Mono, Danny und Hudson im Sonnenuntergang am Strand von Noordwijk.
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Test: Ein Kurztrip mit drei Whippets nach Noordwijk

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Am letzten Wochenende haben wir einen Kurztrip nach Noordwijk an die niederländischen Nordseeküste gemacht. Wir, das sind Tom, Mono, Danny, Hudson und ich. Tom sollte am Circuit de Zandvoort ein Rennen moderieren und wir anderen hatten ohnehin dringenden Urlaubsbedarf.

Kurzfristig nach Noordwijk?

Da wir keine Freunde von sehr langfristiger Planung sind, haben wir recht spät entschieden, in der Nähe von Zandvoort ein Häuschen zu mieten und Toms Verpflichtungen mit ein paar Tagen Beach zu verbinden. Ich war mir fast sicher, dass es um diese Jahreszeit nicht möglich ist, von jetzt auf gleich ein Haus zu finden, in dem drei Hunde erlaubt sind. Tatsächlich gestaltete sich die Suche zunächst schwierig, doch schließlich landeten wir einen Volltreffer. Ein kleines Häuschen außerhalb von Noordwijk, nur 12 Kilometer von der Rennstrecke in Zandvoort entfernt war für die geplanten drei Nächte noch zu haben. Hunde erlaubt, Hundestrand und Auslaufgebiet fast vor der Tür und das auch noch in einem bezahlbaren Rahmen.

Angesichts der Touren, die wir sonst so machen, sind zweieinhalb Stunden Fahrt an die niederländische Küste im Grunde nichts für uns. Diese Strecke können wir vom Ruhrgebiet aus locker durchrutschen. Noch nicht einmal die Hunde müssen für eine Pipipause aussteigen. Letzten Freitag, am späten Nachmittag fuhren wir also kernentspannt in das Sträßchen, wo unser Haus liegen sollte. Ne, dachte ich, ist das alles niedlich hier. Die Vermieter des Hauses empfingen uns sehr freundlich und liehen uns sogar für die Nacht ihren Anwohnerparkausweis. Denn Parken an sich ist in dem Niederlanden ein Problem. Aber darauf gehe ich später ein.

Kaffee, Klettern und große Füße!

Unser Domizil liegt in der zweiten Reihe hinter einer Zeile von ganz typischen, niederländischen Häuschen. Eine Mauer umringt einen kleinen Hof, in dem man ab dem späten Nachmittag etwas Sonne tanken kann. Die Küche ist mit allem ausgestattet, was wir täglich brauchen. Sogar Kaffee wartete auf uns. Der Kühlschrank war bestückt mit Softdrinks und Bier. Die bzw. das gab es allerdings nur zu Apothekenpreisen, ebenso wie den Naschkram, der mich von einem großen Teller anlachte. Laut Liste ein Schokoriegel 4,00 Euro, ein Heineken 4,90 Euro. Nö, da beißen wir doch lieber die Zähne zusammen und fahren kurz zum Lidle um die Ecke.

Zwei Schlafzimmer liegen in der Belle Étage. Es war so gut wie unmöglich, Fotos von der steilen Treppe zu machen, die nach oben führt. Man möge sich also eine im gefühlt 70-Grad-Winkel ansteigende, mit Teppich beschlagene Stiege mit recht kurz geratenen Stufen vorstellen, die für große Füße eine echte Herausforderung sind. Hoch geht es ganz gut, herunter nur ganz vorsichtig.

Das Thema Treppe war für alle drei Whippets in dem Moment durch, als Mono sich herauf gehangelt hatte, dann aber nur mit einen beherzten Sprung in meine Arme wieder den Weg nach unten fand. Zum Glück sind alle drei gewohnt, die Nacht unten zu verbringen, während wir oben schlafen. Wir stellten also den Jungs ihr großes Körbchen neben den Fernseher (die einzige Stelle, an der das möglich war) und schützen zusätzlich das Sofa mit Decken. Wer also mit Hunden dort anreist, muss sich auf getrennte Betten einstellen, es sei denn natürlich, die Vierbeiner sind so klein, dass sie unter den Arm geklemmt werden können.

Es ist purer Zufall, dass unsere Decke zur "Welle" an der Wand gepasst hat wie die Faust aufs Auge.

Es ist purer Zufall, dass unsere Decke zur „Welle“ an der Wand gepasst hat wie die Faust aufs Auge. Hupsi wuselte natürlich wieder irgendwo herum.

Am Freitag Abend dämmerte es schon, doch ich wollte unbedingt noch den Strand sehen. Weiter als bis zum Weg in die Dünen kam ich mit den Jungs allerdings nicht. Ein dicker Regenschauer erwischte uns eiskalt. Morgen früh also, dachte ich, als ich die in jeder Hinsicht indignierten Whippets trocken rubbelte.

Der frühe Vogel? Am Wochenende ein Muss!

Ich bin eine notorische Frühaufsteherin. Um 6:00 Uhr war ich hellwach. Ich ließ Kaffee durchlaufen, gab Mono, Danny und Hudson ihre obligatorischen Frühstückskekse und warf mich in meine Klamotten. Die Ungeduld trieb mich: Ich will an den Strand! Das Regeneradar kündigte das beste Wetter an, dennoch ich war ernsthaft besorgt, enttäuscht zu werden. Frankreich hatte mich schließlich über Jahrzehnte sehr verwöhnt hat. Da ich die Wege und die Umgebung nicht kannte, nahm ich erst einmal nur die leichtere Kamera und mein 16-35er mit auf unseren Sondierungsgang. Raus aus dem Haus, die kleine Straße herunter, über einen Parkplatz (8,50 Euro am Tag), über eine kleine Straße und zack war ich schon auf den Wegen durch die Dünen.

Kaum hatten die Jungs Sand unter den Pfoten, mutierten sie zu zickigen Rennpferden. Ich suchte mir meinen Weg durch die noch im Schlaf liegenden Strandbars und ließ meinen Blick schweifen: Es war Ebbe. Wir waren allein. Der Wind riss an meinen Haaren und die Jungs flippten komplett aus. Schön! Am nächsten Morgen, also am Sonntag, nahm ich dann das große Besteck inklusive der 300mm Tröte mit. Ich wollte vor allen anderen zum Sonnenaufgang am Meer sein und wieder gehen, wenn die Langschläfer kommen würden.

Wendet man sich von den Bars nach Norden in Richtung Zandvoort, wird der Strand immer einsamer. Rechts liegen die Dünen, in denen nochmals ein großes Auslaufgebiet für Hunde ist. Ein kleiner Drahtzaun zieht eine Grenze. Aber Vorsicht, dort gibt es Rehe. Ich habe eines – zum Glück vor Mono – oben auf dem Hang stehen sehen.

Auf dem Rückweg kamen uns die ersten Spaziergänger entgegen. Was am Sonntag Morgen noch tropfenartig war, sollte bis zum Mittag zu einer wahren Flut anschwellen. Als hätten Reisebusse hunderte Hundebesitzer an den Dünen vor die Tür gesetzt. Sonntag, super Wetter: Die Nähe zu Amsterdam zieht natürlich Tagesgäste. Meine Hunde waren zum Glück ausgepowert, satt und zufrieden. Nach einem kurzen Mittagspaziergang rollten sie sich ein und pennten bis zum späten Nachmittag.

 

Mein Fazit: Wie war es denn nun in Noordwijk?

Das Städtchen Noordwijk selbst ist so hässlich, dass die Augen bluten. Betonburgen säumen die Wasserkante, die von der Promenade aus betrachtet nur marginal besser aussehen als von hinten. Furchtbar. Aber dort gibt es einen Bankautomaten und einen Supermarkt, der sogar Sonntags bis 19:00 Uhr geöffnet hat. Zum Glück lag unser Haus außerhalb im Norden des Ortes, so dass wir uns das Elend nicht dauerhaft angucken mussten.

Der Baum der verlorenen Sachen in Noordwijk. Hier hängen Menschen Dinge auf, die andere am Strand verloren haben. Das fand ich sehr süß!

Der Baum der verlorenen Sachen in Noordwijk. Hier hängen Menschen Dinge auf, die andere am Strand verloren haben. Das fand ich sehr süß!

Unser Haus ist praktisch, sehr sauber und prima eingerichtet. Für Hundebesitzer ist seine Lage ideal. Der Innenhof bringt eine gewisse Hellhörigkeit mit sich, die man allerdings für ein paar Tage in Kauf nehmen kann. Die Vermieter sind locker und sehr freundlich. Mehr als zwei Personen und drei Whippets passen in die Räume allerdings nicht hinein. Wir sind uns dort des öfteren auf die Füße gelatscht, man sollte also nicht auf die Idee kommen, mit zwei Irischen Wolfshunden anzureisen. Das käme einer Presspassung gleich. Zwei Personen und zwei mittelgroße Hunde wären hingegen die perfekte Besetzung.

Die obligatorische Möwe darf natürlich nicht fehlen.

Die obligatorische Möwe darf natürlich nicht fehlen.

Wir haben über booking.com (mehr Fotos vom Haus) sehr kurzfristig gebucht und jetzt – in der Nebensaison – für drei Nächte insgesamt 402,- Euro inklusive aller Nebenkosten bezahlt. Darin enthalten war der Preis von 5,- Euro pro Hund pro Nacht, also 45 Euro,- und 12,50 Euro Kurtaxe für uns Menschen. Parken ist in den Niederladen exorbitant teuer und die Strafen für Falschparken sind drakonisch. 3,50 Euro die Stunde hätten wir zahlen müssen, wenn wir unser Auto in unserer Straße hätten parken wollen. Unsere Vermieter waren aber so nett, uns einen Plan der kostenlose Parkplätze zur Verfügung zu stellen. Laufen können wir gut, wir nahmen das Angebot also dankbar an.

Der Strand ist groß, weitläufig und sehr gepflegt. Und ich bin echt verwöhnt. Die französische Atlantikküste, zumindest dort wo ich die letzten zwanzig Jahre verbracht habe, ist anders. Sie ist einsamer und viel ruhiger. Im Hochsommer würde ich mich unter keinen Umständen für Noordwijk entscheiden. Aber im Spätherbst und im frühen Frühling könnte dieses Fleckchen an der niederländischen Nordsee durchaus ein Ziel für ein paar Tage sein. Neben dem Strand gibt es zudem endlose Spazierwege in ausgewiesenen Auslaufgebieten. Ableinen explizit erlaubt! Für Menschen mit Nicht-Jägern sicher eine Option. Nachdem ich das Reh in den Dünen entdeckt hatte, ist dieses Gebiet für mich persönlich allerdings Geschichte.

Wer also nicht ganz in die Einöde zurückziehen will, ein paar Strandbars und ein bisschen Trubel liebt, wird in Noordwijk mit seinen Hunden sicher glücklich werden. Sie sollten allerdings verträglich sein, denn auch am frühen Morgen gibt es am Strand ein paar versprengte Spaziergänger, mit denen wir übrigens durchweg positive Begegnungen hatte.

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