Fast täglich

30 Sekunden Chaos


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Es gibt Dinge, die können einfach nicht passieren. Nicht in den kühnsten Träumen sind sie ausmalbar. Doch dann ist man zur falschen Zeit am falschen Ort und es ergeben sich Konstellationen, die im Verlauf von 100.000 Jahren einmalig sind. So wie der Meteroiteneinschlag z.B., der das Ende der Dinosaurier einläutete. Das Undenkbare nimmt seinen Lauf und schließlich fühlt man sich allein. Denn wer nicht dabei war, wird kaum glauben, was sich zugetragen hat. Doch kann man sich eine solch absurde Szene ausdenken?
Gegen 7:00 Uhr verlassen Mr.Clark und Mono das Haus. Müssten sie nicht dringend mal in die Büsche, würden sie sofort und ohne Zögern wieder kehrt machen. Denn der Sonnenschein hatte ihnen höchst heimtückisch einen Frühlingsmorgen vorgegaukelt. Mit frostigen 2 Grad haben sie nicht gerechnet und fühlen sich nun verschaukelt.
Sie sind also recht eilig unterwegs. Mono hauptsächlich weil sein Frühstück winkt, Mr.Clark, weil er Temperaturen unter 12 Grad als persönliche Beleidigung empfindet. So nähern sie sich auch recht schnell der kritischen Ecke. Dort stehen die motorisierten Kostbarkeiten eines Nachbarn. Die sind grundsätzlich nicht kritisch, doch auf dem Dach eines Oldtimers pflegt täglich ein dicker gestromter Kater seinen Ausguck zu beziehen. Der ist kritisch.
katzengeschädigt

Frostbeule im Macker-Modus

Es ist also Wachsamkeit geboten. Ein älterer Mann, der einem Frühstücksbier offenbar nicht abgeneigt ist, meditiert auf seinen Gehstock gestützt einen Baum an. Neben ihm wird sein Hund, Modell Fleischwurst im Streckverband, aufmerksam. Mr.Clark kennt die Fleischwurst. Er vergisst die Kälte und schaltet vom demonstrativen Leiden direkt in den Macker-Modus. Also müssen beide Whippen nach links, um die schon böse knurrende Fleischwurst geschickt rechts liegen zu lassen.
Der Trancezustand des Herren am Baum ist aber offenbar so tief, dass ihm sein vollfetter Hausgenosse die Flexileine aus der Hand reißen kann. Endlich frei, so jubelt er vom Größenwahn beflügelt und bläst zur Attacke.

Kendo für Arme

Ein kurzer Griff an den Karabiner und Mr.Clark ist frei, um sich wehren zu können. Doch bevor er das ernsthaft tun muss, saust der hölzerene Gehstock auf den Rücken des tobenden Angreifers. Der gute Mann hat also die Klangschalen mal beiseite gelegt und ganz unentspannt zugelangt.
Im gleichen Moment schreit Mono auf und dreht sich blitzschnell um seine eigene Achse. Der dicke Kater ist zwischen den oben erwähnten Autos hervorgeschossen und hat hemmungslos seine Krallen in Monos Oberschenkel geschlagen. Ein Attentat aus dem Hinterhalt. Nun steht er da, aufgeplustert wie ein Kugelfisch und faucht was das Zeug hält. Mono starrt wie vom Donner gerührt. Der Terrier wird äußerst unsanft hochgerissen und quirlt mit seinen kleinen Beinchen die Morgenluft.

Chaoten

Keks gegen Kurzschluss

Wo gerade noch ein lautes, aber doch recht geordnetes Theater im Gange war, bricht nun das Chaos los. Mr.Clark braucht einen Moment, um sich zu sammeln. Er wendet sich Mono zu und stolpert fast über den drohenden Kater. Die kleinen Flammen in seinen Whippetaugen leuchten hell, als ihm alle Sicherungen durchbrennen.
Ob der Übermacht beschließt der brutale Kater den geordneten Rückzug anzutreten und verschwindet unter einem Auto. Mr.Clark macht sich flunderflach und versucht ihm zu folgen. Aussichtslos! Deshalb schlägt er die Hinterläufe in den Asphalt und sprintet um den Wagen herum. Dort setzt der Kater gerade zur Flucht in den nahe gelegenen Garten an. Mit einem beeindruckenden Satz überspringt er den Zaun und landet weich in den Stiefmütterchen.
Mr.Clark ist außer sich und sucht eine Möglichkeit den Zaun zu überwinden. Mono reißt an der Leine und bellt, wie er in seinem jungen Leben noch nicht gebellt hat. Ein Ruf und ein großer Keks bringen den Jungspund schnell in unsere Welt zurück. Mr.Clark hingegen braucht deutlich länger, um seine zarten Nerven zu beruhigen, lässt sich aber ohne weiteren Protest anleinen. Seit heute heißt die kritische Ecke Todeszone.
Dieses Ereignis konnte aus wohl verständlichen Gründen nicht fotografisch dokumentiert werden. Deshalb müssen Fotos vom späteren, sehr entspannten Rheinspaziergang herhalten.

Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

Comments

  1. Servus,
    habe mich köstlich beim Lesen dieser Story amüsiert! Meine Freundin hat selber einen Whippet (http://www.kashia.net/marley/) und ich kenne daher diese quirligen Racker :). Cooler Schreibstil, endlich mal ein Blog, der beim Lesen wirklich Spaß macht!
    LG,
    Markus

  2. Hallo Markus,
    danke für die Blumen! Marleys Seite kenne ich und natürlich das Whippetarchiv, ohne das wohl kein Whippetfreund mehr leben kann.
    Viele Grüße und richte Karin bitte ein dickes Dankeschön aus.

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