Polo ist ein extrem schneller, sehr harter und durchaus gefährlicher Sport. Zwei mal vier Pferde, obenauf scheinbar schwerelose Reiter, Tempo, dass die Erde bebt. 2016 durfte ich das erste Mal ein Polo-Turnier fotografieren. Ich wollte das schon immer machen und freute mich sehr, dass der Rhein Polo Club Düsseldorf e.V mich so überaus freundlich empfangen hatte.
Faszinierend schnell
Ich wusste nichts von der Szene und kannte niemanden. Heute, nach drei Saisons am Polofeld, kann ich viele der Hobbyspieler und auch die meist argentinischen Profis einordnen. Sie sind die virtuosen Zauberer, die Spielmacher, die Stars. Ihre Gesichter tauchen immer wieder auf, ob nun beim High Goal (sowas wie die Champions League) oder z.B. beim Last Of The Season Cup in Düsseldorf. Tatsächlich bin ich manchmal nicht sofort sicher, welches Foto von welcher Veranstaltung ist, weil Profis wie Miquel Duggan oder Titu Ruiz Guignazu (mit Handycap +8 einer der besten Polospieler der Welt) wie Nomanden von einem Turnier zum anderen ziehen.
Das Auswahl der Fotos ist mir wie immer extrem schwer gefallen, hier nun ein paar meiner Lieblingsbilder. Natürlich werde ich die Galerie beizeiten ergänzen.
Carlos Alberto „Berti“ Salazar.Last of the Season Cup 2018 beim Rhein Polo Club Düsseldorf e.V.Last Of The Season Cup 2018 beim Rhein Polo Club Düsseldotf e.V.German Polo Tour 2018, High Goal Cup Düsseldorf1.Polofestival Düsseldorf 2016Last Of The Season Cup 2018 beim Rhein Polo Club Düsseldotf e.V.German Polo Tour 2018, High Goal Cup Düsseldorf
Der argentinische Profi Miquel Duggan beim High Goal Cup in Düsseldorf, German Polo Tour 2017
Spaß bei der Siegerehrung
Santiago Shanahan, Schirri, ich weiß wo dein Haus wohnt!
Spaß bei der Siegerehrung – Patrico Lalor (+5) und Philipp van der Kloot Meijburg (+1)
Der Argentinier Titu Ruiz Guignazu ist mit Handycap +8 einer der besten Polo-Spieler der Welt.
Der kleine Große. Die Spielkünste vom Marco Riglos (+5) durfte ich schon im letzten Jahr bewundern.
Das Pony, das niemand reiten will
Der Photobomber im Hintergrund – genau deswegen mag ich das Foto so sehr.
Gute Laune – Jack Kidd und Kutlay Yaprat
Vollkommen entspannt. Nervöse Tiere findet man beim Polo kaum.
Ohne die Grooms läuft gar nichts – Gute Laune beim High Goal Cup 2017 im Rahmen der German Polo Tour 2017
Santiago ShanahanGerman Polo Tour 2018, High Goal Cup DüsseldorfBitte die „divots“ eintreten. German Polo Tour 2018, High Goal Cup DüsseldorfGerman Polo Tour 2018, High Goal Cup DüsseldorfWenn das „Best Pony“ mal nicht so will wie der Groom. German Polo Tour 2018, High Goal Cup DüsseldorfJuan Correa beim Last of the Season Cup 2018, Rhein Polo Club DüsseldorfPolo Pony im Spa
Polo Pony unter der Dusche
Polo Pony unter der Dusche
Marengo
Brad Rainford-Blackett (Taittinger) beim Rhein Polo Open 2019Pink Ribbon Ladies Cup 2019Santiago Cruz Marambio (Aston Martin) beim Rhein Polo Open 2019Rhein Polo Open 2019 – Ein Groom wartet auf den WechselRhein Polo Open 2019Pferdewechsel beim Rhein Polo Open 2019Rhein Polo Open 2019Santos Anca (Taittinger) und Jochen Stargardt (VR Emotions)Pink Ribbon Ladies Cup 2019Pink Ribbon Ladies Cup 2019Heinrich Dumrath (easybill) und Christobal Durrieu (Leading Buildings) beim Rhein Polo Open 2019Joaquin Copello (Lamborghini) beim Rhein Polo Open 2019Pink Ribbon Ladies Cup 2019Nationalspieler Patrick Maleitzke beim Rhein Polo Open 2019
Rennen und Coursing – Seit nun fünf Jahren besuche ich regelmäßig die Sandbahn des Windhundrennvereins Westfalen-Ruhr. Sie ist hier bei mir um die Ecke, also immer gut für eine spontane fotografische Trainingsstunde. Denn Whippets und Greyhounds auf dem Rundkurs beim Rennen zu fotografieren, ist durchaus anspruchsvoll. Als führe die Formel 1 in einer Suppenschüssel.
Die Hunde sind auf sehr engem Raum extrem schnell. Niemals kann ich voraussehen, in welcher Konstellation sie um eine Kurve kommen. Außer dem Startkasten und der Bande, auf der der falsche Hase gezogen wird, gibt es keine Konstante.
Der einzelne Hund, also das Individuum, interessiert mich bei diesen Aufnahmen nur selten. Viel mehr möchte ich das enorme Tempo der Hunde auf möglichst eindrucksvolle Weise festhalten.
Beim Coursing, also dem Querfeldeinrennen, ist das etwas anderes, denn der Hetztrieb der Hunde spiegelt sich ganz wunderbar in ihren Augen. Auf der Jagd nach dem Plastikhasen vollführen sie teilweise akrobatische Sprünge und Wenden. Die Laufbahn der Hunde ist zwar irgendwie berechenbar aber es gibt immer wieder pfiffige Vertreter, die abkürzen oder versuchen, vor den Hasen zu gelangen. Ihre Wendigkeit ist einfach atemberaubend und es ist immer wieder ein großer Spaß, die besonderen Jagdtechniken der verschiedenen Windhundrassen zu beobachten.
Ich mag Autos. Fast alles, was vier Räder hat, spricht irgendwie mit mir: AMG GT, Corvette, Le-Mans-Prototypen, historische Formelwagen – jeder einzelne von ihnen hat seine ganz eigene Ausstrahlung. Ich versuche immer, das Besondere in und an ihnen zu finden.
Das Brummen im Magen
Ein Rennwagen braucht eine Rennstrecke. Er kann im Stand ganz hübsch sein, aber das ist nicht seine Bestimmung. Er braucht irrsinniges Tempo, Kampfspuren und muss so viel Krach machen, dass man ihn in der Magengrube fühlt, bevor er überhaupt zu sehen ist. Auch deshalb habe ich immer dieses Kribbeln im Bauch, wenn ich an einer Strecke stehe.
RSM Tasco Formel Vau bei der Nürburgring Classic 2018Merlin BR Formel Vau bei der Nürburgring Classic 2018Formel Vau bei der Nürburgring Classic 2018Formel Vau bei der Nürburgring Classic 2018
Das gleiche Kribbeln überfällt mich, wenn ich eine gute Idee habe, wie ich das Wesen eines Autos am besten fassen kann. Manchmal klappt das in der Umsetzung, manchmal aber auch nicht. Und nicht selten liefert dann der Zufall die besten Bilder, wie zum Beispiel den Jeep Cherokee in der Waschstraße. Wir wollten ihn nur waschen, um dann für die Fotos an einen anderen Ort zu fahren. Zum Spaß hockte ich mich mit der Kamera vor die Ausfahrt. Die verglaste und deshalb lichtdurchflutete Waschanlage gibt es nicht mehr. Eine Wiederholung dieses Fotos ist also unmöglich.
Unser Road Trip #pommesdeluxe mit dem Rolls-Royce Ghost II
Das Kribbeln im Kopf
Die Silhouette der Corvette C7 Z06 auf dem Asphalt war ebenso unplanbar. Denn es fing genau in dem Moment an zu regnen, als Tom den Wagen unter die Brücke gestellt hatte, von der aus ich fotografieren wollte. Und so geht es weiter: Die Hand mit dem Handy, die sich aus einer Loge beim 24 Stunden Rennen von Le Mans streckt, der LMP-Porsche von Patrick Dempsey, der auf Rollbrettern in seiner Box steht, die Dame mit den roten Schuhen beim Grid Walk vor den WEC 6 hours of Nürburgring. Es gibt so viele Bilder, die ich mag. Hier nur eine kleine Auswahl.
Am Tetraeder – Unser Road Trip #landmarks2015 mit dem Land Rover Defender auf den Halden des Ruhrgebiets. Ich liebe dieses Foto nach wie vor.Das Geleucht von Otto Piene – Unser Road Trip #landmarks2015 mit dem Land Rover Defender auf den Halden des Ruhrgebiets. The million dollar barn find – This Mercedes 300 SL Gullwing (number 43) was delivered to Maimi 1954. After just ten years on the street it vanished in a barn and stayed there until 2018. I had the chance to shoot this wonderful car earlier this year at the Techno Classica Essen 2019. It was completely original.Classic Days Schloss Dyck 2019Bei der Rallye Köln-Ahrweiler war es nass und bitterkalt. Ich habe beim Fotografieren so gezittert, ein Wunder, dass ich überhaupt ein scharfes Foto mit nach Hause gebracht habe. Ein fetter Audi bei der Rallye Köln-AhrweilerFord Escort im Nieselregen bei der Rallye Köln-AhrweilerCarwash – Auf unserem Road Trip mit dem Jeep Cherokee 2017Wenn die Scheiben glühen – Ein BR01 beim 24h Rennen von Le Mans 2015Die 24h von Le Mans machen ausnahmslos jeden fertig – Ein Steward hält ein Nickerchen vor dem Eingang zum Fahrerlager.Rebellion R-One (AER) beim 24h Rennen von Le Mans 201524h von Le Mans – Blick in die Boxengasse aus der VIP-Loge von Michelin. Lieblingsauto – Der Oreca 05 #47 war mir schon in Le Mans aufgefallen. Sehr fotogen (siehe auch unten)!Der Oreca 05 #47 kurz vor den WEC 6 hours of Nürburgring. Ein Porsche 911 RSR der GT Pro beim Training vor den WEC 6 hours of Nürburgring. Bei Porsche Bei FerrariGirlpowerDer Porsche 911 RSR von Patrick Dempsey und seinem Team in der Box. Rolling Stone – Der Ligier JS P2 (HSR) beim Training vor den WEC 6 hours of Nürburgring. Grid walk vor den WEC 6 hours of Nürburgring. Corvette C7 Z06 Convertible – Ein PrachtstückCorvette C7 Z06 ConvertibleCorvette C7 Z06 ConvertibleEin Lieblingsprojekt – TT meets TT Das Biest im Garten – Der Mercedes AMG GT während unseres Road Trips #silverred2016 in Frankreich. Cooper MK6 bei den Classic Days auf Schloss Dyck Warten auf die nächste Etappe bei der Köln Classic 2017. Unser Lieblingströdler Thierry verkauft vom Silberbesteck bis zu alten Autos alles.
Alle Jahre wieder im Dezember drängt sich uns ein merkwürdiges Gefühl. Wir wollen einen Überblick. Wir wollen Klarheit über das, was wir getan haben und über das, was wir in Zukunft tun wollen. Aufräumen hilft dabei ungemein.
Furbo sieht aus wie eine Tulpenvase mit Deckel, doch die weiße Dose ist weit weniger harmlos. Ihre Kamera überträgt auf eine Handy App, ihr Soundmodul hört mit. Perfekt, um den geliebten Hund rund um die Uhr zu überwachen, so sagt der Hersteller. Egal, wo sein Besitzer sich gerade befindet.
Furbo sieht aus wie eine Tulpenvase mit Deckel, kann aber einiges mehr. In einem 160 Grad Winkel überwacht Furbo den Raum. Über eine App könnt ihr ihre Aufnahmen sehen. Egal, wo ihre gerade seid. Hier wirft der kleine Schacht unten gerade ein paar Leckerchen aus.
Aber muss ich das? Muss oder will ich meinen Hund immer im Auge haben, wenn ich unterwegs bin? Und wenn ja, was nutzt es mir? Ich kenne Hunde, die auf Klautour gehen, sobald ihr Besitzer die Tür hinter sich geschlossen hat. Es gibt Hunde, die das Alleinsein nicht ertragen und ihre Ängste in Zerstörungswut umwandeln. Es gibt Hunde, die Bellen und Heulen bis selbst den Bewohnern der Parallelstraße die Ohren bluten. Und es gibt solche, die schlicht und einfach pennen. Wie meine zwei Whippets.
Was kann Furbo?
Furbo kommt in ansprechender Form mit einem sehr fest sitzenden Bambusdeckel oben drauf. Unter dem Deckel verbirgt sich ein Fach für Leckerchen. In seinem (Furbo verstehe ich männlich) Körperchen trägt er eine Kamera, die im 160 Grad Winkel den Raum überwacht, sowie ein Sound Modul, das in seiner Sensibilität einstellbar ist.
Zuerst stand Furbo direkt neben der Stasi-Röhre, wie wir unsere Alexa liebevoll nennen. Passt, dachten wir.
Ihr nehmt also Furbo, füttert ihn mit Strom und ladet euch die Furbo App aufs Smartphone. Über die App hängt ihr dann Furbo in euer hauseigenes WLAN. Sobald die App mit Furbo sprechen kann, seid ihr verbunden. Dann könnt ihr aus dem Büro, beim Shopping oder von sonst wo gucken, was euer Hund treibt, wenn er alleine ist. Dabei könnt ihr Fotos und Videos machen. Wenn euer Hund Radau macht, gibt es einen Bell-Alarm in Echtzeit aufs Handy. Und wenn ihr wollt, könnt ihr euer Tier sogar ansprechen.
Pawlow lässt grüßen
Als ich gestern am frühen Morgen einkaufen war, habe in der Schlange an der Kasse einen kurzen Blick in die Furbo App geworfen. Einfach aus Spaß, denn ich wusste, dass bei uns Stille herrschen würde (Screenshot unten im Nachtsichtmodus). Hätte ich in diesem Moment den Button für das Leckerchenkatapult (Screenshot unten Mitte) gedrückt, wären zwei Whippets aus dem Schlaf hochgeschossen. Denn diese Funktion arbeitet mit der klassischen Konditionierung. Erst ertönt ein Pfeifton, dann rödelt das Gerät ein paar Sekunden und dann – plöpp – kommen gleich mehrere Goodies geflogen.
Nachtsicht: Ich war heute Morgen einkaufen. Die Furbo App zeigte mir: Ruhe im Karton! In der Mitte unten ist der Button „Leckerchen Out“. Hätte ich den gedrückt, wäre es mit der Ruhe dahin gewesen.
Während unserer ersten Tage stand Furbo oben auf dem großen Buffet Bar, das wir aus Frankreich mitgebracht haben. Hudson wusste innerhalb von ein paar Sekunden, was er tun muss. Pfeifen, Rödeln, Plöpp! Nach ein paar Pfiffen positionierte sich der Kleine exakt unter der Auswurfstelle und fing das Futter aus der Luft. Schlaues Kerlchen. Mono hat auf das Piep zwar reagiert, war aber zunächst zu faul um sich weiter zu engagieren. Nach ein paar Versuchen hatte schließlich auch er den Ton mit den fliegenden Leckerchen verknüpft.
Ich habe ein paar Fotos gemacht, wie Furbo die Leckerchen auswirft. Hupsi war die ganze Zeit dabei. Die Kombi aus Schläue und Verfressenheit hat ihn sehr schnell lernen lassen.
Zum Fotografieren stellte ich Furbo auf den Boden. Ich robbte auf dem Bauch herum und versuchte genau den Moment zu erwischen, in dem die Leckerchen geflogen kommen. Hudson lag die ganze Zeit sehr aufmerksam neben mir. Nach jedem Versuch sammelte er eilig alles ein, was er finden konnte. Gedanklich strich ich sein Abendessen. Wie oben links auf dem Foto gut zu sehen, hält Mono grundsätzlich nichts davon, für sein Futter arbeiten zu müssen.
Kann Furbo helfen?
Der 160 Grad Winkel der Kamera ist natürlich interessant. Sie kann einen sehr großen Raum fast komplett erfassen. Aber wie gehe ich mit den Informationen um, die Furbo mir liefert, wenn ich unterwegs bin? Stehe ich im Stau auf der A40 und bekomme einen Bell-Alarm, dann kann ich ihn zwar zur Kenntnis nehmen, aber nicht eingreifen. Wenn ich am Abend bei meinem Lieblingsitaliener sitze und über die App sehe, dass mein süßer Fiffi mal wieder die Möbel auffrisst, bleibt mir nichts anderes übrig, als genervt mit den Augen zu rollen.
Furbo Dog Camera
Wer findet das nicht süß? Furbo kommt personalisiert mit Leckerchen im Gepäck.
Muscheln Essen bei unserem Lieblingsitaliener. Furbo war dabei und zeigte uns, was unsere drei Whippets treiben, während wir nicht da waren.
Die App während meiner Testschüsse. Viele Leckerchen warf Furbo aus, bis die Fotos endlich saßen.
Die Furbo App gibt es kostenlos im App Store.
In der App kannst du ein Profil deines Hundes anlegen.
Wir packen Furbo aus. Hudson war wieder ganz vorne dabei.
Der dicke Bambusdeckel verbirgt Furbos Leckerchenfach.
Ich habe Informationen über das Verhalten meines Tieres, doch ändern kann ich es in diesem Moment nichts. Es sei denn, mein Tier ist derart auf das piep, rödel, plöpp konditioniert, dass ich es ein ganzes Abendessen lang mit Leckerchen und guter Ansprache bei Laune halten kann. Aber wer will schon zwischen Vitello Tonnato und Spaghetti al Vongole ständig über das Smartphone mit seinem Hund quatschen? Aiii, ja wo ist er denn? Nein, ich habe dir schon tausend Mal gesagt, du sollst nicht den Mülleimer .. und so weiter. Irgendwann kriegt man in dem Restaurant Hausverbot.
(Video unten zur Dokumentation der Bildqualität: Gut zu sehen, wie Hudson sich vor Furbo aufbaut und wartet. Ich im Hintergrund.)
Für Helikopterfrauchen und Helikopterherrchen?
Furbo kommt tatsächlich sehr (Werbung) herzig verpackt und mutet hochwertig an. Eine aktuell hippe French Bulldog macht auf dem Karton das Testimonial. Der Bambusdeckel auf dem Leckerchenfach dürfte wohl auch für sehr versierte Klaufixe ein echtes Hindernis sein, und gestalterisch ist die Hundekamera deutlich hübscher anzuschauen, als die klassischen Überwachungskameras.
Für arbeitende Singles mit einem Hund ist Furbo durchaus eine gute Idee. Wenn der Hund allein ist, dann hilft ein Blick auf ihn vielleicht über einen stressigen Tag hinweg. „Guck mal wie süß!“ Kollegen werden entzückt und das schlechte Gewissen wie weggeblasen sein. Ich meine das gar nicht böse, denn letzteres plagt mich auch hin und wieder, selbst wenn es in den meisten Fällen unbegründet ist.
Manchmal spuckt Furbo die Leckerchen nur sehr marmelig aus. Dann fallen sie aus der Öffnung stumpf nach unten.
Ebenso kann Furbo dokumentieren: Wann und zu welchen Anlässen bellt mein Hund? Zu welcher Uhrzeit fängt er an, Blödsinn zu machen oder die Küche zu inspizieren? Videobeweise helfen ohne Zweifel bei der Ursachenforschung, doch ändern werden sie nichts.
Übrigens, die erste Frage, die meine Familie beim Eintreffen von Furbo gestellt hat war: „Das Ding läuft doch nicht den ganzen Tag?“ Denn Menschen, egal wie sehr sie sich untereinander vertrauen, brauchen ihre Privatsphäre. „Nein, wenn ich mit den Testschüssen fertig bin, ziehe ich den Stecker.“ Denn einen ON-OFF Knopf am Gerät selbst konnte ich nicht finden. Es hat eine Weile gedauert, bis ich kapiert habe, dass ich Furbo in der App an- und abschalten kann.
(Video unten zur Dokumentation der Bildqualität: Hudson will Furbo sagen, dass er nun endlich wieder was ausspucken soll.)
Brauche ich Furbo?
Nein, ich brauche Furbo nicht. Denn ich habe zwei Whippets, die erstens ausgelastet und zweitens selten länger als maximal vier Stunden alleine sein. Sie sind weder Schadnager noch Kläffmonster. Sie fressen keine Möbel, Fernbedienungen oder Bücher. Sie sind einfach nette Hunde, die sich einrollen und schlafen, wenn ich/wir unterwegs sind. Anders gestrickten Hunden muss man vielleicht eine Überwachung aufnötigen. Doch was würde sie bringen außer der Gewissheit, dass sie Schadnager und Klauböcke sind? Furbo könnte eventuell Erziehungsfortschritte dokumentieren. Aber den Rest muss man dann selber tun. Da hilft auch kein piep, rödel, plöpp!
Keyfacts zu Furbo
– 160 Grad Weitwinkelkamera
– 1080 Pixel Full-HD Videoauflösung
– 4-fach digitaler Zoom
– Infrarot Nachtsicht
– zwei Wege Audio
– Leckerchenfach für bis zu 100 Stück
– Deckel aus Bambus
– 199,- Euro
Auf jedem Kindergeburtstag war das so: Nach Kuchen, Gummibärchen und Negerküssen trieb der Zuckerschock die komplette Bande in den Wahnsinn. Anarchisch kreischend rannten alle um den großen Tisch herum, bis es dröhnte: Gleich heult einer!
Machst du mal schnell ein Portrait, bitte! Manchmal geht das wirklich schnell, zack und fertig. Doch richtig gute Portraits von Menschen wie auch von Hunden hängen fast immer am seidenen Faden der einen Sekunde. Es ist der eine Moment, in dem sich eine komplexe Persönlichkeit in einem Ausdruck oder einen Bewegung bündelt. Diesen Moment muss man erwischen. Wenn er nicht kommt, dann ist jeder Versuch vergebens.
Mono
Eine leere Hülle ohne Sog?
Fotograf und Mensch können sich austauschen. Einen Hund kann man lediglich animieren, wenn er es denn überhaupt zulässt. Dazu braucht man in der Regel drei Personen: Eine, die eventuell eine Leine hält, eine die mit einem Spielzeug oder Rufen animiert und eine, die die Fotos macht.
Aus dieser künstlichen Situation können schöne Fotos entstehen. Allerdings habe ich auch schon Hunde erlebt, die resistent gegen jede Ansprache waren. In sich tief verschlossen, mit schönen aber toten Augen starrten sie ins Nirgendwo, als wünschten sie sich in eine andere Welt. Dann nehme ich meinen Finger vom Auslöser. Denn es ist zwischen Hund und Mensch nicht anders als zwischen Menschen. Wenn der Portraitierte kein Vertrauen zum Fotografen hat oder aus welchen Gründen auch immer keine Verbindung aufbauen will, dann kann man es gleich ganz lassen. Leere Hüllen können zwar hübsch sein, einen Sog erzeugen sie allerdings nicht. Hingucken, Weggucken.
Farbe ist hilfreich aber meist hinderlich
Ich bevorzuge die winzig kleinen Momente, die meine Hunde mir täglich anbieten. Ihre Augen spiegeln Neugier, Verunsicherung, Aufmerksamkeit, Blasiertheit, Souveränität, Aufregung, Jagdeifer. Wenn ich Glück habe, dann fange ich in einem Foto ihr Innerstes ein. Diese Bilder müssen nicht zwangsläufig schwarz-weiß sein, aber ich mag es besonders gern, wenn sich der Blick des Betrachters auf das Wesentliche konzentrieren kann. Farben sind hier nicht selten hilfreich, aber meistens hinderlich.
Die Neugier treibt ihn. Hudson entdeckt die Welt. Er will alles sehen, riechen und erleben.
Hudson ist ein fröhliches Kraftpaket. Schon heute zeigt er, was mal aus ihm werden kann.
Hudsons Blick ist aufmerksam und ohne scheu.
Er ist der einzige hier, der ständig seinen Kopf schief legt, wenn er lustige Geräusche hört.
Für seine zehn Monate ist Hudson schon ausgesprochen gut bemuskelt. Und er hat die gleichen akrobatischen Fähigkeiten, die Mono in diesem Alter hatte.
Natürlich kenne ich meine Hunde sehr gut. Ich kann ihre Blicke deuten wie kein anderer, eben weil ich täglich mit ihnen zusammen bin. Genau deshalb bin ich mit Portraits von ihnen besonders pingelig. Schließlich sollen meine Fotos nicht nur einen hübschen Whippet, sondern das Individuum und seinen einzigartigen Charakter zeigen.
Die Jugend ist zu stark gezuckert
Hudson ist erst zehn Monate alt. Er hat sich noch nicht gefunden, zeigt aber ganz offen, wer er im Moment ist. Er ist ein selbstbewusster, kraftvoller, energiegeladener, neugieriger, aufgeschlossener Junghund, der gutmütig ist bis in den letzten Knochen. Im Moment umgibt ihn noch der Puderzucker der Kindheit. In zwei Jahren wird sein Blick ein vollkommen anderer sein.
Dannys recht rund Augen machen seinen Blick kindlich. Wenn er seine Nase zur Seite dreht, weiß er nicht genau, was er tun soll.
Danny ist mittlerweile viereinhalb Jahre alt und in jeder Hinsicht gesettelt. Er ist ein zutiefst lieber, bescheidener und sensibler Rüde. In den letzten Jahren gab es genau zwei Situationen, in denen ich ernst mit ihn werden musste. Er hängt an mir, folgt mir überall hin, zieht meine Gesellschaft einer wilden Jagd vor. Wäre er ein Einzelhund, könnte ich ihn überall – auch in einer Fußgängerzone an einem Samstag Nachmittag – von der Leine lassen.
Das ewige Fragezeichen
Oft schaut er mich an wie ein Kind, das seine Mathehausaufgaben nicht verstanden hat. Über seinem schönen Kopf schwebt im Grunde permanent ein Fragezeichen. Dabei krempelt er sich mir gegenüber derart von innen nach außen, dass ich von ihm eine Fülle von wunderschönen Portraits sammeln konnte, die ihn und seine Persönlichkeit eins zu eins abbilden. Keines von ihnen ist gestellt im Sinne von animiert oder provoziert. Ich habe ihn einfach so erwischt.
Das ist ein typischer Danny-Blick. Er fragt.
Wunderschöner Danny. Portraits müssen nicht zwangsläufig Kopfschüsse sein. Körperhaltung und Attitüde charakterisieren ebenso.
Danny und sein Ohr. Seitdem er etwa ein Jahr alt war, ist es fast immer da. Es ist ein Erbe seines Vaters.
Aufmerksam.
Danny hat einen wunderschönen Kopf und die längste Nase in diesem Haushalt.
Mehr als nur ein Kopfschuss
Doch ein Portrait ist nicht zwangsläufig nur ein Kopfschuss. Körperhaltung und Attitüde charakterisieren Mensch wie Tier, ebenso wie ein Pars pro Toto (dazu an anderer Stelle mehr.) Zwischen Anspannung und Lässigkeit liegt je nach Situation ein weites Feld. Mono ist der König der Lässigkeit, die er in einem meiner liebsten Fotos versammelt hat, wie kein anderer. Nur absolute Souveränität und hundertprozentiges Vertrauen in die Umwelt erlauben eine solche Haltung, die Bände über diesen Hund spricht.
Dieses mittlerweile allgemein bekannte Foto von Mono ist in Farbe deutlich besser, aber hier muss es die schwarz-weiße Version sein.
Generell mag ich es, wenn ein Hund direkt in die Kamera schaut, so dass sich sein Betrachter einem Gespräch nicht entziehen kann. Monos Sanftmut spiegelt sich immer wieder in seinen Augen, ebenso wie seine Sicherheit. Ganz anders als Danny fragt er nicht. Er stellt fest. Oft ändert sich sein Blick von einer Sekunde auf die andere. Dann gleitet sein Interesse von mir ab und wendet sich Wichtigerem zu. Das Standfoto unten in der Galerie zeigt recht deutlich, wie sich das auch in der Körperhaltung zeigt. Mono schaut mich an, doch sein eingezogener Hinterlauf sagt mir, dass er jede Sekunde los sprinten könnte. Er ist und bleibt eben ein Jäger.
Mono kann über Stunden auf einem Hügel sitzen und spähen. Es mag Momente geben, in denen er abwesend scheint, doch das täuscht. Ein kleines Rascheln und er ist wieder voll da.
Bei mir und doch auf dem Sprung. Monos enge Bindung an mich, ändert nichts daran, dass er ein Jäger ist. Sein vorgestellter Hinterlauf zeigt, dass er jeden Moment los preschen könnte.
Ich bin da. Mono fragt nicht: Bist du da? Er sagt: Ich bin da! Er ist einfach großartig.
Entspannung.
Mono hat ein Eichhörnchen entdeckt. Sein Blick sagt mir, dass er kurz vor dem Absprung ist.
Mehr weglassen
Ich habe hier aus mehreren Gründen ausschließlich Fotos von meinen drei Whippets ausgewählt. Sie sind eng mit mir verbunden, zeigen sich deshalb offen und unverfälscht. Täglich sehe ich insbesondere bei Instagram Portraits von Hunden, die derart standardisiert und in einem ästhetischen Mainstream verklebt sind, dass weder die Hunde auf den Fotos noch die Urheber der Fotos auch nur ansatzweise zu unterscheiden sind. Trainierte Posen, trainierte Blicke, immer die gleichen Filter, immer die gleiche Anmutung. Es gibt ein paar bemerkenswerte Ausnahmen, doch in den meisten Fällen erstickt die Persönlichkeit der Tiere unter der ihnen aufgezwungenen Künstlichkeit. Aber das ist nur die Sicht einer notorischen Puristin.
Ja, Mono ist offiziell ein Veteran. Er ist sogar Veteran-Winner Donaueschingen 2018. Darauf bin ich sehr stolz, gerade weil ich diesen Hund so wahnsinnig lieb habe. Die Topform, die er an diesem Wochenende im August zeigte, lag ganz sicher nicht allein am Futter, aber es hat bestimmt einen kleinen Teil dazu beigetragen. Mono testete zu dieser Zeit nämlich das Belcando Senior Sensitive, das nur zehn Prozent Fett hat. Das passte perfekt, denn der Sommer war, wie wir uns alle erinnern, sehr heiß.
Die Geier kreisen. Ich kann hier kein Futter fotografieren, ohne dass mir mindestens zwei Hunde ständig auf den Hacken stehen.
Auch wenn es Tage gibt, an denen ich nicht wahr haben will, dass Mono älter wird, muss ich zugeben, dass sich sein Verhalten in den letzten etwa zwölf Monaten verändert hat. Er tobt deutlich weniger, er rennt deutlich weniger. Gerne trabt er gelassen vorne weg oder neben her, sucht nach Mäusen und schaltet nur dann den Turbo ein, wenn er meint, dass es sich wirklich lohnt. Er hat alberne Tage, aber insgesamt ist er ruhiger als noch vor zwei Jahren. Das wirkt sich zusehends auf seinen Körper aus. Außenstehende werden das vielleicht nicht bemerken, aber der ehemals kräftig bemuskelte Whippetrüde wird schmaler. Er ist nach wie vor kernig, aber seine Sprintmuskulatur reduziert sich.
Die Bedürfnisse ändern sich
Dass Monos Energiebedarf gesunken ist, musste ich mit Schrecken feststellen, als ich wie in den letzten Jahren gewohnt Mitte Oktober vom feinen Lamm auf das recht fettreiche Belcando Finest Croc umgestellt habe. Als Kälteschutz sozusagen. Danny kommt damit klar, Mono hat in kürzester Zeit sichtbar zugenommen. 20 Prozent Fett sind mittlerweile wohl doch zu viel für den Guten.
Veteran Winner Donaueschingen 2018 – Mono, Conte del Aqua semper-crescendo beim Sighthound Festival Donaueschingen 2018, Richterin: Pauline Oliver /GB, Foto: Grzegorz Gebik 2018
Zum Vergleich, in den nun fast elf Monate alten Hudson kann ich den ganzen Tag Futter stopfen, und sogar noch Kekse und Dörrfleisch oben drauf tun. Er würde vielleicht ein bisschen zunehmen, aber dramatisch wäre das nicht. Er macht jeden Weg drei Mal, rennt und tobt wie verrückt, verbraucht also extrem viel mehr Energie, als der ruhige Mono.
Aufgerissen – Das Belcando Senior Sensitive ist für ältere und alte Hunde mit einem geringeren Energiebedarf.
Mit frischem Fleisch wie gewohnt.
Genau der falsche – Der jüngste ist der gierigste und lauert auf alles, was fressbar ist. Das Belcando Senior Sensitive hat für einen knapp elf Monate alten Junghund eindeutig zu wenig Fett.
Weniger Fett, gleicher Nährstoffbedarf
Es wird jedem Hundehalter einleuchten, dass er das Futter an die Aktivitäten und Bedürfnisse seines Tieres anpassen muss. Mir ist das auch klar, doch wie ich das genau tun muss, wusste ich nicht. Beim Silversighthound Day habe ich viel über die Ernährung von alten Hunde gelernt und begriffen, dass es nicht allein um einen geringeren Fettgehalt geht, sondern um viel mehr. Denn das ruhigere Gemüt der Senioren fordert zwar weniger Fett zur Verbrennung, aber der Nährstoffbedarf bleibt der gleiche. Natürlich benötigen sie auch Eiweiß um ihre Muskeln zu erhalten, doch zu viel ist auch nicht gut. Es würde die Nieren belasten. Sie brauchen weniger aber hochwertige Proteine. Omega 3 Fettsäuren erhalten die geistige Fitness. Es ist also viel zu bedenken.
Größenvergleich: links das Belcando Senior Sensitive, oben rechts das Belcando Mastercraft Fresh Salmon und unten rechts das Belcando Finest Croc
Es muss ja auch schmecken
Doch das beste Futter hilft ja nicht, wenn der reife Hund es nicht fressen will. Vor einem Jahr hat Mono schon einmal ein Seniorfutter aus dem Hause Belcando getestet. Er frass es mit Inbrunst über längere Zeit gerne. Ebenso handhabt er das mit Belcando Senior Sensitive. Trotz des geringen Fettgehalts. Immer rein damit, sogar unterwegs als Leckerchen. Wenns schmeckt, ist das doch prima. Einzig die Größe der Brocken verwundert mich ein wenig. Oben ein Foto zum Vergleich: Links das Senior Sensitive, oben rechts das Belcando Mastercraft Finest Salmon und rechts unten das Belcando Finest Croc. Alte Hunde, denen schon einige Zähne verlustig gegangen sind, könnten mit den großen Stücken Schwierigkeiten haben. Aber es gibt ja noch das Finest GF Senior. Das kommt in kleinen Stückchen.
Mono, geboren am 27.06.2010. Er war noch nie wirklich krank, ist körperlich top fit und der tollste Senior, den ich mir vorstellen kann.
Im zweiten Drittel ihrer durchschnittlichen Lebenserwartung treten Hunde in das Seniorenalter ein. Whippets also mit etwa neun Jahren. Mono gehört zwar mit seinen achteinhalb Jahre noch nicht zu den ganz alten Recken, aber die Zukunft ist je eigentlich schon heute und es schadet nicht, gewappnet zu sein. Ich gebe ihm nun noch eine Weile das Belcando Senior Sensitive und werde genau beobachten, wie er sich entwickelt. Sollten ihm die zehn Prozent Fett an kalten Wintertagen nicht reichen, dann bekommt er wieder das Mastercraft mit 15 Prozent.
Es ist stockfinster. Meine drei Whippets wühlen sich begeistert durch einen großen Blätterhaufen. Ich stehe entspannt daneben und halte ihre Leinen locker in der Hand. (mehr …)