Autor: Karla Schwede

  • Hart, schnell, dreckig – ein Polo-Wochenende

    Hart, schnell, dreckig – ein Polo-Wochenende

    Polo ist nichts für Nasenbohrer. Das kann man wohl als gegeben stehen lassen. Polo ist hart, schnell und nicht selten dreckig. Hier wirft man nicht mit Wattebäuschchen, sondern vergisst hin und wieder seinen Gentlemanstatus und kriegt sich gepflegt in die Haare. Aus Spielern und Pferden presst dieser Sport gnadenlos den letzten Schweißtropfen heraus. Aber wer nicht schwitzt, bewegt sich auch nicht. Das gilt nahezu uneingeschränkt für jede Sportart.

    Jack Kid beim Clubturnier des Rhein Polo Club Düsseldorf e.V.
    Der britische Profi Jack Kidd beim Clubturnier des Rhein Polo Club Düsseldorf e.V.

    Wenn die Bilder endlich sprechen

    Ich gebe zu, ich habe auch geschwitzt, nicht nur in der Augusthitze bei der Clubmeisterschaft des Rhein Polo Clubs selbst, sondern auch im Nachgang. Die Fotos der duschenden Ponys waren für mich eine ganz klare Kiste. Aber mit den Action-Bildern eierte ich tagelang herum. Die Farben gefielen mir nicht. Das ständig wechselnde Licht noch weniger. Aber ich wollte unbedingt bunt. Also lies ich sie liegen.

    Das Pony, das niemand reiten will.
    Das wilde Pony, das sich außer einem niemand zu reiten traut.

    Zurück aus Frankreich hatte ich heute endlich genug Abstand und rechnete eines der Fotos mal kurz in Schwarz-Weiß um. Und siehe da, endlich sprachen sie alle mit mir. Und zwar sehr laut. Irgendwie kann ich dann doch nicht aus meiner Haut. Hier also ein paar Eindrücke von meinem Wochenende beim Clubturnier des Rhein Polo Club Düsseldorf.

    Please respect the copyright! If you are interested in one of the photos, contact me. 

  • Das letzte Mal am Point d’Arcey

    Das letzte Mal am Point d’Arcey

    Es ist schon fast Herbst. Die Sonne scheint lang nicht mehr so gnadenlos über den Point d’Arcay und ein kühler Wind bringt die lang ersehnte Frische. Während andere über Wolken und Temperaturen unter zwanzig Grad jammern, bin ich in meinem Element. Und die Hunde auch. Unsere Wohlfühltemperaturen decken sich perfekt.

    Das mag einerseits daran liegen, dass ich mich freue, wenn Mono und Danny nicht mehr hechelnd vor sich hin dümpeln, sondern richtig aufdrehen. Andererseits kann ich es nur schlecht haben, wenn die Sonne mir das Hirn weich kocht. Wolken sind meine Freunde.

    Mono fliegt dem Ball hinterher
    Mono fliegt dem Ball hinterher

    Wenn die Bordsteine hochgeklappt werden

    Positiv hinzu kommt, dass man in den westfranzösischen Küstenorten exakt am 31.August alle Bordsteine hochklappt. Über Nacht verschwinden die ohnehin wenigen Touristen fluchtartig. Die im Sommer übliche Leere wird schlagartig zu einer gähnenden. Dann ist es dort am schönsten. Im März oder im Oktober. Dann ist man allein an einem der großartigsten Strände Europas. Seit Jahrzehnten frage mich immer wieder, ob ich das nur träume. Ich betrete diesen Ort und kneife mich. Immer und immer wieder bin ich sprachlos.

    Adieu und vielleicht bis bald!

    Als ich am letzten Freitag unserem endlosen Strand den Rücken kehrte, wusste ich, dass die Flut all unsere Spuren wegwaschen würde. Als wären wir nie da gewesen. Kann es bitte regnen, dachte ich. Noch ein kurzer Gang durch die Dünen, Wasser für die Jungs und ab ins Auto. Nicht zurückschauen! Erst als ich das anliegende Dorf verlassen hatte und auf der Landstraße in Richtung nach Hause Gas gab, gestand ich mir ein, dass dieser windige, wolkige Morgen unser letzter war. Zumindest für die nächsten Jahre. Adieu mein schöner Quecksilberstrand!

  • Wenn Polo Ponys duschen gehen

    Wenn Polo Ponys duschen gehen

    Oft plane ich etwas, tue aber dann spontan genau das Gegenteil. Wie am letzten Wochenende, als ich schon auf dem Weg zum Auto war. Das Clubturnier des Rhein Polo Club Düsseldorf war beendet, die Chuckas gespielt und die Sieger gekürt. Ich hatte von der Hitze einen weichen Keks und schlurfte gemächlich zum Parkplatz.

    Im Vorbeigehen konnte ich noch so eben einen Blick in das Boxengelände erhaschen, wo die Grooms den Ponys ihre verdiente Dusche gönnten. Ich änderte sofort wie ferngesteuert meine Richtung und blieb. Wie hätte ich dieses Licht ignorieren können?

    In diesen Minuten an diesem Ort passte ausnahmslos alles zusammen: Das Licht, die Motive und das Equipment. (Wie bemerkte neulich der liebe Kevin Pecks so treffend: „Die Combo Canon 1D X Mark II und dem Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM ist einfach genial!“) In vier Wochen wird die Sonne zu dieser Tageszeit ganz sicher schon viel tiefer stehen und hinter der dunklen Hecke verschwunden sein. Ich freue mich schon auf das nächste Match, aber genau dieses Licht wird es mit viel Glück wohl erst in einem Jahr wieder geben.

  • Bunny, Bunny! Galgos auf dem Holzweg

    Bunny, Bunny! Galgos auf dem Holzweg

    Die VW-Kampagne zum Rabbit ist zwar schon ein paar Tage älter, triff aber genau den Nerv eines jeden Hetzjägers und seines Halter. Obwohl sich manchem besorgtem Windhundbesitzer ganz sicher die Zehennägel hoch rollen, wenn er mit ansieht, wie die eleganten Galgos über den blanken Asphalt kacheln. Das muss ein fitter Windhund schaffen können, ohne sich weh zu tun, meine ich. Der Spot ist nach wie vor einfach große Klasse.

     

    Die unvermeidliche Tierschutzelse disst das Making-Of

    Das Making-Of ist fast noch sehenswerter. Gerade weil der Blick auf die Arbeit hinter einem fertigen Spot dieser Art sehr spannend ist. Doch bei Youtube reißt sogar unter diesem Film die unvermeidlich Schutzelse ihren pädagogischen Zeigefinger hoch: „Hier werden die Galgos wieder ausgebeutet!“

    Galgos : Screenshot Youtube unter dem Making of des VW-Spots zum Golf Rabbit
    Screenshot Youtube unter dem Making-Of des VW-Spots zum Golf Rabbit

    Mann, ich kann es echt nicht mehr hören! Im Making-Of wird unmissverständlich deutlich gemacht, dass diese Galgos gut trainiert und wohl versorgt sind. Und das sieht man ja wohl auch. Muss man immer alles auf die moralische Schiene schieben? Immer und bei jeder Gelegenheit? Diesen Hunden geht es gut. Schön! Kann das, bei allem Grauen um die Galgos, nicht einfach mal mit Freude zur Kenntnis genommen werden?

    Galgos ! Geht es vielleicht auch mal positiv?

    Tierschutz ist wichtig und hat gerade rund um die Galgos jede Rechtfertigung. Doch moralisch überladener und vor allem militanter Tierschutz kann auch zerstörerisch sein, denn er nutzt weder Tier noch Mensch. „Wir retten die Einbeinigen, Hinfälligen und Hoffnungslosen, denn sie machen sich auf Fotos gut. Schaut mal, wie arm diese Kreaturen sind!“ Alles ist immer schlimm, grauenhaft und bestialisch. Das Positive passt nicht ins Konzept und wird schlicht ignoriert. Die jungen, hübschen, kräftigen Hunde bleiben zurück in Tötungsstationen oder sonst wo. Sie sind viel zu gesund für Kampagnen, die Empörung auslösen und in der Folge Spenden eintreiben sollen, damit das nächste hinfällige Tier einen medienträchtigen Flug antreten kann.

    Wenn ich denn überhaupt mit ihnen zu tun habe, was sehr selten der Fall ist, kollidiere ich eines ums andere Mal mit den Moralaposteln der Tierschutz-Orgas. Entweder wird mir mit saurem, verhärmten, vorwurfsvollem Kopfschütteln vorgeworfen, dass ich mich mit Hunden von geldgeilen Züchtern auf die Straße traue. Oder mir platzt der Kragen, weil mir die militante Schutzelse himmelschreienden Schwachsinn verkaufen will. Gestern noch hörte ich, dass ein vier Wochen alter Mischlingswelpe aus Spanien in der Pipeline ist. Morgen soll er mit dem Flieger hier in Deutschland ankommen. Ich frage mich, wie das gehen soll. Illegal ist es ohnehin, aber macht das Sinn?

  • Das Mädchen vom Le Bordeaux

    Das Mädchen vom Le Bordeaux

    Über Jahre haben wir das kleine Hotel Le Bordeaux ignoriert. In der Gegend kannte man es schon immer als solides Mittelklassehaus, doch sein Biergarten wirkte nie einladend.

    In diesem Jahr hat das kleine Städtchen Lucon die Innenstadt förmlich umgegraben, Straßen umgelegt und neue kleine Plätze geschaffen. Zwanzig Jahre lang war diese Gegend unser zweites zu Hause, doch erst in diesem Sommer saßen wir das erste Mal an einem Tischchen vor dem Hotel Le Bordeaux. Moules-Frites und ein Bier in einer extrem lauen Sommernacht.

    Die Tochter des Hauses war offenbar für den Softeisautomaten zuständig. Ich fragte mich, wer zum Teufel heute noch Softeis isst, aber die Nachfrage war zu meinem Erstaunen recht groß. Durch den Eingang des kleinen Hotels schwirrten die Menschen geschäftig wie unsere Hornissen. Unser Tisch war mein Stativ für die 5DS R.

    Vielleicht werden wir nie wieder dort sitzen. Wohl auch deshalb mag ich diese Fotos so sehr.

  • Please Mr.Terminator …. !

    Please Mr.Terminator …. !

    Kammerjäger sind die Arnies des Alltags, die Terminatoren der unerwünschten Arten. Hasta la vista baby! Ich bin sicher, Monsieur Beaufour hat diesen Satzfetzen leise in sich hinein gedacht, als er unsere asiatischen Hornissen pfiiiet, pfiiiet anvisierte und sich zum Abschuss zurecht legte.

    Passende Kleidung um ein Hornissennest auszuheben.
    Der Mitarbeiter von Antoine Beaufour in passender Kleidung. Niemand hebt ein Hornissennest aus, ohne sich zu schützen. In dem Blättchen, dass unsere Kommune alle paar Monate herausbringt gibt es eine Infoseite über die asiatischen Hornissen. Nur deshalb konnte ich sie als solche identifizieren.

    Eine feindliche Übernahme

    Dabei mochte ich die emsig arbeitenden Kleinsthubschrauber irgendwie. Vorhersehbar und im steten Rhythmus verließen sie ihr Nest. Immer zu zweit und immer in einem irren Tempo. Kurz darauf kam das gleiche Team – so vermute ich zumindest – mit dicken Bällchen zwischen den Beißern zurück. Sie nagten eifrig Holz aus den Balken unseres Terrassendachs, um ihr Nest in unserem Schuppen zu erweitern. Unser Anbau wurde zu ihrem Anbau, unser Schuppen zu ihrem Zuhause. Das sah aus wie eine feindliche Übernahme, aber ich konnte ihnen partout nicht böse sein. Dazu fand ich sie viel zu spannend.

    Es dauerte ein paar Tage, bis ich das große Nest entdeckte. Unser Abstellschuppen ist direkt ans Haus angebaut und wird generell nur betreten, um die Heizanlage anzustellen, Gartengeräte, Grillkohle oder Fahrräder zu holen. Das Licht darin ist schummerig. Ich suchte eine Rosenschere, als ein wildes Brummen an mein Ohr klang. Ich schaute nach oben und mein Blick muss genau so blöd gewesen sein, wie der eines Protagonisten in einem der Science-Fiction-Blockbuster: Ein Raumschiff, ein Alien, ein Sonstwas! Boah!

    Der Arnold Schwarzenegger der Vendeé

    Sofort löste sich eine recht große Hornisse von ihrem Nest, steuerte auf mich zu, umflog mich und dampfte wieder ab. Der Abfangjäger hat mich gecheckt und als ungefährlich markiert. Ich hatte noch nie Angst vor großen Insekten, doch meine Lust, mit rund 200 stachelbewehrten Flugakrobaten Ärger zu kriegen, ging gegen Null. Deshalb trat ich ruhig und ohne hektische Bewegungen den Rückzug an. Im Laufe der nächsten Tage stellte sich heraus, dass das asiatische Hornissenvolk kernentspannt war wie ein Rudel Labradore auf Valium. Dennoch, für Fotos hätte ich nahe des Nests niemals einen Blitz eingesetzt. Geblitzt hat schließlich Tom mit seiner kleinen M10. Leben am Limit, wie uns Monsieur Beaufour später mit entsetztem Blick durch tat.

    Der Kammerjäger kommt, um das Hornissennest zu entfernen.
    Der Chef instruiert seinen Mitarbeiter. Mit wütenden Hornissen ist nicht zu spaßen, aber die Jungs haben Routine.

    Ich kann mich gut erinnern, unser Sohn war gerade drei oder vier Jahre alt, da brummten sehr große, europäische Hornissen durch unser Haus. Ihr Nest hatten sie ganz in Ruhe oben im Giebel gebaut und ein paar von ihnen verirrten sich nun regelmäßig.

    Sie waren friedlich, doch mit einem Kleinkind an Bord sind diese Tierchen nicht ohne Risiko. Wir ließen also flott einen Mann kommen, auf dessen Visitenkarte folgendes stand: Agent contre les enimies delà culture française. Wörtlich übersetzt: Agent gegen die Feinde der französischen Kultur. Niemals werde ich diesen Titel vergessen. Er ist einfach zu großartig für das, was wir hier in Deutschland hinter vorgehaltener Hand Kammerjäger nennen.

    Gelb gestreifte Staatsfeinde

    Im Gegensatz zu den unter Naturschutz stehenden europäischen Hornissen, sind ihre asiatischen Verwandten auf der Liste der unerwünschten Arten in Europa. Sie kamen offenbar auf dem Seeweg von China nach Frankreich, wo sie 2005 das erste Mal gesehen wurden. Seitdem verbreiten sie sich rasant. Antoine Beaufour erklärte uns, dass eine asiatische Hornisse bis zu 20 Bienen am Tag töten kann. Deshalb waren wir als Bewohner unserer kleinen Kommune Péault verpflichtet, die Bürgermeisterin zu verständigen, die wiederum Antoine Beaufour schickte, damit er den Einwanderern flott den Garaus macht.

    Mono und Danny hatten wir längst sicher oben im Schlafzimmer untergebracht. Nun befahl man uns, ins Haus zu gehen und die Türen gut zu verschließen. Nichts und niemand auf der Welt hätte mich davon abhalten können, Fotos zu machen, doch Monsieur Beaufour insistierte. Zum Glück ist der Blick aus dem Küchenfenster perfekt. Es klang sehr niedlich, als er mir mitteilte, dass er un petit produit benutze, ein kleines Produkt. Schlicht Gift. Aber im Französischen hört sich das alles viel hüscher an.

    Ich habe keine Ahnung, wie sich dieses Gift nun im speziellen zusammensetzt und ich vermied es, nachzufragen. Aber ich verstand sehr schnell, warum wir uns im Haus verschanzen sollten. Ein riesiger Schwarm Hornissen schoss ins freie und blies zum Angriff auf den Agent in Blau. Allzu aggressive Tiere erschlug er mit seinem Tischtennisschläger. Das ist eine sehr archaische Art, Insekten los zu werden, dachte ich. Aber wirksam!

    Ein ganzes Volk in zehn Minuten ausgelöscht

    Kaum zehn Minuten später war die Vernichtungsarbeit getan. Fast feierlich überreichte man mir einen fest zugeknoteten Müllsack, denn ich hatte darauf bestanden, das Nest zu behalten. „Warten sie mindestens 14 Tage, dann können sie den Sack gefahrlos öffnen.“ Ich nahm ihn also mit spitzen Fingern an mich und verfrachtete ihn ohne Umwege ins Gefrierfach unseres ohnehin altersschwachen Kühlschranks. Passt doch, sagte ich mir. Wenn ich in zwei Wochen zurück bin, dann taue ich dich wieder auf.

    Als Monsieur Beaufour und sein Mitarbeiter ihr Material eingepackt und zum Mittagessen aufgebrochen waren, ging ich hinaus, um mir ein Bild von dem makabren Schauplatz zu machen. Überall lagen sie. Dutzende Hornissen, die noch vor ein paar Minuten eifrig daran arbeiteten, unser Terrassendach zum Einsturz zu bringen, waren tot oder rangen qualvoll. Ich fühlte mich so schlecht, wie lange nicht. Über Tage hatte ich versucht, sie zu fotografieren. Ich hatte gelernt, dass sie kein bisschen aggressiv sind, solange ich sie ihre Arbeit machen lasse. Immer wieder kam eine von ihnen, um mich zu begutachten. „Ach, die wieder!“ Ein paar von ihnen sind mir sogar stumpf vor die Stirn geflogen, als ich mit der Kamera ganz still in ihrer Einflugschneise stand. Kein einziger Angriff, kein einziger Stich.

    Das mag überzogen sentimental klingen. Es sind eben nur asiatische Hornissen, Eindringlinge, die Bienen töten. Schaue ich mir jedoch ihr Zusammenleben und vor allem dieses Kunstwerk von Nest genauer an, dann tut es schon weh, eine Kultur dieser Art sterben sehen zu müssen. Nüchtern betrachtet: Wir müssen den Schuppen ausräumen und wollen dabei nicht von wütenden Hornissen überfallen werden. Es gibt wie immer nicht nur eine Perspektive.

    edit: Ich habe das Nest aus dem Gefrierfach geholt und aufgeschnitten (Fotos siehe oben). Die Königin konnte ich erstaunlicherweise nicht finden. Dabei war ich mir so sicher. Dennoch ist das Nest der asiatischen Hornissen sehr faszinierend. Unglaublich, was die für Baupläne im Kopf haben!

  • 14 Tage und 64 Gigabyte später – Back in town!

    14 Tage und 64 Gigabyte später – Back in town!

    Wo fange ich an? Wo fange ich bloß an? Während unserer 10 Tage in Frankreich habe ich einige Fotoserien zu unterschiedlichsten Themen gemacht, die mir aktuell eigentlich viel wichtiger sind, als die Flitzpiepenfotos vom Strand. Der Strand ist zwar wunderschön wie eh und ja, aber er ist nunmal der gleiche Strand wie im letzten Jahr.

    Immer zusammen
    Mono und Danny sind immer zusammen

    Leere Bilder vom Quecksilberstrand

    Doch traditionell und quasi reflexartig bearbeite ich immer zuerst diese Fotos. Einerseits weil sie teils doch sehr reizvoll sind und andererseits, weil sie gute Laune machen. Ja, die wilden, ausgelassenen Whippets machen Spaß. Außerdem habe ich die Fotos schon beim Machen in schwarz-weiß gesehen, denn ich mag leere Bilder. Clean, einfach, gerade. Dafür ist ein endloser Strand perfekt. Seine Farben hingegen sind relativ austauschbar. Scheint die Sonne, ist der Ozean blau. Ist es bewölkt, zeigt er sich in grün-grau. Der Sand schimmert in den unterschiedlichsten Gelbtönen. Fertig. Jeder weiß, wie ein Strand aussieht. Mir bietet er mittlerweile nur noch die Bühne für das Sujet, wenn er nicht selbst das Sujet ist, was durchaus auch mal vorkommen kann.

    Viele RAWs und eine Strandflitzattacke

    Nun ja, 64 Gigabyte RAWs wollen gesichert und gesichtet werden. Und ich hibbel hier rum, weil ich schon genau weiß, was ich machen will, aber alles nicht so schnell geht, wie ich es gerne hätte. Im Vergleich zumindest nicht so schnell, wie Mono antritt, wenn ihn seine legendäre Strandflitzattacke überkommt. Hierbei fällt mir immer wieder auf, dass Danny zwar sehr kraftvoll laufen kann, an Monos enorme Explosivität aber nicht heranreicht. Körperlich wie auch mental unterscheiden sie sich doch sehr. Vielleicht passen sie auch deshalb so gut zusammen.

  • Preview: Dickes D oben an der Spree ..! Canon EOS 6D Mark II und Canon EOS 200D

    Preview: Dickes D oben an der Spree ..! Canon EOS 6D Mark II und Canon EOS 200D

    Vor ein paar Tagen hatte ich die Gelegenheit, mir gleich zwei Neuerscheinungen aus dem Hause Canon anzuschauen: Die lang erwartete Canon EOS 6D Mark II und die kleine Canon EOS 200D, die – so unterschiedlich sie sind – tatsächlich etwas gemeinsam haben. Die 6D Mark II bietet sich zum Einstieg ins Vollformat an, die 200D zum Einstieg in die Fotografie an sich.

    Coole Location für einen kurzen Test

    Dickes B, home an der Spree. Im Sommer tust du gut und im Winter tut’s weh! Als ich am Wochenende die Fotos aus den beiden Kameras in der Mangel hatte, rollte ununterbrochen der zwar nicht mehr ganz taufrische aber immer noch super coole Song von Seeed durch meinen Kopf. Seine Abwandlung in Dickes D kam dann quasi natural, um im Jargon zu bleiben. Denn als Canon mir die Einladung zur Präsentation in Berlin schickte, riss ich spontan die Arme hoch.

    Noch zwei Tage zuvor saßen wir hier auf unserem Sofa und knabberten abwechselnd Chips und unsere Fingernägel angesichts der absurden Intrigen in der Serie Berlin Station. In einer Schlüsselszene stürzt sich einer der Protagoninsten vom Turm des Teufelsbergs zu Tode. „Wie genial ist denn diese Location!“ dachte ich noch und kurz darauf erfuhr ich, dass ich genau dort fotografieren darf. Manchmal ist das Leben dein Freund.

    Canon EOS 6D Mark II und Canon EOS 200D – die neue Große und die neue Kleine

    In ein paar Stunden kann ich natürlich nicht das komplette Testprogramm abfahren, aber einen Eindruck konnte ich mir auf unserem Rundgang durch und über den Teufelsberg durchaus machen. Ich fange mal mit der kleinen 200D an, denn ihre Bildqualität hat mich positiv überrascht. Sie ist Fotografieinteressierte konzipiert, die ganz vorne anfangen. Einerseits hat sie ein klassisches Menü, wie wir es von allen Canon Kameras kennen und zudem noch eines, das mit Symbolen durch die Bedienung führt. Sie begleitet also erklärend.

    „Früher ging’s in Berlin um Panzer und Raketen,
    heute lebe ich im Osten zwischen Blümchentapeten.“ Seed, Dickes B

    24,2 Megapixel sind ordentlich, sie macht 5 Bilder die Sekunde und filmt Full HD. Über WIFI können die Fotos direkt aufs Smartphone transportiert und geteilt werden. Für die Canon EOS 200D stehen mehr als 85 passende Objektive zur Verfügung. Aber schaut euch die Fotos unten in der Galerie an (alle aus RAWs entwickelt). Für eine Einsteigerkamera liefert sie echt gut ab. Das kleine Weitwinkel verzerrt zwar kräftig, aber ich finde das passt bestens zum Motiv. Mir ist die Kleine ein bisschen zu leicht. Das mag aber daran liegen, dass ich immer mit den dicken Dingern herumlaufe. Deshalb ist dieses Gefühl keinesfalls allgemeingültig.

    NSA Field Station - Canon EOS 200 D, Canon EF-S 10-18mm 1:4,5-5,6 IS STM
    Die Kuppeln der Abhörstation haben mit der Zeit gelitten – Canon EOS 200 D, Canon EF-S 10-18mm 1:4,5-5,6 IS STM, Location: Teufelsberg Berlin

    Von der Pike auf mit der EOS 200D

    Blutige und nicht ganz so blutige Anfänger bringen mit dieser kleinen Spiegelreflexkamera vom ersten Tag an klasse Bilder nach Hause. Sie erlaubt ihnen, sich beim Fotografieren mit der Technik vertraut zu machen und sich – wann sie wollen – von ihrem Tutor zu lösen, um dann auf das normale Menü umzusteigen. Das erlaubt Menschen, die die Grundlagen der Fotografie noch nicht so ganz intus haben ein recht stressfreies Fotografieren. (Die technischen Daten findet ihr hier!)

     

    Einstieg ins Vollformat mit der EOS 6D Mark II

    Die EOS 6D Mark II winkt den Fotobegeisterten zu, die mit dem Vollformat liebäugeln. Sie zwinkert mit einem schwenkbaren Touchdisplay (3 Zoll) , das sie in der Riege der Canon Vollformat-Kameras einzigartig macht. Gerade an Orten wie dem Teufelsberg ist dieses Feature sehr hilfreich. Ich musste mich für extreme Untersichten nicht in den Dreck werfen, sondern konnte meinen Ausschnitt über das Display kontrollieren. Ein dicker Pluspunkt.

    Ihr Vollformat-Sensor hat 26,2 Megapixel und damit mehr als z.B. die 1D X Mark II, ist aber naturgegeben deutlich langsamer. Zwischen 6 und 7 Bilder die Sekunde sind in meinen Augen allerdings schnell genug für den Allroundnutzer. Ihr Autofokus ist präzise und schnell. Ich bin ganz gut mit ihr klar gekommen, obwohl ich mich an das Touchdisplay nicht gewöhnen kann. Vielen wird es ganz sicher gefallen, ich mag lieber die Rädchen.

    Die neue Canon EOS 6D Mark II ist eine  hübsches Ding und macht einen soliden Eindruck. Sie ist nicht zu schwer, aber auch nicht so leicht, dass ich meinen müsste, nichts in der Hand zu haben. Fundierte Aussagen zu der neuen Vollen kann ich allerdings erst machen, wenn ich die Gelegenheit hatte, mich länger und intensiver mit ihr zu beschäftigen. Deshalb lasse ich lieber die Fotos sprechen, die ich wahlweise mit dem 24-70er 1:2,8L und dem 16-35er 1:2,8L gemacht habe. Bald gibt es mehr.

    Hier noch ein paar Keyfacts zur Canon EOS 6D Mark II:

    Typ – Digitale Vollformat Spiegelreflexkamera
    Zielgruppe – anspruchsvolle Amateure
    Best for – Studio / Landschaft / Makrofotografie/ Portrait /Architektur / Reportage
    Gewicht– 765 Gramm
    Sensor – Dual Pixel CMOS AF
    Pixel effektiv – 26,2
    Bildprozessor – Digic 7
    Autofokus  – 45 AF-Felder
    Movie: – Full HD
    ISO-Empfindlichkeit – 100 – 40.000
    Reihenaufnahmen – max. ca. 6-7 B/s
    Touchscreen – 3 Zoll, schwenkbar
    Kartenschächte – 1 x SD
    Connectivity – GPS, WLAN, Bluetooth
    Best with – Weitwinkel, Portraitobjektive, Makro,
    My two cent – Gibt es es einem ausführlichen Test

    Preis: aktuell für das Kit rund 2.600,- Euro

  • Mit dem Kopf in den Wolken

    Mit dem Kopf in den Wolken

    Wie sieht es denn aus? Kannst du mir mal flott die Koordinaten durchgeben? Diese Frage erreichte mich gestern per PM über Facebook von einer Person, die ich persönlich nicht kenne und deren Name mir rein gar nichts sagt. Ich bezeichne sie also als unbekannt.

    Das ist nicht das erste Mal, dass es bei mir Ping macht und sich genau diese Frage vor meinen erstaunten Augen aufbaut. Schon mehrfach bin ich gebeten worden, entweder Leute so ganz unverbindlich mitzunehmen oder ihnen zumindest mal schnell die Koordinaten unserer Halde durchzugeben.

    Dort wo die Sonne nicht hinkommt, wächst das Schilf hoch. Diese Stelle ist immer feucht.
    Dort wo die Sonne nicht hinkommt, wächst das Schilf hoch. Diese Stelle ist immer feucht.

    Mal flott oder kannst du mal eben sind Wortwendungen, auf die ich meistens extrem allergisch reagiere. Dann verkrampfen sich meine Finger, so dass ich ad hoc nicht mehr in der Lage bin, ein einziges Wort in meine Tastatur zu hacken. Und hat das mal flott zudem mit unserer Halde zu tun, tritt eine temporäre Lähmung ein.

    Exklusive Ruhe – Teilen unerwünscht

    Denn dort denke ich nach. Ich lasse mir den Wind um die Nase wehen, freue mich wie ein Kleinkind über die Flitzattacken meiner Hunde, freue mich, dass sie sich freuen. Manchmal sitzen wir ganz still oben auf dem höchsten Punkt. Mono und Danny könnten zu jeder Zeit stöbern gehen, wenn sie wollten. Aber sie tun es nicht. Meistens setzen sie sich ganz nahe neben mich und spähen den Hang hinunter. Das sind Minuten der Ruhe und Vertrautheit, die ich sehr genieße.

    Ich und meine Whippets auf unserer Lieblingshalde
    Wie so oft ganz allein auf unserer Halde. Mono und Danny könnten stöbern gehen, doch meistens setzten sie sich ganz nahe neben mich und spähen.

    Ich kann derweil Experimente mit Objektiven und Kameras machen, oder einfach nur meinen Kopf lüften. Das ist der Ort, an dem ich meine Kraft schöpfe. Hier sage ich mir, dass mein Vater ganz schnell wieder gesund wird, dass mein Sohn alles packt, was er sich vorgenommen hat, dass mein Mann zum gefühlt hundertsten Mal irgendwo in Mexico, Finnland oder Dresden gesund und munter aus einem Flugzeug steigen wird. An diesen privaten Momenten lasse ich nur sehr wenige Menschen teilhaben. Ich denke, das wird jeder verstehen.

    Gemütlich schlendern – Harmonie auf dem Dach des Ruhrgebiets

    Ohne also unhöflich oder abweisend klingen zu wollen, sehe ich mich gezwungen hier und heute etwas klarzustellen: Unsere Halde – sie gehört uns natürlich nicht, aber wir nennen sie so – ist unsere Schutzzone, sie ist unser Ein und Alles. Nur eine Hand voller Leute kennt sie und das soll auch so bleiben. Denn dort genießen wir wahlweise die Einsamkeit oder die Gesellschaft netter Gleichgesinnter, die ebenfalls kein Interesse daran haben, aus ihr eine Touristenattraktion zu machen. Dort herrscht Harmonie. Meistens. Mensch und Hund kennen sich, man schlendert gemütlich, ob Ridgeback, Springer Spaniel oder Großpudel, ohne Sorge haben zu müssen, dass es Stress oder Keilereien gibt.

    Hier erleben wir den Lauf der Jahreszeiten. Regen, Sturm, Schnee, Hitze – wir kennen jede Ecke, jeden Strauch und jedes Wasserloch. Wir kennen die gefährlichen und die unkritischen Wege, denn hier gibt es viel Wild. Hunderte von Kaninchen bevölkern die schattigen Wege, neuerdings wandern wieder die Rehe, im Frühling wurden dort Wildschweine gesichtet und einen echten Hasen hatten wir auch schon.

    Wild wohin das Auge reicht!

    Es gibt viele Falken, sehr große Bussarde und Eulen. Der dort ansässige Fuchs weckt in meinen Hunden keinerlei Interesse, ich kenne aber andere, die ihn gerne näher kennen lernen würden. Gerade in den frühen Morgenstunden müssen wir höllisch aufpassen, aber wir wissen genau, wo. Meine Hunde haben viele grüne Zonen, in denen sie tun und lassen können, was sie möchten. Es gibt aber auch rote, die strikt verboten sind. Das haben sie von klein auf gelernt und daran halten sie sich. Und das klappt auch nur, wenn ein hetzjagender Whippet schon im Alter von 12 Wochen versteht, dass es No-Go-Areas gibt.

     

    Im letzten Winter kam uns ein Husky mit einem ausgerissenen Rehbein im Maul entgegen. Weder Hund noch Halter wurden dort jemals wieder gesehen. Zum Glück. Denn genau diese Kombination zerstört die Harmonie zwischen den Menschen, den Hunden, dem ansässigen Wild und dem Jäger, der dort das letzte Wort hat. Wir haben zu ihm ein gutes Verhältnis und das soll auch so bleiben.

    Ich bin sicher, dass ihr auch solche kleinen Paradiese habt, die ihr ganz nicht in jedem Ratgeber preisgeben wollt. Hier ist strikter Egoismus in jeder Hinsicht angebracht und legitim.

  • Real Surreal Sighthounds by Armin Hauke

    Real Surreal Sighthounds by Armin Hauke

    „Das ist jetzt schon mein Fünfter!“, schrieb mir Armin Hauke. Gerade hat er 13 Composings für seinen neuen Kalender 2018 fertig gestellt. Unter dem Titel „Real Surreal Sighthounds“ schafft er Traumwelten, in denen sich riesige Windhunde in weiten Landschaften tummeln. Hier eine kleine Vorschau.

    Neulich haben wir noch rumgekaspert, nachdem ich das Foto vom gähnenden Mono bei Facebook veröffentlicht hatte. Barbara Thiel schlug vor, doch eine Montage à la Armin Hauke zu machen. Doch warum sollte ich in Photoshop herum stümpern, wenn ein anderer das viel besser kann als ich. Ich tickerte also Armin himself an, der dann mit nur ein paar kleinen Handgriffen innerhalb von kaum einer halben Stunde mein liebes Monolein in einen Godzilla 2.0 verwandelte. Sehr witzig!

    Großer Hund in kleiner Landschaft

    Der Schnellschuss mit Mono und dem Paraglider ist natürlich nicht in Armins Kalender zu finden. Denn seine Composings, die er seit 2012 zu mittlerweile gefragten Kalendern zusammenfasst, sind deutlich komplexer und aufwendiger. Sie bündeln seinen Spaß an allem Schönen, an den eleganten Hunden, die er über das ganze Jahr fotografiert und natürlich an den Landschaften, denen er ebenfalls eng verbunden ist.

    Ich mag die Grey-Hündin auf dem Titel am liebsten. Sie ist so herrlich verspielt, wie Greyhounds eben sind und sie würde den Hubschrauber nie aus bösem Willen wie einen dicken Käfer knacken, sondern immer nur aus Versehen.

    Armin Haukes Kalender „Real Surreal Sighthounds 2018“ ist voraussichtlich ab Mitte August 2017 verfügbar. Er kommt im opulenten A3-Format und kostet 25,- Euro. Vorbestellungen nimmt Armin gerne entgegen.