Fast täglich

57 g Brustbein, 100 g Forelle und 10 g Ginsengwuzel

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Montags 307 Gramm Hirsch, Dienstag 153 Gramm Forelle, 57 Gramm Brustbein und Freitags 122 Gramm Kobe-Rind. Und bitte alles Bio. So oder so ähnlich sieht tatsächlich ein Ernährungsplan für Hunde aus, den sich pfiffige Menschen erdacht haben und als das Non Plus Ultra propagieren. Angesichts dieser exquisiten Diät kann man sich getrost mal fragen, ob ihre Verfasser noch alle Latten gerade haben. Oder die Goldcard und eine gute Laubsäge auspacken.

Sie finden nicht zueinander

Gleich der Pest im Mittelalter flammt die Diskussion über eine gesunde Hundeernährung immer wieder auf. Es braucht einen kleinen Anlass, einen Artikel oder den Beitrag eines Facebookusers, der sich Hilfe suchend an die Gemeinde wendet, weil sein Vierbeiner mal wieder ein Brathuhn geklaut hat. Schon geht es los und schier endlose Keilereien nehmen ihren tragischen, immer gleichen Lauf. Die Barfer in der blauen Ecke, die Trockenfutterfraktion in der roten. Wenige Ringrichter pochen auf „jeder wie er will“.

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Reizthema häppchenweise

Denn hier geht es um Glaubensfragen, um eine fast religiöse Haltung zum Tier und seinem Verdauungstrakt. Der Wolf kriege ja schließlich auch keinen Sack Light-Futter in den Wald gestellt, ist dann oft ein Argument. Da aber zumindest Mono und Danny mit dem Wolf so viel gemein haben, wie eine Scholle mit einem Pottwal, müssen sie auch nicht 100 Kilometer durch die sibirischen Wälder streifen um einen Hirschen zu erlegen. Sie dürfen gerne gemütlich einen Napf Trockenfutter mampfen. Je nach Lust, Zeit und Platz in der Tiefkühltruhe gibt es aber auch all die leckeren Dinge, die spiegel-online einst als im Fertigfutter befindlichen Müll bezeichnet: Pansen, manchmal Hühnerhälse, Rinderherz oder Strossen.
Während also die Presse oft genug auf der bösen Fertigfutterindustrie herumhackt, lehrt uns der sogenannte Sachkundenachweis, dass man einem Hund keinesfalls rohes Rindfleisch füttern darf. So bleibt nichts anderes übrig, als in letzterem Falsches als richtig anzukreuzen und nicht darüber nachzudenken, hinter welchem Mond wohl der Fragenkatalog ausgearbeitet wurde.

Die rasende Tiefkühltruhe

Dabei sind es hauptsächlich praktische bzw. sehr individuelle Belange, die einen Hundebesitzer auf die eine oder die andere Seite treiben. Für die so ziehmlich gegen Alles allergische Gordon Setter Hündin kann die Umstellung auf rohes Fleisch ein Segen sein. Für den viel reisenden Menschen hingegen wird der Transport von 10 bis 20 Kilo Tiefkühlkost schnell zu einem echten Problem. Ist der Magen des mitreisende Tieres allerdings vom Barf-Complete über gekochte Hühnerherzen bis zum Multicrock alles gewöhnt, dann darf mitten in den schottischen Highlands auch mal die Tiefkühltruhe ausfallen, ohne dass gleich Panik ausbricht.
Hier hilft nur, wie so oft, der gesunde Menschenverstand und ein scharfes Auge auf den Wuffi. Denn jeder klar denkende Hundebesitzer wird in der Lage sein, zu erkennen, ob sein Tier ab- oder zunimmt, ob es glänzt und fröhlich ist oder stumpf und zottig in der Ecke liegt. Außerdem soll es ja sogar Hunde geben, die auf ihre wilden Ahnen pfeifen und rohes Fleisch komplett ablehnen.

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

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