The Daily Irrsinn

Schrankwand auf der Flucht

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Es ist erstaunlich wie mutig und/oder unverfroren zwei Whippets sein können, wenn sie beschließen, dass eine canide Schrankwand in Gestalt eines russischen Terriers nichts auf ihrer Halde zu suchen hat.

Ist aber auch blöd, wenn das schwarz-gelockte Monster vollkommen frei von menschlichen Einflüssen über den Hügel spaziert kommt. Ganz weit hinten, irgendwo hinter den Sträuchern waberte zwar ein zartes Loooouuuuiiiie!, aber er stand unverrückbar wie 500 Kilo Eiche Rustikal. Mono blickte konsterniert. Er kannte den Hund nicht. Ich übrigens auch nicht. Mein rechter Zeigefinger glitt in Dannys Halsband. Bleib mal hier Kleiner. Looooouuuuuiiiie!

Schrankwand auf der Flucht
Jagdgeschwader „Fürchterlich“

Die zarte Stimme kam näher, war aber noch lange nicht nahe genug, dass der Schrankwand irgendetwas in ihr Tassenregal hätte sickern können. Sie starrte kurz unter ihrem Pony hervor. Dann setzte sie sich in Bewegung und kam auf uns zu gedonnert. Looouuuuiiie! Jetzt weiß ich, wie ich mich fühlen werde, wenn irgendwann mal ein wütendes Nashorn Kurs auf mich nehmen wird.

Airbus gegen F22

Ich ließ Dannys Halsband wieder los. Lauf um dein Leben! Danny gab Gas. Mono zeitgleich. Doch sie wichen nicht aus, sondern – mir entgleisten fühlbar die Gesichtszüge – stellten das riesige Tier. Sie umkreisten es wie Hornissen einen Bären. Mono teckelte es seitlich und Danny versuchte immer wieder in die buschige Rute zu hapsen. Im Gegenlicht sah ich seine Zähne wie in einem perfekten Scherenschnitt. Immer wieder zog der Terrier panisch seinen Hintern ein, versuchte die beiden abzuschütteln. So als würde sich ein Airbus 380 in einen Luftkampf mit zwei F-22 einlassen. Mutig aber absolut hoffnungslos. Muss er mir jetzt leid tun, fragte ich mich. Nein!

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Schrankwand auf der Flucht
Macht niemals Löcher!

Er lief und lief und lief so schnell er konnte. Es war fast tragisch, aber eine Schrankwand wie er kann nicht wissen, dass er zwei Whippets niemals entkommen wird. Mamaaa!!! Der Mensch, aus dem wohl das rhythmische Loouuuuie! entwichen war, stand etwa 200 Meter weiter hilflos starrend auf dem Weg. Ich pfiff schrill durch meine Finger und war stolz, so stolz wie der stolzeste Kapitän eines Flugzeugträgers, dass beide Kampfjets sofort abdrehten und im eleganten Fluge zu ihrer Basis zurückkehrten. Ich sah noch, wie Louie unter hektischem Gefummel an die Leine gelegt wurde. Dann verschwanden sie und wurden nie wieder gesehen.

Sollte also demnächst irgendwo ein Russischer Terrier als Notfall bei einem Hundepsychologen aufschlagen – das waren wir!

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

6 Comments

  1. Monika Matzak Reply

    Absolut toll und wunderbar!
    Wir haben einen Whippet-Mix…der allerdings schon 14 Jahre alt ist…aber viele Dinge kann ich bestätigen…so sind Whippets…

  2. Guido König Reply

    Hätte sich auch genau so bei uns abgespielt haben können.👍

  3. Pingback: Bäähm! Wenn der Chef endlich auf den Tisch haut. - Doctor Speed

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