The Daily Irrsinn

Gute Frau, ich fühle mich verfolgt!

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“ Zuzuzuzu!“ Eine ältere Dame verließ einen Konditor, an dem ich strammen Schrittes vorbei marschierte. Mono stoppte und markierte einen Laternenpfahl. „Zuzuzuzu!“ Aus ein paar Metern Entfernung versuchte sie Mono und Danny zu locken, doch wie üblich ignorierten sie dererlei Annäherungsversuche. Ich auch.

Gefährliche Windbeutel

Weiter des Weges strullte Danny an einen Baum. Die Dame hatte längst aufgeschlossen und näherte sich uns: „Zuzuzuzu! Uiii ….!“ Was soll das jetzt, dachte ich mir und stellte mich taub. Wenige Meter weiter traf ich die Chefin einer Boutique, die ich nur kenne, weil sie einen Afghanen hat. „Jaaaa, haaaallloooo ihr Süüüßen!“ Es ist ganz typisch für sie, immer erst die Hunde und dann mich zu begrüßen. Wir kommen ins Schnacken. „Zuzuzuzu …!“

Fetzenohr. Die Erinnerung an eine Katzenjagd.
Wir hören wohl, aber wir ignorieren es. Danny Fetzenohr ist eine Erinnerung an eine Katzenjagd.

Da war sie wieder, die Ältliche aus der Konditorei. Sie schob sich an uns heran und versuchte verzweifelt, die Aufmerksamkeit meiner Hunde auf sich zu lenken. Ob sie Windbeutel in ihrer geblümten Tasche hat? Sie wäre die Art von Lady, die die cremige Füllung mit Arsen aufpeppt und ihren wohlhabenden Untermietern auftischt.

Zuzuzuzu! – Laute Spreche ohne Wirkung

Die Boutiquechefin verstand sofort, machte einen Schritt nach rechts und blockte geschickt meine Verfolgerin. „Boah, das kenne ich. Aber an meinen trauen sich die meisten ja nicht heran. Ist auch gut so!“ Sie sprach sehr laut und zwinkerte mir zu. Sie spricht immer sehr laut. Als sie vor ein paar Jahren in einem Friseursalon direkt neben mir saß, hatte ihre Spreche ganze zwei Stunden Zeit, sich in meine Gehörgänge zu brennen.

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„Zuzuzu…!“ Die Ältliche blieb unbeeindruckt. Vielmehr manövrierte sie sich um meine Gesprächspartnerin herum und näherte sich Danny. Ich hatte die Nase voll. „Gute Frau, ich fühle mich verfolgt! Sie sehen doch, dass wir uns unterhalten.“ Ihr Blick war der eines dicken Fisches, der panisch nach Luft ringt. Sie rührte sich nicht vom Fleck. Ich hob meine rechte Hand und winkte demonstrativ. „Hallo!“ Ihr Blick richtete sich starr auf mich. „Gehen sie bitte weiter. Sie belästigen uns!“ Die Boutiquechefin nickte eifrig.

Ruby Rhod auf der Einkaufsstraße

Sie war ganz offensichtlich pikiert, verstand wohl, dass sie unerwünscht war und wandte sich von uns ab. Ich wollte gerade erleichtert durchatmen, als ich in meinem linken Augenwinkel sah, wie sie erst weiter ging und sich dann von hinten wieder an uns heranschlich. „Zuzuzuzu …!“ Ich kenne die Faszination, die Windhunde auf Menschen ausüben. Daher bin ich generell sehr geduldig und verständnisvoll, aber diese Frau machte mich fertig. „Jetzt reicht es mir aber! Lassen sie meine Hunde in Ruhe und gehen sie weiter.“ Die Boutiquechefin rollte mit den Augen und machte eine Handbewegung, als wollte sie ein lästiges Insekt verscheuchen: „Nun gehen sie schon!“ Ruby Rhod trat vor mein geistiges Auge.

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Aufdringlichkeiten dieser Art werde ich niemals verstehen. Ich schwor mir also auf’s neue, meine Hunde nie wieder mit in die Stadt zu nehmen! Wie wunderbar hingegen ist die Einsamkeit unserer Halde. Wir sind mutterseelenallein oder in Begleitung von wenigen, netten Zeitgenossen. Dort gibt es kein hohles Zuzuzuzu …

(Obwohl ich die Fotos sehr mag, weiß ich, dass sie nicht perfekt zum Text passen. Deshalb werde ich sie zu gegebener Zeit durch Stadtszenen ersetzen.)

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

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