The Daily Irrsinn

Der Tag, an dem ich den Kampfmops kugelte

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Da lag er nun der schwarze Kampfmops. Quasi fertig für den Ofen in seine Flexileine eingerollt war er stumpf an der Bordsteinkante abgeprallt und versuchte nun vergeblich sich aufzurappeln. Ein keifender Rollbraten, dachte ich.

Aber wie komme ich dazu, einen Mops mit meinen Boots über des Asphalt zu katapultieren? Das ist im Grunde schnell erzählt. Mono, Hudson und ich kommen um die Ecke, Kampfmops sieht uns, reißt seinem Besitzer die Flexileine aus der Hand, rennt um mich herum und geht ansatzlos auf Hudson los. Warum? Gute Frage. Das weiß kein Mensch.

Der Tag, an dem ich den Kampfmops kugelte
Hubi wusste gar nicht, wie ihm geschah, als ihn der wütenden Mops angriff.

Kampfmops im Anmarsch

Da ich der festen Überzeugung bin, dass meine Hunde nichts auszufechten haben und ich diejenige bin, die sie zu beschützen hat, musste ich das tobende Tier natürlich abwehren. Und das tue ich ganz sicher nicht mit meinen Händen, sondern nutze meine Füße. Der schwarze Kampfmops versuchte also, Hubi in die Seite zu beißen. Ich schob das recht kleine aber sehr wütende Tier noch recht sanft zur Seite. Schließlich wollte ich ihn nicht ernsthaft verletzen. Doch ein echter Kampfmops lässt sich davon nicht beeindrucken.

Er kam zurück und versuchte noch einmal Hubi zu packen. Mein Fuß schnellte wieder vor. Diese Mal etwas heftiger. Komplett unbeeindruckt von meiner Gegenwehr schoss er wieder auf Hubi zu. Lernen durch Schmerz, dachte ich. Ich erwischte ihn, hob ihn mit meinen rechten Fuß hoch und lupfte ihn wie einen Fußball von uns weg. Kurz darauf schlug auf den Asphalt unserer zum Glück sehr ruhigen Sackgasse, rollte noch zwei Meter um seine Längsachse und landete mit einem dumpfen Puummp an der Bordsteinkante.

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Nun lag er da, eingerollt in seine Leine und war fest entschlossen, einen neuen Angriff zu starten. Das sah ich in seinen Augen. Doch zu unser aller Glück hatte sein Besitzer endlich die Fassung wieder gefunden und eilte dem schwarzen Teufel zu Hilfe.

Der Tag, an dem ich den Kampfmops kugelte
Mono und der Mops freilaufend auf einer Wiese? Diese Szene würde den Begriff Rollmops ganz neu definieren.

Mit der Pfanne zwischen die Augen

Ich kenne diese Leute schon sehr lange. Sie sind hinreißend lieb und haben zwei ebenso hinreißend süße kleine Terrier, die Mono und Hudson sehr lieben. Doch seitdem der schwarze Mops dabei ist, gerät jede Begegnung zum Fiasko. Denn der Zwerg flippt komplett aus sobald er einen anderen Hund sichtet. Leider wird er dann nicht reglementiert, sondern nur weiter gezerrt. „Hör mal, ihr müsst dem mal eine gusseiserne Pfanne zwischen die Augen hauen, damit er kapiert, dass er sich so nicht zu benehmen hat.“ Ich war sicher, Mono dazu nicken gesehen zu haben, denn er würde sich den Pöbler sehr gerne mal zu Brust nehmen und den Begriff Rollmops gleich neu definieren.

Natürlich habe ich das mit der Pfanne nur im übertragenen Sinn gemeint, aber wenn ich sehe, wie diese größenwahnsinnige Kreatur auch noch betüddelt wird, wenn sie gerade versucht hat, einen anderen Hund anzugreifen, dann platzt mir der Kragen. Doch Hubi war unverletzt. Ich ließ es also gut sein.

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Kommunikation ist alles

Am nächsten Abend lief mir der nette Nachbar wieder über den Weg. Dieses mal ohne den schwarzen Teufel. Er entschuldigte sich tausend Mal, versicherte, dass er vollkommen perplex war und in der Folge falsch reagiert hätte. Sie hätten absolut keine Ahnung, warum der Mops sich derart aufführt und wären mittlerweile völlig verzweifelt. Ich freue mich immer, wenn man so miteinander umgehen kann. Kein Knies, keine bösen Worte. Das schlimmste für die Beiden ist, dass das tobsüchtige Tier sie vollkommen isoliert. Sie müssen sich mit ihm verstecken, wenn ein anderer Hund naht. Was für ein Mist. Da bestellt man einen voll netten, easy zu führenden loriotschen Schoßhund und kriegt einen mordlustigen Ninjarollbraten. Na, wenn das kein Leidensdruck ist!

(Der Mops auf dem Titelfoto ist der allerliebste Teddy von unserer Nachbarin Josephine. Er ist der netteste Mops auf der Welt und steht nur stellvertretend für den Kampfmops).

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

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