Fast täglich

Instagram – Quadratische Stimmungsschwankungen

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Tag um Tag bin ich auf der fieberhaften Suche nach dem nächsten Foto für meinen Instagram-Kanal. Mittlerweile habe ich ein fast manisches Verhältnis zu den Quadraten, deren Auswahl ich im Rahmen eines sehr strengen Regelwerks rituell vollziehe. Merkwürdig? Anstrengend? Überspannt?

Vielleicht. Man darf sich gerne die Frage stellen, warum ich mir die ganze Sache so kompliziert mache, wenn es doch einfach ginge. Foto machen, posten und fertig. Ich kenne viele Instagramer, die diese Unbeschwertheit haben und mit ihr auch sehr erfolgreich sind. Manchmal fühle ich sie selbst, immer dann z.B., wenn sich ein Foto geradezu anbietet. Doch meistens ringe ich lange mit mir.

Die Quadratur einer Idee – Ob tief oder flach, jedes Fotos muss formal perfekt sitzen.

Anfang dieses Jahres hatte ich ein paar kleine Rückfälle in die Farbe. Das war so nicht geplant, denn vom ersten Foto an wollte ich mich strikt an die strengen Regel der Schwarz-Weiß-Fotografie halten. Hell, Dunkel, Licht, Schatten, Struktur, Komposition, Schnitt. Dorthin habe ich dann auch sehr schnell und sehr reuig zurückgefunden.

Denn mit diesen Rahmenbedingungen zwinge ich mich täglich aufs Neue, meine Fotos kritisch zu betrachten. Schaden kann das nicht. Allerdings möchte ich auch nicht in diese verkrampfte Edgy-Ecke geraten. Ich mache jetzt nur noch intellektuelle Streetfotografie entspricht nicht meinem Gemüt. Leichtigkeit und Humor dürfen in einem wie auch immer gearteten Konzept meines Erachtens nicht verloren gehen.

Stimmungsschwankungen in Wort und Bild

Das Sein oder Nichtsein eines Fotos unterliegt tagesaktuellen Stimmungen. Dann passt plötzlich eines, das noch vierundzwanzig Stunden vorher unbeachtet blieb. An meinen Fotos aus dem Aalto Ballet z.B. hänge ich wie Danny an seinem liebsten Spielzeug. Eins von ihnen geht nur dann raus, wenn ich mich danach fühle. Da ich so gut wie keinen Sachzwängen unterliege, so wie diejenigen, die auf ihren Kanälen viel Werbung machen, bin ich hier zum Glück frei in meinen Entscheidungen und in meinem Ausdruck.

Meine Follower betrachten meine Fotos natürlich mit ihren eigenen Augen und überraschen mich deshalb immer wieder. Ein Foto, das ich nicht schlecht aber auch nicht exorbitant gelungen finde, kommt extrem gut an. An ein anderes, das mir sehr gut gefällt, wird nur von wenigen beachtet. Manchmal sind wir uns alle einig. Es ist niemals vorauszusehen, wie die Betrachter auf die Fotos reagieren. Und ich lerne sehr viel von ihnen. Jeder gibt und jeder nimmt. Genau das macht die Sache für mich so spannend. Und genau deshalb zermartere ich mir jeden Tag den Kopf. Es macht mir Spaß.

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