Ein Sperber am Morgen macht zunächst einmal einen kalten Popo, wenn man so wie ich im Januar mit der Kamera im Anschlag auf dem Asphalt sitzt, um ihn zu fotografieren.
Etwa um 8:30 Uhr kam ich mit Mono und Hudson von einer ausgedehnten Sonntagmorgenrunde zurück. Vor dem Tor, das von dem Schuhhandel des ehemaligen Besitzers des Hauses übrig geblieben ist, bemerkte ich im Augenwinkel einen Raubvogel. Da ich mich mit diesen Tieren nicht auskenne, dachte ich an einen Falken. Er hatte eine Taube geschlagen und rupfte sie energisch. Mono bemerkte ihn zum Glück nicht, Hubi jodelte ihn kurz an. Ich dachte nur:“Bis ich die Hunde gefüttert und die Kamera geholt habe, ist er sicher wieder weg.“
Der Sperber bewacht seine Beute. Er kann sie nicht wegtragen, weil sie zu schwer für ihn ist.
Jeans auf kaltem Asphalt
Als Mono seinen letzte Brocken Futter intus hatte, schnappte ich mir trotzdem kurz die Kamera und schlich mich vorsichtig nach draußen. Der Sperber, wie ich nun weiß, war tatsächlich noch da und bewachte seine dicke Taube. Ich setzte mich vorsichtig und rutschte dann ganz langsam näher an ihn heran. Jeans auf Asphalt. Der Vogel (sehr schöne kleine Doku von der BBC) schaute hin und wieder nach mir, ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen.
„Unser“ Sperber ist eine coole Socke. Er hat sich weder von mir noch von dem Rattern der 1D X Mark II stören lassen. Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/200 sek., ISO 400, f/2,8
Tête-a-tête mit dem Whippet der Lüfte
Ich machte ein paar Probeschüsse und beschloss sehr schnell, dass ich etwas mehr Brennweite gebrauchen konnte. Ich lief also wieder hinein und tauschte das 70-200er gegen das 300er. Der Sperber saß geduldig dort und schaute mich an, als sei ich eine alte Freundin. Keine Passanten, keine Autos störten uns in unserer kleinen Straße.
Erst als die alte Retriever Hündin unseres Nachbars kam, um mich abzuschlecken, verlor der Vogel die Nerven und versuchte seine Beute wegzutragen. Doch die dicke Taube war viel zu schwer für ihn. Er lies sie fallen und flüchtete auf das Vordach unseres Eingangs. Mein kalter Popo sagte mir ohnehin, dass ich genug Bilder hatte. Ich ließ es also gut sein und freute mich über meine unerwartete Begegnung mit einem coolen Raubvogel.
Die Ecke vor der Einfahrt war am Morgen noch recht dunkel, ich wählte also eine lange Belichtungszeit. Bei 1/125 sek. kann ein plötzlich auffliegender Vogel unmöglich scharf werden. Sieht aber trotzdem interessant aus, finde ich. Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 70-200mm 1:2,8L IS II USM, 1/125 sek., ISO 250, f/2,8
Heute weiß ich, dass ich ein Tête-a-tête mit dem Whippet der Lüfte hatte. Sperber sind kleine, wendige und pfeilschnelle Jäger, die in nur zwei Sekunden auf ihrer Höchstgeschwindigkeit sind. Die Taube war ein recht großer Brocken für ihn, denn eigentlich jagen Sperber kleine Singvögel.
Der Taubenkadaver ist verschwunden und ich bin sehr gespannt ob mein neuer Freund wieder kommt.
Der Whippet der Lüfte. Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/200 sek., ISO 400, f/2,8Sperber, das weiß ich jetzt, sind gut an ihren langen Beinen zu erkennen. Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/200 sek., ISO 400, f/2,8Frühstück vor der Haustür. Der kleine Räuber dürfte nach dem Genuss einer Taube pappensatt gewesen sein. Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/200 sek., ISO 400, f/2,8Federn – Jäger und Beute. 1: 1 Ausschnitt. Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/160 sek., ISO 400, f/2,8Frühstück vor der Einfahrt. Ich habe noch nie zuvor hier in der Stadt einen Sperber gesehen. Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/160 sek., ISO 400, f/2,8Beim Rupfen sind einige Federn an dem metallenen Tor kleben geblieben. Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/160 sek., ISO 400, f/2,8Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 70-200mm 1:2,8L IS II USM, 1/100 sek., ISO 400, f/2,8Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/200 sek., ISO 400, f/2,8Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 70-200mm 1:2,8L IS II USM, 1/100 sek., ISO 400, f/2,8Ein stolzes Tier. Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 70-200mm 1:2,8L IS II USM, 1/100 sek., ISO 400, f/2,8Hier ist das Größenverhältnis zwischen dem Sperber und der Taube gut zu sehen. Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 70-200mm 1:2,8L IS II USM, 1/125 sek., ISO 250, f/2,8
Das Ende eines Sommers ist immer mit ein bisschen Wehmut verbunden. Denn die nächsten Monate werden regnerisch und kalt. Aber dieses Mal ist das Ende der Saison 2019 auch Durchatmen und endlich mal genau Hinschauen. In den letzten Monaten habe ich tausende von Fotos produziert, die ich sehr gezielt und nicht selten gehetzt nach besonderen Kriterien ausgesucht habe.
Die Saison 2019 endet, der Herbst bringt Ruhe.
Der Herbst bringt nun Ruhe. Ich kann genau hinschauen und kleine Perlen heraussuchen, die ich besonders mag. Wie die vom Last Of The Season Cup 2019, die hier nun fast vier Wochen herumgelegen haben, bis ich überhaupt den Kopf frei hatte, mich auf sie einzulassen. Irgendwas ist schließlich immer.
Kutlay Yaprak (Team Riva) beim Last Of The Season Cup 2019 beim Rhein Polo Club Düsseldorf.
Ein sensationelles Wochenende beim Rhein Polo Club
Das Wochenende beim Rhein Polo Club war sensationell. Die Veranstalter durften sich über Sonne, gute Laune und viele illustre Besucher freuen. Und ich habe wieder in der Wiese gesessen und geblinzelt. Denn die Lage des Platzes ist nunmal so, dass ich vom Mittag bis zum Abend Gegenlicht habe. Würde ich auf die gegenüberliegende Längsseite des Platzes wechseln, hätte ich das Catering, van Laack, die Wein- und Würstchenbuden und die vielen Zuschauer im Hintergrund. Nichts gegen van Laack und Co, aber der Hintergrund meiner Bilder wäre dann derart unruhig, dass ich nicht mehr hingucken könnte.
Polo ist ein schneller und harter Sport.
Gleißendes Licht, donnernde Hufe
Das gleißende Licht, der wirbelnde Sand, die donnernden Hufe, die aus aller Welt angereisten Profis, die jeden Ball mit dem Messer zwischen den Zähnen verteidigen – es ist immer wieder aufregend, dabei zu sein. Nicht selten musste ich den Rückzug antreten, wenn der Ball genau in Richtung meiner Linse flog.
Natürlich gibt es immer die besonderen Spieler, die die meiste Action hinlegen, die reiten wie die Irren, brüllen was das Zeug hält und Stunts der Extraklasse mit Links machen. Sie sind die Lieblinge der Fotografen, weil sie Garanten für spektakuläre Bilder sind.
Der vierzehnjährige Leopold Ludorf im Finale des Last Of The Season Cup 2019. Er hat eine richtig gute Figur gemacht.
Die jungen Wilden
Beim Last Of The Season Cup 2019 sind mir allerdings die Youngsters besonders aufgefallen. Unfassbar wie gut die Jungs mit zarten vierzehn beziehungsweise siebzehn Jahren reiten können. Eisenhart zogen sie ihr Spiel durch und setzen sich gegen die hoch bezahlten Profis durch. Mit ihrem Spiel konnten sie ganz sicher nicht nur mich beeindrucken. Respekt!
Javier Damian Balderrama am Ende der Saison 2019 in Düsseldorf.
Schwarz-Weiß passt nicht immer
Mein Instinkt sagte mir mal wieder: Mach alles in Schwarz-Weiß! Doch Polo ist nicht nur ganz viel Action, sondern auch sehr viel Farbe. Ich habe also nur die Bilder in Schwarz-Weiß umgerechnet, bei denen das in meinen Augen auch perfekt funktioniert. So feiere ich mit einer Mischung aus Farbe, Schwarz-Weiß, langen und kurzen Belichtungszeiten das Ende der Saison 2019.
Vielen Dank für eine aufregende Saison 2019, für nette Gespräche, guten Wein und viel Herzlichkeit. See you next year!
(I think every reader is familiar with the copyrights. So please, no downloads, no copies. No publications elsewhere! If you are interested in a photo, please feel free to contact me. Anytime gladly.)
Izmael Iraizoz beim Last Of The Season Cup 2019 beim Rhein Polo Club Düsseldorf.Javier Damian Balderrama und Brad Rainford-Blackett beim Last Of The Season Cup 2019Lieblingsfoto – Brad Rainford-Blackett Kutlay Yaprak beim Last Of The Season Cup 2019. Dieses Foto ist nahezu eine eins zu eins Replik zu dem Titelfoto, das ich für das Imagemagazin des Rhein Polo Club mit genau diesem Spieler geschossen habe. Der Brite Tim Ward für das Team Riva. Javier Damian Balderrama (Team Mercedes Herbrand) kann auch ohne Steigbügel. Schiedsrichter Jason Dixen hat alles im Blick. Im ClinchKutlay Yaprak beim Last Of The Season Cup 2019 beim Rhein Polo Club Düsseldorf.Gucken und Warten im Schatten. Der brasilianische Polo Profi Raphael Oliviera beim Last Of The Season Cup 219Javier Damian Balderrama für das Team Mercedes HerbrandJavier Damian Balderrama für das Team Mercedes Herbrand und Brad Rainford-Blackett für OCULUS 3DBrad Rainford-Blackett für OCULUS 3DJavier Damian Balderrama für das Team Mercedes Herbrand und Brad Rainford-Blackett für OCULUS 3DRaphael Oliviera und Leonard Wolf für ChopardDivot Stumping – In den Pausen treten die Zuschauer die Löcher auf dem Polofeld zu. Noch nicht einmal die Queen wäre sich zu schade dafür. Laurenz Gabrin für das Team Brauksiepe beim Last Of The Season Cup 2019Laurenz Gabrin für das Team Brauksiepe beim Last Of The Season Cup 2019The Voice Of Polo – Moderator Jan Erik-Franck hat wie immer alles im GriffPhilipp Gesell für Team van LaackDer Argentinier Augustin Kronhaus Wo ist der Ball? Gut, dass wir die Schwerkraft haben, das Teil also irgendwann wieder auf der Wiese landet. Brad Rainford-BlackettKollege Joss Wehrmann beim Last Of The Season Cup 2019
Endlich steigen die Temperaturen. Die Beutegreifer können wieder planschen und ihrem Lieblingsspiel nachgehen. Und endlich haben wir wieder Wasser, Licht und Chaos. Ich liebe diese Kombination aus Unwägbarkeiten. Denn ich kann mich zwar technisch vorbereiten, doch was schließlich an Fotos von sechs durch Tümpel rasenden Whippets kleben bleibt, ist absolut nicht vorhersehbar.
Wasserwände und stille Schönheiten
Einerseits gibt es diese stillen Schönheiten, wie die perfekten Ringe, die sich unter Hupsis Pfoten auf dem Wasser bilden. Andererseits pflügen die Hunde wilde Wasserwände in die Tümpel. Das Gegenlicht bohrt sich dann in meine Augen wie tausend mongolische Pfeile. Am Sonntag Morgen gab es tatsächlich Momente, in denen ich komplett blind fotografiert habe. Die Sonne schoss mir derart durch den Sucher der Kamera, dass ich die klassischen Spiegelungen auf meiner Netzhaut hatte. Drei Mal blinzeln, dann ging es wieder, aber gut ist das auf Dauer ganz sicher nicht.
Gianna, Hupsis Halbschwester, kennt keine Gnade. Sie ist ebenso ball- wie wasserverrückt.
Aber egal, ob nun gegen die Sonne oder mit ihr, Löcher in der Netzhaut, nasse Knie und Schlammspritzer auf der Linse sind diese Fotos allemal wert. Und ich mag sie in Schwarz-Weiß besonders gern. Denn jeder weiß: Die Wiese ist grün, das Wasser ist grau-blau-schlammfarben, die Whippets changieren zwischen sand und sand-schwarz-gestromt. Protagonisten sind hier weniger die Hunde selbst, als vielmehr das unplanbare, vollkommen chaotische und vermeintlich regellose Spiel zwischen Hell und Dunkel, zwischen Ruhe und Bewegung.
Sinnliche Physik
Wird sie durch sich schnell bewegende Körper durchbrochen, folgt jede Wasseroberfläche einfachen physikalischen Gesetzen. Dennoch, die Sinnlichkeit der Physik ist hier unübersehbar. Wirbelndes Wasser, irre Spiegelungen – nichts, aber auch gar nichts ist hier plan- oder vorhersehbar. An solchen Tagen grinse ich im Kreis angesichts des Spaßes, den die Whippets haben und weiß ganz genau, warum ich der Fotografie vollkommen verfallen bin.
Nun keine Worte mehr, sondern nur noch Fotos. Einige sind minimal bearbeitet (Vordergrund ein wenig aufgehellt), die anderen sind sozusagen nackt in Schwarz-Weiß umgerechnet. Die Exif-Daten entnehmt bitte den Bildunterzeilen.
Gegenlicht – Körper im Wasser , Canon EOS 1DX Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/2000 sek., ISO 100, f/4,0Gegenlicht – Gianna, Hupsis Halbschwester ist immer vorne weg. Canon EOS 1DX Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/2000 sek., ISO 100, f/4,0Canon EOS 1DX Mark II, Canon EF 70-200mm 1:2,8L IS II USM, 1/2000 sek., ISO 100, f/2,8Gegenlicht – Tropfen. Canon EOS 1DX Mark II, Canon EF 70-200mm 1:2,8L IS II USM, 1/2000 sek., ISO 100, f/2,8Gegenlicht – Hupsi und Gianna sind die schnellsten und verrücktesten, wenn es ums Fangenspielen geht. Canon EOS 1DX Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/2000 sek., ISO 100, f/4,0Canon EOS 1DX Mark II, Canon EF 70-200mm 1:2,8L IS II USM, 1/2000 sek., ISO 100, f/2,8Wunderschöne Physik – Tropfen verursachen perfekte Kreise auf der Wasseroberfläche.Canon EOS 1DX Mark II, Canon EF 70-200mm 1:2,8L IS II USM, 1/2000 sek., ISO 100, f/2,8Spiegelungen. Canon EOS 1DX Mark II, Canon EF 70-200mm 1:2,8L IS II USM, 1/2000 sek., ISO 100, f/2,8Diese Fotos sind teilweise so detailreich, dass ich Mühe hatte sie auf ein passendes Maß kleinzurechnen. Hier Gianna und Hudson. Canon EOS 1DX Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/1250 sek., ISO 100, f/3,2Verrückte Familie – Die Halbgeschwister Gianna und Hudson, im Hintergrund Mutter Ivy. Canon EOS 1DX Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/1250 sek., ISO 100, f/3,2Schütteln im Wasser. Ist das sinnvol? Canon EOS 1DX Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/1250 sek., ISO 100, f/3,2Hudson vorne weg. Er ist mittlerweile so schnell, dass er das komplette Rudel in Grund und Boden rennt. Canon EOS 1DX Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/1250 sek., ISO 100, f/3,2Ivy ist nun schon sieben Jahre alt. Sie hat kein bisschen an Energie verloren. Canon EOS 1DX Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/1250 sek., ISO 100, f/3,2Mutter und Sohn – Es gibt Momente, in denen ich zwei Mal hingucken muss. Canon EOS 1DX Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/1250 sek., ISO 100, f/3,2Canon EOS 1DX Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/1250 sek., ISO 100, f/3,2Gianna und Hupsi – Egal ob Gummihase oder Wurzelgesträuch, die beiden würden für jeden kleinen Fitzel um die Wette sprinten. Canon EOS 1DX Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/2000 sek., ISO 100, f/4,0
Gianna und Hudson. Canon EOS 1DX Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/2000 sek., ISO 100, f/4,0
Und dann muss man sich ja noch trocken laufen. Canon EOS 1DX Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/1250 sek., ISO 100, f/4,0
Feh, Gianna und Ivy
Ich bin bin sicher, dass so mancher einen Bogen um uns macht. Sechs Whippets um „Bekloppten-Modus“ sind eine echte Macht. Canon EOS 1DX Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/1250 sek., ISO 100, f/4,0
Das nasse Pack im Vollspeed. Canon EOS 1DX Mark II, Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM, 1/1250 sek., ISO 100, f/4,0
Marathon! 42 Kilometer Laufen im Geiste des Pheidippides muss man wollen. Ich will das nicht. Schon gar nicht bei 32 Grad. Ich sitze lieber an der Straße und mache Fotos von denen, die sich mehr oder weniger flott über den Asphalt schinden. Barfuß, im Hasenkostüm oder im Anzug, Auffallen und vor allem Ankommen zählt. Gut gelaunt und farbenfroh machten sie sich auf den Weg durch die glühenden Häuserschluchten des Ruhrgebiets.
Alle Fotos, die hier zusehen sind, habe ich mit der Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 16-35mm 1:2,8L III USM, 1/10 sek., ISO 100, f/18
Schnell bin ich von einer 1/13 sek. auf eine 1/10 umgestiegen.
Es gab so viel Licht – Beim VIVAWEST Marathon 2018
Beim VIVAWEST Marathon 2018
Die Bilder mit dem ruhigen dunklen Hintergrund gefallen mir eigentlich am besten – Beim VIVAWEST Marathon 2018
Beim VIVAWEST Marathon 2018
Beim VIVAWEST Marathon 2018
Beim VIVAWEST Marathon 2018
Der Hintergrund weiße Mauer plus Graffiti war meine zweit Wahl, hat aber dann doch en paar schicke Fotos gebracht – Beim VIVAWEST Marathon 2018
Beim VIVAWEST Marathon 2018
Beim VIVAWEST Marathon 2018 – Den Marathon hat übrigens Elias Sansar in einer Zeit von 2:26:16. Hut ab!
Beim VIVAWEST Marathon 2018
Beim VIVAWEST Marathon 2018
Beim VIVAWEST Marathon 2018
Beim VIVAWEST Marathon 2018
Beim VIVAWEST Marathon 2018
Eingekesselt und abgeschnitten
Im Jahresrhythmus kesselt uns der VIVAWEST-Marathon ein. Um uns herum sind alle Straßen gesperrt. Niemand kommt rein, niemand raus. Aus Erfahrung wissen wir, dass wir für diesen einen Sonntag im Jahr besser nichts planen, was ein Auto benötigen würde. Ich finde das gar nicht schlimm und genieße die früh morgendliche Stille in den Straßen, wenn ich mit den Hunden einen kühlen Spaziergang mache. Ab 9:30 geht dann gar nicht mehr. Tausende Teilnehmer sammeln sich am Theater und machen sich dann in Gruppen auf den Weg. Entweder zum echten Marathon, zum Halbmarathon oder zum 10 Kilometer Lauf.
Ein Polizist bolzt auf seinem Motorrad die gesperrte Straße hinunter. Er und seine Kollegen haben die Spitze der Läufer des VIVAWEST-Marathons gesichert.
Schwitzende Versuchskaninchen
Ich habe großen Respekt vor den Läufern, nutze sie aber jedes Jahr gnadenlos als fotografische Versuchskaninchen. Und es ist jedes Mal sehr lustig. Am letzten Sonntag saß ich mit ein paar Ideen und dem Weitwinkel kurz nach dem Start an der Straße, zwischen Straßenbahnschienen und dem Asphalt auf einem winzigen Grünstreifen. Ich wollte ganz nahe ran. Nach gerade mal 200 Metern sind die Läufer noch frisch und gut gelaunt. Entsprechend verhielten sie sich. Sie winkten mir zu, hielten ihre Daumen hoch, blieben sogar stehen, um sich fotografieren zu lassen. Einig beschwerten, dass ich bei ihnen nicht die Kamera hochzog. Das ist natürlich süß, weil sie nicht wissen konnten, was ich wollte. Stehende und winkende Menschen waren es ganz sicher nicht.
Dieser Mann hat beim VIVAWEST Marathon 2018 einen Weltrekord aufgestellt. Er ist der schnellste Mann, der einen Halbmarathon im Anzug gelaufen ist. Ich frage mich, wie man auf eine solche Idee kommt.
Die Personen, also die Individuen, waren mir wie so oft leidlich egal. Das meine ich gar nicht böse. Mir geht es grundsätzlich um die Bewegung und an diesem Tag um die Farben. Ich bin ganz glücklich mit den Ergebnissen, auch weil ich ganz wunderbare Ausschnitte aus den Fotos machen kann, die fast gegenstandslos sind. Die langen Belichtungszeiten machen die laufenden Menschen durchsichtig. An der ein oder anderen Stelle habe ich die Abstraktion noch nicht weit genug getrieben, aber die Kombi Canon EOS 1D X Mark II und Canon EF 16-35mm 1:2,8L III USM hat sich mal wieder fantastisch gezeigt.
Kraft, Eleganz, Körperkontrolle, Anmut, Disziplin, Schweiß, Musik, Poesie. Wollte ich zum Ballett eine Assoziationskette spinnen, wäre sie schier endlos. Ich hatte das Glück 2017 das Ballett 3 BY EKMAN des schwedischen Choreographen Alexander Ekman fotografieren zu dürfen. Vor und hinter der Bühne.
Ich durfte bei einer Probe zu „Vibrations“ dabei sein. 2018 kam Schwanensee in einer sehr klassischen Version. In dieser Galerie habe ich ein paar wenige Fotos zusammengestellt, die ich in den letzten zwei Jahren im Aalto Ballett gemacht habe. Es ist immer wieder spannend, am Werden einer Inszenierung teilzunehmen. Vielen Dank dafür an die Intendanz des Aalto Ballett Essen.
Hauptprobe 3 BY EKMAN von Alexander Ekman, Aalto Ballett Essen 2017Der Choreograph Alexander Ekman filmt die Companie – Hauptprobe 3 BY EKMAN im Aalto Ballett Essen, 2017 Der Choreograph Alexander Ekman filmt die Companie – Hauptprobe 3 BY EKMAN im Aalto Ballett Essen, 2017 Hauptprobe 3 BY EKMAN von Alexander Ekman im Aalto Ballett Essen, 2017 Hauptprobe 3 BY EKMAN von Alexander Ekman im Aalto Ballett Essen, 2017 Liam Blair in 3 BY Ekman im Aalto Theater Essen 2017Hauptprobe 3 BY EKMAN von Alexander Ekman im Aalto Ballett Essen, 2017 3 BY Ekman – Ballet im Aalto Theater Essen 2017Hauptprobe 3 BY EKMAN von Alexander Ekman im Aalto Ballett Essen, 2017 Backstage 3 BY EKMAN von Alexander Ekman im Aalto Ballett Essen, 2017 Backstage 3 BY EKMAN von Alexander Ekman im Aalto Ballett Essen, 2017 Backstage 3 BY EkmanMehrfachbelichtung – Backstage 3 BY EKMAN von Alexander Ekman im Aalto Ballett Essen, 2017Mehrfachbelichtung – Backstage 3 BY EKMAN von Alexander Ekman im Aalto Ballett Essen, 2017Mehrfachbelichtung – Backstage 3 BY EKMAN von Alexander Ekman Ballett Workshop von Canon mit dem Fotografen Sacha Hüttenhein. Das Durchhaltevermögen der Tänzerin Valerie hat mich schwer beeindruckt. Ballett Workshop von Canon mit dem Fotografen Sacha Hüttenhein. Proben zu VIBRATIONS im Aalto Ballett Essen, 2017Mehrfachbelichtung – Backstage 3 BY EKMAN von Alexander Ekman im Aalto Ballett Essen, 2017Backstage 3 BY EKMAN von Alexander Ekman im Aalto Ballett Essen, 2017 Backstage bei „Rock Around Barock“ 2019Backstage bei „Rock Around Barock“ 2019Schwanensee im Aalto Ballett Essen, 2018Schwanensee im Aalto Ballett Essen, 2018Schwanensee im Aalto Ballett Essen, 2018Liam Blair in Schwanensee, Aalto Ballett Essen 2018Schwanensee im Aalto Ballett EssenProben zu VIBRATIONS im Aalto Ballett Essen, 2017Proben zu VIBRATIONS im Aalto Ballett Essen, 2017Proben zu VIBRATIONS 2017
Es gibt immer ein Happy-End. Im heute kalten und grauen Februar ist das nur schwer zu glauben, aber zumindest von der großen Bühne des Aalto Balletts herab erzählt man uns das glaubhaft. Auf watteweichen Flügeln hebt uns Ben Van Cauwenbergs Schwanensee aus dem Alltag in eine Welt, in der Gut noch gut und Böse noch böse ist.
Der Kleinmädchentraum
Das Titelbild ist wohl der Inbegriff eines Kleinmädchentraums. Tausende von heranwachsenden Ballerinen trainieren sich täglich ihre zarten Füße blutig, um nur ein einziges Mal in ihrem Leben einen der vier kleinen Schwäne in „Schwanensee“ tanzen zu dürfen. Das war so und das wird vermutlich immer so sein. Denn der Ballettklassiker hat offenbar eine Kraft, die die Generationen überdauert.
Im ersten Akt von „Schwanensee“ feiert Prinz Siegfried mit seinen Freunden seinen 21. Geburtstag. Dieses Foto gehört in eine Serie, die mir persönlich sehr, sehr gut gefällt, die ich aber ob der strengen Regeln des klassischen Balletts nicht veröffentlichen darf. Mir blutet das Herz!
Zwei Tage vor der Premiere von Ben Van Cauwenbergs „Schwanensee“ durfte ich bei der Orchesterprobe im Aalto Ballett dabei sein. Natürlich hatte ich meine Erfahrungen von 3 BY EKMAN im Gepäck. Ich musste trotzdem auf Null zurück, da ich den Ablauf des Balletts natürlich nicht kannte. Klassisch, sehr klassisch! Das wusste ich.
Ich hatte mir vorgenommen, sowohl mit kurzen als auch mit sehr langen Belichtungszeiten zu arbeiten. Bei der Durchsicht der Fotos stellte ich hinterher fest, dass mich die kurzen zunehmend langweilen. Deshalb gibt es hier keinen schwarzen Schwan. Und deshalb habe ich sehr gezielt nur ein paar Fotos herausgesucht, die in etwa so geworden sind, wie ich sie mir vorgestellt habe.
Yehor Hordiyenko im Sprung – Farbe, Farbe, Farbe! Canon 1D X Mark II, Canon EF 70-200 1:2,8L IS II USM
Liebesqualen und Schweißperlen
Bis auf ein paar wenige Ausnahmen hält sich der Essener Balletintendant Ben Van Cauwenberg an die über hundert Jahre alte Petipa-Choreographie. Daraus ergibt sich eine Menge: Tschaikowskis Musik ist breit und getragen, viele Sequenzen sind deshalb sehr langsam. Für moderne Begriffe zumindest. Doch jeder, der intensiv Sport betreibt weiß, wie unglaublich anstrengend gerade die langsamen Bewegungen sein können. In der Pause kam mir Solotänzer Liam Blair am Eingang der Kantine entgegen. Er war bis auf die Knochen durchgeschwitzt und hatte noch zwei Akte vor sich.
Mika Yoneyama hat gleich zwei Parts zu tanzen. Meine Güte, was hat sie in der Rolle des weißen Schwans Liebesqualen gelitten, um dann ein paar Minuten später den mokanten, provokanten Blick des schwarzen Schwans ins Publikum zu beamen. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie gut die Tänzer bei dieser enormen Anstrengung ihren Gesichtsausdruck im Griff haben.
Moisés Léon Noriega in der Rolle des bösen Zauberers Rotbart. Das ist eines meiner Lieblingsfotos, das ich sofort doppelt gesichert habe. Canon 1D X Mark II, Canon EF 70-200 1:2,8L IS II USM
Schwanensee – perfekte geschnittene Schablonen
Im klassischen Ballett gibt es eine große Anzahl von Standards, die jeder Tänzer beherrschen muss. Das ist sein Repertoire, wie das eines Sängers oder eines Orchestermusikers. Dieser Schwanensee enthält wohl jeden einzelnen davon. Er fügt sich aus Schablonen zusammen, die der vor fast genau 200 Jahren geborene Marius Petipa geschnitten hat. Zeitgemäß ist das ganz sicher nicht, aber für viele Zuschauer immer wieder schön. Die Mädchengruppen im Probenpublikum haben zumindest gejohlt und getrommelt. Schließlich hat Siegfried endlich seine Odette bekommen, auch wenn alles nur ein Traum war.
Die Tänzer haben meinen höchsten Respekt, insbesondere Liam Blair, den ich schon mehrfach auf der Bühne und beim Training fotografiert habe. Meinen Geschmack hat dieser Schwanensee allerdings nicht ganz getroffen. Seit Tagen versuche ich herauszukriegen warum. Ich betrachte die Fotos und mag sie, aber nur zu ganz wenigen habe ich eine enge Bindung. Bei vielen weiteren fehlt mir diese typische Panik eines Fotografen, der ein Foto hegen und pflegen, doppelt sichern und für immer bewahren möchte. Ich war nicht konsequent genug. Das wird der Grund sein.
Mika Yoneyama tanzt Odette und Odile – den schwarzen und den weißen Schwan.
Liam Blair ist Prinz Siegfried. Ich hatte das Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM dabei, wollte aber nicht hin und her rennen, um die Zuschauer nicht zu stören. Es ist also beim 70-200er geblieben. Hier war diese Linse eine sehr gute Wahl.
Die Schwäne in Perfektion. Mir waren sie oft zu statisch. Aber das liegt wohl weniger am Ballett selbst, sondern viel mehr an meinen Erwartungen.
Mika Yoneyama leidet in Rolle der Odette.
Liam Blair als Prinz Siegfried
Siegfried sucht seine Geliebte.
Die Schwäne wirbeln um Prinz Siegfried.
Jede Sekunde perfekt.
Bewegung – Gegenbewegung. Dieses Foto mag ich sehr.
Mika Yoneyama tanzt Odette und Odile – den schwarzen und den weißen Schwan.
Vier kleine Schwäne – der Inbegriff eines Mädchentraums. Tschaikowskis Musik zu ihnen habe ich über Tage nicht aus dem Kopf bekommen. Ein echter Ohrwurm.
Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Intendanz des Aalto Balletts, dass ich wieder dabei sein durfte. Es ist immer wieder ein Erlebnis, an der Bühne zu fotografieren.
Experimente machen mir großen Spaß. Ausprobieren, ausprobieren. Raum, Farbe, Bewegung. Wie weit kann ich gehen? Was ist noch interessant und was ist ganz amtlich Müll.
Oft kann ich letzteres gar nicht so schnell und bestimmt entscheiden. Ich schaue ein Foto an, rolle mit den Augen und denke: „Weg damit“. Doch aus unerfindlichen Gründen darf es weiter leben. Vielleicht weil mir die Farben gefallen oder die Strukturen oder beides zusammen. In vielen Fällen ist die geschenkte Zeit nur sehr kurz und das Bild wandert kurz darauf in die Tonne. Aber manchmal bin ich sehr froh, dass ich mich nur sehr schwer trennen kann.
Danny in Serie.
Diese Fotos sind weit weg von gegenstandslos. Sie bilden immer noch einen flitzenden Whippet ab.
An diesem Tag war er mein Testobjekt.
Verschwunden hinter den Büschen.
Ganz viel Farbe und Bewegung.
1/40 sek, ISO 100, f/6,3, Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 70-200 1:2,8L IS II USM
Ihr werdet das kennen. Die schon als Schrott gebrandmarkten Bilder üben eine Faszination aus, die ihr euch nicht erklären könnt. Irgendwas ist dran an den Dingern. Ihr könntet total auf dem Holzweg sein, betriebsblind oder einfach nur sentimental. Aber für den Moment denkt ihr darüber nach.
Kein Gedanke ist verschwendet
Allein die Tatsache, dass ich über ein Foto nachdenke, ist für mich das beste Zeichen, es zu behalten und erst einmal sacken zu lassen. Vielleicht nur ein paar Stunden, vielleicht ein paar Tage oder länger. Dann schaue ich nochmal hin. Ich werde dann ganz sicher in einer anderen Stimmung oder in einem anderen kreativen Flow sein. Das hört sich beknackt an, ist aber so. Mein Fokus ändert sich von Tag zu Tag. Je nach dem, was ich suche oder was ich gerade brauche, ändert sich mein Blick auf die Fotos. Wenn also die Faszination nach ein paar Tagen in einer anderen Stimmung noch da ist, dann bleibt das Foto. Und zwar für immer.
Dieses Foto musste ich aus der Galerie nehmen, weil es zu gegenständlich ist. Es passt nicht rein. Es könnte auch einen Tick heller sein, stelle ich gerade fest. Canon EOS 1D X Mark II und dem Canon EF 70-200 1:2,8L IS II USM, 1/40 sek., ISO 100, f/6,3
Nutzlosigkeit in der reinsten Form
Über einen Nutzen denke ich nicht nach. Denn die meisten meiner Fotos sind objektiv nutzlos. Es sei denn ich schreibe einen Testbericht oder habe einen Auftrag. Dann ist ihr Nutzen offensichtlich. Doch die freien Bilder braucht im Grunde kein Mensch. Außer mir. Aber das ist wohl das spannendste an der Fotografie und an allen anderen bildenden Künsten, ohne dass ich mich nun als Künstlerin bezeichnen würde. Himmel, niemals!
Wer treibt mich denn? Niemand. Die Fotografie ist für mich pure, zutiefst egoistische Selbstverwirklichung. (Ich mag das Wort nicht, aber es trifft hier ganz gut.) Ich fühle mich wohl mit ihr. Ich habe Spaß. So wie Stromae mit seiner Musik. Seinen Song Formidable höre ich mit dicken Kopfhörern, während ich diesen Text schreibe. Niemand hat nach genau diesem Stück verlangt. Niemand hätte es vermisst, wäre es nie geschrieben worden. Doch nun ist es da und es berührt nicht nur mich, sondern auch viele andere Menschen. Alors on dance kommt gleich danach, in diesem butterweichen, wie ein breiter Bach dahin fließenden Französisch. Wenn nur ein Mensch – wie ich zum Beispiel – dieses Stück mag, dann hat es seine Existenzberechtigung. Und über das fingierte Making Of mit dem französischen Komiker Jamel Debbouze kann man auch lachen, wenn man des Französischen nicht mächtig ist.
Mono abgeschnitten. Ich mag die Farben des Fotos sehr.
Jeder ist ein Künstler, sagte Joseph Beuys. Das trifft wohl heute mehr zu als jemals zuvor. Denn jeder kann und darf publizieren. Das war zu Beuys‘ großen Zeiten noch nicht möglich. Also, haut raus, was ihr gerne tut. Ohne Hemmungen und vor allem ohne Scham. Steht selbstbewusst zu dem, was ihr tut. Und wenn ihr nach einem Jahr zurück blickt und denkt, boah, was habe ich damals für einen Blödsinn produziert, dann ist das eben so. Richtet den Blick nach vorne und macht es besser. Kritik werdet ihr sowieso immer einstecken müssen, doch wenn ihr nur eine einzige Person mit euren Arbeiten erfreut oder zum Nachdenken bringt, dann liegt ihr richtig. Aber seid sparsam mit dem Wort Kunst. Denn die Kunst an sich hat keinen Nutzen. Sie ist einfach da.
Ein frohes, neues Jahr 2018 euch allen! Kaum zu glauben, dass wir schon wieder einen ersten Januar haben. Heute hat ein neues Jahr seinen Anfang genommen und ich muss mich wieder umgewöhnen. Nicht 2017 sondern 2018. Es wird eine Weile brauchen, bis meine Synapsen das ruckelfrei an die Tastatur weitergeben können.
Silvester 2017 / 2018 – Wenn ein kleiner Knallfrosch sich entfaltet.
Erfolgreich, spannend, traurig
2017 war für mich ein sehr erfolgreiches und spannendes, aber auch sehr trauriges Jahr. Deshalb wird es für immer einen festen Platz in meinen Erinnerungen haben. Als ich gestern Abend mit der Kamera auf die Straße ging, hoffte ich, die Nacht würde nie zu Ende gehen. Denn mit der Geburt des Jahres 2018 muss ich von heute an im letzten Jahr oder letztes Jahr sagen, wenn ich über Ereignisse spreche, die nur wenige Tage oder gerade ein paar Wochen her sind.
Als schwebte die Lenorfrau ständig über mir “ … nicht dieses, nein, letztes Jahr ..!“ Sie möge sich hiermit amtlich gewatscht fühlen. Denn wie viele Gefühle kann ein Mensch überhaupt gleichzeitig empfinden. Im Grunde müsste ich durchdrehen, würde nicht von Moment zu Moment, das eine Gefühl das andere verdrängen. Stolz, Freude, Mitgefühl, Ehrgeiz, Tatendrang, Wut, Trauer. Im Minutentakt.
Knallfrosch im Rinnstein.
Das Jahr 2017 widme ich meinem Vater. In der Nacht von 14. auf den 15.November 2017 ist er im Alter von 78 Jahren gestorben. Weil er mein Vater war, bin ich heute das, was ich bin. Obwohl er Händel durchaus mochte, gibt es hier kein pompöses Feuerwerk in Begleitung der Feuerwerksmusik über dem obligatorischen Barockschloss, sondern die Knallfrösche der italienischen Dame aus der Nachbarschaft. Unter strenger Aufsicht durften ihre drei Töchter sie anzünden und werfen. Nach jeder Explosion schauten sie erwartungsvoll auf das Display meiner Kamera. Das ist ein kleiner Käfer, ein Tiefseefisch, ein Monster im All! Papa, das hätte dir gefallen.
Werbung – So, wir sind dann mal angekommen! Mit diesem Tempo habe ich nicht gerechnet. Denn der Onlinedialog von Photo Dose teilte mir bei meiner Bestellung mit, dass ich rund acht Tage Lieferzeit einrechnen muss. Donnerstag bestellt, Dienstag da. Reife Leistung Leute!
In der letzten Woche habe ich bei Photo Dose drei Canon HD Poster im Format 60 x 30 und ein HD Fotobuch in 27 x 19,6 cm in Auftrag gegeben. Sowohl die Poster als auch das Fotobuch kommen aus dem Canon DreamLabo 5000, der mir die Sache persönlich so reizvoll macht. Das ist ein Tintenstrahldrucker wohlgemerkt. Aus dem wie angekündigt farbigen HD Fotobuch ist ein Druckwerk mit farbigem Cover und schwarz-weißem Inhalt geworden. Ich kann eben nicht aus meiner Haut. Nächte habe ich mit der Auswahl der Fotos verbracht, bis ich mich schließlich in diesem Buch komplett auf das Thema Ballett konzentriert habe. Zwei weitere Bücher sind in Arbeit. Darüber aber erst später mehr.
Schwarz, Grau, Weiß – Schwarz-Weiß ist eben nicht nur Schwarz-Weiß, sondern auch Grau in unendlich vielen Variationen.
Die Poster von Photo Dose
Für die Canon HD Posterdrucke habe ich drei recht hochauflösende schwarz-weiß Fotos ausgesucht: Eins (Danny und das Flugzeug) mit fast klar weißem Hintergrund. Hier gibt es lediglich ein paar ganz zarte Wölkchen. Das zweite von Mono und Danny ist vorne rattenscharf und hat im Hintergrund ein wunderschön weiches Bokeh aus vielen hellen bis mittleren Grautönen. Das dritte ist aus dem Ballett, das ich Anfang des Jahres fotografiert habe. Auf dem nachtschwarzen Hintergrund kommen die feinen Details der weißen Tütüs besonders schön zur Geltung. (In der Galerie unten findet ihr noch einmal die Fotos.)
Die HD Drucke aus dem Canon DreamLabo 5000 kann man bei Photo Dose wahlweise in matt oder glänzend bestellen. Ich habe mich wie immer für matt entschieden.
Danny frisst den Flieger von Borussia Dortmund – geschossen mit der Canon EOS 5DS R und dem Canon EF 16-35mm 1:2,8L II USM
Aus dem Ballet 3 BY EKMAN von dem schwedischen Choreografen Alexander Ekman im Aalto Ballett Essen, geschossen mit der Canon EOS 5Ds R und dem Canon 11-24mm 1:4,0L USM
Ich liebe dieses Foto wie verrückt! Geschossen mit der Canon EOS 1D X Mark II und dem Canon EF 200mm 1:2,0L IS II USM
Drucke dieser Art in Auftrag zu geben, ist denkbar einfach: Das größte Format der HD Fotoposter, das der Canon DreamLabo 5000 bei Photo Dose drucken kann ist 30 x 60 beziehungsweise 60 x 30 cm. Das ist ein recht ungewöhnliches, sehr hohes oder wahlweise sehr breites Format. Hierzu musste ich die Bilder natürlich passend auf 6 zu 3 beschneiden, damit keine weißen Ränder entstehen.
Meine drei Fotos haben rund 5000 Pixel auf der langen Kante und sind als JPGs zwischen 1,5 und 3 MB groß. Das ist vergleichsweise klein. Farbige Landschafts- oder Architekturaufnahmen mit viel Detailtiefe bringen natürlich deutlich mehr auf die Waage. Die Dateien habe ich dann per drag and drop in den Bestelldialog gezogen, die Option matt gewählt und fertig war mein Auftrag. Stück 6,99 Euro finde ich gar nicht mal teuer.
Nun habe ich sie hier vor mir liegen und kämpfe mit dem gleichen Problem, das ich schon neulich hatte. Wie mache in einem Online-Medium die Qualität eines Druckes deutlich? Glaubt mir, wenn ich nun sage, dass die Qualität irrsinnig gut ist. Es scheint, als ragten Monos Tasthaare über die Bildoberfläche hinaus. Die Wiedergabe ist unglaublich scharf und die Detailtiefe sehr schön. Schwarze wie weiße Flächen sind makellos. Sehr toll. Allerdings kommt es mir vor, als hätten die Drucke einen winzig, winzig kleinen Blaustich. Das mag an meiner Wahrnehmung von Schwarz-Weiß liegen, ist vermutlich meiner Pingeligkeit geschuldet und deshalb nicht weiter der Rede wert.
Das Foto für das Cover habe ich passgenau auf 27 x 19,6 cm zugeschnitten und vollformatig in die Maske gesetzt. Für die Rückseite habe ich das Foto gekontert. Das Violett strahlt sehr schön.
Die Canon HD Fotobücher von Photo Dose
Kein Mensch braucht Fotobücher, hörte ich neulich. Wir haben ein iPad. Ja, das kann sein. Das dachte ich auch kurz, aber dann kamen mir ein paar Gedanken, die meinen Fotobüchern sehr schnell eine Daseinsberechtigung gaben. Sie liegen so schön auf dem Tisch. Jeder kann mal eben durchblättern. Das Format der Canon HD Bücher ist mit 19,6 x 27 cm handlich und passt in jede Tasche, ideal also, um es zum Anschauen mitzunehmen. Seid sicher, ich werde dieses Buch demnächst mit ins Aalto Ballett Essen nehmen und den Verantwortlichen zeigen, denn es ist in jeder Hinsicht auf vorzeigbarem Profiniveau.
Produktion und Versand gingen sehr flott. Die Poster waren sicher in einer Rolle verpackt, das Buch war in eine Folie eingeschweißt.
Wie bestücke ich mindestens 27 Seiten?
Das Minimum von 27 Seiten muss allerdings erst einmal bestückt werden. Hierbei hilft Photo Dose mit einer Software, die ihr sowohl online nutzen, als auch auf euren eigenen Rechner downloaden könnt. Ich brauchte ein paar Takte, um mich zurecht zu finden, aber im Grunde ist die Software sehr leicht und intuitiv zu bedienen. Sie hilft mit einer großen Auswahl von vorgefertigten Layouts und zeigt zum Beispiel an, ob die Auflösung eines Fotos hoch genug für die Größe seiner Abbildung ist.
Ich hatte bereits fünf Ideen wieder verworfen bis ich mich entschloss, ausschließlich Schwarz-Weiß-Fotos auf schwarzem Grund in ein farbiges Cover binden zu lassen. Matt. Ich habe das Layout Illustration an der einen oder andere Stelle abgeändert, aber grundsätzlich hat es mir bei der Gestaltung der Seiten wirklich geholfen. Wenn die Fotos in eine Maske passgenau einrasten, geht alles deutlich schneller. (An Screenshots habe ich während meiner fieberhaften Arbeit an dem Ballett-Buch nicht gedacht. Unten deshalb Screenshots von der Software, in der ich gerade an einem dickeren, farbigen Buch arbeite. Darüber werde ich natürlich auch berichten.)
Den Titel muss man sich natürlich auf dem Bauch liegend vorstellen. Das vordere Cover ist immer rechts.
Die Layout-Option „Illustration“ gefällt mir sehr gut. Man kann die Hintergrundfarbe seitenweise ändern.
Wie setze ich die Fotos auf die Seiten? Die hochgeladenen Fotos zieht man einfach rüber.
Die sogenannte Flat-Spread-Bindung erlaubt es, Fotos über die Mitte zu ziehen, ohne dass große Teile der Fotos in der Bindung verloren gehen.
Ich mag es sehr, dass ich Fotos über die Mitte laufen lassen kann. Diese Doppelseite gefällt mir besonders gut. Schon wieder Violett und Schwarz. Habe ich dafür gerade einen Fable? Nun ja, der Rolls war eben Lila.
Fotos im vollen Format. Der Anschnitt wird genau angezeigt.
Ein feines Büchlein zum Vorzeigen
Das Violett des Titelbildes strahlt sehr schön. Ich war wirklich platt, als ich das Buch aus seiner Hülle befreite. Aber Achtung, jeder kleine Fingerabdruck manifestiert sich gnadenlos als Fleck auf der Oberfläche. Bevor ich Fotos von dem Cover machen konnte, musste ich mit einem Mikrofasertuch ran. Lohnt sich das, fragte ich mich. Ja, es lohnt sich. Immer und immer wieder schlug ich Seite um Seite auf und freute mich. Wenn es eine Daseinsberechtigung für ein Fotobuch gibt, dann wohl diese. Ob ich nun Familienfotos sammle, eine Reisedokumentation erstelle oder ein Portfolio gestalte, ein perfekter Druck hat immer noch den Gänsehautfaktor, den viele Nerds ihm mit aller Macht, aber vergeblich absprechen wollen.
Das Canon HD Fotobuch kommt im Quer- wie auch im Standardformat ( 27,5 x 26 cm ) in einer Flat-Spread-Bindung, die es erlaubt, Fotos über die komplette Breite laufen zu lassen, ohne das wesentliche Teile verloren gehen.
Portraits von zwei Tänzern der Companie des Aalto Balletts Essen
Die Qualität des Drucks überzeugt mich wirklich.
Ein Fotobuch mit 27 Seiten im Querformat kostet 39,99 Euro.
Bis Weihnachten wird das mit der Produktion eines Canon HD Fotobuchs wohl nicht mehr klappen, aber nach den Feiertagen werdet ihr ganz sicher noch genug Anlässe und Gelegenheiten haben, eure Fotos für euch selbst oder als Geschenk auf einem Poster oder in einem Buch zu verewigen. Deshalb erhaltet ihr unter dem Gutscheincode AWWA31 zeitlich unbegrenzt 10% Rabatt auf alle Canon HD Produkte, die ihr bei Photo Dose drucken lassen möchtet.
Wenn ihr das tut, dann lasst es mich wissen. Ich würde mich freuen, eure gedruckten Fotos zu sehen.