Ausprobiert

Test: VSCO – Ein Hauch für Puristen


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Mein Verhältnis zu Fotofiltern aller Art war schon immer gespalten, aber VSCO (gesprochen wisko) bietet einer Puristin wie mir den kleinen Extrahauch.

Mit digitalen Girlanden in Form von Blätterchen, Sonnenstrählchen, waberndem Kunstnebel und Öltextur kann man mich jagen. Das lenkt alles ab vom Wesentlichen und macht ein Foto nicht besser sondern höchstens gefälliger. Geschmacksache, sicher! Und eine Frage des Bedarfs natürlich.

Akzentuieren, nicht dekorieren!

Mich interessiert viel mehr, wie ich einem speziellen Thema einen zu ihm passenden und jeder Zeit wiedererkennbaren Look geben kann. Wie bringe ich das zentrale Motiv eines oder mehrerer Fotos am besten zur Geltung? Wie schäle ich den Kern heraus? Wie transportiere ich eine Stimmung? Hierbei habe ich mir zum Prinzip gemacht, den Feind – z.B. grauenhaftes Licht oder extrem schlechtes Wetter – nicht nachträglich zu bekämpfen, sondern auf meine Seite zu ziehen, indem ich ihn zum Nebendarsteller mache.

Hierzu bieten die Filterpakte von VSCO unendliche Möglichkeiten. Und wenn ich unendlich sage, meine ich das auch. Sie fügen nichts hinzu, sondern verstärken, schwächen ab, unterstützen eine Farbigkeit oder wandeln sie von Warm zu Kalt. Manche hauchen fast unmerklich etwas Gelb oder Blau über das Foto, manche dämpfen oder schaffen auf verblüffende Weise Tiefe.

Analoge Anmutung

Das alles tun sie auf der äthetischen Basis aller analogen Filme, die der Markt hergab oder gibt. Ich habe mir das bisher größte und aktuellste Paket VSCO 07 für Lightroom CC, 6, 5 & 4 heruntergeladen. In der Installation kann ich mir das Paket direkt auf meine eigene Kamera einstellen. Das finde ich sehr klasse. Die Installation an sich ist denkbar simpel, denn das Paket nistet sich selbstständig in Lightroom ein. Es beinhaltet 18 Filme mit mehr als 100 Lightroom Presets. Da muss man sich erstmal durchackern. Zumal sich einige Presets nur um einen winzigen Hauch unterscheiden.

Aber, mein lieber Scholli, spart das Zeit. Und, was mir besonders wichtig ist, die Presets sorgen keinesfalls dafür, dass alle Fotos zu einem grob gefilterten Einheitsbrei mutieren. Ganz im Gegenteil, sie nehmen sich der Farbigkeit des Originals an und bringen sie zum strahlen. Hierbei kann man ebenso mit Schwarz-Weiß extrem feinstufig arbeiten. Mit den Presets kann ich über einen simplen Klick wahlweise den Look eines Schwarz-Weiß-Fotos komplett verändern oder nur ein winzig kleines Bisschen an den Kontrasten drehen. Sehr, sehr schön.

Workflow ratzfatz

Wie alles in Lightroom sind auch diese Presets natürlich nicht destruktiv. Jeder einzelne ist individuell anpass- und abstimmbar. Ich denke, an den Beispielfotos ist gut zu sehen, wie breit die Palette ist. Wer’s knallig braucht, kriegt es knallig und wer die leisen Töne mag, bekommt butterweiche, supersanfte Nuancen. Es braucht etwas Zeit, bis man sich in die unendliche Latte von Möglichkeiten eingewohnt hat, aber sie alle durchzutesten lohnt sich allemal. Denn dann fluppt die Bearbeitung von RAWs doppelt so schnell. Für letztere sind die VSCO Filter in erster Linie gemacht, sie funktionieren aber auch bei JPGs.

Ich werde in Zukunft sicher nicht jedes Foto durch ein VSCO-Preset jagen, aber ich denke, hier entsteht gerade eine wunderbare Freundschaft.

VSCO The Gold Standard of Film Emulations
VSCO Film 07 for Adobe Lightroom CC, 6, 5 & 4
zum Download im VSCO-Shop für $ 59,- USD

VSCO bietet für kleines Geld auch unterschiedliche Filter-Pakete fürs Smartphone an.


Das Filterpaket wurde mir von VSCO zu Testzwecken zur Verfügung gestellt.

Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

1 Comment

  1. Ulrike Scharfenberg Reply

    deswegen mag ich dich und deine arbeit so gerne. du schreibst genau, was ich denke. das set würde mir wahnsinnig gut gefallen. ich brauch oft nur einen warmen filter oder bissi hier und bissi da, aber ich mag das eigentliche foto auch nicht dermaßen anpassen müssen, damit es der breiten masse (bspw. likes bei FB) gefällt. weiter so, liebe karla. 🙂

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