Autor: Karla Schwede

  • Sehr geehrter Herr Trixie,

    Sehr geehrter Herr Trixie,

    In einem älteren Blogbeitrag mutmaßte ich bereits, dass wir wohl einer Ihrer größten Abnehmer des Wurfballes am Band mit Glocke sind. Meine Hunde, insbesondere Mr.Clark, lieben diesen Ball sehr, wir sind also immer darauf bedacht, für Nachschub zu sorgen, wenn ein Exemplar verloren geht.

    Da das relativ oft vorkommt, haben wir in unserer Finanzplanung schon längst einen seperaten Posten Bälle eingerichtet. In der letzten Zeit übermannen mich allerdings immer wieder böse Zweifel. Um aufrichtig zu sein, ich erwäge, mich Konkurrenzsprodukten zuzuwenden, da die Qualität ihres wunderbaren Glockenballs katastrophal nachlässt.

    Mono mit Fusselball

    Wie Sie auf den Fotos wohl gut erkennen können, neigt Ihr Produkt zur Auflösung. Und zwar immer an der gleichen Stelle. Die Ummantelung des Seils löst sich und hinaus kommen viele, feine, bunte Fäden. Das sieht auf Fotos zwar ganz lustig aus, kann meinen Whippets aber sehr gefährlich werden. Denn je weiter die Fasern aus dem Seil heraushängen, desto größer ist das Risiko, dass sie an Zähnen oder Pfoten hängenbleiben.

    Der Fusselball

    Wer sich so ein tolles Spielzeug ausdenkt, kann kein schlechter Mensch und muss ein großer Tierliebhaber sein. Deshalb bin ich sicher, Herr Trixie, Sie würden es mit allen Ihnen zur Verfügung stehenden Mittel verhindern wollen, dass meine Hunde sich ihre zarten Hälse brechen. Ich bitte Sie darum inständig, nachzubessern, sonst muss ich demnächst leider meine 4,99 Euro woanders hin tragen. Mit freundlichen Grüßen.

  • Kind von Boxer niedergesabbert

    Kind von Boxer niedergesabbert

    Der Westen beweist mal wieder, dass ihm der Informationsgehalt einer Meldung im Grunde schnuppe ist. Hauptsache Content schaffen, egal wie banal oder beliebig er ist. Verkehr und Seitenabrufe sind weitaus wichtiger. Für die Werbekunden nämlich. Und womit generiert man Verkehr? Mit emotional aufgeladenen Themen wie z.B. „Kind und Hund“.

    Es reicht, die Worte Kleinkind und Hund in eine Headline zu setzen, und schon sind sie da. Die Hundehasser, die Kinderhasser, die Alleshasser. Es hagelt Kommentare aus den tiefsten Schubladen der deutschen Gesinnung. Die mehr als dünne Story „Ein Boxerwelpe springt ein Kleinkind an“ interessiert niemanden, denn es geht ums Prinzip. Kommentar Nr.6: Der Hund hätte ohne weiteres das Kind töten können!

    Titelfoto: Pepper ist eine junge, überaus freundliche Boxerhündin aus der Nachbarschaft.

  • Spass in den Backen

    Spass in den Backen

    Im Laufe der Jahre hat Mr.Clark Futter-Fangen zu einer Kunst erhoben. Mono kann es mittlerweile auch, ist aber noch lange nicht so virtuos und lebt eher eine berechnende Abstaubermentalität. Was Mr.Clark nicht fängt, ist seins. Dabei ist er so unglaublich schnell, dass Mr.Clark gar keine Chance hat zu kapieren, wohin seine Goodies verschwinden.

    Da Mono ohnehin lieber für sein Futter arbeitet, als es aus dem Napf zu fressen, ist ein halbes Stündchen Werfen und Suchen immer ein großer Spaß für die Jungs. Mr.Clark meint zwar, dass er für Arbeit an sich nicht geschaffen ist, aber Mono will. Und zwar mit Nachdruck.

    Fang!

    Futter in einem Napf – es sei denn es ist frisches Fleisch – findet er langweilig und lässt es demonstrativ stehen. Das gleiche Futter nimmt er mit Begeisterung, wenn dafür etwas tun darf. Egal was. Apportieren hat er in Windeseile gelernt. Das Spiel Verloren! liebt er über alles und schleppt sogar unaufgefordert Dinge an, die ich tatsächlich und nicht im Spiel verloren habe. Klickern? Ne ganz große Sache! Showtraining? Mit Feuereifer.

    Er will die volle Aufmerksamkeit. Wende ich mich ihm zu, dann steht Mr.Clark außen vor. Das ist eine geschickte Taktik, die ihm im Alltag natürlich manchmal um die Ohren fliegt. Frisst er dann nicht, muss er halt Hunger schieben. Im Laufe des Tages kommt das Futter auf jeden Fall in den Hund.

  • Die Nussknacker-Suite

    Die Nussknacker-Suite

    Immer wieder traurig, was manch ein Knacker von einer Walnuss übrig lässt. Die Schalensplitter fliegen bis kurz vor Moskau und der Rest ist Matsch. Um die Hälften unversehrt aus ihren harten Häuschen zu holen, muss man schon sehr geschickt sein oder einen besonders guten Knacker haben.

    Oder ein bis zwei Whippets. Denn sie setzen ihre Zähne so feinfühlig ein, dass sich die Schale oft in genau zwei Hälften teilt und nicht ein Krümel von der Nuss verloren geht.

    Nussknackersuite

  • Orthogonale Apperzeptionsstruktur

    Orthogonale Apperzeptionsstruktur

    Die „orthogonale Apperzeptionsstruktur“ – einer meiner Lieblingsbegriffe aus der Kunsttheorie. Hört sich wichtig an und Uneingeweihte verstehen ihn garantiert nicht. Dabei ist hier kompliziert ausgedrückt, was im Grunde total einfach ist:

    Wir orientieren uns in einem Raster aus Vertikalen und Horizontalen. Geht uns dieses klare System verloren, wie zum Beispiel auf einem schlingernden Schiff, dann gerät unser Wahrnehmungsapperat aus dem Gleichgewicht und uns wird kotzübel. Mono möchte dieses Gesetz der Wahrnehmung hier einmal anschaulich machen.

    Oben: die Horizontale

    Mono vertikal
    Die Vertikale
    Mono diagonal
    Die Diagonale – sie gehört eigentlich nicht dazu, hat aber gerade so schön gepasst.
  • Tschüss meine Liebe!

    Tschüss meine Liebe!

    Ich habe sie geschunden, gequält, beschimpft, sie frieren, schwitzen und im Akkord arbeiten lassen. Klaglos hat sie allen Stress über sich ergehen lassen, mich viel gelehrt und immer zuverlässig ihren Job gemacht. Doch nun ist es Zeit, Adieu zu sagen.

    Das letzte, was sie sah, war Monos Popo. Es gibt Schlimmers, doch genau nach diesem Klick ging sie in die ewigen Jagdgründe ein. Besser gesagt, sie machte sich selbstständig. Sie hörte einfach nicht mehr auf, auszulösen, ganz allein und sogar ein paar Sekunden ohne Akku. Als wollte sie noch im Todeskampf beweisen, wie gut sie ist. ERROR 99 hauchte sie mir entgegen und dann war nur noch Stille.

    Ihren Körper werde ich an einem würdigen Platz aufbewahren, vielleicht sogar eine kleine Gedenkstätte errichten. Denn sie hat mir und vielen anderen Menschen so viel Spaß bereitet, dass ihr das Massengrab Elektroschrott erspart bleiben muss. Wehmütig sage ich: Danke für die schönen Bilder. Tschüss meine Liebe! Ohne herzlos klingen zu wollen, deine Nachfolgerin ist schon im Anflug.

  • Projekt „Blendax Blue“

    Projekt „Blendax Blue“

    Ziele sind nur echte Ziele, steckt man sie besonders hoch. Schließlich wächst man an seinen Aufgaben. Mein nächstes Ziel ist, das Projekt „Blendax Blue“ erfolgreich abzuschließen. Wann das sein wird, ist aktuell nicht abzuschätzen, denn der Unwägbarkeiten gibt es gar viele.

    Ich möchte ein einziges, gutes, scharfes Foto von einem meiner Hunde machen, wie er den oben abgebildeten Ball richtig herum im Maul hält. Wer meint, dass das eine leichte Sache ist, der mache es vor. Aber nicht indem er den Hund ins Sitz befördert und ihm den Ball ins Maul steckt. Das wäre kein Ziel im oben definierten Sinne. Die Gummizähne sollen aus dem Spiel, aus der Bewegung perfekt sitzen.

    Netter Versuch, aber leider falsch herum.
    Netter Versuch, aber leider falsch herum.

    Der Leser hätte nun jedes Recht zu fragen, ob ich sonst nichts zu tun habe. Habe ich durchaus, aber das Projekt muss nicht morgen und auch nicht übermorgen abgeschlossen sein. Ich habe Zeit. Und irgendwann werde ich das Foto machen. Ganz bestimmt.

    Meine ersten Versuche sind noch nicht einmal in die Nähe des geplanten Grinselooks gekommen. Obwohl Mr.Clark tief in seinem Herzen ein Pedant ist und immer alles richtig machen will, hat er den Ball nicht zu meiner und wohl auch nicht zu seiner Zufriedenheit aufgefangen.

    „Blendax Blue“ widme ich der Comic-Zeichnerin Mel Konegger, die mir diesen Ball extra für das Projekt aus Wien geschickt hat.

  • Es brodelt

    Es brodelt

    Wer Greyhound-Whippet-Mischlinge als Whippets ausgibt, um sich auf der Rennbahn Vorteile zu verschaffen, ist in meinen Augen ein fieser Betrüger und die Inkarnation der Unsportlichkeit. Aber im Krieg und auf der Rennbahn scheint alles erlaubt. Sonst hätte man wohl längst der mittlerweile offensichtlichen Rosstäuschung einen Riegel vorgeschoben.

    Karin Maiwald züchtet seit 1996 unter dem Namen Effloresco’s Rennwhippets und sieht die Entwicklung in ihrer Community mit sehr kritischen Augen. Ihr aktueller Artikel zum Thema Züchtergewissen lässt erahnen, dass hier nur die winzige Spitze eines riesigen Eisberges aus den Tiefen der europäischen Rennszene auftaucht.

    Titelfoto: Das sind echte Greyhounds.

  • Der letzte Schnee

    Der letzte Schnee

    So hoffen wir zumindest. Aber irgendwie schauen wir ihm auch mit ein bisschen Wehmut beim Tauen zu. Wenn er dann endlich mal taut. Denn im Augenblick friert er zu einer gemeinen Eisschicht fest. Darauf müssten die Jungs ihr Fahrwerk mittlerweile eingestellt haben. Doch der Übermut fordert auch kurz nach Frühlingsanfang noch seine Opfer.

    Der Übermut in Hundegestalt

    Mein seidenweicher Freund

    Mr.Clark hingegen meint neuerdings immer öfter, für dekoratives Rumstehen bezahlt zu werden. Überhaupt hat er mich in der letzten Zeit mehrfach überrascht. Der dicke Charly wird nicht mehr angepöbelt, sondern nur noch indigniert zur Kenntnis genommen. Auf Stänkereien lässt er sich so gut wie gar nicht mehr ein. Heute morgen hat er sich ohne zu mucken von seinem Lieblingsdickicht auf unserer Halde zurückrufen lassen und ist auf bleib tatsächlich gebleiben. Das hatten wir noch nie.

    Mr.Clark steht 'rum.
    Mr.Clark steht ‚rum.

    Kann es sein, dass mein seidenweicher Freund kurz vor seinem fünften Geburtstag tatsächlich erwachsen wird? Sein Verhalten ließe darauf schließen. Bolzt er aber mit Mono durchs Gelände, einfach so aus Spaß, dann benimmt er sich wie ein ausgelassener Welpe. Mono ist fürs Bolzen an sich ja immer zu haben, deshalb passt das ganz gut.

    Tempo bolzen
    Tempo bolzen

    Weitere Bilder von gestern gibt es in der Galerie Schneetreiben.

  • Knirsch!

    Knirsch!

    Immer wieder frage ich mich, nach welchen Kriterien die Jungs sich ihre Kräuter- und Erdsorten aussuchen. Sie fressen nur bestimmte Gräser an bestimmten Stellen. Sie suchen systematisch nach bestimmten Wurzeln und nur ganz bestimmte Erde ist gut genug.

    Die im Wald zum Beispiel. Sie kratzen die vermordernde Laubschicht weg und buddeln sich den feuchten, weichen Waldboden nach oben. Ich könnte sie fragen, warum sie genau dort suchen, werde aber wohl keine erhellende Antwort bekommen.

    Bluääh!

    Auf jeden Fall lasse ich sie machen, komme aber nicht umhin, mir vorzustellen, wie sehr so eine dicke Wurzel zwischen den Zähnen knirschen muss.

    Pfft!