Fast täglich

Die 18-Grad-Hunde

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Gestern um die Mittagszeit flimmerte das Ruhrgebiet unter rund 31 Grad. Siesta. Zu der waren wir mehr oder weniger eilig unterwegs, als uns eine Frau auf einem Fahrrad passierte. Mit hängender Zunge versuchte ein keiner Pudel wacker hinterher zu kommen.

Mono und Mr.Clark schnüffelten im Schatten eines Busches. „Da hätten ihre doch bestimmt auch Spaß dran!“, rief die Frau und hielt kurz an. Sie tat so, als sei sie die Heilsbringerin, der sprudelnde Quell aller guten Ideen, während der Pudel dankbar auf die kühle Wiese sank. „Klar! Aber nicht bei den Temperaturen“, antwortete ich knapp und drehte bei. Mono und Mr.Clark verließen nur ungern den Schatten. „Wieso?“ Ich hatte keine Lust zu diskutieren. „Weil es zu warm ist.“ „Ich finde es schön!“ Sie ruderte mit den Armen, der Pudel pumpte.

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Heiß

Mono und Mr.Clark eierten lustlos hinter mir her. Auf dem Weg nutzten sie jeden Fitzel Schatten. Sie sind eben meine 18-Grad-Hunde. Zumindest habe ich den Eindruck, dass das ihre Wohlfühltemperatur ist. Müsste ich eine Spanne anlegen, dann läge sie zwischen 12 und 22 Grad. Darunter ist zum Rumstehen sehr unbeliebt, aber dem Bewegungsbedürfnis grundsätzlich sehr förderlich. Darunter mit Regen ist ganz schlecht und grenzt in ihren Augen an Körperverletzung. Darüber mit Regen ist gewöhnungsbedürftig aber keine Katastrophe. Ab 28 Grad geht gar nichts mehr. Sehr vernünftig!

„Aber die finden das doch bestimmt toll. Die kommen doch aus dem Süden!“ Die Fahrrad-Pudel-Dame wollte nicht aufgeben. „Nein, die kommen aus dem Ruhrgebiet.“ Das verstand sie nun gar nicht:“Das sind doch Spanier.“ „Nein, das sind keine Spanier. Der eine ist genetisch ein Brite und der andere hätte theoretisch einen US-amerikanischen, einen belgischen und einen französischen Pass. Ach, und eine deutsche Geburtsurkunde!“ Ihr Faden war gerissen. Das sah man ganz deutlich in ihren Augen. Dann wurde sie schnippisch:“Mein Henry ist vom Züchter!“

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

14 Comments

  1. Ich glaub, ich muss echt umziehen! Solche amüsanten – oder sagen wir besser lachhaften – Begebenheiten hab ich definitiv nicht zu bieten 😉

    Ich denke aber mal, das liegt an der Einwohnerdichte. Da ist die Wahrscheinlichkeit auf Deppen zu treffen einfach höher als im Eifel-Nirwana 😉

    Meine Jungs spielen sogar bis 24/25° ganz gut mit und haben noch Lust, Gas zu geben. Dann ist aber auch Schluss. Und das bei mir ganz sicher auch!

    • Klar! In einem Ballungsraum trifft man eben „geballt“ auf ebenso viele nette Leute wie Hirnis. Außerdem war ich schon immer sehr kommunikativ. Genug Menschen gehen einfach weiter und lassen sich nie auf Gespräche ein. Ich hingegen bin ja immer auf der Suche nach einer Geschichte. 😉 Obwohl – gestern war ich richtig genervt und wollte nur nach Hause.

      Entspannte Grüße

  2. Deine Wohlfühltemperaturangabe bestägtigt sich exakt mit meinen Erfahrungen
    bzgl. Isabelles Aktivität und auch die Corgis schlappen mehr oder weniger lustlos
    ab ca. 22 Grad durch die Gegend.
    Nur das Faye, das Mono-Töchterlein, scheint nahezu immun zu sein und hechtet durch die Gegend. Um sich nicht zu blamieren versucht Callum Schritt zu halten
    aber Corina und Isabelle ist das recht wurscht.
    Dann wird der Nachmittag verschlafen und gegen Abend geht es dann los.
    Welche Überraschung, Faye`s Lieblingsspielzeug im Garte ist ein Ball am Tau.:)))
    Dabei denke ich immer an deine Fotos.
    LG
    Michael

  3. Julia Meinhard Reply

    SCHMUNZEL….

    Meine Jungs muss ich momentan morgens um 8.00 Uhr schon hinter mir her ziehen 🙁

    Definitiv nicht ihre Temperatur. Denke auch so 18-20 º wäre was für meine

  4. Hunde am Fahrrad bei 31° Grad ist Tierquälerei! Einer meiner Hunde (Spanier) hat aufgrund von Hitze einen epiläptischen Anfall gehabt, seitdem kommt er zwischen 10 und 17 Uhr nicht mehr raus, das Haus bleibt dunkel und spät abends werden sie wieder munter und es kann an die körperlichen Aktivitäten gehen …..daran gewöhnen sie sich und es ist für alle entspannter

  5. Ich kann diese Wohlfühltemperaturen für meinen 4-KG-Pinschermix auch bestätigen. So ab 25 Grad und Sonne, wird er „ruhiger“. Und bei starkem Regen tritt er auch mal die Bremse und bleibt unter dem Vordach am Hauseingang stehen. Die Spaziergänge dauern dann nur an, um das Nötigsten zu erledigen.

    Im Winter wird es so ab -6 Grad unangenehm für ihn. Aber auch vorher bekommt er da schon einen Wintermantel an, da er keine Unterwolle hat und am Bauch recht kahl ist.

    Einen Hund bei 31 Grad am Fahrrad zum Rennen zu zwingen ist Quälerei für das Tier und zudem Gefährlich für die Gesundheit.

  6. hahaha, vielleicht sollte ich mir auch mehr humor gönnen und die dialoge dann in mein blog schreiben …

    kürzlich wurde meine ältere iw-hündin für einen wolf gehalten. also für einen echten, (nicht für das, was manche iw-leute blöderweise verzapfen …) als ich antwortete, dass das schon ein hund sei, kam als antwort, ja, wegen der farbe hätte er es im ersten moment gedacht, aber jetzt, wo er den kopf sehe, wäre eh klar, dass es kein wolf sei. auf die frage nach der rasse hab ich dann sicherheitshalber „irischer windhund“ geantwortet … 😉

  7. Diese Wohlfühltemperaturen sind sowohl auf meine Hunde als auch auf mich 100% übertragbar 😉
    Bei uns gibt’s leider auch so Deppen, grad eben wieder erfahren müssen:
    Ich sitz mit Whippet im Tierarzt-Wartezimmer, da kommt ein Notfall rein. Eine Frau stürzte in die Praxis, ihr 15-jähriger!! Schäferhundmix sei beim Gassigehen zusammengebrochen (es war grad 16 Uhr, über 30℃ draußen). Da kann man wirklich nur den Kopf über soviel Dummheit schütteln…

    LG Teresa

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