So sagte neulich jemand zu mir, als sich seine Rottweiler-Mischlingshündin Zähne fletschend aus dem Nichts kommend auf den angeleinten Mr.Clark stürzte und ich wagte, meinen Unmut darüber zu äußern. Die ist nur scheiß dominant.
Der gute Mann musste dann wohl oder übel erfahren, wie dominant ich sein kann, wenn ein Subjekt seiner Sorte versucht, mich über Rudelverhalten zu belehren. Er wurde immer kleiner neben seiner scheiß dominanten 50-Kilo-Brumme, die fortwährend weiter knurrte, ohne auch nur den Hauch einer Konsequenz spüren zu müssen. Ja, tut mir Leid. Das hat die schon oft gemacht. Aha, und warum läuft die vierbeinige Hardcore-Domina dann frei?

Ach, iss doch nix!

Es ist noch nicht lange her, da hätte ich vielleicht verständnisvoller reagiert. Bin ich wirklich verkrampft, wenn es um meine Whippets geht? Nein, ich denke nicht. Ich schätze es nur überhaupt nicht, wenn sie von schlecht erzogenen Kötern angefallen werden. Und ich schätze es noch weniger, wenn ich dann auch noch beschimpft werde, weil ich das nicht klasse finde.
Es gibt so viele nette Hundehalter mit wirklich netten Hunden. Absolut großartig ist die kleine Parson-Jack-Russel-Hündin, die auf den Hauch eines Handzeichens ihres Besitzers vor der Tür des Bäckers wie angewurzelt stehen bleibt und sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt – an einer Hauptverkehrsstraße wohl gemerkt. Das kriege ich mit meinen Jungs nicht hin. Ich habe es ehrlich gesagt auch noch nicht versucht und werde es wohl auch niemals in Betracht ziehen.

Monster-Frida

Beeindruckend!

Die beeindruckendste Erscheinung ist allerdings der nun schon 10 Jahre alte Husky, der uns fast täglich begegnet. Er ist so sehr ein Alpha, wie ein Hund es nur sein kann. Ruhig, absolut gelassen, vollkommen frei von Aggression, aber immer so anwesend, als richte jemand einen Strahler auf ihn. Dieser Hund lässt keinen Zweifel. Mr.Clark liebt ihn seit der ersten Begegnungen. Und das will was heißen. Mono macht sich stets klein wie eine Wanze, wenn er ihn begrüßt. Auch dieser Rüde – wie die kleine Terrier-Hündin – läuft immer ohne Leine. Gehen wir ein Stück zusammen und es kommen uns fremde Hunde entgegen, stellt er sich vor Mono und Mr.Clark quer auf den Weg. Er steht einfach nur da und Artgenossen, die vorher noch angegeben oder gestänkert haben,verstummen und drehen ab. Dieser Husky hat Gänsehautpotenzial.
Angesichts der vielen sehr positiven Kontakte frage ich mich, ob ich mir von ein paar wenigen Idioten die Tagesstimmung versauen lassen muss. Tobsuchtsanfälle könnte ichjedes Mal kriegen, wenn immer der gleiche Nullchecker sich einen Spaßdaraus macht, seinen Bearded-Collie volle Möhre in meine angeleinten Whippets rennen zu lassen. Leinen sie ihre armen Hunde doch ab.Der tut doch nix! Ich muss mich nicht dafür rechtfertigen, dass ich in einem Park, in dem strenger Leinenzwang herrscht und die Kaninchen winkend auf den Wiesen sitzen, meine gequälten Geschöpfe nicht frei laufen lasse. Ich meine auch, dass ich ein und dem selben Mann nicht 10 Mal sagen muss, dass er verdammt nochmal seinen Hund zurück zurufen hat.

Locker bleiben!

Und wieder was gelernt.

Immerhin haben wir endlich dem lieben Tyson eine Lektion erteilt. Sein Besitzer weiß das nicht, denn er war mal wieder nicht dabei, doch er wird bemerken, dass sein Schätzchen uns in Zukunft ausweichen wird. Wir haben ihm kein Haar gekrümmt – nur damit das nicht falsch verstanden wird. Mono hat nur mit ihm gespielt. Monos Art zu spielen ist zwar etwas ruppig, aber für Terrier durchaus überlebbar. Tyson wollte partout nicht verstehen, dass er besser stehen bleibt, als jedes Mal wieder hektisch loszurennen, wenn Mono ihn von den Beinen geholt hatte. Nachdem er etwa fünf bis sechs Mal über die Wiese und den Schotterweg gekullert war, tat er mir dann doch ein bisschen Leid und ich brach die Lektion ab. Soweit die Beinchen tragen – Tyson war wohl nie schneller wieder zu Hause.
Die Jungs haben viel Freilauf und sehr viele Hundebegegnungen. Ich werde nicht gleich hysterisch, wenn ein Schäferhund und die Ecke kommt, aber ich beobachte genau. In den seltensten Fällen muss ich eingreifen, denn Mono und Mr.Clark wissen, wie sie sich zu verhalten haben. Ärger gibt es immer nur dann, wenn die Halter die Körpersprache ihrer eigenen Hunde nicht deuten können oder es ihnen gar völlig egal ist, was ihre Lieblinge anzetteln. Ich bin ja versichert! kommt dann oft oder Ihre sind ja schnell genug, um wegzulaufen.
Ich brauche keine Löcher in meinen Hunden, weil der süße Aussie auch so gerne mal hetzen will, egal ob sein Besitzer versichert ist oder nicht. In diesen Momenten kann es dann durchaus sein, dass ich zur Spaßbremse werde. Und wenn man mich verkrampft nennt, weil ich verhindern möchte, dass zwei durchgeknallte Boxer klein Mono mobben, dann kann ich sehr gut damit leben.