Fast täglich

Bauchspeck zu Mittag

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Entweder schlägt das Wetter den Leuten auf die Birne, oder hier sind tatsächlich so viele mental derangierte Individuen auf unbewachtem Freigang unterwegs. Aber ein Temperatursturz von 20 auf 9 Grad ist auch nicht so leicht zu verkraften. Vielleicht fällt dann manchem das Blut in die Füße, so dass die Hirnzellen nach Sauerstoff japsen müssen.

Ich war schon froh, dass ich Mono und Mr.Clark überhaupt überzeugen konnte, vor die Tür zu gehen. Denn trotz Mäntelchen hatten sie bereits heute morgen beschlossen, dass das, was da draußen wütete, ganz sicher nicht ihr Wetter ist. Heute Mittag musste ich dann mehrfach mit den Mänteln winken, bis die Herren sich bequemten ihr weiches, warmes Deckchen zu verlassen.

Mit äußerst angefressenen Mienen drückten sie sich also an den Hauswänden entlang. Vor uns trug eine ältere Dame geduckt ihre Einkäufe nach Hause. Sie galt es nun zu überholen. Dazu mussten die Jungs allerdings ihren Windschutz verlassen und einen Bogen laufen. Mono bockte wie ein Eselchen, Mr.Clark gab sich wie immer mit leiderfülltem Blick seinem Schicksal hin. Als wir die Frau passiert hatten, keifte sie mir in den Nacken:“ Sie! Sie können mich nicht täuschen!“

Zum Weglaufen!

„Sprechen Sie mit mir?“ fragte ich, ohne meine Verwunderung verbergen zu können. „Jaaaa, mit Ihnen spreche ich. Ich kenne Sie!“ „So, tun Sie das?“, antwortete ich patzig. Der Ton dieser merkwürdigen Frau gefiel mir gar nicht. „Sie täuschen mich nicht!“ „Das sagten Sie bereits!“ Ich wollte weitergehen. „Ich weiß, was Sie vorhaben. Sie ziehen ihren Hunden diese Jacken an, damit man nicht sehen kann, wie dünn sie sind! Aber ich sehe Sie fast jeden Tag. Ich weiß, wie sie drunter aussehen!“

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„Was?“ Ich musste laut lachen. „Darf ich Ihnen eine ernst gemeinte Frage stellen? Haben Sie noch alle Latten gerade?“ Die Frau guckte mich verwirrt an:“Wie meinen Sie das denn?“ Hätte ich eine Tischplatte zur Hand gehabt, dann hätte ich kräftig hinein gebissen. „Ich meine das so, wie ich das sage. Haben Sie noch alle Latten gerade?“ Sie hob ihren Zeigefinger:“Ich beobachte Sie. Ich habe Sie im Auge.“ „Ok!“ sagte ich lachend und ging weiter.

Später erinnerte ich mich an dieses verbissene Gesicht. Sie hatte mich irgendwann im letzten Jahr im Park gestellt und mir eine Anzeige wegen Tierquälerei angedroht. Angesichts der Azawakh-Hündin aus der Nachbarschaft, muss sie wohl einen Veitstanz veranstaltet haben. Ich wette, bei ihr gab es Bauchspeck zu Mittag, aber ganz sicher keine Rippchen.

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

3 Comments

  1. Wo um alles in der Welt wohnst du?:)))))
    Du triffst ja echt auf die härtesten Figuren, bei solchen Leuten ist ja wirklich
    alles vergebens.
    Von wegen kurzharige Hunde, kalt und naß, Mäntelchen für die Strecke bis
    sie frei laufen können und sich dadurch auf Temperatur bringen.
    Bei der Häufigkeit solcher Begegnungen würde ich mir mal ein Diktiergerät
    einstecken um das im O-Ton zu verewigen.
    Bin ja auch schon gefragt warum die Dünne so aussieht, die Kleinen sehen ja wohlgenährt aus.
    Je nach Tagesverfassung oder Symphatie rutscht mir schon mal raus, dass es
    nicht für alle reicht und wenn ich dann noch selber so fett bin…………
    Karla, mach dir nichts draus. Nehme es auf in die Hitliste der Beklopptensprüche
    und sortiere es im Ranking weiter oben ein.
    LG
    Michael

  2. Ich mach mir ja gar nichts daraus. Diese Frau fällt hier wohl immer wieder auf. Batumi, die Azawakh-Hündin, ist noch nicht einmal in Show-Kondition, das heißt im Grunde ist sie zu dick. Ihr Besitzer ist da sehr realistisch.

    Entspannte Grüße

  3. Du könntest ja bald einen Leitfaden für künftige Windhundbesitzer herausbringen
    wo sich die Leute die bisherigen Kommentare durchlesen und sich selber fragen können ob sie zu solchen Diskussionen bereit sind.
    DIESE Dame hatte ja einen ganz besonderen Charme………
    LG
    Michael

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