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Sehr Sauber! Die Canon PowerShot G1 X Mark III

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Die Canon PowerShot G1 X Mark III hat mich fast zwei Monate begleitet. Mittlerweile habe ich also eine ganze Menge über das Flaggschiff der kompakten Canon G Serie zu sagen. Tom und ich haben im März eine kleine Tour durch Berlin gemacht. Wir hatten großartiges Licht aber grauenhafte Temperaturen, die eher suboptimal für einen entspannten Stadtbummel waren.

Mit meinem Bericht über diese Kamera habe ich also gewartet, bis das Leben wieder draußen stattfinden kann und alle so richtig in Urlaubsstimmung sind. Denn für eure Reisen – egal wohin sie gehen – kann die G1 X Mark III in jeder Hinsicht eine Bereicherung sein. Anhand meiner Fotos aus Berlin möchte ich euch nun die Kleine mit dem großen Wums ein bisschen näher bringen.

Mit Tom in Berlin. Der März brachte dort -5 Grad mit noch kälterem Wind. Ohne Handschuhe froren mir in Minuten die Finger ab. Einen Touchscreen kann ich bei solchen Temperaturen nicht mehr bedienen.

Mit Tom in Berlin. Der März brachte dort -5 Grad mit noch kälterem Wind. Ohne Handschuhe froren mir innerhalb von Minuten die Finger ab. Einen Touchscreen kann ich bei solchen Temperaturen nicht mehr bedienen.

Schütze deine G1 X Mark III – Eine Tasche für die Tasche

Meine Taschen sind Gräber. Tief auf ihrem Grund gibt es alles, was das Herz begehrt. Kaugummis, mein Portmonnaie aus dem ständig das Kleingeld herauspurzelt, kleine Plastiktüten, mein Schlüsselbund, mein Handy, Visitenkarten, irgendwelche Bons, Quittungen, Notizen, Lippenstifte, eine Tube Handcreme und drei Millionen winzige Krümel.

Grundsätzlich gehe ich mit meinen Kameras und Objektiven sehr pfleglich um, aber sie sind auch Arbeitsgeräte, die viel aushalten müssen. Regen, fliegender Sand, Schlammspritzer und einen Kurzzeitparkplatz in der feuchten Wiese müssen sie ohne zu Mucken wegstecken können. Doch die Großen sind keine Taschenkameras. Die G1 X Mark III ist eine. Ich tue sie – schwupp – rein in den Lederbeutel, in dem sie sich zu vielen anderen nützlichen Dingen gesellt. Leider aber auch zu den vielen oben erwähnten Krümeln, die sich dort mit der Zeit ansammeln. Diese mikroskopisch kleinen Lästigkeiten schaden der Mark III zunächst nicht, sehen aber blöd aus, wenn man sie wie ich fotografieren muss. Natürlich putze ich das Schmuckstück bevor ich sie ablichte, dennoch bleiben immer kleine Placken.

Langfristig denken, bitte!

Man denke also bitte langfristig und leiste sich eine kleine Tasche für die Taschenkamera. Denn Dreck in kleinster Form setzt sich geballt irgendwann in die Bedienelemente und dann ist Schluss mit „Raus und Klick“. Mein zweiter Tip für den ganz sicher wiederkehrenden Winter sind Handschuhe, mit denen man ein Touchdisplay bedienen kann. Dann klappt das auch bei Temperaturen unter Null mit der G1 X Mark III ganz ohne Schmerzen. Angesichts des aktuell sehr sommerlichen Lüftchen scheint dieses Gefühl sehr weit weg. Doch eine Kamera dieser Klasse ist ja kein Billiglatschen für eine Saison, sondern bringt einen deutlich längeren Lebenszyklus mit. Sie ist wie ein richtig, ich meine ein richtig, richtig gutes Paar Schuhe, das wie massgefertigt nicht am Fuß, sondern in der Hand liegt. Ich habe da ein paar Stiefeletten von Gianvito Rossi! Aber das führt zu weit.

Canon PowerShot G1 X Mark III – Profiqualität handlich verpackt?

Was also gefällt mir an der Canon PowerShot G1 X Mark III so gut? Ganz weit oben, mit 100 von 100 Punkten steht die Abbildungsqualität. Man stelle sich das mal vor: In der Canon EOS 1D X Mark II wohnt ein Vollformat-Sensor mit 20,2 Megapixeln, die G1 X Mark III hat einen APS-C Sensor und bringt 24,2 Megapixel auf die Waage. Die Dateien aus der 1D X Mark II – immerhin das oberste Topsportmodell bei Canon – sind 5472 x 3648 Pixel groß, die aus G1 X Mark III 6000 x 4000. Die Größe der Dateien sagt natürlich zunächst nichts über die Qualität aus, aber mein lieber Schwan, die Detailtiefe ist wirklich toll. Nein, man darf einen Spiegelreflexboliden nicht mit einer Kompaktkamera vergleichen, aber wenn ich schon mal dabei bin.

Schaut euch bitte in der Galerie an, was das Zoom der G1 X Mark III leistet. Die Fotos vom Reichstag und vom Brandenburger Tor sind beide jeweils aus der gleichen Position fotografiert. Die Bilder von der Quadriga sind schon schick, aber die vom Reichstag finde ich deutlich aussagekräftiger, da ich mit 15 und 45 mm die kürzeste und längste Brennweite der Kamera genutzt habe. Die Schärfe der Details finde ich richtig beeindruckend.

 

Display oder Suchertyp?

Das dreh- und schwenkbare Touchdisplay der G1 X Mark III bietet die Möglichkeit, aus sehr tiefen Positionen zu fotografieren. Ich muss mich nicht auf den Bauch werfen, sondern kann von oben gucken und den Ausschnitt in aller Ruhe exakt auswählen. Das beugt verdreckter Kleidung und bösen Unterkühlungen vor. Ebenso kann ich über das Display alle Einstellungen der Kamera vornehmen. Ich bin allerdings ein „Suchertyp“. Oft habe ich den Bildausschnitt ganz wie gewohnt über den kleinen, elektronischen Sucher ausgewählt, dann aber schnell gelernt, dass das über das Display deutlich besser geht. Ein Fingertip, piep und fertig. Immerhin hat der Fotograf die Wahl zwischen Display und elektronischen Sucher. Ich habe ein paar Probleme mit letzterem, was aber ganz sicher der Macke einer Puristin geschuldet ist.

Wie Canon verspricht, fokussiert die G1 X Mark III tatsächlich sehr schnell. Im Highspeed-Modus macht sie dann locker 7 rattenscharfe Bilder die Sekunde. Der vierstufig Bildstabilisator erlaubte mir zudem lange Belichtungszeiten aus der Hand zu fotografieren. Das kommt mir persönlich natürlich sehr nahe. Ich muss allerdings zugeben, dass ich einerseits aus purer Bequemlichkeit und andererseits aus blanker Neugier fast nur im Automatik-Modus fotografiert habe. Ich wollte mal ganz genau gucken, was die Kompakte aus verschiedenen Lichtsituationen macht. Und ich habe – ganz gegen meine Gewohnheit – ausschließlich im JPG-Format fotografiert. Schließlich wollte ich abends im Hotel die Fotos sofort auf mein iPad Pro ziehen. RAWs hätten selbst dessen Speicher zum Platzen gebracht. Außerdem haben RAWs in meinen Augen wenig mit Mobilität, sondern viel mehr mit stationärer Arbeit zu tun.

In der U-Bahn: 15mm, 1/30 sek., ISO 500, f/2,8

In der U-Bahn: 15mm, 1/30 sek., ISO 500, f/2,8

Kompakt und mobil

Eine kompakte Kamera, die unserem Wunsch nach Mobilität in jeder Hinsicht entspricht, sollte auch als solches genutzt werden. G1 X Mark III lässt sich über Bluetooth so nett und einfach über die Canon Camera App (kostenlos im App Store) mit meinen mobilen Geräten verbinden, dass ich nach unserem ersten Tag in Berlin noch vor dem Abendessen alle Fotos auf meinem iPad zur Weiterverarbeitung liegen hatte.

Viel machen musste ich an den JPGs ohnehin nicht mehr. Ich habe sie lediglich beschnitten und fertig. Das ist der große Vorteil des Automatik-Modus und der JPGs, die „echte Fotografen“ oft so sehr verpönen. Mit gerümpfter Nase. Ja, ich fotografiere auch fast nur RAWs. Aber in Bezug auf die kompakten Kameras ist das in meinen Augen sehr kurz gedacht. Motiv und Ausschnitt wählt schließlich immer noch die Person hinter der Kamera. Dann ist es vollkommen wurscht ob sie ein JPG oder ein RAW fotografiert. Die RAWs bieten lediglich mehr Spielraum in der Nachbearbeitung. Die JPGs – immer nur solche, die aus einer wirklich guten Kamera kommen – sind fix und fertig. Und vor allem wunderbar leicht hin und her zu schieben. Und das wollen wir doch alle, wenn wir unterwegs sind. Mit der G1 X Mark III  kann ich quasi im Vorbeigehen Facebook und Instagram mit Fotos auf höchstem Niveau bestücken.

 

Warum nun die G1 X Mark III?

Weil sie das Canon-Topmodell der Kompakten ist? Weil sie neu ist? Monatlich kommen neue Kameras auf den Markt, die immer ein bisschen mehr können, als ihre Vorgängerinnen. Theoretisch käme ich aus dem Kaufen nicht mehr heraus. Fakt ist, dass eine neue Kamera ihr älteres Schwestermodell nicht schlechter macht, sie bietet nur ein bisschen mehr an. Die Canon PowerShot G7 X Mark II z.B. ist immer noch genauso gut wie vor knapp zwei Jahren und bietet auch schon die Connectivity für den Post von unterwegs. Mit rund 600,- Euro ist sie deutlich günstiger als neu G1 X Mark III, die um die 1000,- Euro kostet. Allerdings ist sie einen Tick kleiner, hat „nur“ 20,1 Megapixel, einen internen Blitz aber keinen Blitzschuh, wie sie die G1 X Mark III zu bieten hat. Darüberhinaus gibt es viele, kleine Details, die sie unterscheiden.

Ich meine, wer jetzt eine kompakte, wirklich aktuelle und hochwertige Kamera für seine Reisefotografien, für Reportagen oder für die Alletagefotografie sucht, der sollte etwas tiefer in die Tasche greifen und sich für die große G1 X Mark III entscheiden. Sie produziert eine sagenhafte Bildqualität. Farben, Schärfe, Detailtiefe – alles da. Und das ist doch das, was hinten raus kommen muss.

Keyfacts zur Canon PowerShot G1 X Mark III :

Typ – Digitale Kompaktkamera
Zielgruppe – anspruchsvolle Amateure, Profis
Best for – Reportage, Reise
Gewicht– 765 Gramm
Sensor – APS-C CMOS-Sensor
Pixel effektiv – 24,2 MP
Bildprozessor – Digic 7
Zoom  – 3 fach optisch
Brennweite – 15 bis 45 mm
Höchste Blendenzahl – 1:2,8 bis 5,6
Reihenaufnahmen – 7 B/s
Movie: – Full HD 60 p
ISO-Empfindlichkeit – Auto ISO 100 – 25.600
Sucher – elektronisch
Touchscreen – 3 Zoll, dreh- und schwenkbar
Kartenschächte – 1 x SD
Connectivity – WLAN, Bluetooth
Kartenslot – 1 SD
Gewicht – rund 400 Gramm

My two cent – Eine fabelhafte Kompaktkamera für Reise und Reportage

Preis: rund 1000,- Euro

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Die Canon PowerShot G1 X Mark III wurde mir von Canon zum Testen zur Verfügung gestellt.

1 Kommentar

  1. [quote]Gewicht– 765 Gramm[/quote]
    oder
    [quote]Gewicht – rund 400 Gramm[/quote]

    Ich nehme das mal als Schusseligkeit hin.
    Was ist eigentlich mit den Ecken bei Offenblende? Die 1 Zöller G7xII schneidet da ja sehr grausam ab.

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