Größenbegrenzung, DNA-Test für Externe, Tape-Verbot. Die Tagesordungspunkte des Whippet-Meetings 2012 haben es teilweise richtig in sich. Wie zitierte heute morgen eine Freundin eine ihrer Freundinnen: Werden die kugelsicheren Westen vor dem Meeting dann gratis ausgegeben? Treffender geht es wohl kaum. Man muss nicht mit hellseherischen Fähigkeiten gesegnet sein, um ahnen zu können, dass im Tagungsraum gleich aus mehreren Richtungen scharf geschossen werden wird.
Allein zum Thema Größenbegrenzung werden viele Teilnehmer mehrfach nachladen müssen. 51 cm + 2cm für Rüden und 47 + 2 cm für Hündinnen? Jeder Whippet, der größer ist, fliegt ‚raus? Mir fallen spontan mehr als drei Züchter ein, die es gar nicht schätzen, wenn jemand derart ihr Tun und Lassen bestimmen will, sie in dieser Beziehung entmündigt und ihnen somit züchterische Weitsicht abspricht. Schließlich gibt es auch große Rüden, die klein vererben.
Wie sieht es mit Rüden z.B. aus dem Ausland aus? Müssen sie vorher von einem deutschen Messrichter eingemessen werden? Gefriersperma aus den USA? Schreiben kann man viel, wer fliegt also kurz ‚rüber und misst den Rüden? Wie sieht es mit Grenzfällen aus. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ganz nach der Tagesform oder dem messenden Richter ein Rüde heute 50,6 cm und morgen 51,3 cm groß sein kann. Passiert so etwas an der geforderten Toleranzgrenze, können ein paar Millimeter das Aus für ein lang geplantes züchterisches Vorhaben sein. Überspitzt? Natürlich.
Wenn unter dem Schirm des DWZRV demnächst nur noch Whippets angekört werden, die die genannten Größen nicht überschreiten, dann wird auf allen zukünftigen Ausstellungen folglich der Messgalgen zu einem ständigen Begleiter werden müssen. Denn das, was der DWZRV predigt, wird er auch an Hunden aus dem Ausland durchsetzen müssen. Nie wieder dürfte einem übergroßen Whippet auf einer DWZRV-Schau ein CAC zugesprochen werden. Wo bliebe die Glaubwürdigkeit des Verbandes? Dieser Tagesordungspunkt wird im November ganz sicher unter verbalem Trommelfeuer liegen.
Ebenso wie vermutlich der angestrebte DNA-Test für Deckrüden aus dem Ausland. Wenn insbesondere die Rennszene schon so weit ist, dass sie die Reinrassigkeit ihrer Whippets nachweisen muss, dann sind nicht die potenziellen Grey-Einkreuzungen das grundlegende Problem, sondern das System, in dem sie gezüchtet werden. Aber das steht ja nicht zu Debatte. Ganz im Gegenteil zu dem leidigen Thema Daumenkrallen. Wer – um Himmels Willen – kommt auf die Idee, das Abkleben der Daumenkrallen verbieten zu wollen? Das kann doch nur ein fanatischer Verfechter ihrer Amputation sein, der mit aller Macht beweisen will, dass sich die ungeklebten Daumenkrallenträger beim Coursing oder auf der Bahn einer nach dem anderen schwer verletzen werden. Angesichts vieler weiterer, durchaus interessanter Punkte kommt hoffentlich keine kleinkarierte Bandagendiskussion auf.
Ich hoffe, dass ich die Zeit finden kann, am Whippet-Meeting teilzunehmen. Denn spannend wird es bestimmt! Alle Daten und Infos zur Veranstaltung gibt es beim DWZRV.


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