The Daily Irrsinn

Sag‘ nie wieder Fellkind!

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Ich habe kein Fellkind, ich habe keine Fellnase, kein Fur Baby und erst recht keine Fellseele. Ich nutze weder Maulis noch Medis. Ganz im Gegenteil, ich könnte jedes Mal ausflippen, wenn ich von Fellkindern und ihren Verwandten lesen muss.

Fellnasen hätten Fell an der Nase

Habt ihr schon einmal Kinder gesehen, die unter Hypertrichose leiden? Schaut sie euch an. Nie mehr wieder werdet ihr eure Hunde Fellkinder nennen. Eure Hunde sind nämlich nicht eure Fellkinder und sie sind auch keine Fellnasen. Sie sind – völlig wertfrei – schlicht Hunde. Wären sie Fellnasen, dann hätten sie Fell auf ihren Nasen. Meine und alle anderen Hunde, die ich kenne, haben kein Fell auf ihren Nasen und wenn, dann würde ich mir Sorgen machen. Sie haben Fell auf ihrem Fang und sonst überall, aber genau nicht auf ihren Nasen.

Ist das Wortklauberei? Oder muss ich gar Verständnis für diese entsetzliche Sprachverschiebung haben? Vielleicht. Ich will es aber nicht. Denn die so betitelten Tiere haben das einfach nicht verdient. Sie sind nicht eure Kinder, sie sind Hunde. In der Folge seid ihr nicht die Mamis und Papis, ihr seid ihre Besitzer, ihre Halter, ihr Zuhause, ihre Sicherheit, ihre Ernährer. Ihr seid ihr Halt und ihr Leben. Behandeltet ihr sie so, wie eure Bezeichnung Fellkind impliziert, dann tätet ihr ihnen Unrecht.

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Hudson ist kein Fellkind. Er ist ein ernstzunehmender Whippet.
Hudson ist kein Fellkind, sonder ein ernstzunehmender Whippet. Er kann den verbalen Puderzucker nur ganz schwer ertragen.

Ein Schwall aus rosa Zuckerguss

Warum muss alles rund um den Hund immer so furchtbar emotional aufgeladen und Wattebäuschchen weich sein, dass jeder vernünftige Gedanke unter einem dicken, zähen Schwall aus rosa Zuckerguss erstickt? Lese ich von einem außer Kontrolle geratenen Mali, dem ein Mauli mit ganz viel Geduld und noch mehr Leckerchen über sechs Wochen antrainiert werden soll und Bachblüten zudem zur Stressbewältigung angeraten werden, dann bin ich verstört. Und zwar ernsthaft. „Habe Mitleid mit der armen Fellseele (fünf Herzchen, ein Kussmund)!“ Wie verständnisvoll und vor allem wie niedlich. Bei mir wäre der Maulkorb druff und fertig. Ganz ohne Herzchen, Kussmund. Aber ich schreibe das so leicht dahin, weil ich nur zwei echt nette Whippets habe, die niemals auf die Idee kämen, Menschen gegenüber ihre Zähne auszupacken. Dennoch, Sportmaulkörbe stecke ich ihnen einfach so, ganz ohne Diskussion auf die lange Nase. Bisher gab es keine Beschwerden.

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Bin ich zutiefst kaltherzig, wenn ich das Wort Hund nutze? Liebe ich meine Whippets weniger, weil ich sie Hunde und nicht Fellkinder nenne? Nennte ich sie so, was würden mein Mann und mein Sohn dazu sagen? Vermutlich nichts. Sie würden mich noch am gleichen Tag einliefern und unter passende Medis (schüttel!) setzen lassen. Ich würde mich ganz sicher heftig wehren, so dass man mir einen Mauli verpassen müsste. Ganz ohne Bachblüten.

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

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