Autor: Karla Schwede

  • DWZRV Jubiläumssieger Rennen 2017

    DWZRV Jubiläumssieger Rennen 2017

    Das Pfingstwochenende ist bei Windhundrennverein Westfalen-Ruhr traditionell ein Großes. Samstags findet die in der Regel extrem gut besuchte CAC-Ausstellung statt, am Sonntag wird gerannt bzw. gecourst. Dieses Mal trugen insgesamt 191 Windhunde zum 125. Geburtstag des Verbandes das DWZRV Jubiläumssieger Rennen 2017 aus.

    Leider kein wet race!

    Es war wie immer viel los, doch zum Glück knubbelten sich dieses Mal nicht ganz so viele Fotografen an den Hecken zur Sandbahn. Ich konnte mir also ganz in Ruhe meine Plätzchen suchen, ohne mich schubsen lassen zu müssen. Das Licht war prima, die Temperaturen angenehm. Im Gegensatz zu vielen anderen habe ich auf Regen gehofft, weil ich die Hunde unbedingt mal in selbigem fotografieren möchte. Leider bequemten sich gegen Mittag nur ein paar Tropfen, mir meinen Wunsch zu erfüllen. Also wieder nichts mit wet race. Schade!

    Please respect the copyright! Don’t download or share. If you are interested in one of the photos, please contact me. 

    Zoom oder Festbrennweite?

    Wie schon neulich beim Training hat sich das 70-200er 1:2,8 als perfekte Waffe für die langen Belichtungszeiten bewährt. Es wiegt über ein Kilo weniger als die 200 1:2,0er Festbrennweite, lässt sich also über längere Zeit viel besser halten. Das ist ein großer Vorteil, wenn man sich ständig wie ein Wurm im Sand herumwälzt. (Von der Kombi Klappstuhl – Einbein halte ich in diesen Ort absolut gar nichts. Aber wer’s schon mit dem Rücken hat… )

    Würde ich an der Rennbahn noch frontale Schüsse machen – naja, hin und wieder aber immer seltener – nähme ich natürlich auf jeden Fall die 200er oder die 300er Festbrennweite. Aber an einigen Stellen der Gelsenkirchener Bahn sind sogar 200 Millimeter zu viel, um Gruppen zu erwischen. Einzelne Hunde immer, aber für ganze Gruppen ist es oversized. Deshalb ist das Zoom eine richtig gute Wahl für diesen Einsatzzweck.

  • Der Belcando Langzeittest – Teil 11

    Der Belcando Langzeittest – Teil 11

    Im letzten Teil habe ich bereits angekündigt, dass Mono und Danny nun auf ihr Sommerfutter Belcando GF Finest Lamb umsteigen. Weniger Fett, weniger Proteine. Das hilft an heißen Tagen die Figur zu halten. Wären, ja wären da nicht die Buttercroissants mit Salzbutter oben drauf. Als wäre ein Mal Butter nicht genug!

    Sechs Tage an der französischen Atlantikküste zauberten Anfang Mai wieder die Gramm auf die Whippethüften, die ich den Jungs bereits abgerungen hatte. Das lag weniger an der Futtermenge oder gar an mangelnder Konsequenz meinerseits. Nein, es lag viel mehr an einem Mitbewohner, der natürlich mit guter Absicht  – aber auf diesem speziellen Ohr in jeder Hinsicht beratungsresistent – Mono und Danny immer mal wieder etwas zusteckte. Und immer genau dann, wenn ich gerade nicht hinsah. Beide Hunde kennen die passenden Knöpfe genau und wissen noch genauer, bei wem sie sie drücken müssen. Bei mir nicht, das ist schonmal klar.

    Wieder auf Anfang

    Zurück in Deutschland musste ich also von vorne anfangen. Mono hatte schnell seine Figur wieder. Danny allerdings ist ein derart guter Futterverwerter, dass ich täglich mit ihm kämpfen muss. Er ist verfressen bis zum Anschlag und nutzt jede Gelegenheit, irgendetwas in sich hineinzustopfen. Ich muss höllisch aufpassen.

    Dennoch hat auch Danny seine Taille wieder. Obwohl er morgens auf der Teppichkante sitzt, fiept und meint, dass so ein Keks geflogen kommt. Neulich hatte gar nachts um 3:00 Uhr beschlossen, dass ein kleines Hüngerchen an ihm nagt und jammerte in der Gegend herum. Ich dachte, er müsse mal vor die Tür, sprang pflichtbewusst auf, um ihn heraus zu lassen. Doch das Streifentier marschierte in Richtung Hundeschrank, um mir unmissverständlich klar zu machen, dass ich ihm doch bitte ein Nachtmahl zu reichen habe. Nein, mein Freund! Und sei froh, dass ich von Tierheimen nichts halte!

    Nachos mit viel Käse sind kontraproduktiv!

    Ungeachtet dessen, dass das Streifentier sich unmöglich benimmt, wenn es um Futter geht, bin ich sehr zufrieden mit dem aktuellen Stand. Mono frisst sehr gut und mit großem Appetit. (Von Danny muss ich hier wohl nicht mehr sprechen.) Das Belcando GF Finest Lamb schmeckt ihnen jeden Tag. Es bleibt nie ein Krümel in den Näpfen liegen, selbst wenn sie bei 30 Grad Außentemperatur den ganzen Tag wie nasse Säcke herumgelegen haben.

    Ich habe allerdings auch jede weitere Vergünstigung gestrichen. Kekse nur abgezählt, damit am frühen Morgen der Magen nicht übersäuert. Hier und da mal eine Rinderkopfhaut für die Zähne, aber sonst gibt es nichts. Zumindest nicht von mir. Wenn jetzt noch bitte jemand dem Hausherren erklären könnte, dass Nachos mit viel Käse und Leberwurstbrote meinen Plan mächtig durchkreuzen, wäre ich überaus dankbar.

  • Grüße aus dem Grenzbereich

    Grüße aus dem Grenzbereich

    Am Donnerstag war beim WRV Westfalen-Ruhr mal wieder Training. Training für die Hunde und Training für mich. Diese Tage sind mir fast lieber als die Rennen, denn ich kann ganz ohne Druck experimentieren.

    Ich wollte ein paar Sachen ausprobieren, Grenzbereiche ausloten. Die ganz langen Belichtungszeiten (also 1/50 sek. – 1/30 sek.) sind mit einem schweren Objektiv kaum zu halten. Je leichter die Linse, desto besser. Deshalb habe die wuchtige 200mm 1:2,0er Festbrennweite zu Hause gelassen und das leichtere 70-200er 1:2,8L auf die Mark II gesteckt.

    Ein Windspiel im vollen Lauf
    Wenn die Schärfepunkte nur auf einer Pfote und einem Oberarmmuskel liegen

    Der Schrott der ersten Stunde

    In der ersten Stunde habe ich recht viel Schrott produziert, doch dann konnte ich mich eingrooven. 1/50 Sekunde ist ganz sicher nicht für alle Tage. Insbesondere Greyhounds und Whippet mutieren schnell zu farbigen Streifen, die zwar malerisch aussehen, aber leider nicht einen einzigen winzigen Schärfepunkt enthalten. Noch nicht einmal ein Muskel oder eine Pfote. Dafür sind ein paar andere ganz nach meinem Gusto.

    Am Sonntag den 28.05. ist übrigens Coursing Training. Ich hoffe für alle, dass es nicht zu heiß wird.

    Bitte respektiert das Copyright. Diese Foto stehen nicht zum Download auch nicht zum Teilen zur Verfügung. Wer Interesse hat, melde sich bitte bei mir.

  • Never mess with Herrn Rottenmeier

    Never mess with Herrn Rottenmeier

    Mono ist unendlich geduldig. Welpen beachtet er eigentlich gar nicht. Rücken sie ihm auf die Pelle, begegnet er ihnen mit Milde und Sanftmut. Sie dürfen sich sehr viel erlauben, solange sie noch klein sind. Doch irgendwann kommt der Tag, an dem er unmissverständlich Respekt fordert. Deshalb nennen wir ihn manchmal nach seinem weiblichen Pendant aus Heidi.

    Wenn die Zwerge etwa viereinhalb bis fünf Monate alt sind, sollten sie sich genau überlegen, wie sie Mono aka Herrn Rottenmeier begegnen. Denn er macht keine halben Sachen. Danny hat das sehr schnell verstanden. Er war so frech, dass ich quasi auf die Tracht Prügel gewartet habe. Sie kam. Ein einziges Mal. Das ist fast drei Jahre her und seitdem herrscht Harmonie.

    erzieherische Maßnahme
    Mono und Danny am Strand. Danny war knapp sechs Monate alt.

    Ordnung und Benehmen müssen sein!

    Dannys Schwester Turtle, dachte, sie könne Mono beim Spielen genauso neckisch an den Hals springen, wie sie es mit ihrer Mutter immer tat. Ne, konnte sie nicht! Nachdem Mono ihr das auf seine spezielle Weise erklärt hatte, benahm sie sich ihm gegenüber immer vorbildlich.

    Einer von Dannys Brüdern, auch damals etwa fünf Monate alt, versuchte Mono ein Kaninchen streitig zu machen, das er zuvor einem großen Raubvogel abgenommen hatte. (Ich muss mir immer noch die Augen zuhalten, wenn ich an die Szene denke. Also die mit dem Raubvogel.) Uuuhu, in dem Moment konnte man genau beobachten, dass der Kleine nie zuvor Respekt vor älteren Hunden gelernt hatte. Danach hatte er ihn dann. Und zwar gehörig. Aber Mono brauchte zwei Anläufe, um dem Junghund klar zu machen, dass er nichts zu melden hat.

    Freches Whippetmädchen.
    Ganz freches Ding! Dannys Schwester Turtle konnte mit ihrer Mutter Ivy (hier beide im Bild) ungestraft Schabernack treiben. Mit Mono hat sie das genau ein einziges Mal versucht. Dann nie wieder.

    Giannas ist jetzt alt genug. Heute war ihr Tag mit Herrn Rottenmeier!

    Heute war Giannas (Gianna of Little Goblin) Tag. Sie ist jetzt auch knapp fünf Monate alt und ein rundherum fröhliches, wildes, lustiges Whippetmädchen, das alles und jeden toll findet. Bisher – und wir sind oft zusammen unterwegs – hat Mono ihr wildes Spiel ignoriert. Doch heute wurde es ihm zu bunt mit ihr. Die Lektion fiel lange nicht so drastisch aus, wie bei Dannys Bruder, aber Gianna musste lernen, dass Cheffe nunmal ein Cheffe ist, der keinen Rempler sondern einen Handkuss erwartet.

    Mono erzieht eine junge Hündin
    Heute: Ein bisschen weit weg, aber trotzdem gut zu sehen. Mono ist nicht amüsiert über Giannas Benehmen.

    Bitte versteht Mono nicht falsch. Er hat noch nie einen der Junghunde verletzt. Keiner von ihnen hatte jemals einen Kratzer. Mono macht alles ohne Zähne, aber mit viel Kraft und Getöse. Unter Monos Rollkur schreien die Kleinen wie am Spieß und pinkeln sich komplett ein. Doch dann stehen sie mit einer wichtigen Lebenserfahrung wieder auf: Never mess with Herrn Rottenmeier.

  • Und immer schön den Popo einziehen!

    Und immer schön den Popo einziehen!

    „Ja, die hat mal richtig Spaß!“, sagte ein Mann, der hauptberuflich nicht nur Hundebesitzer sondern auch Hundetrainer ist. Mit die meinte er eine doch etwas sehr groß geratene Mini-Bullterrier-Hündin, die partout ihre Zähne in Dannys Popo schlagen wollte.

    Danny kapierte das gar nicht, weil er es nicht gewohnt ist, dass andere Hunde ihm an die Wäsche wollen. Er selbst ist zwar sehr ruppig im Spiel, aber niemals böse. Außerdem hat er eine andere, sehr nette Minibulli-Hündin zur Freundin, die nie im Leben auf die Idee käme, ihm weh zu tun. Deshalb fand es mein fröhliches Streifentier auch noch lustig, wie die ramsnasige Zicke ihn im wahrsten Wortsinn verbissen jagte. Er nahm sogar noch einen Gang raus, weil sie ja sonst nicht hinterherkäme, die lahme Krücke.

    Danny auf der Flucht vor einer schlecht gelaunten Bullterrier-Hündin.
    Danny in Gefahr.

    Ich schaute mir die Szene, das heißt den lachenden Hundetrainer auf der einen, die bleckende Bulltierer-Hündin auf der anderen Seite genau 30 Sekunden an und zog dann rigoros einen Schlusstrich, als Dannys Oberschenkel ernsthaft in Gefahr gerieten. Mono tat übrigens zeitgleich sein Bestes, die beiden zu trennen. Danny quietschte. Sie hatte ihn erwischt. Danny zu mir! Ich blockte die Hündin, weil niemand sich bemüßigt fühlte, sie einzufangen. Diese voraussichtlich bösen Löcher möchte ich nicht in meinem strunz-freundlichen Whippet haben. Ende! Der Trainer saß derweil auch weiterhin bequem auf seinem Allerwertesten und lachte, als könnte er nichts anderes: Haha, wie der den Hintern eingezogen hat! Iss ja nix passiert!

    Das war wieder so ein Tag, an dem ich wünschte, ich wäre anders gestrickt. Dann hätte ich nämlich meinen Pazifismus vergessen, den Typen am Kragen gepackt und ihn gefragt, ob die wenigen Zellen in seinem Hirn nun den fünf Vorangegangenen gefolgt wären und ihren Dienst aufgrund von akutem Sauerstoffmangel endgültig eingestellt hätten. Ne, ich habe meine Jungs gepackt und bin gegangen. Wortlos. Denn manchmal hilft einfach gar nichts.

  • Scharf geschnitten – Der gelbe Pulli an der Stange

    Scharf geschnitten – Der gelbe Pulli an der Stange

    Selten war es mir so bewusst, wie neulich, als ich die Fotos aus dem Probensaal des Aalto-Balletts bearbeitete. Licht und Farben sind zwar wichtig, aber der Schnitt geht über alles. Er entscheidet über Bleiben oder Müll.

    Ich hatte keine blasse Ahnung, wie groß der Ballettsaal sein würde, als ich vor zwei Wochen in das Allerheiligste geladen wurde. Ich durfte im Trainingssaal des Aalto Ballett die Proben zu Vibrations fotografieren, das am 12.Mai (als ich gerade in Frankreich war) nebenan in der Philharmonie Essen Premiere hatte.

    Ein Tänzer bei Proben im Aalto Ballett Essen
    Ein Sprung zum Spaß. Einfach so, weil gerade Zeit war. Ich mag dieses Foto sehr.

    Weitwinkel? Ein gute Entscheidung!

    Ich packte also alles ein, was ich hatte. Die Canon 1D X Mark II, klar! Das Canon EF 24mm 1:1,4L ist eine meiner Lieblingslinsen und musste deshalb quasi zwanghaft mit. Das war eine gute Entscheidung, denn mit dem 200er 1:2,0L bin ich gar nichts geworden. Leider zu lang.

    Schon lange vorher hatte ich die Fotos von Vibrations (tolles Video) in Schwarz-Weiß im Kopf. Ich wusste ganz genau, was ich machen wollte, doch dann kam der gelbe Pullover. Ich schwöre, ich habe ihn beim Fotografieren nicht gesehen. Ich war so auf die Tänzer konzentriert, dass ich ihn einfach nicht wahrgenommen habe.

     

    Der Plan erfährt eine Änderung

    Generell sollte man einen Plan haben, wenn genau eine Chance für eine paar gute Fotos hat. Doch nicht selten muss man den Plan dann wieder über den Haufen werfen, weil die Gegebenheiten das schlichtweg fordern.

    Viele dieser Fotos aus dem Probensaal des Aalto Ballets haben also ganz gegen meinen Plan ihre Farbe behalten, weil der gelbe Pulli für mich formal einfach zu spannend ist. Er ist das Gegengewicht. Er ist die Verbindung zwischen dem linken und dem rechten Bildrand. Er überbrückt den Weißraum. Ohne ihn würden die Fotos kippen, denn die Tänzer am rechten Bildrand hätten nichts, was ihnen die Waage hielte.

    Dabei ist natürlich die Tatsache enorm hilfreich, dass das 24mm 1:1,4L zwar bei Nahaufnahmen eine typische leichten Weitwinkelverzerrung produziert, aber ab einer gewissen Distanz sehr neutral abbildet. Das heißt, die Körper der Tänzer ziehen sich weder zu stark in die Tiefe, noch leiden sie an – beim Ballet natürlich äußerst kritischen – Deformationen.

    Liam Blair und Moises León Noriega bei einer Probe zu "Vibrations" im Aalto Ballett Essen
    Ganz nahe dran. Als ich auslöste, dachte ich, dass mir die beiden Tänzer in die Linse springen. Die Hände finde ich toll. Choreografien von Armen Hykobyan und Denis Untila.

    Ich kann ja nicht ohne Schwarz-Weiß

    Natürlich habe ich noch ein paar Fotos, die der ursprünglich geplanten Schwarz-Weiß-Umsetzung nicht entkommen konnten. Bei ihnen richtet sich mein Schnitt nach Hell und Dunkel, nach Bewegung und Gegenbewegung. Schwarz ist schwer, Weiß ist leicht. Wie bewegen sich die Tänzer im Raum? Mit einem Weitwinkel muss man da schon einmal genauer gucken.

    Und wie schon beim letzten Mal bleibt die eine Gewissheit: Der Schnitt entscheidet über Harmonie oder Disharmonie, über Balance oder Kippeligkeit. Wie beim Tanz ist das auch in der Fotografie immer ein sehr schmaler Grad.

  • La Chouépière – die Magie eines Ortes

    La Chouépière – die Magie eines Ortes

    Das Sommerhaus meiner Familie liegt im Südwesten der französischen Vendeé. Vor rund zwanzig Jahren erstanden meine Eltern dieses kleine Herrenhaus spontan und in einem offiziell renovierten, aber objektiv betrachtet katastrophalen Zustand. Sie, und ich auch, hatten sich in die sensationelle Lage und seine klare Architektur Hals über Kopf verliebt. Heute ist es ein Paradies. Allerdings eines mit einer recht gruseligen Geschichte.

    Unser Haus in der Vendeé
    La Chouépière liegt sehr einsam. Der große Park dieses aus den typischen Bruchsteinen der Region gebauten Hauses war einst eine Einheit mit dem des einzigen Nachbarn. Die Vorbesitzer und später unser lieber Freund Marcel haben aus einem ehemaligen Schafstall ein Kleinod gemacht. Leider ist Marcels Wachhündin Ypsi im letzten Winter verstorben. Die Beauceron-Dobermann Hündin war die Herrin über unsere kleine Welt und hätte sie gegen jeden Eindringling bis auf’s Blut verteidigt.

    Die Hexe im Kamin

    Vor langer Zeit wohnte hier nämlich eine Hexe. La Sorcière! Ein zahmer Fuchs wich nicht von ihrer Seite und alle – so erinnern sich die Alten des Dorfes an die Erzählungen ihrer Großeltern – hatten furchtbare Angst vor ihr. In manchen Nächten stiegen leuchtende Kugeln aus den Kaminen und tauchten die Felder weithin in ein blaues Licht. Geht dort nicht hin, mahnten damals die Eltern ihre Kinder.

    Die vermeintliche Hexe war vermutlich nur eine alleinstehende Dame, die nicht ganz in das bäuerliche Bild der Zeit passte. Doch hin und wieder passieren hier Dinge, die auch uns ins Grübeln bringen. Über Nacht leeren sich randvolle Grünschnittsäcke selbstständig und komplett. Die Rehe verlassen wohl im Schutze der Dunkelheit ihr Wäldchen und freuen sich über das mundgerechte Büffet. Das ist zumindest meine Theorie. Gegenstände verschwinden für Monate und tauchen dann plötzlich wieder auf. Ohne auch nur einen Krümel Asche zu hinterlassen, entmaterialisiert sich erkaltete Kohle aus einem Grill. Weg, futsch, unauffindbar. Außerdem wohnen im Gebälk sehr anhängliche Fledermäuse.

    Zwei Whippets in der Mittagspause
    Lümmeln unter der Kunst. Zur Mittagszeit lieben Mono und Danny die kühlen Betten in der Belle Etage. Die Geschichte des Hauses ist zurück bis 1854 dokumentiert. Angeblich ist es noch älter, aber darüber gibt es keine Aufzeichnungen.

    Die mumifizierte Eule! Ein Zeichen der Grande Dame?

    Jedes größere Haus auf dem französischen Land hat einen Namen. Unser Anwesen heißt La Chouépière. La Chouette ist die Eule. Wir vermuten also, dass La Chouépière Eulenstein (la pierre allerdings mit zwei r – der Stein) oder vielleicht auch Steinkauz bedeuten könnte. Genau ist das aber nicht herauszukriegen. Nun begab es sich vor einigen Jahren, dass wir alle zusammen dort zwei Frühlingswochen verbrachten. In der Belle Etage, im ersten Stock, gibt es einen sehr großen Raum, in dem wir und die Hunde uns auszubreiten und zu schlafen pflegen. Vor unserer Abreise mussten wir natürlich putzen, die Betten abziehen und das Haus für den Sommer vorbereiten.

    Mit dem Besen bewaffnet zog ich also unser Bett von der Wand. Ich fand Staub, Sand von unserem Lieblingsstrand, ein paar tote Fliegen, eine Eidechse, die wohl mal wieder auf Monos Konto ging und eine bis in jedes Detail und jede Feder erhaltenen Eule. Sie lag dort wie ausgestopft. Himmel, ich habe keine Ahnung warum ich keine Fotos gemacht habe (vermutlich hatte ich das komplette Equipment schon reisefertig gemacht). Zwei Wochen hatten wir und die beiden Whippets in diesem Bett geschlafen und noch nicht einmal die Hundenasen haben irgendetwas wahrgenommen. Die Eule war mumifiziert, ausgetrocknet und vollkommen geruchsfrei. Aber die Hunde hätten sie doch finden müssen? Sie finden doch sonst alles!

     

    Diese Eule wird sich im Herbst ins Haus verirrt haben und dann eingeschlossen worden sein, dachte ich mir. Sie wird verdurstet sein, dachte ich mir. Warum hat sie niemand bemerkt? Eine große Eule versteckt sich nicht so leicht in diesem Haus. Warum ist es ausgerechnet eine Eule in einem Haus das vermutlich Eulenstein heißt? Das Vermächtnis der Hexe?

    In unserem Park gibt es einen Uhu, der gerne unter unserem Terrassendach sitzt und uns deshalb rhythmisch die Terracottafliesen vollkackt. Es gibt große Greifvögel, jede Menge Spatzen und ein Eichelhäher-Pärchen. Warum schickt uns die Hexe ausgerechnet eine Eule? Was will sie uns sagen?

    Ich gebe zu, die letzten sechs Tage verbrachten wir ohne dubiose Vorfälle. Aber wer weiß, was noch kommen wird?

  • Monos roter Faden: Narben machen sexy!

    Monos roter Faden: Narben machen sexy!

    Neulich habe ich bei Instagram ein Foto von Monos neuestem Schlitz im Ohr gepostet. Ein australischer Streetfotograf (@instaroy), dem ich seit der ersten Stunde folge, hatte zu dem Schlitz selbst und dem Thema Narben an sich eine wunderbare Idee.

    „Erzähle das Leben deines Hunde am roten Faden der Schmisse, die er sich eingefangen hat!“ Warum bin ich nicht darauf gekommen, fragte ich mich, und nahm die Inspiration dankbar auf. Zumal die Geschichten zu Monos Narben ein dickes Buch füllen könnten. Er hat ja ein paar viele, die auf teils spektakuläre Weise entstanden sind. (Details findet ihr in den Bildunterschriften)

    Kerben im Pelz

    So gut sichtbar sind die Kerben in Monos Pelle allerdings nur, weil unter seinem sandfarbenen und weißen Fell eine an den meisten Stellen sehr dunkle, stark pigmentierte Haut schlummert. Ich habe schon viele helle Whippets gesehen, die Scarface alle Ehre machen könnten. Das sind meistens diejenigen, die viel Freilauf haben. Natürlich gibt es solche, die Narben von mehr oder weniger schweren Bisswunden haben. Letztere sehe ich aber eher selten.

    Das Strömchen sieht nach wie vor makellos aus.
    Danny, der Chaot, ist erstaunlicher Weise bis heute frei von Narben.

    An einem gestromten Hund wie Danny, fielen die gleichen Narben kaum auf. Er ist zum Glück bisher ohnehin frei von größeren Narben. Das lustige Muster in seinem linken Ohr zähle ich nicht dazu. Ich hoffe, das bleibt so!

  • Mono, Danny und das neue Whippetmobil

    Mono, Danny und das neue Whippetmobil

    Jetzt ist es endlich da, unser neues Whippetmobil. Letzte Woche haben unseren Seat Leon ST FR beim Händler abgeholt. Doch erst, wenn das Hundegitter und der Kofferraumschutz eingebaut sind, dürfen Danny und Mono mitfahren. Ich habe schließlich noch sehr gut vor Augen, wie mein heiß geliebter Combo von innen aussah.

    Verdreckungsvorbeugung ist Pflicht

    Der Grad der Verdreckung ist nur schwer in jugendfreie Worte zu fassen. Hunde durch die Matsche, Hunde hops ins Auto. Kurz in den Supermarkt gesprungen, Danny hops am Netz vorbei auf den Fahrersitz. Jeder Hundebesitzer weiß, wie hartnäckig kleine weiße Haare sein können. Mr.Clark hat in seinem Leben nicht nur ein Mal auf die Rückbank gekotzt und ich kann beim besten Willen nicht überblicken, wie viele mumifizierte Kekse, Gummibärchen und Chipskrümel sich noch in den Hohlräumen verstecken. Beim Ausräumen habe ich sogar noch eine Pansenkaustange gefunden. Das muss der merkwürdige Geruch gewesen sein!

    Wir brauchen ein Konzentrat aus schön und nützlich

    Mit zwei mittelgroßen Hunden haben wir einen relativ durchschnittlichen Platzbedarf. Außerdem möchten wir nicht mehr das Gefühl haben, ausschließlich einen nützlichen Hundetransporter zu fahren, sondern vor allem ein schickes, sportliches Auto. Letzteres sollte selbstredend nicht zu klein, aber auch nicht so groß sein, dass es in einem Ballungsraum wie dem Ruhrgebiet zur rollenden Parkkatastrophe wird.

    Das ist mir besonders wichtig, denn ich hatte mit diversen Testwagen schon die zweifelhafte Freude, wie ein monströser Satellit um verschiedenste Innenstädte kreisen zu müssen. Parkplätze, in die zur Not auch ein Sattelschlepper passt, gibt es hier nicht viele. Deshalb mag ich es konzentrierter.

    Wie wir unseren Seat Leon ST FR whippetsicher machen und wie er sich im Alltag schlägt, möchte ich euch in den nächsten Wochen und Monaten zeigen.

  • Der Mai, der Mai …

    Der Mai, der Mai …

    Danny ist skeptisch, denn in den letzten Tagen haben er und Mono sich morgens den Popo abgefroren. Jetzt ist Mai und es könnte endlich mal wärmer werden, damit wir die Pullis final einmotten können.

    Bis dahin gilt es, jeden Sonnenstrahl auszupressen und jedes bisschen Wärme zu tanken. Mono stellt sich immer wie eine Statue demonstrativ an die Stelle, an die er gerne die Decke gerückt hätte. Ich folge ihm und würde natürlich einen Teufel tun, ihm diesen Gefallen zu verwehren. Niemals gibt es Streit um den besten Platz. First come, first serve gilt hier. Aber Danny hat die Taktik des Breitmachens für sich entdeckt und Mono hat keinen Bock auf Stress. Sie arrangieren sich immer irgendwie und wenn sie aufeinander liegen. Die Harmonie bzw. die Klarheit zwischen den beiden Jungs begeistert mich immer wieder.