Autor: Karla Schwede

  • Unsere Müllhalde, ihr Vollpfosten?

    Unsere Müllhalde, ihr Vollpfosten?

    Ich habe schlechte Laune. Und zwar richtig schlechte Laune. Denn ihr habt mir einen wunderschönen luftig, leichten Sonntag Morgen auf unserer Lieblingshalde verdorben. Jetzt ist sie eine Müllhalde!

    Euer Pech, dass ihr ausgerechnet an mich geraten seid. Ich kann das nämlich nicht haben, wenn meine Whippets Vollspeed durch eure Hinterlassenschaften kacheln. So ein Grillgitter schneidet Pfoten auf. Und Glasflaschen auch. Ich mag es nicht, dass Idioten wie ihr unsere Lieblingshalde vermüllt. Schon mal darüber nachgedacht? Nein, ganz sicher nicht. Sonst hättet ihr nämlich nach eurem lustigen Abend euren Abfall in einen Sack getan und wieder mitgenommen.

    Vollpfosten sollten keine Partygrills kaufen dürfen

    Erklärt mir das doch bitte mal. Ihr schleppt volle Flaschen Softdrinks, Bier, einen Grill, Chips, Gümmibärchen, Plastikteller, Plastikbecher und auch ganz sicher Fleisch bis ganz nach oben auf die Halde. Dann macht ihr euch eine schöne Zeit, gegen die niemand etwas einzuwenden hat. Ich auch nicht. Ganz im Gegenteil. Das ist ein schöner Ort und es sei jedem gegönnt, dort seine Zeit zu verbringen. Doch später seid ihr entweder zu stramm, zu ignorant oder schlicht zu blöd, euren Müll in eine Tüte zu packen und wieder mit hinunter zu nehmen? Er wiegt nur noch einen Bruchteil von dem, was ihr hoch getragen habt! Versteht ihr, dass ich seit heute morgen ständig meinen Kopf vor eine Wand schlagen möchte. Ich kapiere das einfach nicht!

    Unsere Halde ist keine Müllhalde. Wer auch immer ihr seid, meine Wut ist euch gewiss. Wenn ich könnte, würde ich euch an den Ohren zurück schleifen, damit ihr euren Müll einsammelt.
    Unsere Halde ist keine Müllhalde. Wer auch immer ihr seid, meine Wut ist euch gewiss. Wenn ich könnte, würde ich euch an den Ohren zurück schleifen, damit ihr euren Müll einsammelt.

    Plastikmüll ist der Amöbe egal?

    Vielleicht wollt ihr ja mal wieder her kommen. Zum Sternegucken oder zum Quatschen, zum Fummeln oder zu Sonstwas. (Mono hat dort oben übrigens schon einmal einen zerrissenen Stringtanga von Passionata gefunden.) Dann sitzt ihr genau in dem Müll, den ihr ein paar Wochen zuvor liegen gelassen habt. Oder sucht ihr euch dann eine andere Stelle? Iiii, da ist ja alles vollgemüllt. Kommt wir gehen woanders hin!

    Selbst an der bildungsfernsten Amöbe kann die aktuelle Diskussion über den unsere Welt erstickenden Plastikmüll nicht entgangen sein. Ihr habt doch alle Facebook und Youtube. Kriegt ihr überhaupt nichts mit oder ist es euch egal, was mit unserer Umwelt und in der Folge mit euch passiert? Ich hatte heute morgen nun – wie zu erwarten – keinen Müllsack dabei. Aber ich habe euren Krempel auf einen Haufen geräumt. Morgen früh werde ich wieder dort oben sein und euer Chaos beseitigen. Ich werde euren Müll ins Auto packen und entsorgen. Kriegte ich euch zu packen, dann müsstet ihr barfuß nach oben Laufen, in Unterwäsche, mittags bei 30 Grad, ohne Hut und ohne Sonnencrème auf eurer gepuderten Haut! Verdammt nochmal. Ich bin immer noch richtig sauer.

  • Schmetterlinge im Kopf – Hupsi ist sechs Monate alt

    Schmetterlinge im Kopf – Hupsi ist sechs Monate alt

    Hudson, Hupsi, Hubi, Huschke, Hirni … Hudson of Little Goblin hat viele Namen. Jeden von ihnen hat er sich in den letzten vier Monaten redlich verdient. Nun ist er schon ein halbes Jahr alt und es wird höchste Zeit für ein Portrait. Denn er ist ein Whippet, der Grenzen sprengt. Zumindest die, die ich in den letzten zehn Jahren als solche kennengelernt habe.

    Jeder, der einen oder mehrere Whippetwelpen großgezogen hat, wird ein Lied davon singen können, wie anstrengend das eine oder andere Exemplar sein kann. Sie platzen vor Energie, Lebenslust und guten Ideen. Andere sind zurückhaltender, von Geburt an kernlieb und leicht zu handlen. Mono war in jungen Jahren so ein Energiebolzen, hat aber nie großartigen Blödsinn gemacht. Danny war und ist eine schüchterne aber zutiefst liebe Seele von Hund. Dreistigkeiten nahm er sich nur selten heraus, obwohl Futter seine Leidenschaft ist. Seine Leinenführigkeit z.B. sucht ihresgleichen.

    Hudson of Little Goblin - Er ist fröhlich, verschmitzt, wild, mutig, freundlich, offen. Sein Charakter ist ein ganz großer Wurf!
    Hudson of Little Goblin – Er ist fröhlich, verschmitzt, wild, mutig, freundlich, offen. Sein Charakter ist ein ganz großer Wurf!

    Hupsi der Nassküsser

    Hudson steht für sich. Er ist der fröhlichste, aufgeschlossenste aber auch hartnäckigste Welpe, der mir bisher unter gekommen ist. Seitdem er bei uns ist, hat er kein einziges Mal echte Angst gezeigt. Respekt ja. Aber Angst? Was ist das? Straßenbahnen sind komisch, jedoch kein Grund zur Besorgnis. Der Müllwagen ist spannend, weil da ja auch Menschen sind. Und Menschen muss man begrüßen, dauerwedelnd, hüpfend, nassküssend.

    Ich warne schon immer davor, Hupsi anzusprechen, denn dann hat man ihn an der Backe. Im wahrsten Sinne des Wortes. Natürlich sind alle Geküssten hingerissen von dem süßen Zwerg, der jede Streicheleinheit und jedes nette Wort mit Euphorie quittiert. Die Pfotenspuren auf frisch gewaschenen Hosen sind dann „Gar nicht schlimm! Ne, was ist der süß!“ Das ist Hudson ohne jeden Zweifel. Er erobert im Sturm. Die schockverliebten Müllmänner hatten neulich fast Tränen in den Augen, als ich ihn zum Weitergehen nötigte.

    Hupsi unerschütterlich

    In der Modebranche hat eine der schönsten Schauspielerinnen aller Zeiten mit ihrem Namen ein Adjektiv für zeitlose Eleganz geprägt: She’s so audrey! Hupsi ist Audrey Hepburns Analogie zur Verfressenheit. Bitte sagt demnächst nicht mehr: „Mein Whippet ist verfressen.“ Sagt: „Mein Whippet ist so unglaublich hupsi.“ Haltet dabei eure Hände an die Wangen, so dass ihr ein bisschen ausseht wie „Der Schrei“ von Edward Munch. Selbst wenn sich Hupsi zunächst sehr niedlich anhört, umfasst ihr in Kombination mit dieser Geste die gesamte Tragweite dieses Charakterzuges. Denn das kleine Tier stopft ausnahmslos alles in sich hinein, was es zwischen die Zähne bekommt. Es klaut, es sucht, es ist über alle Maßen dreist, wenn es Fressbares dibbert. Als Hupsi gestern seine Nase in Toms Bihunsuppe versenkte, durfte er dann  – wenn auch ungefragt – das Gefühl heiß erleben. Ich bin sicher, dass er von Suppen aller Art demnächst Abstand halten wird.

    Outgoing in jeder Hinsicht

    Hudsons enorme Präsenz sollte aber nicht täuschen. Er ist kein dominanter Hund. Er liebt seinen Kumpel Danny und würde es niemals wagen, Monos Autorität anzuzweifeln. Er lässt sich extrem schnell begeistern. Für alles. Ob es nun ein Ball ist oder ein paar Übungen für die kommenden Ausstellungen sind. Seine Aufmerksamkeitsspanne ist noch nicht die längste aber zumindest wedelt er ohne Pause. Das tut er nicht selten mit dem ganzen Körper, stilles Stehen ist deshalb eine der schwereren Übungen. Denn die Energie will verdammt nochmal raus aus dem kleinen Whippetkörper!

    Hupsi bzw. Herr Hinreißend. Er hat einen enormen Bewegungsdrang, er ist sehr verspielt und lustig.
    Hupsi bzw. Herr Hinreißend. Er hat einen enormen Bewegungsdrang, ist sehr verspielt und immer lustig.

    So wild seine eine Seite ist, so kuschelig ist seine andere. Er sucht immer Kontakt, versichert sich regelmäßig ob die Vibes noch stimmen, leckt Nasen und Ohren ab, wann immer er die Möglichkeit dazu hat. Er ist ein wirklich lieber Kerl, dem lediglich hin und wieder sein überbordender Tatendrang und seine grenzenlose Neugier im Weg steht. Deshalb ist diese dumme Aufgabe artig an der Leine laufen auch ein echter Knackpunkt. Man könnte die naive Vorstellung haben, dass er sich an den erwachsenen Hunden orientiert, doch es interessiert ihn oft nicht die Bohne, wie Mono und Danny das machen. Zick, zack! Achtung hier kommt die Abrissbirne!

    Bisher habe ich mir in vielen Einzelstunden die Finger blutig geklickert. Das fruchtet dann auch kurz. Ganz kurz, denn sobald ich dann mit allen drei Hunden unterwegs bin, habe ich wieder einen kleinen, sandfarbenen, schwarzäugigen Bulldozer vor mir her laufen. Allerdings muss ich Hupsi loben, denn in den letzten Tagen hatte er lichte Momente. Es wird also langsam besser.

    Junge Hunde und fette Schnecken

    Hudsons körperliche Entwicklung betrachte ich täglich mit Freude. Im Alter von sechs Monaten reicht er ganz knapp an seine Halbschwester Gianna heran, die auf den Punkt 48 cm groß ist. Er hat kräftige Knochen, super Pfoten, eine schön ausgefüllte Brust, seine Linien sind fließend und seine Winkelungen genau so, wie ich es mag. So wie das im Wachstum nunmal ist, geht er Abends einen Tick zu kurz ins Bett und steht morgens in perfekter Länge auf. Ich habe keine Ahnung, wie die Natur das macht in nicht einmal zwölf Stunden. An einem Abend ist er ein bisschen zu mopsig, am Morgen dann genau richtig. An einem Abend sind seine Ohren perfekt gefaltet, am Morgen darauf mimt er den Dackel.

    Heranwachsende Rüden sehen jeden Tag ein bisschen anders aus. Und Fotos sind immer nur ein Wimpernschlag. Da weiß ich nun zufällig, wovon ich spreche. Dieser kurze Moment kann nicht nur ihn, sondern jeden Hund (wie auch jeden Menschen) entweder vorteilhaft oder zu seinem Nachteil zeigen. Aber was ist überhaupt ein Nachteil? Dass er zu kurz aussieht oder zu lang, zu hochbeinig oder zu dackelohrig? Meine Güte, dieser Hund ist jung und er lebt nicht, um sich jeden Tag in perfekter Pose im Social Network zu präsentieren.

    Wildes Hupsi! Dieser kleine Whippet ist eine Bereicherung. Jeden Tag, 24 Stunden lang.
    Wildes Hupsi! Dieser kleine Whippet ist eine Bereicherung. Jeden Tag, 24 Stunden lang.

    Ich verabscheue diese fast pathologische Fehlersuche, die sich in der virtuellen Whippetszene festgesetzt hat, wie eine fette Schnecke. Ja, ganz hübsch, aber …. So viel Amiblut! Der wird zu groß! Orakel, Orakel! Schöne Brust, aber zu breit, zu schwer zu lang, zu kurz, zu alles! Ich gestehe, es ist mir vollkommen Hupe, was hinter vorgehaltener Hand gequatscht wird. Ich lebe 24 Stunden am Tag mit meinen Hunden. Ich schätze sie sehr und ich kenne sowohl ihre Stärken, als auch ihre Schwächen in und auswendig. Kritik? Ich bin offen, doch leider sind das die selbsternannten Kritiker noch nie gewesen.

    Ähnliche Artikel: 

    Ein Danny-Update

    Danny! Bunny, bunny…!

    Happy Halber Geburtstag, Danny!

     

     

  • Sehr Sauber! Die Canon PowerShot G1 X Mark III

    Sehr Sauber! Die Canon PowerShot G1 X Mark III

    Die Canon PowerShot G1 X Mark III hat mich fast zwei Monate begleitet. Mittlerweile habe ich also eine ganze Menge über das Flaggschiff der kompakten Canon G Serie zu sagen. Tom und ich haben im März eine kleine Tour durch Berlin gemacht. Wir hatten großartiges Licht aber grauenhafte Temperaturen, die eher suboptimal für einen entspannten Stadtbummel waren.

    Mit meinem Bericht über diese Kamera habe ich also gewartet, bis das Leben wieder draußen stattfinden kann und alle so richtig in Urlaubsstimmung sind. Denn für eure Reisen – egal wohin sie gehen – kann die G1 X Mark III in jeder Hinsicht eine Bereicherung sein. Anhand meiner Fotos aus Berlin möchte ich euch nun die Kleine mit dem großen Wums ein bisschen näher bringen.

    Mit Tom in Berlin. Der März brachte dort -5 Grad mit noch kälterem Wind. Ohne Handschuhe froren mir in Minuten die Finger ab. Einen Touchscreen kann ich bei solchen Temperaturen nicht mehr bedienen.
    Mit Tom in Berlin. Der März brachte dort -5 Grad mit noch kälterem Wind. Ohne Handschuhe froren mir innerhalb von Minuten die Finger ab. Einen Touchscreen kann ich bei solchen Temperaturen nicht mehr bedienen.

    Schütze deine G1 X Mark III – Eine Tasche für die Tasche

    Meine Taschen sind Gräber. Tief auf ihrem Grund gibt es alles, was das Herz begehrt. Kaugummis, mein Portmonnaie aus dem ständig das Kleingeld herauspurzelt, kleine Plastiktüten, mein Schlüsselbund, mein Handy, Visitenkarten, irgendwelche Bons, Quittungen, Notizen, Lippenstifte, eine Tube Handcreme und drei Millionen winzige Krümel.

    Grundsätzlich gehe ich mit meinen Kameras und Objektiven sehr pfleglich um, aber sie sind auch Arbeitsgeräte, die viel aushalten müssen. Regen, fliegender Sand, Schlammspritzer und einen Kurzzeitparkplatz in der feuchten Wiese müssen sie ohne zu Mucken wegstecken können. Doch die Großen sind keine Taschenkameras. Die G1 X Mark III ist eine. Ich tue sie – schwupp – rein in den Lederbeutel, in dem sie sich zu vielen anderen nützlichen Dingen gesellt. Leider aber auch zu den vielen oben erwähnten Krümeln, die sich dort mit der Zeit ansammeln. Diese mikroskopisch kleinen Lästigkeiten schaden der Mark III zunächst nicht, sehen aber blöd aus, wenn man sie wie ich fotografieren muss. Natürlich putze ich das Schmuckstück bevor ich sie ablichte, dennoch bleiben immer kleine Placken.

    Langfristig denken, bitte!

    Man denke also bitte langfristig und leiste sich eine kleine Tasche für die Taschenkamera. Denn Dreck in kleinster Form setzt sich geballt irgendwann in die Bedienelemente und dann ist Schluss mit „Raus und Klick“. Mein zweiter Tip für den ganz sicher wiederkehrenden Winter sind Handschuhe, mit denen man ein Touchdisplay bedienen kann. Dann klappt das auch bei Temperaturen unter Null mit der G1 X Mark III ganz ohne Schmerzen. Angesichts des aktuell sehr sommerlichen Lüftchen scheint dieses Gefühl sehr weit weg. Doch eine Kamera dieser Klasse ist ja kein Billiglatschen für eine Saison, sondern bringt einen deutlich längeren Lebenszyklus mit. Sie ist wie ein richtig, ich meine ein richtig, richtig gutes Paar Schuhe, das wie massgefertigt nicht am Fuß, sondern in der Hand liegt. Ich habe da ein paar Stiefeletten von Gianvito Rossi! Aber das führt zu weit.

    Canon PowerShot G1 X Mark III – Profiqualität handlich verpackt?

    Was also gefällt mir an der Canon PowerShot G1 X Mark III so gut? Ganz weit oben, mit 100 von 100 Punkten steht die Abbildungsqualität. Man stelle sich das mal vor: In der Canon EOS 1D X Mark II wohnt ein Vollformat-Sensor mit 20,2 Megapixeln, die G1 X Mark III hat einen APS-C Sensor und bringt 24,2 Megapixel auf die Waage. Die Dateien aus der 1D X Mark II – immerhin das oberste Topsportmodell bei Canon – sind 5472 x 3648 Pixel groß, die aus G1 X Mark III 6000 x 4000. Die Größe der Dateien sagt natürlich zunächst nichts über die Qualität aus, aber mein lieber Schwan, die Detailtiefe ist wirklich toll. Nein, man darf einen Spiegelreflexboliden nicht mit einer Kompaktkamera vergleichen, aber wenn ich schon mal dabei bin.

    Schaut euch bitte in der Galerie an, was das Zoom der G1 X Mark III leistet. Die Fotos vom Reichstag und vom Brandenburger Tor sind beide jeweils aus der gleichen Position fotografiert. Die Bilder von der Quadriga sind schon schick, aber die vom Reichstag finde ich deutlich aussagekräftiger, da ich mit 15 und 45 mm die kürzeste und längste Brennweite der Kamera genutzt habe. Die Schärfe der Details finde ich richtig beeindruckend.

     

    Display oder Suchertyp?

    Das dreh- und schwenkbare Touchdisplay der G1 X Mark III bietet die Möglichkeit, aus sehr tiefen Positionen zu fotografieren. Ich muss mich nicht auf den Bauch werfen, sondern kann von oben gucken und den Ausschnitt in aller Ruhe exakt auswählen. Das beugt verdreckter Kleidung und bösen Unterkühlungen vor. Ebenso kann ich über das Display alle Einstellungen der Kamera vornehmen. Ich bin allerdings ein „Suchertyp“. Oft habe ich den Bildausschnitt ganz wie gewohnt über den kleinen, elektronischen Sucher ausgewählt, dann aber schnell gelernt, dass das über das Display deutlich besser geht. Ein Fingertip, piep und fertig. Immerhin hat der Fotograf die Wahl zwischen Display und elektronischen Sucher. Ich habe ein paar Probleme mit letzterem, was aber ganz sicher der Macke einer Puristin geschuldet ist.

    Wie Canon verspricht, fokussiert die G1 X Mark III tatsächlich sehr schnell. Im Highspeed-Modus macht sie dann locker 7 rattenscharfe Bilder die Sekunde. Der vierstufig Bildstabilisator erlaubte mir zudem lange Belichtungszeiten aus der Hand zu fotografieren. Das kommt mir persönlich natürlich sehr nahe. Ich muss allerdings zugeben, dass ich einerseits aus purer Bequemlichkeit und andererseits aus blanker Neugier fast nur im Automatik-Modus fotografiert habe. Ich wollte mal ganz genau gucken, was die Kompakte aus verschiedenen Lichtsituationen macht. Und ich habe – ganz gegen meine Gewohnheit – ausschließlich im JPG-Format fotografiert. Schließlich wollte ich abends im Hotel die Fotos sofort auf mein iPad Pro ziehen. RAWs hätten selbst dessen Speicher zum Platzen gebracht. Außerdem haben RAWs in meinen Augen wenig mit Mobilität, sondern viel mehr mit stationärer Arbeit zu tun.

    In der U-Bahn: 15mm, 1/30 sek., ISO 500, f/2,8

    Kompakt und mobil

    Eine kompakte Kamera, die unserem Wunsch nach Mobilität in jeder Hinsicht entspricht, sollte auch als solches genutzt werden. G1 X Mark III lässt sich über Bluetooth so nett und einfach über die Canon Camera App (kostenlos im App Store) mit meinen mobilen Geräten verbinden, dass ich nach unserem ersten Tag in Berlin noch vor dem Abendessen alle Fotos auf meinem iPad zur Weiterverarbeitung liegen hatte.

    Viel machen musste ich an den JPGs ohnehin nicht mehr. Ich habe sie lediglich beschnitten und fertig. Das ist der große Vorteil des Automatik-Modus und der JPGs, die „echte Fotografen“ oft so sehr verpönen. Mit gerümpfter Nase. Ja, ich fotografiere auch fast nur RAWs. Aber in Bezug auf die kompakten Kameras ist das in meinen Augen sehr kurz gedacht. Motiv und Ausschnitt wählt schließlich immer noch die Person hinter der Kamera. Dann ist es vollkommen wurscht ob sie ein JPG oder ein RAW fotografiert. Die RAWs bieten lediglich mehr Spielraum in der Nachbearbeitung. Die JPGs – immer nur solche, die aus einer wirklich guten Kamera kommen – sind fix und fertig. Und vor allem wunderbar leicht hin und her zu schieben. Und das wollen wir doch alle, wenn wir unterwegs sind. Mit der G1 X Mark III  kann ich quasi im Vorbeigehen Facebook und Instagram mit Fotos auf höchstem Niveau bestücken.

     

    Warum nun die G1 X Mark III?

    Weil sie das Canon-Topmodell der Kompakten ist? Weil sie neu ist? Monatlich kommen neue Kameras auf den Markt, die immer ein bisschen mehr können, als ihre Vorgängerinnen. Theoretisch käme ich aus dem Kaufen nicht mehr heraus. Fakt ist, dass eine neue Kamera ihr älteres Schwestermodell nicht schlechter macht, sie bietet nur ein bisschen mehr an. Die Canon PowerShot G7 X Mark II z.B. ist immer noch genauso gut wie vor knapp zwei Jahren und bietet auch schon die Connectivity für den Post von unterwegs. Mit rund 600,- Euro ist sie deutlich günstiger als neu G1 X Mark III, die um die 1000,- Euro kostet. Allerdings ist sie einen Tick kleiner, hat „nur“ 20,1 Megapixel, einen internen Blitz aber keinen Blitzschuh, wie sie die G1 X Mark III zu bieten hat. Darüberhinaus gibt es viele, kleine Details, die sie unterscheiden.

    Ich meine, wer jetzt eine kompakte, wirklich aktuelle und hochwertige Kamera für seine Reisefotografien, für Reportagen oder für die Alletagefotografie sucht, der sollte etwas tiefer in die Tasche greifen und sich für die große G1 X Mark III entscheiden. Sie produziert eine sagenhafte Bildqualität. Farben, Schärfe, Detailtiefe – alles da. Und das ist doch das, was hinten raus kommen muss.

    Keyfacts zur Canon PowerShot G1 X Mark III :

    Typ – Digitale Kompaktkamera
    Zielgruppe – anspruchsvolle Amateure, Profis
    Best for – Reportage, Reise
    Gewicht– 765 Gramm
    Sensor – APS-C CMOS-Sensor
    Pixel effektiv – 24,2 MP
    Bildprozessor – Digic 7
    Zoom  – 3 fach optisch
    Brennweite – 15 bis 45 mm
    Höchste Blendenzahl – 1:2,8 bis 5,6
    Reihenaufnahmen – 7 B/s
    Movie: – Full HD 60 p
    ISO-Empfindlichkeit – Auto ISO 100 – 25.600
    Sucher – elektronisch
    Touchscreen – 3 Zoll, dreh- und schwenkbar
    Kartenschächte – 1 x SD
    Connectivity – WLAN, Bluetooth
    Kartenslot – 1 SD
    Gewicht – rund 400 Gramm

    My two cent – Eine fabelhafte Kompaktkamera für Reise und Reportage

    Preis: rund 1000,- Euro

    Ähnliche Artikel:

    Test: Mexiko im Automatikmodus

    Test: Ein ganz normaler Tag – 12 Stunden mit der Canon PowerShot G7 X Mark II

    Gegenlichtbilder aus der PowerShot G7 X Mark II

    Preview: Dickes D oben an der Spree ..! Canon EOS 6D Mark II und Canon EOS 200D

     

     

     

  • Polo 2018 – High Goal in Schwarz-Weiß

    Polo 2018 – High Goal in Schwarz-Weiß

    Der High Goal Cup 2018 in Düsseldorf war für mich kein Pflichtprogramm, sondern eine Kür. Eigentlich hatte ich das Finale der dreitägigen Veranstaltung schon abgewählt, weil ich mir nicht vorstellen konnte, mich innerhalb von sieben Tagen ein zweites Mal sechs Stunden lang in die brütende Sonne zu setzen. Schließlich hatte ich mir schon beim Rhein Polo Club rote Ärmchen geholt.

    High Goal Polo in Düsseldorf

    Doch das Kribbeln in den Fingern kam trotz der angesagten 31 Grad. „Los! Ist doch nur kurz über die A 52.“ Gegen alle Vorsätze fuhr ich also doch und landete nur knapp 20 Minuten später auf dem riesigen Feld nahe des Düsseldorfer Flughafens, wo ich schon im letzten Jahr das Team Land Rover begleitet hatte. Das Match um den dritten und vierten Platz (Land Rover – Hajo) sowie das Finale (Ullrich – Bucherer) standen an.

    Don’t copy or download my photos! If you are interested, please contact me. 

    Die lange Kante

    Im letzten Jahr war der beste Platz zum Fotografieren an der langen Kante des Spielfeldes direkt neben dem Moderator Jan-Erik Franck. Für die Mitzieher kann ich nämlich weder einen Krankenwagen noch Stallungen oder hässliche Hochspannungsleitungen im Hintergrund gebrauchen. Die dunklen Bäume auf der gegenüberliegenden Seite hingegen bieten mir das perfekte Bühnenbild.

    Nachdem ich mich etwas eingegrooved hatte, war ich happy, doch gefahren zu sein. High Goal ist schließlich sowas wie die Champions League des Polo. Ich habe ein paar Fotos mitgebracht, die mir sehr gut gefallen, denn sie sind sowohl formal als auch farblich genau mein Geschmack. Farblich? Polo ist eigentlich Farbe. Die Helme, die Trikots, die Pferde. Doch nachdem ich eines meiner Lieblingsfotos mal kurz in Schwarz-Weiß umgewandelt hatte, war es erneut um mich geschehen. Ich verbrachte also weitere Stunden, die bereits in bunt fertigen Foto in monochrom umzurechnen.

    Das beste Pony des Turniers. High Goal Cup 2018 in Düsseldorf
    Das beste Pony des Turniers.

    Die Mark II muss in die Badewanne

    Die sehr feinen Verläufe, die durch die langen Belichtungszeiten (alle Fotos betoniert 1/40 sek. aus der Hand, Canon EOS 1D X Mark II und Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM) entstehen, sind einerseits wunderbar, andererseits aber auch verräterisch. Denn sie bringen jeden noch so winzigen Fleck auf der Linse, dem Spiegel der Kamera oder gar ihrem Sensor wie kleine, böse Plagegeister ans Licht. Mein lieber Schwan! Entweder hat mir jemand auf die tellergroße Linse des 300ers geniest oder die Mark II muss dringend in die Badewanne. Da ich am Sonntag Morgen das 300er ordentlich geputzt habe, befürchte ich Letzteres.

    Don’t copy or download my photos! If you are interested, please contact me. 

    Öfter mal spontan sein

    Das ist nun meine dritte Polo-Saison. Mittlerweile kenne ich viele Gesichter. Doch am Sonntag haben die Spieler der einzelnen Teams offenbar fröhlich die Trikots durchgetauscht, so dass ich mich beim Betexten der Fotos nicht auf den offiziellen Spielplan verlassen konnte. Zum Glück gibt es bei Google die gute, alte Fotosuche. Ich hoffe also, dass ich niemanden verwechselt habe.

    Rückblickend auf das letzte Wochenende bin ich sehr froh, spontan gewesen zu sein. Vielen Dank für den herzlichen Empfang! Und danke an die nette Hut-Dame. Ich habe endlich die Stetson Kappe, die ich schon immer haben wollte.

  • Polo 2018 – When you need some colour!

    Polo 2018 – When you need some colour!

    Endlich wieder Polo! Donnernde Hufe, brüllende Spieler, Sand und Gras in den Ohren. Nachdem der Platzregen die Freitagsspiele des Wein & Polofestivals Düsseldorf 2018 unmöglich gemacht hatte, ging es Samstag und Sonntag dann richtig los. Ich war am Sonntag zu den Final-Chuckas beim Rhein Polo Club.

    Es war brütend heiß und ich Trine hatte meine Kappe vergessen. Zum Glück schoben sich immer wieder kleine Wolken vor die Sonne, so dass es sich am Spielfeldrand einigermaßen aushalten ließ. Komisch, wenn ich zum Polo fahre, vergesse ich immer irgendetwas. Beim letzten Mal war es der Akku der 5Ds R. Das war blöd aber nicht dramatisch, da die 1D X Mark II ohnehin mein Hauptkamera für die rasenden Ponys ist. Ohne Hut oder Kappe in der Hitze sitzen zu müssen, ist – zumindest an diesem Set – deutlich schlimmer.

    Beim Rhein Polo Club Düsseldorf
    Zu nah, aber ich mag es trotzdem.

    Und man glaubt es kaum, es war dort tatsächlich keine Kappe aufzutreiben. Niemand hatte in der Hitze eine übrig. Üblicherweise gibt es zur Not an irgendeinem Stand eine Kappe oder einen Hut zu kaufen, doch am Sonntag gab es nur Wein, Sekt, Cocktails, Eis und Burger. Auch schön, aber ich blieb bis zum Abend hutlos. Nun, offensichtlich hat es mich nicht umgebracht. Zudem kann ich ein paar Fotos zeigen, die mir sehr gut gefallen.

    Zum Eingrooven habe ich mit 1/60 sek. angefangen und den Stabi des 300er 1:2,8L ausnahmsweise mal angemacht. Die Stufe 3 hat sich tatsächlich bemerkbar gemacht, als ich dann recht schnell auf 1/40 sek. verlängert habe. Ich, die das vibrierende Krrrt des Stabilisators gar nicht mag, habe ihn am letzten Sonntag tatsächlich zu schätzen gelernt. Natürlich habe ich wieder ein paar Lieblingsfotos, die auch in Schwarz-Weiß funktionieren. Die kommen dann demnächst in meine Polo-Galerie.

    Don’t copy or download these photos. If you are interested please contact me. 

  • Reine Kopfsache? Wenn das Reh dich anstarrt.

    Reine Kopfsache? Wenn das Reh dich anstarrt.

    Dunstige Wiesen, 17 Grad. Was für ein herrlicher Morgen! Endlich konnte der Regen die drückende Schwüle vertreiben. Alle Mann raus also zum Flitzen. Doch der frühe Morgen garantiert nicht nur angenehme Temperaturen, sondern auch für das eine oder andere Reh, das unmotiviert im hohen Gras herumsteht.

    Flötentöne im Grastunnel

    Das hohe Gras an sich ist ja gar nicht schlecht. Ganz im Gegenteil. Es nimmt den Hunden die Sicht in die Ferne und verschafft uns Zweibeinern endlich mal einen Vorteil. Wir können über das Gras hinwegsehen und zur Not schnell handeln. So geschah es an diesem kühlen Morgen als Mono, Danny und Hudson wie die Irren durch die Grastunnel – ehemals Wege – bolzten. Links von mir vernahm ich ein lautes Rascheln, drehte mich und sah direkt in die Augen eines Rehs. Es zuckte kurz mit den Ohren und bahnte sich dann gemächlich seinen Weg den Hang hinauf.

    „Moooonooo!“ Ich flötete so gut wie ich eben konnte. Mono schaute misstrauisch. Hatte ich doch ein leichtes Zittern in der Stimme? Nein! Ich war bombensicher, dass nicht. Er kam. Ich ströppte ihm schnell die Leine über und wartete bis das Reh ganz außer Sichtweite war. Hätte Mono das Tier gesehen, wäre er schlau genug gewesen, das hohe Gras zu umgehen und über den Weg nach oben zu laufen. Danny und Hudson spielten unterdessen unbeeindruckt weiter. Das war vorgestern.

    Wo ist das Reh? Wir alle sind nasenblind

    Heute Morgen war ich die Blinde. Sowohl optisch als auch olfaktorisch. Ich war nasenblind. Mono nicht. Eigentlich war es um 8:00 Uhr schon zu warm zum Flitzen. Wir dümpelten also vor uns hin. Sogar Hudson hatte weniger Energie als üblich. Plötzlich stand Mono taufrisch und kraftstrotzend auf den Hinterläufen und hielt seine Nase hoch. „Mono!“ Null Reaktion. Das Reh stand für mich zunächst unsichtbar nur wenige Meter von uns entfernt im Gestrüpp. Einen riesigen Satz ins mannshohe Gras und einen plötzlich verschwundenen Hudson später sah ich es im weiter unten gelegenen Gehölz verschwinden. Mono weg, Hudson weg! Hudson? Das darf doch wohl nicht wahr sein! Ich kochte. Danny stand neben mir und blinzelte mich an, als wollte er sagen: „Tsss, die beiden! Ich bleibe bei dir! Gibt’s jetzt einen Keks?“

     

    Zum Glück waren beide Jecken schnell im dichten Gras stecken geblieben und bahnten sich nun langsam ihren Weg zurück zu mir. So und jetzt mal das ganze Etepetete mit „Oooh, wie fein, dass du da bist!“ zur Seite. Meine Hunde wissen, dass sie „fein“ sind, wenn sie auf Ruf zu mir kommen. Aber wenn sie Mist bauen, muss ich ihnen das ebenfalls sehr deutlich kommunizieren. Es gab also den Anpfiff des Jahrhunderts, natürlich auch verbeugend. Ein fünfeinhalb Monate alter Junghund hat nicht vom seinem großen Kumpel zu lernen, dass Rehe spannend sind. Weiter ging es dann mit angeklebten Ohren und ein paar Rückrufen mehr als üblich.

    Zu viel im Kopf, zu wenig Weitsicht

    Mir wanderte währenddessen vieles durch den Kopf: Niemals, aber auch wirklich niemals sollte ein Mensch glauben, dass er in einer Situation wie dieser einen wie auch immer gearteten Vorteil gegenüber seinen Sichtjägern hat. Natürlich haben wir einen höheren Standpunkt und können über das Dickicht oder das hohe Gras hinwegsehen. Doch sehen wir nichts, heißt das noch lange nicht, dass auch nichts da ist. Denn unsere Nasen sind nutzlose Gurken, die der Hunde sind ihre verlängerten Augen. Sozusagen. Unsere Ohren sind schlechter und wir sind deutlich langsamer. Außerdem haben wir den Kopf voll mit vielen andere Gedanken, nehmen unsere Umgebung also vollkommen anders wahr. Mono fragt sich niemals, was er kochen will, ob er noch tanken, die Wäsche aufhängen, Fotos bearbeiten oder Mails beantworten muss. Er geht niemals verträumt durch seine Welt. Er ist immer voll da. Mit all seinen Sinnen.

    Natürlich hat Mono den sogenannten Grundgehorsam intus. Er hängt sehr an mir, entfernt sich nie besonders weit und hört wirklich gut auf mich. Ich bin fast sicher, dass er einem Reh kein Haar krümmen würde, weil es eindeutig eine Nummer zu groß für ihn ist. Doch er ist und bleibt ein beinharter Jäger. Heute hat er mich wieder sehr nachdrücklich daran erinnert.

  • Marathon – Running Men

    Marathon – Running Men

    Marathon! 42 Kilometer Laufen im Geiste des Pheidippides muss man wollen. Ich will das nicht. Schon gar nicht bei 32 Grad. Ich sitze lieber an der Straße und mache Fotos von denen, die sich mehr oder weniger flott über den Asphalt schinden. Barfuß, im Hasenkostüm oder im Anzug, Auffallen und vor allem Ankommen zählt. Gut gelaunt und farbenfroh machten sie sich auf den Weg durch die glühenden Häuserschluchten des Ruhrgebiets.

    Eingekesselt und abgeschnitten

    Im Jahresrhythmus kesselt uns der VIVAWEST-Marathon ein. Um uns herum sind alle Straßen gesperrt. Niemand kommt rein, niemand raus. Aus Erfahrung wissen wir, dass wir für diesen einen Sonntag im Jahr besser nichts planen, was ein Auto benötigen würde. Ich finde das gar nicht schlimm und genieße die früh morgendliche Stille in den Straßen, wenn ich mit den Hunden einen kühlen Spaziergang mache. Ab 9:30 geht dann gar nicht mehr. Tausende Teilnehmer sammeln sich am Theater und machen sich dann in Gruppen auf den Weg. Entweder zum echten Marathon, zum Halbmarathon oder zum 10 Kilometer Lauf.

    Beim VIVAWEST Marathon - Ein Polizist bolzt auf seinem Motorrad die gesperrte Straße hinunter. Er und seine Kollegen haben die Spitze der Läufer des VIVAWEST-Marathons gesichert.
    Ein Polizist bolzt auf seinem Motorrad die gesperrte Straße hinunter. Er und seine Kollegen haben die Spitze der Läufer des VIVAWEST-Marathons gesichert.

    Schwitzende Versuchskaninchen

    Ich habe großen Respekt vor den Läufern, nutze sie aber jedes Jahr gnadenlos als fotografische Versuchskaninchen. Und es ist jedes Mal sehr lustig. Am letzten Sonntag saß ich mit ein paar Ideen und dem Weitwinkel kurz nach dem Start an der Straße, zwischen Straßenbahnschienen und dem Asphalt auf einem winzigen Grünstreifen. Ich wollte ganz nahe ran. Nach gerade mal 200 Metern sind die Läufer noch frisch und gut gelaunt. Entsprechend verhielten sie sich. Sie winkten mir zu, hielten ihre Daumen hoch, blieben sogar stehen, um sich fotografieren zu lassen. Einig beschwerten, dass ich bei ihnen nicht die Kamera hochzog. Das ist natürlich süß, weil sie nicht wissen konnten, was ich wollte. Stehende und winkende Menschen waren es ganz sicher nicht.

    Dieser Mann hat beim VIVAWEST Marathon 2018 einen Weltrekord aufgestellt. Er ist der schnellste Mann, der einen Halbmarathon im Anzug gelaufen ist. Ich frage mich, wie man auf eine solche Idee kommt.
    Dieser Mann hat beim VIVAWEST Marathon 2018 einen Weltrekord aufgestellt. Er ist der schnellste Mann, der einen Halbmarathon im Anzug gelaufen ist. Ich frage mich, wie man auf eine solche Idee kommt.

    Die Personen, also die Individuen, waren mir wie so oft leidlich egal. Das meine ich gar nicht böse. Mir geht es grundsätzlich um die Bewegung und an diesem Tag um die Farben. Ich bin ganz glücklich mit den Ergebnissen, auch weil ich ganz wunderbare Ausschnitte aus den Fotos machen kann, die fast gegenstandslos sind. Die langen Belichtungszeiten machen die laufenden Menschen durchsichtig. An der ein oder anderen Stelle habe ich die Abstraktion noch nicht weit genug getrieben, aber die Kombi Canon EOS 1D X Mark II und Canon EF 16-35mm 1:2,8L III USM hat sich mal wieder fantastisch gezeigt.

    Ähnliche Artikel

    https://www.doctor-speed.de/46-loewe-von-bonn.html

    Irgendwann ist nur noch Farbe

  • Der Langzeittest – Das neue Belcando Mastercraft

    Der Langzeittest – Das neue Belcando Mastercraft

    Ein, zwei, drei, weg! Seit dem 09.Mai 2018 ist das neue Belcando Mastercraft im Handel erhältlich. Mono und Danny dürfen das neue Premium-Futter aus dem Hause Bewital schon seit fast sechs Wochen testen. Ich hatte also ausreichend Zeit, mir ein sehr genaues Bild zu machen. Und die Jungs natürlich auch.

    Wenn Mono was mag, was er sonst nicht mag

    Ich fange mal hinten an. Mono liebt die Sorte Fresh Salmon. Das ist deshalb der Rede wert, weil er Trockenfutter mit Fisch zwar einen Tag lang mag, es aber am nächsten Morgen dann wiederum kategorisch ablehnt. Wenn Fisch, dann bitte frisch in Butter gebraten! Doch dieses Futter mit dem passenden Topping dazu ist genau sein Ding. Er nimmt die anderen vier Sorten genauso gern, aber sein Streben an die Fischtheke ist außergewöhnlich.

     

    Seit vielen Monaten bekommen die Jungs kein anderes Futter als Belcando Lamm und Reis mit einem Klecks Finest Selection darauf. Ich weiß mittlerweile genau, dass die Umstellung von einem Belcando Trockenfutter zum anderen für meine Hunde absolut keine Problem darstellt. Als das Paket mit dem neuen Mastercraft eintraf, stellte ich mir also nur eine Frage: Welches füttere ich zuerst? Frech Salmon, Turkey, Duck, Beef oder Lamm? Fisch? Ne, damit warte ich mal! Ich wählte Fresh Turkey mit dem passenden Topping aus dem Tütchen.

    Mono, acht Jahre alt, nach vier Wochen Belcando Mastercraft sieht er einfach umwerfend aus. Er hat ein wenig abgenommen und es steht ihm gut.
    Mono, fast acht Jahre alt, nach vier Wochen Belcando Mastercraft sieht er einfach umwerfend aus. Er hat ein wenig abgenommen und es steht ihm gut.

    Fünf Sorten Belcando Mastercraft für wählerische Langnasen

    Ich habe meinen Whippets beigebracht, an einem bestimmten Ort zu warten, bis ihr Futter fertig ist. Doch der Duft des Toppings ließ sie jede Erziehung vergessen. Trippeln standen sie neben mir und 30 Sekunden später waren die Näpfe leer. Hudson ist noch zu jung für ein Adult-Futter, aber er würde sich die komplette Portion einverleiben. Soviel ist mal sicher. Wenn er sein Welpenfutter weggeputzt hat, wartet er immer und schaut, ob Mono ein paar Brocken liegen lässt. Oft scheint das so. Mono frisst sehr langsam und macht kleine Pausen zwischendurch. Dann muss ich den Zwerg kurz in Haft nehmen, damit er nicht Rest macht. Bei Danny gibt es ohnehin nichts zu holen.

    Die Meisterstücke von Belcando bestehen zu achtzig Prozent aus frischem Fleisch und zu zwanzig Prozent holistischen Zutaten. Kein Getreide, keine Kartoffeln. Dafür gibt es Kichererbsen, Favabohnen und Obst. Erbsen und Bohnen? Menschen die gerne Erbsensuppe oder Chili con Carne essen wissen, welche akustischen und olfaktorischen Folgen der Genuss dieser Gerichte haben kann. Doch Fehlanzeige bei den Whippets. In sechs Wochen Mastercraft hatten wir kein einziges Pupskonzert. Erstaunlich! Zudem haben die Jungs einen festen Output in kleinen Mengen, der dafür spricht, dass sie das Futter sehr gut verwerten. Es mag fast absurd anmuten, aber dann ist ein Hundebesitzer auch mal stolz und zufrieden, wenn die eleganten Tiere auch elegante Haufen legen und nicht so monströse Flatschen wie der Nachbarsfiffi. Hier geht alles schwupp rein in die Tüte, ohne dass verräterische Spuren bleiben.

    Wieviel wovon? Wir teilen auf.

    Ich habe zwei erwachsene Whippets und einen Junghund. Alle drei sind im Whippet-Sinne sehr aktiv und haben viel Freilauf. Das heißt sie können je nach Jahreszeit und Temperaturen ordentlich Futter vertragen. Aktuell ist es sehr warm. Unsere Flitzrunden habe ich in den frühen Morgen verlegt. Der Rest ist Dösen und Gammeln. Doch als ich mit dem Mastercraft-Test angefangen habe, war es noch recht kühl. Mono und Danny haben gefressen wie die Scheunendrescher. Hupsi sowieso. 27 % Protein und nur 15 % Fett tuen ihnen offensichtlich sehr gut.

    Vom ersten Tag an habe ich das Futter folgendermaßen eingeteilt: Danny, 4 Jahre alt und rund 16,5 Kilo schwer (er neigt ein wenig zum Übergewicht) zunächst einmal 90 Gramm Mastercraft am Morgen mit einem Schuss von dem wirklich gut riechenden Topping oben drauf. Mono, fast 8 Jahre alt und rund 16 Kilo schwer bekommt 100 Gramm plus einem größeren Schuss Topping aus der gleichen Tüte. Den Rest gieße ich Hupsi, nun 5 1/2 Monate alt, über sein Welpenfutter. Am Abend gibt es das gleiche nochmal. Zwischendurch verteile ich Kekse oder Kaninchenohren zum Kauen.

    Oft gebe ich morgens die eine und abends eine andere Sorte. Morgens Turkey, abends Beef. Oder morgens Lamm und abends Ente. Bisher ist jeder der drei Näpfe in kurzer Zeit leergeputzt. Futterbezogene Ermüdungserscheinungen gibt es mit dem Mastercraft hier nicht. Die Fotos zeigen jeweils eine Portion Trockenfutter mit einer ganzen Tüte Topping oben drauf. Das findet hier im Normalbetrieb nicht statt. Ich teile eine Tüte Topping pro Mahlzeit auf drei Hunde auf. Vorsicht übrigens beim Aufreißen der Tüten. Die Brühe spritzt ein wenig heraus, was dumme Fettflecken auf der Kleidung zur Folge haben kann.

    Premium Futter und die berühmte Kosten-Nutzen-Frage

    Belcando hat mir zum Testen jeweils die 2,2 Kilo Beutel Trockenfutter, sowie fünf Sätze der passenden Toppings zur Verfügung gestellt. Ich konnte wechseln und ausprobieren, wie ich lustig war. Langfristig ist dies allerdings sowohl für Mehr- und auch Einzelhundhalter eine teure Lösung. Denn der 2,2 Kilo Beutel kostet bei Futterclick 22,99 Euro, der 10 Kilo Sack 72,99 Euro. Rechne ich die Toppings dazu, also für drei Hunde mindestens zwei Tüten Topping pro Tag, dann kommen 2,58 Euro oben drauf. Eine Tüte kostet 1,29 Euro. Auf einen Monat zusammengezählt habe ich – in Zukunft wenn Hupsi das Futter auch fressen darf – 600 Gramm Trockenfutter pro Tag plus 2 Tüten des Toppings. Mit einem 10 Kilo Sack käme ich also nicht über den Monat. Das Futter für meine drei mittelgroßen Windhunde läge locker bei 5,50 pro Tag. Knapp aufgerundet.

    Mono feiert im Juni seinen achten Geburtstag. Seitdem ich Belcando füttere, hat seine Mäkeligkeit ein Ende. Er liebt das Mastercraft und sieht dabei super aus.
    Mono feiert im Juni seinen achten Geburtstag. Seitdem ich Belcando füttere, hat seine Mäkeligkeit ein Ende. Er liebt das neue Mastercraft und sieht dabei super aus.

    Das ist teuer. Oder nicht? Premium an sich hat seinen Preis. Das ist bei Kleidung, Autos, Möbeln und auch Futter so. Der Begriff teuer setzt sich hierbei jedoch immer aus Wollen und Können zusammen. Natürlich ist das viel Geld im Monat. 165 Euro grob gerechnet nur für Hundefutter muss man sich erst einmal leisten können. Ich kenne allerdings viele Hundehalter, die lieber auf die Disco, das Kino oder das romantische Abendessen verzichten, wenn sie sicher sein können, dass es ihren Schützlingen gut geht. Aber bleiben wir mal auf dem Teppich. Wer sich dieses Futter leisten möchte, der tue das. Ich kann aber auch jeden verstehen, der hier die Bremse zieht. Doch für wählerische Hunde, die die Abwechselung lieben ist das Mastercraft perfekt. Mein Mäkelheini Mono ist ja immer das Zünglein an der Waage. Er frisst. Immer und mit großem Appetit. Sein Fell glänzt in der Sonne und er sieht einfach toll aus. Was will ich mehr?

  • Hupsi ist der Längste!

    Hupsi ist der Längste!

    Es ist heiß! Sehr heiß! Im Mai. Drinnen, draußen, egal wo. Drei Whippets liegen herum wie ersoffene Fliegen. Noch nicht einmal Hupsi kann sich zu irgendeiner Form von Bewegung aufraffen. Und das will verdammt etwas heißen.

    Anstatt wie ein frisch aufgezogenes Duracell-Häschen den Tag zu verspielen, zeigt er sehr anschaulich, wie lang sich ein fünf Monate alter Whippet machen kann. In komplett ausgestreckter Haltung sagt das Zentimetermaß mir wahnwitzige 1,10 m an.

    Hupsi wechselt kurz die Position. Aber nur ganz kurz.
    Hupsi wechselt kurz die Position. Aber nur ganz kurz.

    Er ist übrigens der erste Whippet in diesem Hause, der um bequem und entspannt zu liegen, die Froschhaltung einnimmt, seine Hinterbeine also komplett hinter den Körper legt. Das ist gut. Denn Hupsi hat sich in den letzten Wochen so viel gekugelt und ist so viel gekugelt worden, dass ich eine Sitzung beim Physiotherapeuten schon fest eingeplant hatte. Doch um das Iliosacralgelenk muss ich mir ganz offensichtlich keine Sorgen machen. Das sitzt.

    Hupsi - Langes Liegen. Mit drei Whippets in dieser Haltung ist das Sofa voll.
    Langes Liegen. Mit drei Whippets in dieser Haltung ist das Sofa voll.
  • Ballett intensiv – Ein Workshop der Canon Academy

    Ballett intensiv – Ein Workshop der Canon Academy

    Workshops machen Spaß! Neue Leute, neuer Input. Was machen die anderen und wie machen sie das? Fotografische Horizonterweiterung hat schließlich bisher niemandem geschadet. Der Fotograf Sascha Hüttenhain gibt im Rahmen der Canon Academy viele Workshops zu unterschiedlichsten Themen. Am Samstag war die Ballettfotografie dran. Mein Ding!

    Locker und entspannt

    Fünf Teilnehmer sitzen an dem großen Tisch in Saschas Studio in Siegen. Große Fototaschen stapeln sich. Zwei Herren sind extra aus Luxemburg angereist. Ein anderer war gerade drei Wochen in der Antarktis. Alle sind fotografisch versiert bzw. auf professionellem Niveau. Es gibt Kaffee, Schokoriegel und erste Gespräche. Wo kommst du her, was machst du so? Die Atmosphäre ist sehr entspannt und locker. Sascha Hüttenhain widmet sich seinen Workshopteilnehmern sehr aufmerksam und freundlich. Im Hintergrund macht sich die für diesen Tag gebuchte Tänzerin warm. Valeria wird mich später mit ihrem Durchhaltevermögen schwer beeindrucken.

    Wie sprechen über das Ballett und die wesentlichen Aspekte, die es bei der Ballettfotografie zu beachten gibt. Valeria grinst um die Ecke, als ich sage, dass es im Ballett kein naja, geht so gibt. Es gibt nur perfekt. Alles andere zählt nicht. Soviel haben alle Tänzer und nicht wenige Fotografen gemeinsam. Die permanente Suche nach der Perfektion – wie auch immer sie in ihren Augen aussehen mag – eint sie. Und genau deshalb bin ich in diesem Moment sicher, dass dieser Tag ein guter werden wird.

    Im Rahmen der Canon Academy gab der Fotograf Sasche Hüttenhein in seinem Studio einen Workshop zu Ballett-Fotografie.
    Im Rahmen der Canon Academy gab der Fotograf Sascha Hüttenhain in seinem Studio in Siegen einen Workshop zu Ballett-Fotografie. Sein gutes Händchen für Leute, seine unbeschwerte Freundlichkeit und seine Geduld haben den Tag spannend und rund gemacht.

    Plan und Struktur

    Da die Studiofotografie eine vollkommen andere ist als meine oft sehr spontane und unter Zeitdruck stattfindende Arbeit mit der Kamera, war ich sehr gespannt auf Saschas Ausführungen. Er betreibt eine sehr streng geplante und strukturierte Fotografie, bei der das Setzen von Licht über Leben und Tod entscheidet. Weiches Licht, hartes Licht, diffus, punktgenau – im Grunde simuliert seine riesige Lichtanlage lediglich unterschiedlichste Situationen des Tageslichts. Der eine Sonnenstrahl, der draußen genau eine Minute im richtigen Winkel einfällt, ist im Studio jederzeit und perfekt modellier- und reproduzierbar.

    Sascha Hüttenhain zeigt uns eine Reihe seiner Tanzfotos, beschreibt wie er das Licht gesetzt hat und welche Posen er für spannend oder besonders dynamisch hält. Insbesondere seine Mehrfachbelichtungen gefallen mir gut. Diesen technischen Kniff hatte ich im letzten Jahr schon bei 3 BY EKMAN ausprobiert und war sehr fasziniert von den Ergebnissen. Ich freue mich also sehr auf den Programmpunkt „geplante Mehrfachbelichtung“.

    Fernzündung – Finde den Moment

    Abwechselnd stecken wir die Fernzündung für die Blitzanlage auf unsere Kameras. Der erste Schritt für alle Workshopteilnehmer ist klar. Entwickle ein Gefühl für die Situation, modelliere dein Foto in Zusammenarbeit mit der Tänzerin. Finde das richtige Timing für eine perfekte Pose oder einen spannungsgeladenen Action-Shot. Darin habe ich massenhaft Übung, deshalb schnappe ich mir mein 16-35er und konzentriere ich mich auf Perspektiven, die ich beim Ballett-Training oder an der Bühne nicht fotografieren kann. Das Foto unten war tatsächlich eine recht knappe Kiste. Valeria ist aus einem Sprung knapp vor meinem Gesicht gelandet.

    Ich liebe das Weitwinkel so sehr! Für dieses Fotos ist mir Valeria fast ins Objektiv gesprungen. Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 16-35mm 1:2,8L II USM, 125 sek., ISO 320, f/4,0
    Ich liebe das Weitwinkel so sehr! Für dieses Fotos ist mir Valeria fast ins Objektiv gesprungen. Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 16-35mm 1:2,8L II USM, 125 sek., ISO 320, f/4,0

    Mit einer Canon EOS 1D X Mark II sind diese Fotos generell kein Problem. Sie ist so unglaublich schnell, dass sie jede Flugphase festnagelt. Romain, einer der Herren aus Luxemburg, bringt zu meinem Erstaunen eine Phase One mit ins Studio. Diese Kamera habe ich zuvor noch nie live gesehen und bin extrem neugierig. 100 Megapixel Mittelformat! Alter Schwede! Dieser Brocken – der in Romains Kombi locker so viel kostet wie eine gut luxuriös ausgestattete Limousine  – fordert eine ganz andere Art der Fotografie, als ich sie mache. Langsam, alles langsam und mit viel Geduld. Action-Fotos plant man mit ihr quasi am Reißbrett. Ich bin begeistert, wie gut Romain zu seiner Kamera passt. Leise, entspannt und sehr ruhig macht er sich an die Arbeit. Das Foto unten zeigt, wie das Autofokus Hilfslicht der Phase One das Motiv aufs Korn nimmt.

    Mehrfachbelichtungen – Wie auf dem Spielplatz

    Während die anderen fotografieren, versuche ich genau den Moment zu erwischen, in dem sie die Blitzanlage auslösen. Ein paar Mal ist mir das tatsächlich gelungen. Außerdem wollte ich entzaubern, also dokumentieren, wie ein perfektes Studio-Foto entsteht. Nun mag ich die Making-Ofs wie immer so sehr, dass ich sie hier gleichwertig neben die geplanten Bilder setze.

    Canon Academy Workshop - Die typisch pudrigen Ballett Farben - Mehrfachbelichtung, 3 Bilder, Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 16-35mm 1:2,8L II USM, 125 sek., ISO 100, f/5,6Mehrfachbelichtung, 3 Bilder, Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 16-35mm 1:2,8L II USM, 125 sek., ISO 100, f/5,6
    Die typisch pudrigen Ballett Farben – Mehrfachbelichtung, 3 Bilder, Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 16-35mm 1:2,8L II USM, 125 sek., ISO 100, f/5,6

    Eine Pause und zwei Bananen später machen wir uns schließlich an die Mehrfachbelichtungen, auf die ich mit Spannung gewartet habe. Die DSLR Kameras der Canon Profiserie bieten diese Funktion an. Sowohl die Anzahl der Fotos, die schließlich übereinander gelegt werden, als auch die Helligkeit kann man individuell einstellen. Zwischen den Einzelfotos kann ich mir theoretisch alle Zeit der Welt lassen, bis die Kamera sie kombiniert. Bin ich fertig, rödelt selbst die 1D X Mark II beim Speichern ein paar Sekunden. Das darf man nicht vergessen.

    Canon Academy – Kooperation und Austausch

    In Kombination mit der Blitzanlage herrscht zunächst leichte Verwirrung, wie nun genau die optimale Einstellung sein muss. Zack, da ist ein Foto gut, aber keiner weiß mehr ob nun hell, dunkel oder additiv eingestellt war. Die Exif-Daten zeigen das nicht an. Aber der Versuch macht klug. Jeder hilft jedem und schließlich sind alle zufrieden. Genau das macht einen Workshop aus.

     

    Kooperation und Austausch bringen jeden Fotografen weiter, egal auf welchem Niveau er sich gerade befindet. Ich prösel ja viel für mich alleine herum, aber Veranstaltungen dieser Art heben mich auf eine neue Ebene. Sowohl technisch als auch menschlich. Sie holt mich aus meiner Ecke des Einzelkämpfers. Eine Person, eine Kamera. In einer entspannten Atmosphäre kann der Austausch unter mehreren Einzelkämpfern sodann Früchte tragen. Wenn sie denn offen und kommunikativ sind. Das Bad in den eigenen Eitelkeiten sollte hier nicht eingelassen werden. Nur dann nimmt jeder Teilnehmer, bewusst oder unbewusst, etwas mit.

    Ähnliche Artikel

    Test: Das Canon EF 11-24mm 1:4,0L USM – 3

    Ballett

    Schwanensee – Die große Pose von damals

    Test: Love! Das Canon EF 50mm 1:1,2L USM