Schlagwort: Canon EOS 1D X Mark II

  • Schnee macht blöd!

    Schnee macht blöd!

    Jetzt mal unter uns Verschwörungstheoretikern: Das Schneechaos kann doch nur ein perfider Plan sein. Denn Schnee macht blöd. Insbesondere vor Weihnachten. Wann hatten wir das denn das letzte Mal hier im Westen? Vor hundert Jahren? Die letzten drei Dezember waren schließlich frühlingshaft mild. Also bitte, wer rechnet denn dann mit Schnee im Winter?

    Wenn Whippets ihre Fassung verlieren - Mono im Schnee
    Ich finde keine Worte für dieses Foto. Kaum liegt ein bisschen Schnee, wirft ein erwachsener, eleganter, souveräner Rüde all sein Hirn über Bord und flippt komplett aus.

    Pädagogisch wertvolles Wetter

    Ein paar Flocken so zwischendurch sind ja kein Problem, aber gibt es Mitte Dezember eine geschlossene Schneedecke im Ruhrgebiet und seiner Umgebung, dann naht eine vorweihnachtliche Apokalypse. Denn – ich erwähnte das oben wohl schon – Schnee macht blöd. Und zwar in jeder Hinsicht. Das heißt natürlich nicht, dass alle Finnen, Schweden oder Isländer blöd sind. Sie leben in und mit dem Schnee. Wohl auch deshalb kommen mit die besten Rennfahrer aus Finnland und nicht aus einer klimatisch gemäßigten Zone wie dem Ruhrgebiet.

    Hier reicht eine Flocke auf der Hauptstraße, um den kompletten Straßenverkehr zum Erliegen zu bringen. Testosteronbomben, die den Sommer über mit ihren AMGs und RSs bolzen wie die Geistesgestörten, mutieren im zarten Weiß zu rollenden Angstbündeln. Hutträger fahren wie immer und Fahranfänger lernen schnell, dass eine Vollbremsung auf Eis keine gute Idee ist und erhebliche Kosten zur Folge haben kann. Insofern könnte man dieses Wetter auch als pädagogisch wertvoll bezeichnen.

    Danny reißt beim Rennen immer die Klappe auf. Schneeflocken einzuatmen scheint einen heftigen Hustenreiz auszulösen, aber das Hundekind lernt nicht dazu.

    Eingelullt im Winter Wonderland

    Wir schüppen tonnenweise Schnee, graben und kratzen unsere fahrbaren Untersätze frei, hamstern warme Kleidung, Tee, Glühwein und diese niedlichen, kleinen Duftkerzen mit Sternchen drauf. Wir machen vollkommen sinnbefreite Schneespaziergänge und fotografieren wild in der Gegend herum. Und wenn wir nicht gerade Autofahren, dann grinsen wir blöd in uns hinein. Es sei denn wir haben einen Defender. Dann grinsen wir auch beim Autofahren und lassen die besagten AMGs huldvoll winkend hinter uns.

    Kann es sein, dass der Schnee uns Spaß macht? Auf jeden Fall lenkt er uns vom aktuellen Weltgeschehen ab. Beim Schüppen und Shoppen haben wir keine Zeit, über Politik, die Wirtschaft oder gar den Frieden auf unserem Planeten nachzudenken. Womit ich wieder zurück bei der Verschwörungstheorie wäre. Eingelullt im Winter Wonderland? Nein, das ginge wohl zu weit.

    Allrad gegen breit beschlappte Brüllelsen

    Mono und Danny denken nicht viel nach. Im Schnee sogar noch weniger als üblich. Allerdings drehen sie mehr auf als durch. Denn ihr Allradantrieb verschafft ihnen enorme Vorteile. Im Gegensatz zu den breit beschlappten Brüllelsen, können sie ihre Kraft selbst bei widrigen Wetterbedingungen auf die Straße bringen. Das heißt allerdings noch lange nicht, dass sie dabei ihr Hirn einschalten. Vielmehr scheint der Schnee die Verbindung zwischen Extremitäten und Hirn schlagartig zu kappen. Vielleicht bremst die Kälte an den Pfoten die Blutzufuhr? Nein, ich schlage jetzt keine Brücke zu den Finnen.

    Auf Sand benehmen sie sich schon bekloppt, aber der tiefe Schnee verwandelt sie in etwas, das einen nationalen Notstand rechtfertigen könnte. Niemand, aber auch wirklich niemand will geifernde, rasende Zombies in seiner Nähe wissen. Außer mir vielleicht, die stumm dort steht und das Schauspiel mit einem breiten Grinsen beobachtet. Millimeterarbeit im Vollspeed. Das schaffen die besten Formel 1 Piloten nur mit viel Training. Schnee mag blöd machen, aber wer könnte diesem hinreißenden Irrsinn widerstehen?

  • Out of sight – Grüße aus der Nebelbank

    Out of sight – Grüße aus der Nebelbank

    Die Kombination Morgen, Nebel und Whippets kann eine sehr heikle sein. Der Morgen, weil noch viel Getier unterwegs ist, der Nebel, weil ich in ihm nicht weit gucken kann und die Whippets, weil sie besser gucken können als ich und im Nebel genauso schlecht zu sehen sind, wie das Getier, das am Morgen noch unterwegs ist. Insgesamt vertrackt also.

    Ein Morgen in der Nebelbank
    Der Morgen im Nebel war kalt, aber sehr schön. Wir müssen uns an die Herbsttemperaturen wohl erst wieder gewöhnen.

    Bleiern und grell zugleich

    Aber ich mag Nebel so sehr, dass ich vor ein paar Tagen das Risiko einging und eine Flitzrunde durch die Waschküsche machte. Allerdings hört sich das leichtsinniger an, als es war. Auf Mono und Danny ist Verlass. Sie kennen das Gelände gut und Wild läuft uns dort nur selten über den Weg. Dennoch, die neulich noch gesichteten Wildschweine wollten mir nicht aus dem Kopf. Also schränkte ich den Wohfühlradius der Jungs ein wenig ein, indem ich sie öfter als gewöhnlich in meine Nähe rief.

    Üblicherweise lichtet sich der Dunst schnell, aber an diesem Morgen blieb er. Ganz oben auf unserer Halde bot sich mir ein unwirklich schönes Bild. Ganz merkwürdig dumpf und leise. Das Licht war bleiern und grell zugleich. Aber es war auch saukalt und die Feuchtigkeit kroch schnell durch jede Ritze. Also bloß nicht rumstehen und immer schön in Bewegung bleiben. Aber Zeit für die Panoramas musste sein. (Bitte auf die Galerie klicken, dann könnt ihr sie in der großen Version sehen.)

  • Wenn Polo Ponys duschen gehen

    Wenn Polo Ponys duschen gehen

    Oft plane ich etwas, tue aber dann spontan genau das Gegenteil. Wie am letzten Wochenende, als ich schon auf dem Weg zum Auto war. Das Clubturnier des Rhein Polo Club Düsseldorf war beendet, die Chuckas gespielt und die Sieger gekürt. Ich hatte von der Hitze einen weichen Keks und schlurfte gemächlich zum Parkplatz.

    Im Vorbeigehen konnte ich noch so eben einen Blick in das Boxengelände erhaschen, wo die Grooms den Ponys ihre verdiente Dusche gönnten. Ich änderte sofort wie ferngesteuert meine Richtung und blieb. Wie hätte ich dieses Licht ignorieren können?

    In diesen Minuten an diesem Ort passte ausnahmslos alles zusammen: Das Licht, die Motive und das Equipment. (Wie bemerkte neulich der liebe Kevin Pecks so treffend: „Die Combo Canon 1D X Mark II und dem Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM ist einfach genial!“) In vier Wochen wird die Sonne zu dieser Tageszeit ganz sicher schon viel tiefer stehen und hinter der dunklen Hecke verschwunden sein. Ich freue mich schon auf das nächste Match, aber genau dieses Licht wird es mit viel Glück wohl erst in einem Jahr wieder geben.

  • Please Mr.Terminator …. !

    Please Mr.Terminator …. !

    Kammerjäger sind die Arnies des Alltags, die Terminatoren der unerwünschten Arten. Hasta la vista baby! Ich bin sicher, Monsieur Beaufour hat diesen Satzfetzen leise in sich hinein gedacht, als er unsere asiatischen Hornissen pfiiiet, pfiiiet anvisierte und sich zum Abschuss zurecht legte.

    Passende Kleidung um ein Hornissennest auszuheben.
    Der Mitarbeiter von Antoine Beaufour in passender Kleidung. Niemand hebt ein Hornissennest aus, ohne sich zu schützen. In dem Blättchen, dass unsere Kommune alle paar Monate herausbringt gibt es eine Infoseite über die asiatischen Hornissen. Nur deshalb konnte ich sie als solche identifizieren.

    Eine feindliche Übernahme

    Dabei mochte ich die emsig arbeitenden Kleinsthubschrauber irgendwie. Vorhersehbar und im steten Rhythmus verließen sie ihr Nest. Immer zu zweit und immer in einem irren Tempo. Kurz darauf kam das gleiche Team – so vermute ich zumindest – mit dicken Bällchen zwischen den Beißern zurück. Sie nagten eifrig Holz aus den Balken unseres Terrassendachs, um ihr Nest in unserem Schuppen zu erweitern. Unser Anbau wurde zu ihrem Anbau, unser Schuppen zu ihrem Zuhause. Das sah aus wie eine feindliche Übernahme, aber ich konnte ihnen partout nicht böse sein. Dazu fand ich sie viel zu spannend.

    Es dauerte ein paar Tage, bis ich das große Nest entdeckte. Unser Abstellschuppen ist direkt ans Haus angebaut und wird generell nur betreten, um die Heizanlage anzustellen, Gartengeräte, Grillkohle oder Fahrräder zu holen. Das Licht darin ist schummerig. Ich suchte eine Rosenschere, als ein wildes Brummen an mein Ohr klang. Ich schaute nach oben und mein Blick muss genau so blöd gewesen sein, wie der eines Protagonisten in einem der Science-Fiction-Blockbuster: Ein Raumschiff, ein Alien, ein Sonstwas! Boah!

    Der Arnold Schwarzenegger der Vendeé

    Sofort löste sich eine recht große Hornisse von ihrem Nest, steuerte auf mich zu, umflog mich und dampfte wieder ab. Der Abfangjäger hat mich gecheckt und als ungefährlich markiert. Ich hatte noch nie Angst vor großen Insekten, doch meine Lust, mit rund 200 stachelbewehrten Flugakrobaten Ärger zu kriegen, ging gegen Null. Deshalb trat ich ruhig und ohne hektische Bewegungen den Rückzug an. Im Laufe der nächsten Tage stellte sich heraus, dass das asiatische Hornissenvolk kernentspannt war wie ein Rudel Labradore auf Valium. Dennoch, für Fotos hätte ich nahe des Nests niemals einen Blitz eingesetzt. Geblitzt hat schließlich Tom mit seiner kleinen M10. Leben am Limit, wie uns Monsieur Beaufour später mit entsetztem Blick durch tat.

    Der Kammerjäger kommt, um das Hornissennest zu entfernen.
    Der Chef instruiert seinen Mitarbeiter. Mit wütenden Hornissen ist nicht zu spaßen, aber die Jungs haben Routine.

    Ich kann mich gut erinnern, unser Sohn war gerade drei oder vier Jahre alt, da brummten sehr große, europäische Hornissen durch unser Haus. Ihr Nest hatten sie ganz in Ruhe oben im Giebel gebaut und ein paar von ihnen verirrten sich nun regelmäßig.

    Sie waren friedlich, doch mit einem Kleinkind an Bord sind diese Tierchen nicht ohne Risiko. Wir ließen also flott einen Mann kommen, auf dessen Visitenkarte folgendes stand: Agent contre les enimies delà culture française. Wörtlich übersetzt: Agent gegen die Feinde der französischen Kultur. Niemals werde ich diesen Titel vergessen. Er ist einfach zu großartig für das, was wir hier in Deutschland hinter vorgehaltener Hand Kammerjäger nennen.

    Gelb gestreifte Staatsfeinde

    Im Gegensatz zu den unter Naturschutz stehenden europäischen Hornissen, sind ihre asiatischen Verwandten auf der Liste der unerwünschten Arten in Europa. Sie kamen offenbar auf dem Seeweg von China nach Frankreich, wo sie 2005 das erste Mal gesehen wurden. Seitdem verbreiten sie sich rasant. Antoine Beaufour erklärte uns, dass eine asiatische Hornisse bis zu 20 Bienen am Tag töten kann. Deshalb waren wir als Bewohner unserer kleinen Kommune Péault verpflichtet, die Bürgermeisterin zu verständigen, die wiederum Antoine Beaufour schickte, damit er den Einwanderern flott den Garaus macht.

    Mono und Danny hatten wir längst sicher oben im Schlafzimmer untergebracht. Nun befahl man uns, ins Haus zu gehen und die Türen gut zu verschließen. Nichts und niemand auf der Welt hätte mich davon abhalten können, Fotos zu machen, doch Monsieur Beaufour insistierte. Zum Glück ist der Blick aus dem Küchenfenster perfekt. Es klang sehr niedlich, als er mir mitteilte, dass er un petit produit benutze, ein kleines Produkt. Schlicht Gift. Aber im Französischen hört sich das alles viel hüscher an.

    Ich habe keine Ahnung, wie sich dieses Gift nun im speziellen zusammensetzt und ich vermied es, nachzufragen. Aber ich verstand sehr schnell, warum wir uns im Haus verschanzen sollten. Ein riesiger Schwarm Hornissen schoss ins freie und blies zum Angriff auf den Agent in Blau. Allzu aggressive Tiere erschlug er mit seinem Tischtennisschläger. Das ist eine sehr archaische Art, Insekten los zu werden, dachte ich. Aber wirksam!

    Ein ganzes Volk in zehn Minuten ausgelöscht

    Kaum zehn Minuten später war die Vernichtungsarbeit getan. Fast feierlich überreichte man mir einen fest zugeknoteten Müllsack, denn ich hatte darauf bestanden, das Nest zu behalten. „Warten sie mindestens 14 Tage, dann können sie den Sack gefahrlos öffnen.“ Ich nahm ihn also mit spitzen Fingern an mich und verfrachtete ihn ohne Umwege ins Gefrierfach unseres ohnehin altersschwachen Kühlschranks. Passt doch, sagte ich mir. Wenn ich in zwei Wochen zurück bin, dann taue ich dich wieder auf.

    Als Monsieur Beaufour und sein Mitarbeiter ihr Material eingepackt und zum Mittagessen aufgebrochen waren, ging ich hinaus, um mir ein Bild von dem makabren Schauplatz zu machen. Überall lagen sie. Dutzende Hornissen, die noch vor ein paar Minuten eifrig daran arbeiteten, unser Terrassendach zum Einsturz zu bringen, waren tot oder rangen qualvoll. Ich fühlte mich so schlecht, wie lange nicht. Über Tage hatte ich versucht, sie zu fotografieren. Ich hatte gelernt, dass sie kein bisschen aggressiv sind, solange ich sie ihre Arbeit machen lasse. Immer wieder kam eine von ihnen, um mich zu begutachten. „Ach, die wieder!“ Ein paar von ihnen sind mir sogar stumpf vor die Stirn geflogen, als ich mit der Kamera ganz still in ihrer Einflugschneise stand. Kein einziger Angriff, kein einziger Stich.

    Das mag überzogen sentimental klingen. Es sind eben nur asiatische Hornissen, Eindringlinge, die Bienen töten. Schaue ich mir jedoch ihr Zusammenleben und vor allem dieses Kunstwerk von Nest genauer an, dann tut es schon weh, eine Kultur dieser Art sterben sehen zu müssen. Nüchtern betrachtet: Wir müssen den Schuppen ausräumen und wollen dabei nicht von wütenden Hornissen überfallen werden. Es gibt wie immer nicht nur eine Perspektive.

    edit: Ich habe das Nest aus dem Gefrierfach geholt und aufgeschnitten (Fotos siehe oben). Die Königin konnte ich erstaunlicherweise nicht finden. Dabei war ich mir so sicher. Dennoch ist das Nest der asiatischen Hornissen sehr faszinierend. Unglaublich, was die für Baupläne im Kopf haben!

  • 14 Tage und 64 Gigabyte später – Back in town!

    14 Tage und 64 Gigabyte später – Back in town!

    Wo fange ich an? Wo fange ich bloß an? Während unserer 10 Tage in Frankreich habe ich einige Fotoserien zu unterschiedlichsten Themen gemacht, die mir aktuell eigentlich viel wichtiger sind, als die Flitzpiepenfotos vom Strand. Der Strand ist zwar wunderschön wie eh und ja, aber er ist nunmal der gleiche Strand wie im letzten Jahr.

    Immer zusammen
    Mono und Danny sind immer zusammen

    Leere Bilder vom Quecksilberstrand

    Doch traditionell und quasi reflexartig bearbeite ich immer zuerst diese Fotos. Einerseits weil sie teils doch sehr reizvoll sind und andererseits, weil sie gute Laune machen. Ja, die wilden, ausgelassenen Whippets machen Spaß. Außerdem habe ich die Fotos schon beim Machen in schwarz-weiß gesehen, denn ich mag leere Bilder. Clean, einfach, gerade. Dafür ist ein endloser Strand perfekt. Seine Farben hingegen sind relativ austauschbar. Scheint die Sonne, ist der Ozean blau. Ist es bewölkt, zeigt er sich in grün-grau. Der Sand schimmert in den unterschiedlichsten Gelbtönen. Fertig. Jeder weiß, wie ein Strand aussieht. Mir bietet er mittlerweile nur noch die Bühne für das Sujet, wenn er nicht selbst das Sujet ist, was durchaus auch mal vorkommen kann.

    Viele RAWs und eine Strandflitzattacke

    Nun ja, 64 Gigabyte RAWs wollen gesichert und gesichtet werden. Und ich hibbel hier rum, weil ich schon genau weiß, was ich machen will, aber alles nicht so schnell geht, wie ich es gerne hätte. Im Vergleich zumindest nicht so schnell, wie Mono antritt, wenn ihn seine legendäre Strandflitzattacke überkommt. Hierbei fällt mir immer wieder auf, dass Danny zwar sehr kraftvoll laufen kann, an Monos enorme Explosivität aber nicht heranreicht. Körperlich wie auch mental unterscheiden sie sich doch sehr. Vielleicht passen sie auch deshalb so gut zusammen.

  • 5Ds R oder 1D X Mark II ? Blöde Frage? Jain!

    5Ds R oder 1D X Mark II ? Blöde Frage? Jain!

    Kann ich fehlende Brennweite durch extrem hohe Auflösung ausgleichen? Macht es Sinn, den Sportboliden Canon EOS 1D X Mark II mit einer Megapixelbombe namens Canon EOS 5Ds R zu vergleichen? Viele werden spontan nein sagen. Ich tue es aber trotzdem. Denn es gibt durchaus Action geladenen Situationen, in denen beide gleichermaßen ihre Features perfekt ausspielen können und dabei die jeweils andere in den Schatten stellen.

    Den Schatten an sich habe ich sehr bewusst überleitend genutzt, denn ich zeige hier nur schwarz-weiß Fotos. Erstens tut die Farbe nichts zur Sache und zweitens mag ich die Monochromen sehr. Wie sich in diesem Zusammenhang die Mähr halten konnte, das schlechte Farbfotos in schwarz-weiß besser werden, bleibt mir verschlossen. Gerade die Schwarz-Weißen müssen perfekt sitzen, denn es gibt kein buntes Trallala, das vom Sujet ablenkt. Es gibt Hell und Dunkel, Licht und Schatten und fertig. (Ein paar von den farbigen Versionen gibt es bei 1300ccm.de)

    Was sitzt, das sitzt

    Die Definition von Sitzen ist hier natürlich eine sehr subjektive. Aber gehen wir zunächst von dem landläufigen Sitzen aus: Ich habe ein gestochen scharfes Foto von einem Pferd und seinem Reiter im vollen Lauf. 1/1000, der Autofokus der Mark II packt wie Kleister und ich verfolge den Reiter mit 14 Bildern in der Sekunde. Die kurzen Belichtungszeiten (unten und oben in den Galerien) habe ich mit dem 200er 1:2,0 gemacht, das schnell genug für diesen Zweck ist und mir zudem ein göttliche Abbildungsschärfe liefert.

    Brennweite versus Auflösung

    Die Mark II hält extrem kleinschrittig jede Bewegungssequenz bombensicher fest. Aber! Im speziellen Fall Polo gibt es ein großes Aber. Ein Poloplatz ist so groß wie vier Fußballfelder. Ganz anders als bei den Windhunden habe ich hier mehr Raum, als mir lieb ist. In der letzten Saison habe ich dort, also beim Polo, u.a. mit einer 400er Festbrennweite fotografiert. Doch, wie ich es mache, ich mache es falsch. Denn mit 400 Millimetern kriege ich zwar die Action auf der gegenüber liegenden Seite des Platzes, aber nicht die, die ganz nahe bei mir abläuft. Nehme ich ein 200er, wie oben, habe ich die Action im Mittelfeld, aber nicht die auf der anderen Seite und auch nicht die nahe bei mir. Die 1D X Mark II hat 20,2 Megapixel. Ich könnte die Fotos also zur Not stark beschneiden, doch das Gelbe von Ei ist diese Lösung auch nicht. Also, was tun?

    Azawakhs beim Start aus der Box
    Ein paar Versuche an der Startbox – mit der Canon EOS 5Ds R und dem Canon EF 50mm 1:1,2L USM

    Pfiffig oder Holzweg?

    Eigentlich müsste ich zwischen Pest und Cholera wählen. Nehme ich die lange oder die kürzere Brennweite? Ich kann ohnehin nicht voraussehen, wie sich das Spiel entwickeln wird und noch weniger wohin sich die Spieler samt ihrer Pferde bewegen werden. Deshalb setze ich mittlerweile aufs Warten. Ich warte, bis das Spiel zu meiner Linse passt. Und, zeitgleich setze auf die mords Auflösung der Canon EOS 5Ds R. Denn was mir in manchen Momenten an Brennweite fehlt, holen mir 50,6 Megapixel wieder rein. Ich kann in der Nachbearbeitung extreme Ausschnitte machen, ohne einen nennenswerten Qualitätsverlust zu haben. Pfiffig oder Holzweg? (In der Galerie habe ich die Pixelzahl ausgewiesen, auf die ich die Foto beschnitten habe.)

    Luft Anhalten für Detailtiefe

    Die Frage ist nicht eindeutig zu beantworten. Sitzt ein Mitzieher aus der 5Ds R, dann sitzt er wirklich. Die Detailtiefe ist großartig, egal wie stark ich beschneide. Das ist schon sehr beeindruckend. Allerdings ist die 5Ds R naturgegeben deutlich langsamer als die Mark II. Immerhin schafft sie vier bis fünf große RAWs in der Sekunde. Das ist, mit Bedacht eingesetzt, genug. Doch ihre gigantische Auflösung macht sie anfällig für Unschärfen. Deshalb habe ich für sie mit dem 70-200er 1:2,8L ein leichtes / leichteres Objektiv gewählt, das ich lange ruhig halten kann. Mit Luft Anhalten ist 1/40 sek. dann kein Problem.

    5Ds R oder 1D X Mark II ? Es gibt keine Wahl.

    Für die kurzen Belichtungszeiten, also für eine Situation in der mir ein Pferd oder ein Hund oder ein Auto mit hohem Tempo frontal entgegenkommt, ist die 5Ds R ungeeignet. Dafür ist sie eindeutig zu langsam. Meine geliebten Mitzieher, bei denen ich maximal 2 oder 3 Mal den Auslöser drücke, legt sie perfekt hin. Das allerdings nur, wenn ich genug Abstand habe. Also wenn ich mir ein recht großes Motiv – ein Pferd oder ein Auto – ganz in Ruhe zurechtlegen und langsam mitziehen kann.

    Windhunde auf der Bahn wiederum sind wie Formel 1 Wagen in einer Suppenschüssel. Dort gibt es kleine Körper in extrem schneller Bewegung auf sehr engem Raum. Das packt die 5Ds R nicht mehr. Sie löst ein Mal aus, dann sind die Hunde weg. Doch das kann man dieser Kamera nicht zum Vorwurf machen, denn dafür ist sie nicht gemacht. Hier braucht es in der Tat die hohe Bildrate der 1D X Mark II damit überhaupt brauchbare Bilder entstehen. 200mm Brennweite sind dort ideal für formatfüllende Bilder. Für die ganz langen Belichtungszeiten, bei den Greyhounds etwa 1/60 sek., ist das 70-200er 1:2,8L ideal.

    Düsseldorfer High Goal Cup 2017
    Canon EOS 5Ds R, Canon EF 70-200mm 1:2,8L IS II USM – beschnitten von 8688 Pixel auf 6764

    Die Canon EOS 5Ds R ist ganz sicher keine Sportkamera, das heißt aber nicht, dass man sich sklavisch an ihren Beipackzettel halten muss. Sie kann noch mehr, als ich ihr ohnehin schon zugetraut habe, und das ist doch wohl eine gute Erkenntnis. Der Canon EOS 1D X Mark II bleibt der Highspeedsektor vorbehalten. Dort gehört sie hin und dort soll sich auch austoben. Eine echte Wahl zwischen den beiden gibt es nicht. Sie sind einfach zu unterschiedlich. Aber in speziellen Fällen, so wie hier beim Polo, kommen beide auf ihre Weise richtig groß raus.

  • Die Suchende – Erste Trainingsrunden 2017

    Die Suchende – Erste Trainingsrunden 2017

    Am 17.04 und am 23.04 haben die ersten Trainingsrunden auf der Sandbahn in Gelsenkirchen stattgefunden. Ich habe ein paar meiner Fotos dieser beiden Tage zusammengefasst.

    Natürlich waren weder Mono noch Danny dabei, aber ich bin gerne hin und wieder dort, um ein paar Experimente zu machen. Denn mein Vater lehrte mich, ein Konzept über seine Grenzen hinaus zu treiben. Er lehrte mich, eine Idee immer und immer wieder in Frage zu stellen und sie in jede erdenkliche Richtung zu erweitern. Denn nur so könnte ich ihre Grenzen kennenlernen.

    Respekt the copyright. Don’t download, don’t copy. 

    Recht hat er. So wie die eines Rennwagens z.B., dessen Grenzbereich sein Fahrer genau ausloten muss, damit er ihn zu hundert Prozent im Griff hat. Wer niemals aus der Kurve fliegt, wird niemals wissen, wo Schluss ist. Schließlich geht es allein um das Gefühl für den Punkt, der exakt die Kante des Machbaren beschreibt. Aber den muss man erst einmal finden.

    Dieser Punkt ist allerdings ein sehr subjektiver. Nicht im Motorsport, denn abgeflogen und eingeschlagen ist objektiv Mist. In der Fotografie hingegen hat er immer mit der persönlichen Sicht auf die Wirklichkeit zu tun. Diese ist meine.

    edit: Meine Gedanken zu den Fotos entnehmt bitte den Bildunterschriften.

  • Happy Birthday EOS ! Alles Gute zum Dreißigsten!

    Happy Birthday EOS ! Alles Gute zum Dreißigsten!

    Canon feiert den 30. Geburtstag seines EOS-Systems. Einen ganz besonders herzlichen Glückwunsch von mir, denn es gibt kaum eine Marke, mit der ich persönlich enger verbunden bin.

    Die EOS-Kameras haben mich dort hin gebracht, wo ich heute bin. Seit vielen Jahren sind sie meine täglichen Begleiter. Ich habe mit ihnen angefangen zu fotografieren, mit ihnen täglich geübt und experimentiert. Ich habe an und mit ihnen alles gelernt, was ich heute über fotografische Techniken weiß. Das setzt sehr präzise und vor allem dicke Schweißnähte.

    Zwei Boliden des EOS-Systems: Die Canon EOS 1D X und die Canon EOS 5Ds
    Zwei Boliden des EOS-Systems: Die Canon EOS 1D X und die Canon EOS 5Ds. Das EOS-Systems ( Elektro Optical System) führte Canon 1987 mit der Canon EOS 350 ein. Sie hatte den weltweit ersten voll elektronischen Objektivanschluss, dessen Prinzip mittlerweile von allen Kameraherstellern weltweit verwendet wird.

    Ich piesacke sie, treibe sie an ihre Grenzen, schleppe sie durch Hitze, Kälte und Regen. Ich verlasse mich blind auf sie und sie haben mich – bis auf ein einziges Mal – noch nie im Stich gelassen. Dieses einzige Mal hauchte meine ein Jahr zuvor gebraucht erstandene EOS 7D mit einem bösen Knirschen ihr Leben aus. Nach monatelangem Highspeed-Fotografieren schwenkte der Verschluss die weiße Fahne. Ich gebe zu, eigentlich hatte ich schon viel eher damit gerechnet und war erstaunt, dass sie so lange durchgehalten hat.

    Die Göttin der Morgenröte gibt ihr Debut

    Als Canon 1987 sein EOS-System (Electro Optical System) einführte, war ich gerade im ersten Semester meines Studiums. Ich hatte zu dieser Zeit zwar viel mit Fotografen zu tun, doch womit sie fotografierten interessierte mich nicht die Bohne. Der Spaß am Selbermachen packte mich erst viel später.

    Mono am Strand
    Mono am Strand mit Der Canon EOS 1D X und dem Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM

    Vermutlich haben schon damals die Fotografen, mit denen ich regelmäßig zusammenarbeitete, die bahnbrechende Entwicklung eines voll-elektronischen Objektivanschlusses und der dazu passenden Linsen mit sabberndem Nägelkauen quittiert. So wie ich heute Neuerscheinungen namens 5D Mark IV oder 1D X Mark II wahrnehme. Realisiert habe ich das damals nicht, aber ich bin sicher, dass es so war.

    Die Initialzündung kam mit der Canon EOS 300D

    Hier hat alles mit einer Canon EOS 300D angefangen, die mein Mann erstanden hatte, um an der Rennstrecke zu fotografieren. Als vor fast 10 Jahren unser erster Whippet einzog, begann ich mit dieser Kamera seine Entwicklung zu dokumentieren. Ich erinnere mich gut, dass Tom und ich uns oft um die Kamera stritten. Wer darf sie wohin mitnehmen? Erhalten geblieben sind mir aus dieser EOS leider nur sehr wenige Fotos. Das ärgert mich heute richtig böse.

    Dann kamen die EOS 20D und die EOS 30D

    Weiter ging es mit der EOS 20D, die wir refurbished erstanden hatten und zu der sich bald eine 30D hinzu gesellte, damit wir uns nicht länger um die 20er in die Haare kriegen mussten. Doch der liebevolle Kleinkrieg ging weiter. Denn ich wollte für meine Zwecke unbedingt die 30D, weil sie schneller war. Tom meinte, dass er für den Motorsport die fixere Version bräuchte, aber irgendwie haben wir uns schließlich immer geeinigt. Und dann über Stunden nicht miteinander gesprochen. Ich kann es nicht leugnen: Von Beginn an war die Fotografie für mich eine sehr wichtige und vor allem sehr emotionale Sache.

    Viele Originale konnte ich nicht wiederfinden. Wie das hier von Jimmy. Das ist ebenfalls aus der Canon EOS 20D und nach wie vor eines meiner Lieblinge.

    Die Canon EOS 7D für den Speed

    Ich gewann den Kampf um die 30D, hatte aber recht bald ihre Grenzen erreicht. Ich wollte eine schnelle EOS 7D und kaufte sie gebraucht zu einem gute Preis. Mann, was war ich stolz!

    Zusammen mit unserem 70-200er 1:4,0, das nach wie vor ein spitzenmäßiges Objektiv ist, fühlte ich mich endlich standesgemäß ausgestattet. Der kleine Funke Fotografie hatte sich längst zu einem lodernden Feuer ausgedehnt. Im gleichen Jahr durfte ich das erste Mal eine Kamera von Canon ganz offiziell testen. Die handliche EOS M war so ganz anders als die 7D, machte mir aber großen Spaß. Ihre Nach-Nachfolgerin die EOS M5 hatte ich erst vor ein paar Monaten in den Fingern.

    Komplett auf links gedreht

    Die Canon EOS 7D habe ich dann innerhalb eines Jahres komplett auf links gedreht. Mit ihr und den unterschiedlichsten EF-Objektiven habe ich alles fotografiert was nicht bei Drei auf dem Baum war. Ich war mit ihr das erste Mal an der Windhundrennbahn, habe am Nürburgring bis wörtlich zum Erbrechen Mitzieher geübt (man stelle sich vor: Ich habe mich über Stunden immer und immer wieder um meine eigene Achse gedreht. Boah, was war mir schlecht!) und ein paar Lieblingsfotos von meinen Hunden am weiten Atlantikstrand geschossen. Sie wuchs mir sprichwörtlich an den Händen fest, bis ihre Zeit schließlich gekommen war.

    Der nächste Schritt: Vollformat!

    Der Wunsch nach dem Vollformat gärte schon lange tief in mir. Die Canon EOS 1D X war genau das, was ich brauchte. Schnell, schneller und ausgestattet mit einem Autofokus, der der Göttin alle Ehre macht. Sie, also die EOS 1D X in Personalunion mit unserem guten alten 70-200er 1:4,0L, brachte meinen Ideen und mir eine Platzierung beim Sony World Photography Award 2015. Es ist schwer zu beschreiben, wie heftig die Schnappatmung war, als ich die Nachricht von der WPO bekam.

    In den Top 50 des Sony World Photography Awards 2015, Kategorie: Split Second
    Beim Sony World Photography Award platziert. Canon EOS 1D X, Canon EF 70-200mm 1:4,0L USM

    Später hob mich dann die Canon EOS 5Ds auf eine weitere, nie geahnte Ebene. Weg vom Tempo, hin zur Tiefe. Weiter denken, weiter lernen! Fieberhaft versuchte ich, dieses Pixelmonster in den Griff zu kriegen. Fotografiere nicht spontan, sagte ich mir immer wieder. Sei analytisch! Ihre Schwester, die 5Ds R lässt mir neuerdings nur noch den Mund weit offen stehen.

    Der dritte Akt "Tyll" - mit viel Ironie bezieht sich Ekman auf das klassische Ballett.
    Der dritte Akt „Tyll“ – mit viel Ironie bezieht sich Ekman auf das klassische Ballett. Geschossen mit der Canon EOS 5Ds R und dem Canon EF 11-24mm !:4,0L USM

    Es mag einem Technokraten merkwürdig vorkommen, aber ich habe eine sehr enge und vor allem sehr emotionale Beziehung zu den Kameras der EOS-Reihe. Ich bin mit ihnen gewachsen. Von der kleinen 300D bis zum ganz großen Profiequipment. Die Spiegelreflexkameras dieser Reihe gaben mir die Möglichkeit, meinen Stil zu finden und geben mir heute die Freiheit, die ich mir vor fünf Jahren nicht ansatzweise hätte vorzustellen können. Was zur Hölle will ich mehr?

    Deshalb nochmals ganz herzlichen Glückwunsch zum runden Geburtstag. Die Göttin der Morgenröte und des Neunanfangs wird auch weiterhin meine Schutzpatronin sein.

  • Test: Die Canon EOS 1D X Mark II – Entspannung pur!

    Test: Die Canon EOS 1D X Mark II – Entspannung pur!

    Die Canon EOS 1D X Mark II macht dich locker. Und zwar sowas von! Das kann auch ihre Vorgängerin, doch die Neue packt nochmal ein Schüppchen oben drauf.

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