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Was sehr lange währt, wird irgendwann ganz viel später gut

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Ich freue mich immer, wenn sich ein Richter Zeit nimmt und lieber zwei Mal hinguckt. Doch manchmal ist der Schritt von entspannter Genauigkeit zu nervenzerfetzender Langstieligkeit nur ein kurzer.

Die niederländische Richterin Frau van Veen Keur sollte am Samstag beim Duisburg-Hochdahler Windhundrennverein neben den Whippets auch die Salukis und die Sloughis richten. Die Whippetleute hatten sich also wie gewohnt in den Wartemodus begeben. Doch zum Glück, oder auch nicht, zog man die Whippets vor. Nach unserem Freund Almansors Pathfinder (Vet-BOB) war Danny also der zweite Hund, den Frau van Veen Keur an diesem Tag richtete. Ich hatte mich übrigens über die Einrichtung einer Babyklasse sehr gefreut, da sie den ganz Kleinen die Gelegenheit gibt, Ringluft zu schnuppern, wenn es noch um rein gar nichts geht.

Thalia vom Kleinen Berg, BOB
BOB – Thalia vom Kleinen Berg. Lilly erfüllt jetzt die Bedingungen für den Deutschen Champion für Schönheit und Leistung.

Warten …

Danny lief sehr schön. Das Aufbauen vor dem Richtertisch gestaltete sich ob der vielen Ablenkungen noch schwierig, aber das wird. Da bin ich sicher. Allerdings kann man es einem Welpen und seinem Aussteller auch schwer machen. Jedem erfahrenen Hundemenschen wird klar sein, dass sich die Konzentrationsfähigkeit eines vier Monate alten Rockers nach etwas einer Minute in Wohlgefallen auflöst. Also frage ich mich, ob es dann genau in der Babyklasse nötig ist, Hund wie Aussteller planlos ‚rumhocken zu lassen, um gefühlte fünf Minuten mit dem Ringpersonal eine intensive Diskussion über Kaffee an sich und seine möglichen Zutaten zu führen. Nunja, immerhin ist für Danny ein vvsp 1 herausgesprungen. Da bei den Hündinnen kein Baby gemeldet war, mit direktem Durchmarsch in den Ehrenring.

Danny
BABY BEST IN SHOW für Danny, Enjoy The Silence of Little Goblin. Züchter: Liane Bertlich, Whippets of Little Goblin, hier gestellt von dem Mann mit den goldenen Whippethänden Steven Esposti.

Der FCI peilt beim Richten etwa 12 Hunde pro Stunde an. Pro Hund 5 Minuten. Frau van Veen Keur hat pünktlich um 10:00 Uhr angefangen und war etwa um 16:30 fertig. Sie hat für 54 Hunde 6 1/2 Stunden gebraucht. Durchschnittlich hat sie also jedem Hund 7,2 Periode Minuten gewidmet, bzw. hat 8,3 Periode Hunde in der Stunde gerichtet. Und sie hat nicht eine einzige Pause gemacht.

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Mehr Warten …

Die Tatsache, dass sich das Richten sehr in die Länge zog, hat aber viel weniger für Ärger gesorgt, als Frau van Veen Keurs Art des Messens. Sie schien ihrem Augenmaß so sehr zu vertrauen, dass sie ganz ohne Messgalgen sogar seit vielen Jahren korrekt und ehrlich eingemessene Veteranenrüden als deutlich zu groß und sich eindeutig im Maß befindliche Hündinnen als viel zu groß einstufte.

Lilly
Thalia vom Kleinen Berg, Züchter: Kleineberg/Rottmann, Besitzer: Bettina Thiemann

Dass Mono etwas zu groß ist, weiß ich. Das sg können wir verknusen, obwohl sich sein Bericht eher wie V mit Sternchen liest. Aber manche Leute waren richtig sauer. Man stellt keine Behauptungen auf, ohne sie glaubhaft zu verifizieren, war das Argument. Da ist was dran, finde ich.

Mich freut allerdings besonders, dass Frau van Veen Keur unserer allerbesten Babyfreundin Thalia vom Kleinen Berg das BOB zugesprochen hat. Lilly erfüllt nun die Bedingungen für das Deutsche Championat für Schönheit und Leistung. Das kriegen nur ganz wenige Whippets hin.

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Mono, Conte del Aqua semper-crescendo, in der Offenen Klasse. Foto: Bettina Thiemann

Und noch mehr Warten …

Unter den Augen von Frau Marion Marpe begann das Best In Show dann gegen 17:15. Wegen der langen Wartezeit brodelte hörbar der Unmut. Zwischenzeitlich hatten schon einige Teilnehmer die Nerven verloren und waren nach Hause gefahren. Dannys Konkurrenz war geblieben, aber er gefiel Frau Marpe wohl so gut, dass der erste Pokal in seinem Leben gleich ein großer Pott wurde. Baby Best In Show für den kleine Chaoten, der bis zum Schluß lief wie ein Uhrwerk. Feiner Junge!

Pink
Zwischendurch hatten wir genug Zeit, ein paar Fotos zu machen. Hier Pink, Meisterhaus Charlamar When I First Saw You im Besitz von Steven Esposti

Um meinen Text nicht länger werden zu lassen, als den gestrigen Tag, möchte ich zum Schluss nur noch einen kleinen Wunsch äußern. Wenn sie im Ehrenring mal nicht erfolgreich sind, würde ich mich freuen, wenn manche sehr, sehr erfahrene Züchter/Richter sich einfach einen Ruck geben und einem ganz normalen Austeller wie mir die Hand zur Gratulation reichen. Und wenn es nur aus der gebotenen Höflichkeit ist. Eine solche Geste gäbe nämlich allen anderen ganz normalen Ausstellern das Gefühl, als Teilnehmer einer Show respektiert und geschätzt zu werden.

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

4 Comments

  1. Meike Göbel Reply

    Der Bericht ist schön geschrieben, wie immer 🙂
    Warum ich aber einen Kommentar drunter setzen muss, ist der letzte Satz.
    Es zeigt einfach Respekt zu gratulieren – egal, wer gewonnen hat, einfacher Aussteller oder Züchter….
    Und ich kann es aus eigener Erfahrung sagen, es tut nicht weh jemandem die Hand zu geben und sie bleibt auch sicher dran 🙂

  2. Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Einstieg!
    Das „Schwebefoto“ ist der Hammer, so ein Gangwerk bei einem so jungen Hibbel.
    Das mit dem Gratulieren ist wirklich so eine Sache; das „vergessen“ sowohl Einsteiger wie auch alte Hasen schon mal und das ist schon schade, soll es doch ein Sport sein und da geht es auch um Fairneß.
    LG Michael

    • Ich habe das bestimmt auch schon mal verschwitzt, aber ohne böse Absicht. Generell versuche ich daran zu denken.

      Entspannte Grüße

  3. Wieso erwarten Sie, dass man Ihnen das Gefühl vermitteln sollte als Teilnehmer einer Show geschätzt zu werden? Glauben Sie ernsthaft, dass Sie dort wieder gesehen werden wollen? Ihr Hund hat gewonnen oder gut abgeschnitten. Künftig wird gefragt, ob Sie auch da sind, dann kommen andere nicht… Außer Sie erscheinen nur zum Schießen der begehrten Fotos :-).

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