The Daily Irrsinn

Drei Oscars für den Blockbuster

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Meine Serie „Leben im Lockdown“ ist abgeschlossen. Ich werde dieses Format aber in unregelmäßigen Abständen wieder aufnehmen, weil es mir großen Spaß macht. Heute verteilen wir unter anderem Oscars für einen Blockbuster.

23:30 Uhr – Unsere Gäste verabschieden sich. Ich nutze die Gelegenheit, gehe mit und lüfte noch einmal kurz die Hunde. Auf dem Weg um den Block denke ich, dass es uns allen gut tut, Freunde empfangen zu dürfen. Aus einem fremdem Haushalt wohlgemerkt! Die seit langem geplanten Einweihungsparty ist noch ein weiter Ferne.

00:30 Uhr – Es ist lau. Ich wandele mit Mono und Hubi in unserem Patio. Sind wir jetzt wieder frei? Nein, ganz sicher nicht. Wir sind anders frei. Anders als vor Corona.

Der Blick aus unserem Hof in Wintergarten und Wohnraum

Der zickige Schneewalzer

6:30 Uhr – Die wilde Wiese wächst. Die Stockrosen strecken ihre noch kleinen Blättchen in die Sonne. Die Clematis bekommt ihre ersten Blüten und sogar die Kletterrose Model Schneewalzer hat sich von ihrem Pflanzschock erholt. Endlich treibt sie aus. Ich weiß auch nicht, warum ich sie unbedingt haben musste. Vermutlich weil eine Ramblerrose nicht zu kriegen war. Doch deshalb werde ich sie keinesfalls stiefmütterlich behandeln. Naja, vielleicht ein bisschen. Der Schneewalzer macht sich so wichtig. Vielleicht liegt das in der Natur einer Rose, aber ich mag diese prätentiöse Haltung nicht. Der Bambus, die asiatischen Gräser hingegen sind auf ihre Art spektakulär und dennoch bescheiden.

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Der Blockbuster am Morgen
Der Schwarzrohrbambus sieht immer so herrlich unfrisiert aus.

Der Blockbuster am Morgen

7:30 Uhr – Noch vor dem Frühstück genießen Mono und Hubi einen Blockbuster. Auf einer großen Wiese jagt eine Katze ein junges Kaninchen. Die beiden Whippets hätten spontan Oscars für die beste Regie, den besten Hauptdarsteller und die beste Nebenrolle vergeben. Ich war nur froh, mich für festes Schuhwerk entschieden zu haben. Von dem Reh, das unseren Weg am Sonntag morgen kreuzte, konnte ich die beiden abrufen. Aber die Kombi Katze und Kaninchen lässt zumindest in Monos Kopf alle Sicherungen durchbrennen. Hinten Stacheldraht, vorne Straße. Dort könnten Mono und Hubi theoretisch frei laufen, weil sie grundsätzlich artig sind. Aber. In diesem Moment hätten sie sich vergessen. Eine Leine ist eben nicht nur Freiheitsberaubung, wie viele gerne behaupten, sondern in erster Linie Schutz.

Der Blockbuster am Morgen
Liebeskranke Köter

12:00 Uhr – Mr.Hudson ist im Bootcamp. Seine Hormone haben ihm nun endgültig durchgetan, dass er ein echter Kerl ist. Das hat zur Folge, dass er auf der Suche nach Mädchenpipi hirnlos durch die Landschaft marodiert und jede Hündin, die ihm unterkommt auf seine durchaus liebenswerte Art belästigt. Meine Hoffnungen auf eine garstige Blechschere, die ihm mal richtig den Marsch bläst, werden leider ein ums andere Mal atomisiert, denn Hubi scheint aus hündischer Sicht so charmant zu sein, dass ausnahmslos alle ihn begeistert zum Spielen auffordern.

Der Blockbuster am Morgen
Mr.Hudson auf Treibe. Aktuell ist seine akustische Wahrnehmung gestört. Aber das kriegen wir wieder hin.

Mono steht daneben und rollt seine schwarzen Augen. Doch er sollte sich hüten mit dem Rollen, denn er ist nicht besser. Heerscharen von läufigen Hündinnen haben ihm in den letzten Wochen die Hirnzellen weich gebraten, so dass er gar nicht mehr weiß, welchen Grashalm er zuerst ablutschen soll. Das geht mir so auf die Nerven, dass hier jetzt Schlüssel fliegen, wenn die Jungs ihm Liebesrausch mal wieder die Ohren dicht haben. Basta, Ende, Aus!

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12:30 Uhr – Hubi, natürlich immer noch im Bootcamp, muss verstehen, dass „Bleib“ auch „Bleib“ heißt und nicht „Ich schieße jetzt mal kurz zu dem doofen Labbi rüber“. Mit seiner Kontaktfreude und seine überbordende Neugier bringt er natürlich sehr positive Features mit, doch hin und wieder muss man eben diese in geregelte Bahnen lenken. Einen sensiblen Hund wie ihn, packe ich natürlich nicht grob an, doch hin und wieder ist ein symbolischer Gong auf die Mütze recht hilfreich.

Der Blockbuster am Morgen
Die Kletterrose Modell „Schneewalzer“ – Mit ihrer zickigen Art geht sie mir ein bisschen auf die Nerven.

16:30 Uhr – Mono und Hubi brechen zum hundertsten Mal ein Herz. Eine alte Dame aus der Nachbarschaft, kann sich an ihnen gar nicht sattsehen und sattstreicheln. Sie ist überrascht, wie weich sie sind, ist doch kurzes Fell oft hart und kratzig, meint sie. Nicht meine Jungs. Sie sind und bleiben die seidenweichen Kleinkriminellen, denen ich viel mehr zu verdanken habe, als sie ahnen.

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

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