„Ja, die hat mal richtig Spaß!“, sagte ein Mann, der hauptberuflich nicht nur Hundebesitzer sondern auch Hundetrainer ist. Mit die meinte er eine doch etwas sehr groß geratene Mini-Bullterrier-Hündin, die partout ihre Zähne in Dannys Popo schlagen wollte.

Danny kapierte das gar nicht, weil er es nicht gewohnt ist, dass andere Hunde ihm an die Wäsche wollen. Er selbst ist zwar sehr ruppig im Spiel, aber niemals böse. Außerdem hat er eine andere, sehr nette Minibulli-Hündin zur Freundin, die nie im Leben auf die Idee käme, ihm weh zu tun. Deshalb fand es mein fröhliches Streifentier auch noch lustig, wie die ramsnasige Zicke ihn im wahrsten Wortsinn verbissen jagte. Er nahm sogar noch einen Gang raus, weil sie ja sonst nicht hinterherkäme, die lahme Krücke.

Danny auf der Flucht vor einer schlecht gelaunten Bullterrier-Hündin.
Danny in Gefahr.

Ich schaute mir die Szene, das heißt den lachenden Hundetrainer auf der einen, die bleckende Bulltierer-Hündin auf der anderen Seite genau 30 Sekunden an und zog dann rigoros einen Schlusstrich, als Dannys Oberschenkel ernsthaft in Gefahr gerieten. Mono tat übrigens zeitgleich sein Bestes, die beiden zu trennen. Danny quietschte. Sie hatte ihn erwischt. Danny zu mir! Ich blockte die Hündin, weil niemand sich bemüßigt fühlte, sie einzufangen. Diese voraussichtlich bösen Löcher möchte ich nicht in meinem strunz-freundlichen Whippet haben. Ende! Der Trainer saß derweil auch weiterhin bequem auf seinem Allerwertesten und lachte, als könnte er nichts anderes: Haha, wie der den Hintern eingezogen hat! Iss ja nix passiert!

Das war wieder so ein Tag, an dem ich wünschte, ich wäre anders gestrickt. Dann hätte ich nämlich meinen Pazifismus vergessen, den Typen am Kragen gepackt und ihn gefragt, ob die wenigen Zellen in seinem Hirn nun den fünf Vorangegangenen gefolgt wären und ihren Dienst aufgrund von akutem Sauerstoffmangel endgültig eingestellt hätten. Ne, ich habe meine Jungs gepackt und bin gegangen. Wortlos. Denn manchmal hilft einfach gar nichts.