Ausprobiert

Test: Die Canon 7D Mark II – Teil 1


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Langsam aber sicher wird mir die Canon 7D Mark II etwas gruselig. X Mal habe ich versucht, sie auf’s Glatteis zu führen, aber irgendwie strampelt sie sich immer aus der Affaire. Wie? Gute Frage. Darauf gibt es gleich mehrere Antworten.

Zu meiner alten 7D hatte ich eine enge Beziehung. Ich habe sie geliebt für ihre Schnelligkeit, für ihre Robustheit und ihren immer bereiten Autofokus, der mich so gut wie nie im Stich gelassen hat. Im Spaß habe ich immer gesagt, dass ich sie aus dem dritten Stock werfen könnte. Unten angekommen hätte sie sofort das nächste scharfe Foto im Kasten. Einzig ihr Verhalten bei schlechtem Licht hat mir hin und wieder die Zornesröte auf die Stirn getrieben. Ihre Nachfolgerin, so hoffte ich natürlich, sollte möglichst alles können was die alte kann, aber darüber hinaus auch mit hohen ISO-Zahlen fertig werden.

Canon 7D Mark II
Die Canon 7D Mark II – 20,2-Megapixel-Sensor im Gehäuse aus Magnesiumlegierung. Mit 10 Bildern die Sekunde ist sie die schnellste APS-C-Kamera die Canon ja gebaut hat. Der Body kostet im Handel aktuell um die 1.700,- Euro.

Auf der Photokina hielt ich die 7D Mark II dann endlich in den Händen. Sie kam mir leichter und kleiner vor. Ich hatte weniger zum Anfassen. Mag sein, dass ich mich schon zu sehr an das Gewicht der 1D X gewöhnt hatte. Heute, nachdem ich schon ein paar Wochen mit ihr unterwegs, fühlt sie sich ohne Batteriegriff zwar immer noch kleiner, aber nicht mehr fipschig an. Das ist wohl ausschließlich eine Frage der Gewöhnung.

Der Autofokus

Als ich mir den Autofokus der 7D Mark II einrichten wollte, war das wie nach Hause kommen. Das Menü für die einzelnen Vorwahlfunktionen ist exakt das gleiche wie bei der Canon 1D X. Es bietet die gleichen Optionen. Wenn ich Hunde im Freilauf fotografiere, wähle ich grundsätzlich Case 2 (unten). Denn, habe ich mir einen Hund herausgepickt, dann möchte ich ihn weiterverfolgen können, selbst wenn sechs andere wild durcheinander rennen. Außerdem sind oft kurzfristig Büsche, lange Grashalme oder Bäume im Weg.

Hier zeigt der Autofokus der 7D II echte Stärke. Er krallt sich blitzschnell fest und bleibt auch da wo er sein soll. Für mich und alle, die es mit sich schnell und unberechenbar bewegenden Objekten zu tun haben, ist das eine Grundvoraussetzung für scharfe Fotos. Seien es nun Hunde, Fußballspieler oder die Bachstelze, für die man fünf Stunden in der Kälte gehockt hat.

Natürlich muss man dann trotz Hektik oder Actiongewusel noch schnell genug reagieren und präzise vorfokussieren. Denn der Autofokus muss schon wissen, wo er hin soll. Die Kamera kann zwar viel, aber Gedanken lesen kann sie nicht. Ebensowenig wie das Objektiv. Aber sitzt der Schärfepunkt, dann sitzt er im Bruchteil einer Sekunde. Zack! Sehr beeindruckend.

Die beiden Serien in der Galerie sind in einem Rutsch durchgeschossen bei 1/1000 sek, ISO 320, Blende f/3,5 , mit dem Canon EF 70-200mm 1:2,8L IS II USM. Die inhaltliche Qualität tut hier erstmal nichts zur Sache.

Canon hat der 7D Mark II mit dem neuen Sensor den Autofokus der Spitzenmodelle verpasst. Und so arbeitet er auch. Deshalb lohnt es sich, die Autofokuseinstellungen genau zu studieren und sich klar zu machen, was man wie fotografieren will. Zum Glück ist das Feintuning im Menü der 7D Mark II sehr übersichtlich angelegt. Man muss sich also nicht über Stunden darin vergraben. Das ist ein weiterer Pluspunkt.

Rennwagen mit Autopilot

Wer sich mit dem ganzen Einstellungsgehampel nicht abgeben will, kann zur Not die Vollautomatik aktivieren. Die übernimmt dann komplett das Kommando und schaltet in der Sportversion sogar automatische den AF-Servo ein. Doch die 7D II ist keine Kamera für Leute, die generell alle Entscheidungen an die Technik abgeben möchten. Sie wären heftigst überausgestattet und die Kamera total unterfordert. Das ist so, als würde man einen Autopiloten seinen Rennwagen steuern lassen. Ich würde sie vielmehr als die kleine Schwester der Canon 1D X bezeichnen, ohne die beiden direkt vergleichen zu wollen. Es wäre denkbar unfair sie neben ein ausgewachsenes Vollformatmonster zu stellen. Außerdem kommt ein Preisunterschied von rund 5.000 Euro ja nicht ohne Grund zustande. Aber was das Tempo angeht, kann sie locker mithalten.

Über Serienbilder und das Verhalten der 7D Mark II bei schlechtem Licht lasse ich mich dann im nächsten Teil aus.

Die Kamera in blanken Zahlen und Daten bieten die üblichen Quellen.

Hier noch einige Keyfacts zur Canon 7D Mark II

  • 20,2 Megapixel APS-C CMOS Bild Sensor
  • Dual DiGC 6 Bildprozessor
  • 10 Bilder pro Sekunde (JPEG L 1090 Bilder-, RAW 31 Bilder in Folge)
  • 65 Messfelder Autofokus System (mit AI Servo III), 65 Kreuzsensoren
  • ISO 100 – 16.000 (erweiterbar ISO 25.600 & 51.200)
  • Dual Pixel CMOS AF im Live/Movie Mode Betrieb
  • Neue Kreativ Foto- / Bildervergleich Taste (HDR + Mehrfachbel.) + neuer AF-Bereichs-Auswahlhebel
  • In-Kamera Vignettierungs-, Farbfehler- und Verzeichnungskorrektur während der Aufnahme
  • Doppeltes Kartenfach (CF + SD)

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

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