The Daily Irrsinn

Sowas wie ein Bremsplatten …

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Hudson hat einen Bremsplatten – Whippets brauchen ihr Leben lang eine gewissenhafte Krallenpflege. Das ist nicht neu. Manch einer lässt seinen Hunden ihre Spikes etwas länger wachsen, andere kappen sie sehr kurz. Gepflegt und kurz ist also eine Ermessensfrage. Doch zu kurz, gerade hinten, ist auch nicht gut. Das mussten Hudson und ich gestern lernen.

Monos und Hudson Krallen sind ein Mal in der Woche dran. Sie sind nicht begeistert, wenn ich den Dremel auspacke, aber sie lassen die Prozedur mehr oder weniger artig über sich ergehen. Das liegt vermutlich auch daran, dass ich keine Diskussionen zulasse. Am Freitag war wieder Dremeltag, gestern waren die Klauen also noch sehr ansehnlich.

Mono und Hudson im Spiel.
Mono und Hudson im Spiel. Es ist schon irre, wie sich ein Whippetkörper verwinden kann.

Nicht gut – Vollgas auf Steinplatten

In der Mittagszeit trieb Hudson völlig unerwartet – zum Glück auf sicherem, privatem Gelände – ein Kaninchen auf, das über Steinplatten in einer neunzig Grad Kurve um ein Gebäude herum flüchtete. Hudson ging Vollgas hinterher. Ich weiß schon lange, dass der Kaninchenbau nahe ist, deshalb fallen Hudsons und sogar Monos Chancen generell minimal aus. Wie erwartet, konnte sich das Tierchen in seinen Bau unter einem dichten Brombeerbusch retten, bevor Hudson überhaupt kapiert hatte, wohin es sich eigentlich entmaterialisiert hatte.

Später zu Hause fiel mir auf, dass Hudson auffällig intensiv seine Pfoten pflegte. Rechtskurve, dachte ich. Zeig mal deine Hinterläufe! Und in der Tat, Hudsons rechte äußere Kralle der rechten Pfote und die linke innere Kralle der linken Pfote sind bis auf das Leben abgesäbelt. Blutig. Hätte er längere Krallen gehabt, wäre das vielleicht nicht passiert. Oder er wäre auf zu langen Krallen ausgerutscht und hätte sich – bei diesem Tempo – vermutlich jeden Knochen gebrochen.

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Mono in den Schwebephase
Mono hatte schon immer Krallen aus Eisen. Noch nie in seinen neun Lebensjahren hat er sich eine von ihnen verletzt obwohl er immer Vollspeed über Stock und Stein geht.

Trockene, harte Böden sind profilmordend

Nun darf ich natürlich fragen, wie oft ein junger Whippet mit dem Wums eines Düsenjets ein Kaninchen über Steinplatten bzw. Asphalt jagt. Das kommt wohl nicht besonders oft vor. Dennoch im Moment ist Regen rar und die Böden, egal wo, derart hart, dass wildes Kurvengeflitze durchaus profilmordend sein kann. Mono hat sich in den letzten zwei Wochen zwei Ballen aufgeschrabbelt. Nicht auf Asphalt, sondern auf einem Mix aus Wiese und Schotter.

Sowas wie ein Bremsplatten …
Hudson und Gianna im Paarlauf. Die beiden zusammen rennen zu sehen, ist immer wieder toll.

Krallen haben einen Nutzen

Die Krallen meiner Whippets haben ihren Nutzen. Sie dürfen gerade auf harten Böden keinesfalls zu lang sein, aber auch nicht zu kurz. Denn sie müssen bei hohen Geschwindigkeiten einerseits Halt bieten, aber auch extremen Abrieb aushalten. Auf weichen Böden sieht das anders aus, denn selbst sehr kurz gestutzte Krallen können sich irgendwie eingraben und das Ausrutschen in Kurven meist verhindern.

Hierbei spielen die Krallen an der Hinterläufen eine ganz wesentliche Rolle, denn Whippets sind Hecktriebler. Haben sie keinen Grip auf der Hinterhand, kriegen sie ihre Kraft nicht auf die Straße, ähnlich wie ein 911er der unter Vollgas auf Schnee starten will. Die Vorderläufe beziehungsweise die Karpalgelenke hingegen stabilisieren und dirigieren. Sie müssen den Schub aus den Hinterläufen und der Lende in die richtige Bahn lenken, in engen Kurven enorme Fliehkräfte aushalten und verlässliche Stützen beim Bremsen sein. Deshalb sind intakte Daumenkrallen so wichtig. Aber das ist eine andere Diskussion.

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Sowas wie ein Bremsplatten ...
Vollbremsung vor dem Ball aus Höchstgeschwindigkeit. Da müssen die Beine der Whippets ordentlich was aushalten können.

Wenn Whippetwelpen laufen üben, kann man gut beobachten, dass sie noch oft von ihrem eigenen Popo überholt werden. Man sieht also genau, wo die Kraft herkommt. Mit der Zeit lernen sie dann, Heck und Front zu koordinieren.

Man könnte aus der Whippetkralle an sich eine Wissenschaft machen. Whippets, die auf einer Sandbahn laufen, nutzen längere Krallen für einen besseren Grip in den Kurven. Verständlich. Für einen Alltag, wie wir ihn pflegen, wäre diese Länge vollkommen untauglich und in vielen Fällen sogar gefährlich. Hier dürfen die Krallen im Stand auf keinen Fall den Boden berühren. Wir hatten bisher keine einzige Verletzung, deshalb bleibe ich bei dieser Taktik. (Fotos dazu reiche ich nach)

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

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