armes Hundi!
Wenn der Chef des Hunderudels klare Kante macht, wäre es ein kardinaler Fehler, einen Welpen bzw. Junghund zu betüddeln und zu bemitleiden. Armes Hundi! Was hat er dir angetan? Falsch! Ist der Rudelchef klar im Kopf, hat er genau das richtige getan. Mit dem Kleinen dann Dutzi-Dutzi zu machen, nimmt nicht nur einer wichtigen Lektion komplett den Lerneffekt, sondern auch dem Chef seinen Status. Er hat getan, was nötig war, um sich den Respekt eines unerfahrenen Heranwachsenden zu sichern. Darin muss man ihn bestätigen, indem man in diesem Moment einfach gar nichts tut. Da kann der Junghund – hier in Gestalt von Hupsi – so viel schreien, wie er will. Hat sich die Situation aufgelöst, ist Ruhe eingekehrt, kann man den Zwerg natürlich wieder ansprechen. Ich lasse allerdings immer viel Zeit vergehen, tue so, als wäre nichts passiert und fahre fort mit unserer üblichen Routine. So nebenbei kann ich dann gucken, ob Macken im Kleintier sind. Gefunden habe ich noch nie welche. Toller Mono! (Naja, Dannys kerndreister Bruder hatte einen kleinen Kratzer am Brustkorb. So ehrlich muss ich sein.)
Danny und Hudson sind dicke Kumpel.
Blanke Zähne? Hier völlig normal. Man schnäbelt halt ausgiebig. Sie sind kein Ausdruck von Aggressivität. Danny knurrt und bleckt viel. Doch Hudson nimmt ihn nich als Autorität war.
Die Halbbrüder kuscheln viel und gerne.
Hudson hat nun einen winzigen Schmiss unterhalb seines linken Auges. Den bescherte ihm allerdings nicht Mono, sondern das eiserne Gestell eines Beistelltisches als er während Monos Erziehungsmaßnahme mit Schwung aus einem unserer Cosybeds fiel.
Eine gute Sozialisierung sichert das Überleben
Hupsi ist kackendreist, testet jede erdenkliche Grenze, ist verfressen wie ein weißer Hai. Doch wenn ich oder die erwachsenen Hunde ihm eine Grenze stecken, versteht er sofort. Er ist ein schlauer Hund, der rasend schnell lernt, wenn er will.
Ich kann sehr gut verstehen, dass eine solche Szene für Unbeteiligte furchtbar aussieht, denn der menschliche Instinkt sagt: „Beschütze das Baby!“ Das sagt innerhalb des eigenen Rudels auch der hündische Instinkt, doch manchmal muss ein Baby, sei es ein menschliches oder tierisches, seine Grenzen kennen lernen. Wir Menschen stecken sie verbal: So sprichst du nicht mit mir! Ich bin kein Kumpel vom Schulhof, sondern deine Mutter. Zum Beispiel. Wir regeln unser Miteinander unter anderem indem wir Respekt und einen angemessenen Ton einfordern. Wir streben ein Zusammenleben an, in dem jeder zu Wort kommt aber Ausbrüche à la offene Hose nicht akzeptiert werden. Sonst funktioniert die ganze Kiste nämlich nicht. Rudeltiere wie meine Whippets streben exakt die gleiche Ordnung an, damit sie kein chaotischer Haufen sind, sondern eine harmonische Einheit bilden können, in der sich alle Beteiligten sicher und wohl fühlen. Sie tun das lediglich in einer anderen Sprache.
So langsam geht mir die Debatte um Killer Chico richtig auf den Zeiger. Ein Artikel bei Spiegel Online ist vordergründig ein bisschen ausgewogener als andere. Aber – und das macht mich richtig wütend – die besseren Menschen sind immer die, die einen Hund aus dem Tierschutz nehmen? Die Käufer von Rassehunden sind „statushechelnd“?
„Selbstverständlich fühle ich mich auch selbst wie ein besserer Mensch, weil ich einen Straßenhund adoptiert habe, statt ein Tier teuer vom Züchter zu kaufen, um ein ästhetisches oder statushechelndes Bedürfnis zu befriedigen.“ Anja Rützel, Die Kampfschmuser sind los, Spiegel Online, 14.04.2018
Frau Rützel, sie sind kein besserer Mensch. Ganz im Gegenteil. Indem sie die Besitzer von Rassehunden angreifen, anstatt Toleranz zu üben, begeben sie sich auf das Niveau derer, die mit gefährlichem Nicht- bzw. Halbwissen zu Chico die sozialen Netzwerke verpesten. Denn ganz offenbar haben sie keine Einsicht in die Beweggründe derer, die Rassehunde in ihr Leben holen. Gut, es gibt genug, die allein ein Schmuckbedürfnis befriedigen müssen. Doch alle Käufer von Rassehunden zu schlechteren Menschen zu machen, ist infam.
Danny und seine Harlekin-Hoden. So sehen Rüden eben aus, wenn der sogenannte Tierschutz keinen Zugriff hat. Ja, ich weiß, ich bin böse.
Meine Rüden haben Eier!
Sie schreiben von der Überfrachtung des Hundes an sich, kommen aber keine Sekunde auf die Idee, die Tierschutzorganisation zu kritisieren, die ihren Rüden im Alter von „erst wenigen Monaten“ kastriert hat. Sie akzeptieren leichthin sein Riesenbabydasein, damit sie sich als Retterin in Positur werfen können. Sie instrumentalisieren ihren Hund. Er darf, zum Kastraten degradiert, neben ihnen her laufen, damit sie sich gut fühlen und sie in der Folge die Aura der weltläufigen Frau umweht. Schließlich wurde ihr Hund von den Straßen Ibizas gefischt und nicht aus irgendeinem Provinztierheim im deutschen Pusemuckel befreit.
Entsetzen in der Whippet-Fraktion! Hunde von Züchtern sind schlechte Hunde? Hunde aus dem Tierschutz sind grundsätzlich gut? Ich muss aufpassen, dass meine Jungs sich nicht spontan übergeben.
Ihr Hund wird niemals in seinem Leben geistig und körperlich reif sein. Und vermutlich finden sie das auch noch süß. Sie adoptieren und sind deshalb ein besserer Mensch. Ich kaufe und bin deshalb ein schlechter Mensch? Frau Rützel, nicht jeder Mischling ist automatisch gesünder, netter und besser als ein Rassehund. Nicht jeder adoptierte Problemfall passt in eine Familie. Haben sie mal darüber nachgedacht, dass es auf der Welt andere Lebensentwürfe gibt, als den ihren? Haben sie mal darüber nachgedacht, dass Rassehunde durchaus sehr gesund, sehr nett und in jeder Hinsicht großartig sein können.
In Bezug auf Hunde gibt viele verschiedene Lebensentwürfe. Unserer ist „Whippet“. Diese mittelgroßen, sehr athletischen Sichtjäger bestechen durch ihre Menschenfreundlichkeit und ihre soziale Kompetenz.
Haben sie mal darüber nachgedacht, dass ein Welpe aus einer guten Zucht ein gesunder, charakterfester und zudem noch schöner Begleiter für viele Jahre sein kann. Haben sie mal darüber nachgedacht, dass Menschen eine Hunderasse einfach lieben? Sie lieben ihren Charakter, ihre Eigenheiten, ihr Exterieur, ihre Daseinsform als Jagd-, Schutz-, Begleit-, oder Hütehunde. Haben sie mal darüber nachgedacht, dass die Aufzucht eines Welpen ein Familienleben in jeder Hinsicht bereichern kann. Ich denke nicht. Aber Agendasurfen geht immer, nicht wahr? Auch sie haben sich für den Spiegel auf Chico gestürzt, weil man ja um das Thema gerade nicht herum kommt. Dann kann man auch so ganz nebenbei ein bisschen Stimmung machen. Und vor allem Zahlen.
Hier herrscht Chaos und auch wieder nicht. Hudson – nun fast 16 Wochen alt – mischt auf, lernt extrem schnell und hält ausnahmslos alle in Bewegung. Doch das Gerüst innerhalb dessen sich der ganze Wirbel abspielt, ist in Stahlbeton gegossen. Denn ich versuche, klare Regeln zu setzen damit hier nicht alles aus dem Ruder läuft.
Drei Whippets zu regieren, ist für mich neu. Mono (fast 8 Jahre alt) und Danny (in diesem Monat 4 Jahre alt) sind ein eingespieltes, sehr artiges Team. Sie hören sehr gut auf mich und laufen wie die Federn an der Leine. Sie sind freundlich zu jedermann und kompatibel mit jeder erdenklichen Situation. Neuerdings turnt nun in Gestalt von Hudson ein fröhlicher, selbstbewusster und sehr extrovertierter Welpe dazwischen, der zwölf Stunden am Tag die Geduld eines jeden Rudelmitglieds auf die Probe stellt. Das machen Welpen eben so. Was geht? Was geht nicht?
Harmlos gucken kann er gut. Hudson bei einem unserer Haldenausflüge.
1. Aufmerksamkeit
Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Welpe viel Aufmerksamkeit braucht und auch fordert. Nein, es wird nicht auf das Kuhfell gestrullt! Wattepads kann man nicht fressen! Er braucht Einzelunterricht in Leinenführigkeit. Er braucht Extragänge um den Block, weil er die großen Runden noch nicht mitgehen kann. Während unserer Flitztouren muss er noch eine große Strecke des Weges getragen werden. Ob es ihm passt oder nicht. Er braucht Zuneigung und Zuwendung. Dennoch, er ist das letzte Glied in der Kette. Selbst wenn ich ihm viel Zeit widmen muss und auch will, dürfen die beiden erwachsenen Rüden niemals hinten an stehen. Das brächte unser schönes Gleichgewicht ins Wanken.
Mono unterwegs. Manchmal stellt er sich hin und schaut mich an. „Jetzt darfst du ein Foto machen!“ Dieser Hund ist unbezahlbar.
Fast acht Jahre alt und kein bisschen eingebremst. Mono kann die Sau raus lassen, wenn er will.
Danny im Flitzmodus. Er hat wahnsinnigen Spaß an Hudson, aber ich muss aufpassen, dass er ihn nicht zu oft tackelt.
Es ist immer wieder schön zu sehen, wie viel Spaß die Jungs haben.
Das erste Frühlingsbad seines Lebens. Hudson spielt mit seiner Halbschwester Gianna.
Ein ganz kurze Pause.
Mono wird immer als erster begrüßt, er bekommt als erster sein Futter. Ich rede hier von wenigen Sekunden, aber die sind mir wichtig. Dann ist Danny an der Reihe, der sich trotz des Gewusels immer bescheiden im Hintergrund hält (außer bei Begrüßungen). Allein das muss ich belohnen. Dann kommt lange nichts. Erst weit hinten ist der Zwerg dran, egal wie dreist er sich noch vorne drängt. Das fällt manchmal schwer, ist aber nötig, denn Hudson ist ein sehr lieber aber auch sehr selbstbewusster, intelligenter und willensstarker Whippet, der klare Grenzen braucht.
2. Welpenkegeln – Wer darf wen wie erziehen?
Ich bin die erste Erziehungsberichtigte. Daran rüttelt niemand. Doch zum Glück kann ich in Bezug auf das hündische Miteinander Mono sehr viel überlassen. Auch Danny macht seine Sache gut, schießt aber hin und wieder über das Ziel hinaus. Er darf den Kleinen würgen, aber bitte nicht auf Schotter. Er darf jeder Zeit mit ihm spielen, aber nicht das Haus abreißen. Mono scheint oft teilnahmslos, beobachtet jedoch sehr genau. Wird ihm das Spiel der Halbbrüder zu wild, geht er dazwischen. Wahlweise kassiert er das umkämpfte Spielzeug ein oder er trennt ganz leise, indem er einfach durch die Szenerie hindurch marschiert. Das macht er sehr gut, so dass ich niemals eingreifen muss.
Mono hat Erfahrung und dosiert seine erzieherischen Maßnahmen sehr genau.
Danny ist zwar ein super Spielpartner für Hudson, aber im weiten Gelände ist er oft zu ruppig. Ich muss ihn sehr oft bremsen, damit er Hudson nicht in der Mitte durchbricht. Das passiert nicht aus Bösartigkeit, sondern im Überschwang.
Mono akzeptiert mich als unangefochtene Autorität (Es sei denn er begegnet einer läufigen Hündin, einem Eichhörnchen oder einer Katze). Danny ist ein durch und durch liebenswerter, sehr gehorsamer Hund, der an mir klebt wie Pattex. Hudson hat seinen und Monos Rang natürlich sofort einzuordnen gewusst. Das ist viel wert. Es ist interessant zu sehen, wie respektvoll ein nun 15 Wochen alter Welpen mit dem Cheffe umgeht, gleichzeitig aber die Sau bei seinem Halbbruder und Kumpel Danny rauslässt. Ebenso wie Mono legt auch Danny neuerdings dem Welpen gegenüber eine etwas schärfere Gangart ein, denn wir steuern geradewegs auf die magische Viermonatsgrenze zu. Haben wir sie demnächst überschritten, wird Mono freie Hand haben. Danny nicht.
3. Flitzen und was dazu gehört
Wenn meine zwei erwachsenen, jeweils um die 16,5 Kilo schweren Whippets mit einem Welpen von gerade mal sieben Kilo durch die Pampa bolzen, muss ich ein Auge auf sie haben. Hudson versucht mit den Großen mitzuhalten, was naturgegeben nicht klappen kann. Danny läuft Kreise um den Zwerg und fordert ihn immer wieder zum Rennen auf. Ebenso wie seine Mutter hat Hudson einen unbändigen Bewegungsdrang, er nimmt also die Aufforderung mit Freude an. Solange sie nur ihre Runden drehen, greife ich nicht ein. Es ist allerdings schon ein paar Mal vorgekommen, dass Danny Hudson aus dem vollem Lauf aufs Kreuz gelegt hat. Derart heftiges Welpenkegeln ist nicht erwünscht. Das dulde ich nicht. Der kleine weiche Körper kann das zwar hin und wieder ganz gut verpacken, die Regel sollte das aber nicht sein. Benimmt sich Danny derart daneben, kommt er sofort an die Leine. Ende! Zumindest für die nächsten fünf Minuten.
Mono auf Spähtour. Er such Mäuse und Maulwürfe.
Konzentriert in den Wald zu spähen ist nur bedingt erlaubt.
Hudson folgt Mono so weit ihn die kleinen Pfoten tragen.
Mono hingegen verspürt auf unserer Halde nur selten die Lust zu spielen. Er ist dauerhaft im Spähmodus oder auf Mäusejagd. Da er sehr verlässlich ist, erlaube ich ihm einen großen Radius. In seiner Chefposition gibt er Hudson Sicherheit. Was tut Hudson also in seiner Neugier? Er folgt dem Chef. Ein Welpe seines Alters sollte jedoch für meinen Geschmack keinen Radius von 150 bis 200 Metern haben. Also übe ich Rückruf, Rückruf, Rückruf. Bis zum Erbrechen. Und Hudson hat tatsächlich seine lichten Momente. Durch die Finger pfeife ich ihn ran, er wuselt sich unbeirrt sogar durch ein Rudel von sieben Hunden durch und steht wie eine Eins vor mir. Nicht immer, aber immer öfter wie es so schön heißt.
Hudson sehr aufmerksam vor Jürgen mit dessen Koseilata’s Rudel wir laufen waren. Ich kann mich schließlich nicht selbst fotografieren, aber so sieht das aus, wenn ich Hudson ran rufe. (Jürgen hat Kekse!)
Ich lasse ihn mindestens drei Mal wieder laufen, bis ich ihn dann verhafte. Dann kommt er an die Leine oder auf den Arm. Nach einer Minute hat er kurz seine Freiheit wieder, damit er kapiert, dass die Leine nicht zwangsläufig das Ende des Spaßes ist. Anleinen, Ableinen. Auf den Arm, wieder runtersetzen. Ich habe aus meinen Fehlern mit Mr.Clark gelernt, der sehr schnell gedibbert hatte, dass die Leine das Ende des Freilaufs bedeutete und sich ihr deshalb über Monate konsequent verweigerte. Aber Mr.Clark war auch ein anderes Kaliber.
Das gestandene Rüden-Rudel von Brigitta und Jürgen. Diese Hunde wissen sehr genau, was sie tun, sind sehr gut erzogen und haben jede Menge Erfahrung mit frechen Welpen.
Howie zeigt Hudson, dass er kein Punchingball ist.
Toben mit erwachsenen Rüden ist sehr lehrreich.
Kräftemessen mit dem exakt gleich alten Sammy. Die beiden werden Freunde fürs Leben sein.
Flitzattacke.
Hudson mit seiner Halbschwester Gianna, die ebenso verspielt ist wie Danny. Drei Halbgeschwister auf einem Foto und sie lieben sich.
Das Hündinnen-Rudel kann auch hin und wieder die Keule herausholen. Feh lässt sich nichts gefallen.
Grundsätzlich ist der Freilauf in unwegsamem Gelände für Whippetwelpen lebenswichtig. Denn wann sonst, wenn nicht früh lernen sie Bäumen, Büschen und Löchern auszuweichen. Wann sonst, wenn nicht sofort lernen sie, sich in einem Rudel zu bewegen, ohne permanent über den Haufen gerannt zu werden oder andere über den Haufen zu rennen. Sie lernen ihre Geschwindigkeit zu dosieren und vor allem lernen sie das Bremsen. Überschläge und Stürze richten im Alter von 10 bis 20 Wochen recht wenig Schaden an. Ist Hudson bald älter und schneller, kommen ihm seine Erfahrung in jeder Hinsicht zu gute. Genau deshalb lasse ich ihn auch – in kontrolliertem Rahmen – Streifzüge durchs dornige Unterholz machen.
4. Begegnungen der gleichen Art
Als Danny ein Baby war, habe ich eine eiserne Regel festgelegt: Mein Welpe kommt nur mit Hunden zusammen, von denen ich genau weiß, dass sie klar im Kopf sind. Das gleiche Programm fahre ich aktuell mit Hudson. Etwa drei Mal in der Woche darf er mit seiner Familie Gas geben. Seine Mutter Ivy, seine Halbschwester Gianna und die anderen Hündinnen mit denen er groß geworden ist, bilden neben meinen Rüden sein erweitertes Rudel. Gerade bei einem sehr selbstbewussten Hund wie Hudson ist aber auch besonders wichtig, dass er auf Fremdautoritäten triff, die ihm zur Not die Rübe zurecht setzen. Diese Hunde wähle ich sehr genau aus (Fotos oben), da sie ja auch mit den Erwachsenen kompatibel sein müssen. Mit mir komplett fremden Hunden lasse ich keinen meiner Hunde laufen. Erst recht nicht einen 15 Wochen alten Welpen.
Ideal ist natürlich, wenn der Freundeskreis einen gleichaltrigen Welpen zu bieten hat.
Kräftemessen und Toben in der gleichen Gewichtsklasse
Geduldige Avena! Vorne Ivy, hinten Hudson. Diese Rhodesian Ridgeback Hündin hat sehr viel afrikanischen Blut. Sie ist sehr verträglich und sanft. Sie ist rundherum eine tolles Mädel.
Bamboo ist, was er ist. Der Mix aus Deutschem Jagdterrier und Jack Russel ist angesichts seiner Gene erstaunlich verträglich.
Wer spielt, wird dreckig. Normal!
Aber ich sehe zu, dass er mit möglichst vielen verschiedenen Rassen Kontakt hat. Bei unseren kleinen Leinenspaziergängen begegnen wir immer wieder Nachbarn und Leuten aus dem Viertel, die nette Hunde haben. Möpse, Golden Retriever, Bullterrier, Border Collies, Podencos, Rhodesian Ridgebacks, kleine Mischlinge und alles, was ich gerade kriegen kann. Heute Morgen waren es die beiden kernentspannten Samojeden, die ich seit Jahren kenne. Positive Erfahrungen sind unbezahlbar, ebenso wie die Einsicht, dass nicht jeder x-beliebige Hund ein Spielpartner ist.
Insgesamt durchleben wir mal wieder eine sehr spannende Zeit. Die Hunde und ich lernen gemeinsam viel dazu. Spaß macht das allemal, aber es ist hin wieder sehr nervenaufreibend. Doch einfach wäre langweilig.
Schon mehrfach habe ich erwähnt, dass ich einen Tüten-Tick habe. Ich habe immer Tüten dabei, weil ich nicht zu den gedankenlosen Blödmännern gehören will, die die Haufen ihrer Hunde mitten auf dem Bürgersteig liegen lassen. Denn das ist in jeder Hinsicht asozial. Im hessischen Lohra sieht man das ganz ähnlich und denkt deshalb laut über eine GEN-Datenbank nach, die es erlaubt, den zurückgelassen Kot anhand eines DNA-Abgleichs eindeutig einem Hundeindividuum zuzuordnen. Gut! Aber ich fürchte, dass diese Idee nicht realisierbar ist.
Jedes Mal könnte ich ausflippen. Jeder Hundehalter ist verpflichtet, den Kot seines Hunde aufzunehmen. Das ist nicht und nochmal nicht in der Hundesteuer inbegriffen!
Drakonische Strafen in Großbritannien
Mit Jimmy – hab ihn selig – wanderte ich 2010 durch ein Dörflein in der Nähe von Oxford. Die satten Wiesen waren akkurat gemäht, kein Papierchen, keine Zigarrettenkippe störten den Blick. Nirgendwo lag Hundekot. Kein Wunder. In Großbritannien zahlt man freundliche 1.000 Pfund Strafe, lässt man die Hinterlassenschaften seines Hundes hinter sich anstatt sie artig aufzusammeln. Diese drakonische Maßnahme seitens der Behörden scheint zu wirken, denn die Bürgersteige sind sauber wie frisch gepuderte Babypopos.
Unsere Kommune hat in den letzten Monaten flächendeckend Mülleimer angebracht. Nun muss ich sie endlich nicht mehr als „die ohne Mülleimer“ bezeichnen.
Trete ich hier bei uns vor die Tür, muss ich neuerdings gut aufpassen. Irgendwer geht wohl jeden Morgen mit seinem Hund durch unsere Straße und lässt ihn kacken wie er lustig ist. Besonders begeistert bin ich natürlich, wenn die Babyleine mitten durch schlörrt. (Titelbild)
Aufsammeln? Nö, mich sieht ja keiner! Eine Strasse weiter hat ein sehr großer Hund offenbar ein schweres Verdauungsproblem. Jeden Morgen zieren mehr und mehr riesige Haufen von immer gleicher dubiosen Qualität den Asphalt. Im Dunkel des Morgens haben viele Passanten guten Grund zu fluchen. Das ist an den Tritt- und dann Schleifspuren sehr gut zu erkennen.
Ja und? Ich zahle Hundesteuer!
Ja und? Ich zahle Hundesteuer! Nein, das ist kein Argument. Als ich das einer Dame durchtat, die hier in der Nachbarschaft wohnt und eigentlich gar nicht so unsympatisch ist, war sie schwersten beleidig. Die Hundesteuer deckt nicht das Entfernen des Kots ab, den der besteuerte Hund hinterlässt. Könnten das jetzt bitte mal alle schnallen!
„Wir können dem Hundedreck ein Gesicht verpassen“. Stadtrat London, Zitat: Der Westen, 03.08.2016
Lösen sich meine Hunde im tiefen Unterholz, dann krauche ich ihnen nicht hinterher. Aber an stark frequentierten Wegen, an Straßen, in der Innenstadt, auf Grünflächen und in Parks nehme ich selbstverständlich den Kot meiner Hunde auf und entsorge die Tüten im nächsten Mülleimer. Danny ist ein Spontankacker. Es kann also immer sein, dass er sich mitten auf den Bürgersteig setzt. Dafür habe ich Tüten und es bleibt noch nicht einmal ein Fleck, wenn ich das Häufchen einpacke. Denn meine Hunde haben einen gesunden Stuhlgang. (Es sei denn es tritt der seltene Fall ein, dass sie krank sind. Dann weiß ich, wo ich hingehen muss.)
Winterlicher Gassigang am Morgen. Selbstverständlich nehme ich jeden Haufen auf, den meine Hunde hinterlassen.
Neapel macht das schon seit 2014
In Lohra scheint allein die Idee, dass eventuell eine Datenbank mit den genetischen Informationen der dort gemeldeten Hunde angelegt werden könnte, Wirkung zu zeigen. In Stadtteilen von London zieht die Methode schon seit 2016, in Neapel seit 2014. In London wird sogar mit Phantombildern gesucht. Die wichtigsten Fragen hat man sich auf der Insel längst beantwortet: Wer nimmt die Proben der Hinterlassenschaften? Wer bringt sie ins Labor? Wer testet sie? Und an wen geht die Rechnung? Die Zeit hat das bereits 2015 sehr gut aufgedröselt, da viele Kommunen in ganz Deutschland immer wieder über genau dieses Verfahren nachdachten und heute wieder nachdenken. Aber sind die Labore auch aktuell noch bereit, kostenlos zu testen und sich erst und nur dann das Honorar zu holen, wenn der Täter auch tatsächlich überführt wird? Eher unwahrscheinlich.
„Wir wollen anbieten, dass die Stadt den DNA-Abgleich nur bei Überführung des Übeltäters zahlt – und diese Kosten bekommt sie dann über das Bußgeld wieder mehr als rein“, sagte Mende. Die Zeit, 28.Juni 2015
Der Aufwand ist groß. Um die Kosten wieder einfahren zu können, müssten die Kommunen hohe Geldstrafen verhängen. So wie in Großbritannien vielleicht? Von mir aus. Aber wie viele Hunde sind nicht gemeldet? Wie viele Hunde kommen aus anderen Kommunen, die bei der DNA-Erfassung nicht mitmachen?
Reingelatscht! Tüte einstecken, bei Bedarf herausholen, Haufen aufnehmen und dann im nächsten Mülleimer entsorgen. Das kann doch nicht so verdammt schwierig sein!
Viele Rassehundebesitzer haben die DNA ihrer Hunde in der Schublade liegen.
Die Städte könnten sich fürs erste an die Rassehundebesitzer wenden, die im besten Falle die genetischen Fingerabdrücke ihrer Tiere sowieso in der Schublade liegen haben. Die zur Zucht zugelassenen Hunde auf jeden Fall. In Kopie und mehrfach beglaubigt. Fragte man mich, ich wäre sofort dabei. Darüber hinaus könnte man die Tierheime verpflichten, von jedem angenommen Hund einen genetischen Fingerabdruck nehmen zu lassen. Das brächte die Erfassung einen großen Schritt weiter.
Für alle anderen Hundebesitzer müsste die Bestimmung der DNA Pflicht sein. Und geht mir weg mit dem Datenschutz! Ich/wir Deckrüdenbesitzer – und natürlich alle dem VDH unterstellten Züchter – müssen unsere Hunde quasi von innen nach außen krempeln und haben selbstverständlich kein Problem damit. Warum sollten sich also ganz normale Hundehalter dagegen sperren?
Ich habe keinen Bock darauf, dass meine Hunde sich Giardien oder irgendeine andere Pest holen. Funde wie dieser sind hier an der Tagesordnung.
Ausnahmslos jeder Hundebesitzer hat die Pflicht, den Kot seines Tieres einzusammeln. Das tut nicht weh und ist auch nicht ehrenrührig. Ich kaufe immer drei Rollen Frühstücksbeutel a 49 Cent. Das sind rund 1,50 Euro, mit denen ich über gut sechs Wochen komme. Für diejenigen, die sogar dafür zu träge oder zu geizig sind, stellen die Kommunen Beutelspender auf. Ja, das sind diese Dinger mit den Tüten drin. Daraus nimmt man sich eine oder zwei je nach Bedarf. Und nein, du darfst nicht alle nehmen. So als Vorrat, weil sie ja für Umme sind! Diese Tüten stehen auch deinen Mitmenschen zur Verfügung!
Sozialarbeiter, harmoniesüchtiger Feingeist, hyperaktiver Hipster – Versuche ich die Charaktere meiner Hunde zu beschreiben, habe ich bestimmte Typen von Menschen vor Augen und dann denke ich:“ Ne, watt ne Type!“
Mono – der Streetworker
Der beste Sozialarbeiter aller Zeiten.
Mono ist gerecht. Er beschützt die Schwachen und straft die Nervigen.
Erst nachdenken, dann handeln. Der Streetworker weiß genau, was er tut.
Extremsportarten bieten im den Ausgleich, den er dringend braucht. Das Foto ist vom 10.März 2018.
Mono ist der kernentspannte, zutiefst pazifistische Streetworker, der in seiner Freizeit gleich mehrere Extremsportarten ausübt. Freeclimbing, Basejumping, Apnoetauchen – so zum Ausgleich, du! Ihn umweht ein Hauch von Askese. Seinen gestählten Körper hüllt er ausschließlich in fair gehandelte Schlabberbaumwolle. Seine Beine enden in brandaktuellen Barfußschuhen. Er ist der Meister des Stuhlkreises. „So, wir entspannen uns jetzt alle und dann stellt sich hier jeder mal vor!“ Räucherstäbchen statt Baseballschläger prangt in großen Lettern an der in beruhigendem Lindgrün gestrichenen Wand über seiner Yoga-Matte. Man bewundert seine Selbstbeherrschung. Nur handverlesene Freunde wissen, dass er in seinem Leben schon zwei emotionale Ausbrüche hatte. Letztere konnte er allerdings längst erfolgreich wegmeditieren und in seinen mentalen Giftschrank sperren. Nur manchmal, so sagt man hinter vorgehaltener Hand, hat er diesen Blick. Dann kann man sein inneres Om fast hören. Nun ja, noch nicht einmal der Sting unter den Whippets ist perfekt.
Danny – der Bohème
Ein Feingeist – Danny hat ein großes Herz. Er ist durch und durch ein liebenswerter Feingeist.
Ebenso wie einem empfindsamen Künstler sollte man ihm niemals grob begegnen.
Sein Temperament schwankt zwischen unbändiger Lebenslust und schwermütiger Nachdenklichkeit.
Ein sensibler Geist
Danny igelt sich gerne ein.
Danny ist ein Künstler. Er ist feingeistig, sensibel und machmal ein bisschen zerstreut. Er trägt feine Anzüge aus Tweed, liebt seine violetten Einstecktücher und geht nie ohne blank geputzte Budapester vor die Tür. Man mag es kaum glauben, aber er ist ein bescheidenes Wesen, das sich gerne im Hintergrund hält. Würde er singen, dann suchte er ständig nach seinem Schal. Der kleinste Windhauch könnte ihn schließlich seine Stimme kosten. Wäre er ein Maler, zu Zeiten von Jackson Pollock z.B., dann hätte ihn wohl längst die Trunksucht in die Tiefe gezogen. Sein feines, hamoniesüchtiges Ich überstünde den harten Wechsel zwischen kreativen Rausch und grauenhaften Selbstzweifeln ganz sicher nicht.
Als Kunstschaffender braucht er Bestätigung und Applaus wie die Luft zum Atmen. Dann blüht er auf, wie die goldenen Lilien auf seinen Samtpantoletten. Seine Freunde schätzen ihn für seine liebenswerte und gutmütige Art. Auch deshalb rollen sie schon längst nicht mehr mit den Augen, wenn er des Abends theatralisch lamentierend in sein rotes Chaiselongue sinkt: „Ich kann so nicht arbeiten!“ Denn am Ende hält er zu seinen Freuden wie Pech zu Schwefel.
Hudson – der Hipster
Schneller leben!
Nahrungsaufnahme im Vorbeigehen. Unsere Küche ist ein japanisches Schnellrestaurant.
Hudson ist seiner Zeit voraus und deshalb selten ganz im Bild.
Listen to me!
Ein seltenes, kurzes Innehalten.
Hudson ist der typische Jungunternehmer. Er ist der Hipster, dessen Mitteilungsbedürfnis keine Grenzen kennt. Er ist derjenige, der beim Essen mit Freunden über Stunden vor einem vollen Teller sitzt, weil er es vor lauter Gesabbel nicht ein einziges Mal schafft, seine Gabel zum Mund zu führen. Morgens um 4:00 Uhr fragt er: „Und, wo gehen wir jetzt noch hin?“ Kollegen, die meinen er sei dauerhaft auf Koks, täuschen sich. Er ist einfach so. Er ist bio und nachhaltig. Weil er die Welt retten und zugleich erfolgreich sein will, ist er immer in Bewegung. Still Sitzen ist Stillstand! Stillstand gibt es für den Hipster nicht. Denn die Welt bewegt sich und er muss immer vorne weg sein. Nichts verpassen, nichts auslassen. Doch der immer erreichbare, immer vor Ideen vor sich hin sprühende Hipster (Ich stelle mir vor, er hat ein kleines Start-Up, das essbares Verpackungsmaterial entwickelt.) findet seine wahre Erfüllung in den kleinen ruhigen Momenten. Schließlich vollkommen überfordert mit dem dauerhaften hip sein, will er nur noch auf den Arm.
Die Whippetwelt ist stolz! Und ich auch. Nägelkauend habe ich am letzten Sonntag den Life-Stream des Best In Show der Crufts 2018 verfolgt. Die wunderschöne schottische Hündin Collooney Tartan Tease holte schließlich den großen Pott und ich hatte Tränen in den Augen. Die opulente Trophäe bekam ein Whippet das letzte Mal vor 14 Jahren. Ich war begeistert, genau wie die meisten Whippet-Fans dieser Welt, die von Australien bis in die USA mitfieberten und schließlich herzlich gratulierten.
Es geht doch, dachte ich dann. Im Universum des Hauen und Stechen herrscht für eine paar Feiertage Frieden. Selten genug ist das ja, aber erklärbar. Denn die Richter, Whippet-Hündinnen Mrs.Macdonald, Hound-Group Albert White und schließlich die Best In Show Richterin Jill Peak, haben eine objektiv nahezu perfekte Hündin ausgesucht. Das musste und muss jeder Whippet-Kenner, egal ob Tease nun sein persönlicher Geschmack ist oder nicht, anerkennen. Deshalb war das in meinen Augen eine sehr gute Entscheidung.
Collooney Tartan Tease, ihre Besitzerin Yvette Short und ihre Züchterin Vivien Coulter, Collooney Whippets, aus Schottland. Foto: Flick.digital
Wenn es irgendwie in der Luft liegt
Allerdings lag Jill Peaks Wahl auch irgendwie in der Luft. Neben ihren Bayard Beaglen züchtete sie bis 2003 – soweit ich das nachlesen konnte – auch Whippets. Sie hat also eine große Affinität zu ihnen. Sie sind eine ihrer Komfortzonen. Der Rüde Bayard Tomatin, der bis zu seinem Tod 2010 im Besitz des niederländischen Züchters Jan Willem Akerboom war, stammt aus ihrer Zucht. Tomatins Töchter Hello World di Mahana und Hannah di Mahana waren über Jahre feste Größen in den Showringen Europas. (2011 habe ich mit Jan ein Interview geführt, in dem er den britischen Rüden als Gründervater seiner Zucht beschreibt.)
Unter den Augen der Best In Show Richterin Jill Peak zeigt die Irin Yvette Short ihre Hündin Collooney Tartan Tease auf der Crufts 2018, Foto: Flick.digital
Doch bis in das Best In Show musste Yvette Short mit Tease erst einmal kommen.
Die Hündin wurde letztes Jahr Weltsiegerin 2017 in Leipzig unter der Richterin Susanne Oschinski (Whipcat Whippets). Es ist für mich nach wie vor unerklärlich, warum sie im Stechen um das BOB gegen den Jugend-Rüden verloren hat, aber das ist nur meine kleine Meinung. Immerhin ist der Weltsieger-Titel eine Bank.
BOB über 476 Whippets
Das BOB über 476 Whippets zu machen, ist schon eine richtig große Sache. Die Hound-Group zu gewinnen, eine noch größere. Denn in dem riesigen Main-Ring des Birminghamer NEC sind die größeren Windhunde wie die Afghanen, die Greyhounds, Salukis, Barsois und Irischen Wolfshunde in der Regel raumgreifender im wahrsten Wortsinn. In der Hound-Group gibt es zudem Rhodesian Ridgebacks, Bloodhounds, Beagle, Foxhounds, Dackel in allen Variationen. Diese Gruppe setzt sich aus insgesamt 31 Rassen zusammen, die alle ihre Liebhaber und Kenner haben. Ein mittelgroßer Whippet geht dort schnell unter, gerade wenn er nicht übertrieben flashy ist, sondern einfach nur seinen Show-Job als Whippet macht. Hier braucht es einen verdammt guten Richter, um einen verdammt guten Whippet auch als solchen zu erkennen.
Showdogs – Alles meins hier!
Rebecca Cross ist mit ihrem Scottish Terrier Booper aus dem USA angereist. Foto: Flick.digital
Ich muss wohl nicht erwähnen, dass dieser Rummel nur nach perfektem Training zu durchlaufen ist, aber meine lieber Schwan, diese Hunde haben Nerven aus Stahl und endloses Vertrauen.
Es war teilweise sehr schön zu sehen, wie selbstbewusst und sicher sowohl Leinenanfang als auch Leinenende unter der überwältigenden Geräuschkulisse beim Best In Show ihre Runden drehten. Der kleine Scottish Terrier Booper aus den USA lief, als könnte er allein mit seinem Blick das rote Meer teilen. Toll!
Weniger toll war eine in meinen Augen komplett hirnlose Einlage von PETA. In der Sekunde, als die Wahl des besten Hundes der Crufts 2018 fest stand, stürmten zwei Personen mit selbstgekritzelten Zetteln den Ring. Noch in der gleichen Sekunde machten Sicherheitskräfte sie nieder und entfernten sie. Die Moderatoren des Life-Streams erwähnten den Vorfall mit keinem Wort. Das erschien mir einerseits sehr cool und andererseits langfristig sinnvoll. Denn auf eine Erwähnung würde automatisch Aufmerksamkeit folgen. Dumm nur, dass viele der anwesenden Fotografen ihre Fotos und Videos innerhalb von wenigen Minuten an die einschlägigen britischen Revolverblätter verkauft hatten.
Wie üblich knubbeln sich die Fotografen. Auf den Treppchen David Short mit Collooney Tartan Tease und die Reserve Best In Show Gewinnerin, die traumhafte Pointer-Hündin Chilli. Foto: Flick.digital
Verwerflich und geschmacklos
Ich habe ein Problem mit PETA, denn ihren Mitgliedern fehlt das Augenmaß. Einen Protest gegen sogenannte Qualzuchten anzuzetteln, wenn keine einzige davon im Ring ist, zeigt, dass es ausschließlich um den Prostest selbst und nicht um das Problem Qualzucht an sich geht. Außerdem, ich habe das Gesicht von Yvette Short gesehen, als sie die Sicherheitskräfte in ihrem Rücken bemerkte. Sie hatte Angst. In Zeiten von Attentaten und Bombenterror sind insbesondere die Briten sehr empfindlich. Deshalb ist es in jeder Hinsicht verwerflich und überaus geschmacklos, im Rahmen eines solche großen Events Panik zu verbreiten.
Yvette Short macht sich Sorgen. Foto: Flick.digital
Reserve Best in Show an den Pointer. Das ist wahrlich große Freude wert. Foto: Flick.digital
Ich kenne mich mit Pointern nicht aus, aber diese Hündin fand ich richtig toll. Sie hat die Gruppe der Gun-Dogs gewonnen. Foto: Flick.digital
Ein Akita (Utility-Group) und ein Papillon (Toy-Group) beim Best in Show Foto: Flick.digital
Der Bordercollie Roo Gewinner der Herding-Group Foto: Flick.digital
Die Neufundländer Hündin Nana, Gewinnerin der Working-Group. Foto: Flick.digital
Zeichen setzen!
Dennoch, der Sieg von Tease setzt in meinen Augen Zeichen. Er setzt Zeichen gegen Übertreibung, gegen Überwinkelung, gegen endlos lange Whippetschiffe, gegen tonnenschwere, dickknochige Trümmer. Er setzt Zeichen für Eleganz und Leichtigkeit. Das freut mich sehr und ich hoffe, dass diese Hündin Augen öffnet, Züchter anregt, zu vergleichen und nachzudenken über die Hunde, die sie in die Welt setzten. Das ist doch was, oder?
edit: Es ist mir vollkommen schleierhaft, dass es in der unglaublichen Fülle von Fotos, die die Crufts zur Verfügung stellt, kein einziges ordentliches Fotos von Collooney Tartan Tease on the move existiert. Leute, das kann doch wohl nicht sein!
… süüüüß! Ist das ein Kind von den beiden Großen? Nein, das sind zwei Rüden. Das geht nicht. Ach, wieso? Da diese Frage aus dem Mund eines sechsjährigen Mädchens stolperte, konnte ich sie grinsend durchgehen lassen. Aber:
Passantin: Ooooh nein wie süß! Wo gibt es denn solche Hunde? Wachsen tut der aber nicht mehr, oder? Ich: Ich hoffe doch! Huschi ist erst zehn Wochen alt. Passantin: Ja, aber so ganz groß werden DIE ja nicht. Das weiß man ja. Ich: Was meinen sie denn mit DIE? Passantin: Ja, diese Hunde, wie heißen sie denn nochmal? Ich: Mongolische Zwergwindhunde?
Danny schaute mich mit seinen dunklen Augen fragend an. Passantin: Ja, genau! Gerade erst habe ich über die was gelesen. Soooo süüüß! Ich: Ja, super süß! Wir gehen dann mal weiter. Wenn der Kleine hier Hunger kriegt, frisst er meine Hand auf. Passantin lacht: Ach was! Jetzt veralbern sie mich aber.
Danny im ganz normalen Verwirrungszustand.
Passantin mit Kleinkind im Schlepptau: Sherien, geh mal die Hunde gucken! Die sind ganz lieb! Ich: Woher wissen sie das? Passantin verdattert: Da ist doch ein Baby dabei! Ich: Ja. Aber woher wissen sie, dass die großen Hunde lieb zu Kindern sind? Passantin grabscht nach ihrem Kleinkind: Das sieht man doch. Die haben so süße Pullis an.
Mono wurde fast ohnmächtig angesichts dieser Logik und schämte sich ein wenig für seinen leuchtend orangen Kevin-Jumper.
Die Sandigen zusammen.
Ein netter Harleyfahrer aus der Nachbarschaft: Der ist neu! Ich: Brandneu! Der Nachbar: Nachwuchs? Ich: Ne! Der Nachbar: Wie jetzt? Ich: Weder von mir noch von meinen Großen. Der Nachbar gackernd: Ach so. Wo kommt das Biest denn dann her? Ich: Aus einer unterirdischen Klonfabrik. Der Nachbar: Ah, dann ist ja gut!
Es ist ganz erstaunlich, was Mono und Danny hier gerade leisten. Ich habe viel geahnt, aber dass sie sich derart schnell in neue Rollen finden, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet. Auf der Casting Couch spielt man nun guter Bulle, böser Bulle.
Ein Blick zurück: Als Danny im Juni 2014 bei uns einzog, war Mono einerseits erfreut, wieder einen Artgenossen an seiner Seite zu haben, andererseits duldete er viel mehr, als nötig war. In den ersten Wochen ließ er sich von dem kleinen Streifentier jede erdenkliche Frechheit bieten, so dass ich täglich hoffte, dass er ihm endlich mal eine klare Grenze setzt. „Den Arsch voll“ gab es erst, als Danny viereinhalb Monate alt war. Das hält bis heute vor.
Le Chef! Mono klärt unmissverständlich und konsequent die Verhältnisse. Hudson im Hintergrund. (Ich liebe dieses Foto!)
Ich Chef, du nix!
Als klein Hudson vor knapp zwei Wochen zum ersten Mal seine Pfoten in Monos Reich setzte, gab es nach fünf Minuten das erste Mal einen Schlag ins Genick. „Ich Chef, du nix!“ Cheffe hatte offenbar das dringende Bedürfnis, das von Anfang an klarzustellen. Er ist vier Jahre älter, deutlich erfahrener in der Welpenerziehung und sehr rigoros, wenn ihm eine freche Kröte zu hochnäsig daher kommt. Hudson fügte sich sofort. Er hat großen Respekt vor Mono, nähert sich ihm nur vorsichtig, leckt mal ein Ohr, legt sich in angemessenem Abstand zu ihm, wird aber niemals zudringlich.
Danny stellte kurzfristig das Fressen ein und zog sich zurück. Heute – nach nur zehn Tagen – hat er seine Unsicherheit gegenüber dem Welpen vollkommen abgelegt.
Danny hingegen, ohnehin ein eher unsicherer Kandidat und ein ergebener Mono-Untertan, war nach Hudsons Erscheinen über Tage komplett von der Rolle. Was macht das hier? Was mache ich damit? Bevor ich es kaputt mache, lasse ich besser die Finger davon! Ständig war er auf der Flucht vor Hudsons hartnäckigen Spielaufforderungen.
Der neue beste Kumpel
Bis Danny rund vier Monate alt war, spielte Mono sehr viel mit ihm. Eher notgedrungen als freiwillig, aber er tat es. Draußen gibt es gestern wie heute wilde Flitzereien, aber im Haus verweigert Mono seitdem jedes Spiel. Doch Danny ist ein sehr verspielter Hund und es scheint, als hätte er in den letzten Tagen den Kumpel gefunden, den er braucht.
Hudson of Little Goblin, zehn Wochen alt
Er ist sehr gesprächig und vor allem sehr anhänglich. Er gibt dem Wort „Schoßhund“ eine tiefere Bedeutung.
Meine liebe Freundin Eva, Le Roiy (Alle unsere Halsbänder sind von ihr maßgefertigt.) hat Hudson ein Halsband geschenkt, das seinen Charakter sehr treffend beschreibt.
Hudson ist ein typisch frecher, wilder und offener Whippetwelpe, der das Spiel mit erwachsenen Hunden aus seinem alten Zuhause kennt. Er machte also ganz selbstverständlich weiter, wie er es gewohnt war. Zunächst habe ich seine fröhlichen Attacken auf Danny mit Sorge beoachtet, weil Danny im Freilauf ein sehr grober, körperlicher Spieler ist. Aber das Streifentier überrascht mich jeden Tag mit einer neuen Feinheit. Er klickert Hudson. Nur genau anders herum, als wir Menschen einen Hund klickern. Wir belohnen, er sanktioniert. Sobald die kleinen Welpenzähnchen zu fest zupacken, knurrt er entweder oder dreht sich um und beendet das Spiel.
Danny und Hudson – Sie spielen und spielen und spielen.
Kleine Haizähne können richtig weh tun.
Danny ist ein sehr ausdrucksstarker Hund, der sehr gut lesbar ist.
Das sieht böse aus, ist es aber nicht.
Schnäbeln at its best. Ich muss das mal filmen, denn der Sound dazu ist sagenhaft.
Zähne, ganz viel Zähne.
Das geht so im Sekundentakt. Spielen, Knurren, Weggehen, wieder Spielen. So schnell können wir Menschen kaum reagieren. Oder klickert er doch positiv, indem er nach Wohlverhalten das Spiel wieder zulässt? Im Grunde ist es egal, denn es funktioniert ganz wunderbar. Wenn sie nicht schlafen, chillen oder fressen, spielen sie. Das ist besser als Kino und ich freue mich derweil für beide Hunde, denn offenbar geben sie einander das, was sie brauchen. Wird es Mono zu bunt, steht er einfach nur auf und stellt sich in den Raum. Danny und Hudson trollen sich in der gleichen Sekunde. Irre!
Auf der Casting Couch: Guter Bulle, böser Bulle
Schlafen darf Hudson allerdings nicht an der Seite seines Halbbruders. Danny war noch nie ein großer Kuschler. Er schätzt seine selbstgewählte Alleinlage. Hier springt Mono für den Kleinen ein, der körperliche Nähe einfordert wie Nahrung. Wenn er nicht herumzappelt und sich ordentlich benimmt, darf Hudson mittlerweile ganz nahe heran an den Chef. Körperwärme! Nicht allein sein! Das ist elementar und gibt einem nun knapp elf Wochen alten Welpen viel Sicherheit.
Fotos von gestern: Endlich mal Temperaturen um fast zehn Grad. Das braucht es keinen Pulli.
Die ersten Fotos draußen in der Sonne.
Hudson ist sehr neugierig und aktiv.
Sein Kumpel Danny lässt sich zum Glück nicht alles bieten.
Mono leistet wieder hervorragende Erziehungsarbeit.
Er ist mit Hudson deutlich konsequenter als er es mit Danny vor fast vier Jahren war.
Das liegt wohl einerseits daran, dass Mono nun erfahrener ist. Andererseits ist Hudson selbstbewusster, als Danny es damals war.
Der Zwerg gibt Widerworte. Das ist sehr gewagt!
Hudson hat innerhalb von fast zwei Wochen unendlich viel gelernt und Danny blüht in seiner Rolle als Kumpel auf. Er hat es sogar gewagt, Widerworte zu geben, als Mono meinte, Hudson kräftig ins Gebet nehmen zu müssen. Danny hat tatsächlich versucht, den Welpen zu beschützen. Das wäre nicht nötig gewesen, denn Mono weiß, was er tut. Wenn er meint, dass ein Welpe eingenordet gehört, dann hat er recht. Immer! Aber es schien Danny wichtig zu sein. Nun ist er manchmal zwiegespalten zwischen der ungebrochenen Loyalität zu Mono und dem neuen, engen Band zu Hudson.
Ich bin sehr, sehr beeindruckt, wie meine Hunde einerseits ihre Charaktere verfestigen und andererseits ganz neue Facetten zeigen. Mit Spannung erwarte ich, wie sich das Dreigestirn (oder wahlweise der Dreizack) in Zukunft sortieren wird.
5 Tage im Futterchaos – Als Hudson (Hudson of Little Goblin) in der letzten Woche zu uns kam, war alles plötzlich wieder auf Anfang. Danny ist schon fast vier Jahre alt. Er ist also aus dem Gröbsten raus. Monos Welpenzeit ist schon fast acht Jahre her. Aber Whippetwelpen-Aufziehen ist wie Fahrradfahren. Man verlernt es nicht. Man muss sich nur von einem Moutainbike auf einen Cruiser oder gar ein Rennrad umstellen.
Belcando GF Poultry Trockenfutter für Hudson
Zu dem Trockenfutter bekommt er noch diverse Kleckse Dosenfleisch. Das Belcando Junior Geflügel und Ei mag er sehr gerne.
Hudson mal kurz draußen bei rund -5 Grad. Viele Gelegenheiten zum Fotografieren hatten wir noch nicht.
Zur Begrüßung eins zwischen die Hörner
Das erste, was Hudson bzw. Huschi bzw. Huschke von Hanstein bei uns tat, war Fressen. Zwei Hände voll Belcando GF Poultry schlug er sich weg, kaum dass er durch die Tür war. Bei seiner Züchterin Liane Bertlich war er schon ein guter Fresser. Das stimmte mich sehr optimistisch. Danny hingegen war derart entsetzt über den Gast, dass er das Fressen spontan einstellte und flüchtet, wenn er konnte. Nicht schlimm, dachte ich, er kann sowieso gut mal ein Kilo abnehmen. Mono sah keine Veranlassung, seine Gewohnheiten zu ändern. Als Hudson an seinem heiligen Sessel hochsprang, haute er dem Zwerg kurz eins zwischen die Hörner und ging dann zur Tagesordnung über.
Total gechillt. Hudson kommt mit jeder Situation super klar. Er ist offen und selbstbewusst.
Danny und sein Alarm-Ohr – Während der ersten Tage nach Hudsons Einzug war er völlig von der Rolle.
Mono kratzt der Zwerg wenig. Er stellt klar und erwartet Respekt. Und den bekommt er uneingeschränkt.
Der Kleine darf vom zweiten Tag an bei Mono liegen.
Eingewöhnung und Orientierung sind schon aufregend genug. Aktuell kommt erschwerend hinzu, dass es arschkalt ist. Temperaturen unter Null bis locker minus sieben Grad halten uns gerade in ihren Klauen. Sogar die erwachsenen Whippets brauchen Futter mit mehr Fett und mehr Proteinen als üblich. Ein kleiner Welpenkörper muss aber nicht nur gegen die Kälte anheizen, sondern gleichzeitig auch noch wachsen. Mein Programm ist also: Alles rein, was geht! Viel Fett, viel Energie. Drei Mahlzeiten am Tag aus Trockenfutter in Gestalt des getreidefreien Belcando Puppy GF Poultry mit einem dicken Klecks Junior Geflügel und Ei. Gerne auch mehr, wenn es geht. Eine Banane zwischendurch, Quark oder Hüttenkäse. Und natürlich hat er immer etwas zum Kauen. Kaninchenohren oder Hirschsehnen sind sehr beliebt.
Immer diese Termine!
Was tut man aber, wenn das kleine Tier vor lauter Sichfreuen, Spielen und Entdecken meint, keine Zeit zum Fressen zu haben? Uns Menschen hat sich Hudson hingebungsvoll und freundlich in die Arme geworfen. Danny war und ist ja schon ein lustiges Kerlchen, aber ich muss gestehen, Fröhlichkeit auf diesem Level habe ich bei einem Welpen noch nicht erlebt.
Doch auch Rumquaken, Wedeln und Naselecken kostet Kraft und Energie. Er braucht also die volle Dröhnung von fast 30 Prozent Protein und fast 20 Prozent Fett aus seinem Trockenfutter. Das fand er allerdings schon am zweiten Tag gar nicht mehr spannend, pickte sich nur den Klecks Dosenfleisch aus dem Napf und machte sich dann über das Finest Croc seines großen Kumpels Danny her, der ja wie oben erwähnt das Fressen (bis auf Kekse und alle anderen Goodies natürlich) verweigerte.
Mein Foto auf der Verpackung des Belcando Puppy-Futters. Ja ich bin ein bisschen stolz, auch weil der Welpe aus dem J-Wurf meiner Freundin Sandra Biesenbach (semper-crescendo-whippets) ist. Der Welpe ist ein Halbbruder unseres unvergleichlichen Mono. Seine Mutter Kissy (Jee Bee’s Deep Is Your Love) hat ihre Spuren hinterlassen.
Das geht nicht, dachte ich. Er braucht das Welpenfutter. Zeitgleich bestanden Mono und Danny plötzlich darauf, auch das Zwergenfutter kredenzt zu bekommen und ließen das von Hudson favorisierte Finest Croc liegen. Danny ließ es ja sowieso liegen, aber Welpenfutter aus der Hand nahm er. Ja, spinnt ihr denn alle?
Fettes für die Rippen
Mag sein, dass die Rippen unter dem sandfarbenen Fell besonders auffallen, aber bereits am dritten Tag hier bei uns war mir Hudson für einen Welpen seines Alters (neun Wochen) etwas zu dünn. Ich rannte also zum Metzger unseres Vertrauen, kaufte zwei große Hähnchenschenkel und kochte eine vor Fett starrenden Suppe aus ihnen. Das Fleisch und die extrem fettige Haut habe ich – unter leichten Würgekrämpfen – abgezuselt und in kleinen Portionen mit der Suppe eingefroren. Ich taute jeden Morgen ein Tütchen auf und goss ihm die Brühe über das Puppyfutter. Um gerecht zu bleiben, bekamen Mono und Danny das Gleiche. Das hatte allerdings zur Folge, dass letzterer – also Danny, der plötzlich wieder fressen konnte – von dem vielen Fett einen flotten Otto bekam. Hudson und Mono mussten noch nicht einmal rülpsen.
Belcando GF Poultry in Kombi mit dem Dosenfleisch Belcando Huhn und Ei für Welpen bis zu vier Monaten.
Hier meine Mischung des Belcando Welpenfutters mit einer hausgemachten, sehr fetten Hühnerbrühe.
Das schmeckt dem Zwerg.
Belcando Finest Croc für Mono und Danny mit ihrem Lieblingstopping „Finest Selection“. Heute ist es die Sorte Huhn.
Danny frisst wieder.
Es ist lange her, dass ich so viel Futter wegwerfen musste. Das von Danny, weil er nicht fressen wollte, das von Mono, weil er Welpenfutter haben wollte, das von Hudson, weil er keine Zeit zum Fressen hatte. Eines Morgens reichte es mir dann mit den Extratouren und ich ließ den Hammer kreisen. Weder die angeklebten Ohren noch die schelen Blicke konnten mich rühren. Ich war stinksauer. Ende jetzt hier! Entweder ihr fresst, was da ist oder ihr verhungert. Ist mir doch egal!
Heute ist alles gut
Heute ist alles gut. Danny liebt seinen Halbbruder, spielt intensiv mit ihm und frisst wieder alles, was ich ihm hingestelle. Mono lässt den Zwerg bei sich schlafen und hat sogar verstanden, dass er bitte sein normales Futter zu fressen hat. Und Hudson hat sich eingependelt. Morgens um 5:30 Uhr fängt er an zu quaken, weil er Hunger hat und schlägt sich sein Belcando GF Poultry mit Dosenklecks weg, als gäbe es kein Morgen. Mittags bekommt er drei Löffel Dosenfleisch pur und abends wieder Trockenfutter entweder mit Hühnerbrühe oder mit Dosenfleisch. Und selbst wenn er das Finest Croc der Großen verdrückt, ist das auch nicht schlimm. Denn dieses Futter hat sogar noch ein bisschen mehr Fett als das Welpenfutter und auf eine 0,5er Stelle fast genauso viel Protein.
Es ist kaum möglich, Fotos zu machen, weil Hudson immer dazwischen hängt. Hudson of Little Goblin, Skyborne The Room Of MY Life x Paddinton von Mullewapp, * 19.12.2017
Wenn ein eingespieltes Team aus zwei erwachsenen Rüden auf einen sehr offenen und quirligen Welpen treffen, dann braucht es seine Zeit, bis sie sich zusammenraufen. Hudson hat sofort verstanden, dass Mono der unangefochtene, gerechte aber strenge Chef ist. Danny brauchte ein paar Tage um seinen Weg zu finden. Er wusste überhaupt nicht, wie er sich verhalten sollte. Er war genervt, wollte aber auch nichts kaputt machen. Heute, nach nur einer Woche, ist er ein hinreißender Spielpartner für einen rotzfrechen Welpen. Geht doch.
Die Befindlichenkeiten der Hunde äußern sich – zumindest hier – fast immer über das Fressverhalten. Wenn der verfressene Danny nicht frisst, stimmt mir ihm etwas ganz wesentliches nicht. Wenn Mono nicht frisst, dann ist er entweder krank oder bockig. Wenn Hudson nicht frisst, ist er zu beschäftigt. Alles weitere werden wir in den nächsten Wochen noch herausfinden.