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Test: Love! Das Canon EF 50mm 1:1,2L USM

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Was für ein dicker Bucker! So staunte neulich beim Polo ein Hobbyfotograf angesichts meines Testobjektives. Umgangssprachlich bezeichnet das Wort Bucker hier in meiner Region einen großen Diamanten oder andere wertvolle Edelsteine. Mir gefiel der Spitzname, denn das Canon EF 50mm 1:1,2L USM verdient ihn sich redlich.

Mit aller Leichtigkeit

Das Schätzchen mit dem roten Ring: Das Canon EF 50mm 1:1,2L USM ist ein extrem lichtstarkes, schnelles Objektiv für alle Gelegenheiten. Foto: Canon

Doch, redlich hört sich so bemüht an. Obwohl das Objektiv mit einem Filterdurchmesser von 72 mm tatsächlich ein zwar recht kurzes, aber dennoch dickes Ding ist, sollte es leichthin oder spielerisch heißen. Denn mühsam sieht anders aus. Die 50mm Festbrennweite geht widerspruchslos jeden Weg mit. Gutes Licht? Prima! Schlechtes bis katastrophales Licht? Wo ist das Problem? Es gibt kein Problem! Man stelle sich vor, dieses Objektiv lässt das Licht fast 1:1 durch. Es würde Bilder in der tiefsten Grotte von Lanzarote erlauben, da, wo diese fiesen, stockblinden Krebse leben. Ich kann mich gut an sie erinnern und hatte Albträume, nachdem ich sie in Frank Schätzings „Der Schwarm“ so packend beschrieben wieder fand.

Also besser weg von den Krebsen, hin zu Dingen, die das Auge erfreuen. Ich habe wohl schon oft genug darauf hingewiesen, dass lichtstarke Festbrennweiten in ihrer Abbildungsschärfe nicht zu schlagen sind. Das 50mm 1:1,2L reiht sich nahtlos in diese Riege ein. Die Schärfe der Bilder ist großartig und mit seiner einzigartigen Lichtstärke lässt sich sehr viel anstellen. Sein Bokeh bei Offenblende ist ohne weiteres mit dem genialen 135er vergleichbar.

Allerdings muss ich gestehen, dass ich mit Blende 1:1,2 nicht viel gemacht habe. Denn um mit ihr im Nahbereich den perfekten Schärfepunkt zu erwischen, braucht es fast Laborbedingungen. Da ich jedoch zu 99 Prozent draußen fotografiere und meine Motive sich zudem meist bewegen – und wenn sie nur atmen -, werde ich mit Blende 1,2 in der Regel gar nichts. Ich kann also Aussagen über Unschärfen bei größter Offenblende weder dementieren noch bestätigen. Aber ich habe ab Blende 2,2 bis 16 so ziemlich alles dabei und bin mit allen Ergebnissen sehr zufrieden.

Licht ist nur durch mehr Licht zu ersetzen

Extrem viel Licht lässt ja bekanntermaßen sehr kleine Blenden zu, also in der Folge sehr viel Detailtiefe. Die brauche ich z.B. beim Ballett oder auch, wenn ich unsere Testwagen fotografiere. Mit dem 50er 1:1,2L muss ich nicht mit hohen ISO-Zahlen hantieren oder die Belichtungszeiten rauf schrauben. Ich komme also gar nicht in die Situation, in der ich mich über ein lästiges Rauschen ärgern muss. Allein das Bühnenlicht im Aalto Theater zwang mich zeitweilig auf ISO 400. Aber das ist Pillepalle. Alle anderen Fotos in diesem Artikel habe ich mit ISO 100 gemacht.

 

Eine schneller Leisetreterin – das Canon EF 50mm 1:1,2L USM

In unserem Technikregal liegt nach wie vor das gute alte 50mm 1:1,8. Für damals und heute 100 Euro war und ist es das günstigste Objektiv, dass ich jemals in den Händen hatte. Seine Abbildung ist top, doch es ist langsam. Pffffuut, pffuuut.. manchmal hat es mich wahnsinnig gemacht. Mittlerweile geht es eindeutig an meinem Bedarf vorbei. Aber seine neue große, noch stärkere Schwester ist extrem schnell und fast lautlos. Das hat große Vorteile. Denn es gibt ausreichend Situationen, in denen der Fotograf möglichst unsichtbar und auch unhörbar sein sollte. Wie bei einer Ballettprobe z.B. oder in einem Klassenraum.

Die Brennweite von 50 Millimetern passt zudem in fast jede alltägliche Situationen. Für Portraits ist das 50mm 1:1,2L in meinen Augen perfekt. Ich stehe nicht zu weit weg, aber auch nicht indiskret nahe dran. Außerdem gibt es nicht den Hauch einer Verzerrung. In die Streetfotografie ist das Objektiv ebenso geeignet, wie für Landschaften, wenn man kein ausgesprochener Weitwinkelfreak ist. Ich habe es zudem für Rollendes jeder Couleur genutzt. Ob Nahaufnahme oder Mitzieher bei hohem Tempo – die Linse bringt ausnahmslos perfekte Ergebnisse.

Es muss nicht immer das dicke Vollformat sein

Ich gebe zu bedenken, dass ich alle Fotos mit der 5Ds R gemacht habe, die deutlich mehr Spielereien erlaubt, als zum Beispiel eine Crop-Kamera aus dem Hobby-Bereich. Aber die Lichtstärke und Qualität des 50mm 1:1,2L macht dieses Objektiv quasi zu einem Must-Have für alle, die ein Allroundobjektiv suchen. Denn es gleicht spielerisch eventuelle ISO-Empfindlichkeiten einer Kamera aus und erleichtert das Fotografieren in Lowlight-Situationen ganz enorm. Es sagt schließlich niemand, dass ein Objektiv nicht mehr kosten darf, als die Kamera auf der es steckt. Fotografie ist das Spielen mit dem Licht. Und Licht liefert diese Linse im Übermaß.

Keyfacts zum Canon EF 50mm 1:1,2L USM :

Typ – Festbrennweite Canon L-Serie
Zielgruppe – Profis / ambitionierte Amateure
Best for – Portrait / Streettfotografie / Landschaft und vieles mehr
Gewicht– 580 Gramm
Lichtstärke – 1:1,2
Bildwinkel diagonal – 40, 27, 46  Grad
kleinste Blende
 – 16
Naheinstellgrenze – 45 cm
AF-Motor – Ring-USM
Optischer Aufbau – 8 / 6
Best with – alle Spiegelreflexkameras

My two cent – ein tolles Allroundobjektiv 

Preis: rund 1.400 Euro

Das Canon EF 50mm 1:1,2L USM wurde mir von Canon zum Testen zur Verfügung gestellt.

3 Kommentare

  1. guten morgen! da das der neueste post ist, schreibe ich einfach mal hier. bin über umwege auf deiner seite gelandet (dremel artikel). da du in einem neueren post zum thema krallen geschrieben hast, dass du inzwischen den werkstattdremel benutzt, wollte ich fragen, welchen aufsatz ich da benutzen müsste. habe seit einigen monaten einen podenco aus einer pflegestelle, seine krallen sind definitiv immer zu lang, aber er dreht fast durch beim krallenschneiden und ich würde es gerne anders versuchen. wäre sehr dankbar für eine kurze rückmeldung. viele grüße aus berlin, anja / annickyerem@gmail.com
    ps: habe mir den instagram account angesehen und finde deine fotos wunderbar.

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