The Daily Irrsinn

Dita von Teese im Pelzmantel

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Dita von Teese trägt keine Schuld, aber ich habe so unfuckingfassbar die Nase voll! Mono und Hubi drehen seit mehr als vier Wochen derart hohl, dass ich keine passenden Worte finde. Sie kommen gar nicht mehr runter von ihrem Tripp, weil eine läufige Hündin nach der anderen mit purer, ganz sicher bösartiger Absicht unseren Lavendel markiert.

Hubi weiß erst seit kurzem, dass er ein Mann ist. Ihm scheint allerdings ein Kugelblitz ins Hirn geschlagen zu sein, der sämtliche seiner ohnehin sparsam zugeteilten Hirnzellen auf ewig verödet hat. Der sonst so gelassene Mono war schon immer ein Fan der holden Weiblichkeit und in ihrer Umwerbung sehr nachdrücklich. Doch, verdammt noch eins, er muss nicht jeden Mülleimer und jede Laterne ablutschen.

Zwei Weicheier auf sommerlicher Treibe

Genau die beiden Weicheierrüden, die mich bei Regen und Kälte morgens verstockt anglotzen, weil sie nach vierzehn Stunden ganz sicher nicht pinkeln müssen, stehen mir seit Wochen ab 5:30 Uhr auf den Hacken. „Gehen wir raus? Gehen wir raus?“ „Nein! Später! Wenn es dringend ist, geht in den Garten, sonst sind eure Ostereier bald Geschichte. Schnipp, das geht ganz schnell.“ Und dann: „Ach ne, das geht nicht. Wir haben ja noch Pläne mit euch. Mist!“ Dann muss ich sie energisch auf ihren Platz schicken, damit ich in Ruhe einen Kaffe trinken kann.

Wenn die Jungs frei laufen, dürfen sie so viel Mädchenpipi inhalieren, wie sie wollen, doch an der Leine ist Sense. Einer zackt nach links, der andere nach rechts. Natürlich müssen sie schnüffeln dürfen, doch sobald sie anfangen zu schnattern und zu sabbern, lasse ich den Hammer kreisen. Weiter!

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Monos Traum. Es fehlt nur noch der Pelzmantel.

Monos Kopfkino – Dita im Flokati

Ein fremder Wuschel kam neulich freundlich auf uns zu gelaufen. „Die tut nichts! Die ist nur läufig.“ Die Wuscheline wuschelte sodann lasziv um meine angeleinten Rüden herum. Sie waren überaus erfreut über das Angebot und wähnten sich ad hoc im Paradis. Monos Kopfkino konnte ich mir lebhaft vorstellen: „Dita von Teese im Pelzmantel. Wie geil ist das denn?“

Das sind Momente, in denen ich gerne eine kanadische Langaxt zur Hand hätte. Nicht etwa um Hund oder Mensch zu verletzten, sondern um ein Zeichen zu setzten. Leider ist ein Werkzeug dieser Größe zu unhandlich, um es bei Spaziergängen unter der Jacke zu tragen. Zudem sähe das komisch aus und ich käme vermutlich in ein falsches Licht. Deshalb muss ich bei solchen und ähnlichen Begegnungen zumindest verbal Schädel spalten, damit ich nicht komplett durchdrehe. „Nehmen sie ihre Hündin bitte an die Leine! Wir sind hier recht flott und dann haben sie noch zehn von dieser und schlimmerer Sorte am Hals.“ „Wie, die sind nicht kastriert?“

Dita von Teese im Pelzmantel
Mono träumt. Nein, ich werde ihn ganz sicher nicht kastrieren lassen.

Wie ein angeschossenes Nashorn

Nach vier Wochen Theater war meine Reizschwelle die eines angeschossenen Nashorns. Ich schüttete also dieser ignoranten Tante meinen angestauten Frust wie einen Kübel Fäkalien über ihren schlecht geschnittenen Shaggy-Bob. „Was denken sie eigentlich, tun sie hier? Ihre Hündin ist läufig und sie lassen sie lustig in fremde Rüden rein rennen?“ Ein stumpfer Blick traf mich. Sie hörte mich zwar sprechen, war aber nicht in der Lage, meinen Code zu entschlüsseln. „Hallo? Verstehen sie, was ich sage? Nehmen sie ihre Hündin an die Leine, sonst haben sie in ein paar Sekunden eine sehr trächtige Hündin.“ Mono hatte sich die Wuscheline schon in Position gerückt. Ich packte Mono am Halsband. „Nein!“

So ungefähr hörte sich Hubi an. Das kann Ohrenbluten zur Folge haben.

„Also, ich persönlich kenne nur kastrierte Rüden!“ Die Hündin winkte mit der roten Laterne. Hubi jodelte wie Franzl Lang in seinen besten Tagen. „Nehmen sie ihre Hündin weg. Sofort!“ Sie nestelte nach dem Halsband und zog ihre Wuscheline zu sich. „Warum sind ihre Rüden denn nicht kastriert?“ „Warum? Warum ist ihre Hündin nicht kastriert? Sind sie Züchterin?“ Ich kochte. Sie plusterte sich auf eine Weise auf, die mich fast ängstigte. „Nein die OP ist mir zu teuer. Die Tierärzte nehmen es ja von den Lebendigen!“ „Ach! Und ich soll also indirekt ihre Tierarztkosten übernehmen, indem ich meine Rüden kastrieren lasse, damit ihre Hündin auch in den Stehtagen frei laufen kann? Sie merken schon, wie abstrus das ist. Oder?“ Mein Ton war so scharf, dass ich die imaginäre Axt gar nicht gebraucht hätte.

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Hat er denn eine Axt dabei?

„Ja, aber …“ Sie schnappte ganz komisch nach Luft. Die Hündin wedelte fröhlich. „Nichts aber. Es gibt kein Aber. Sie nerven.“ Ich würde Mono wieder dreihundert Meter über den Schotter schleifen müssen. Er würde am Abend wieder nicht fressen und in Hubis Kopf würde wieder totales Chaos herrschen.

Ohne ein weiteres Wort drehte ich mühsam ab. Das war vertane Liebesmühe auf der kompletten Bandbreite. Sie wird die Zusammenhänge niemals verstehen und sie wird ihre Sicht auf die Dinge niemals ändern. Als ich endlich um die Ecke verschwinden konnte, warf ich einen Blick zurück. Die Hündin lief wieder frei und hatte sich schon recht erfolgreich an einen potenten Weimaraner-Rüden angewanzt. Das ist nicht mehr mein Problem, dachte ich. Hoffentlich hat sein Besitzer eine Axt dabei.

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

1 Comment

  1. Ich hätte die beiden von der Leine gelassen! Sollen doch auch ihren Spaß haben 😄

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