Fast täglich

Unterm Galgen

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Aus aktuellem Anlass geht es wieder um ein leidiges Thema. In ihrer Whippet-Wikipedia ist Patricia George nochmals auf die sogenannte Übergröße eingegangen und hat die wohl einzig richtige Position bezogen. Auf Facebook wird seit heute nachmittag zu diesem Beitrag angeregt diskutiert.
Denn die bösen Amis sind es wirklich nicht. Aktuell gibt es – neben anderen – zwei Beispiele, die zeigen, dass aus den USA importierte Hunde nicht zwangsläufig den allseits gefürchteten Riesenwuchs mitbringen.
Zum einen ist da Oban, Sunbeam Highlander of Starline, im Besitz von Katja ter Beek, Delirious Whippets. Sowohl in den Niederladen und Belgien, als auch in Deutschland wurde er sehr, sehr erfolgreich in der Jugendklasse ausgestellt. Auf der CACIB in Rheinberg war er im direkten Vergleich näher an den magischen 51 cm, als so mancher in Deutschland gezogener Rüde, der dort gezeigt wurde.
Eve, Karasar‘s Jaama Quiddity, ist im Besitz von Sandra und Arnd Biesenbach, semper-crescendo Whippets. Ihre Größe entspricht absolut dem europäischen Standard. Sie kommt aus einer rund 40 Jahre alten Zuchtstätte, aus der (nach AKC) immer eher kleine Whippets hervorgingen, von ihr ist also nicht zu erwarten, dass die groß vererbt.

47 US-amerikanische Zentimeter – Karasar’s Jaama Quiddity, breeder: Kerrie Kuper/Mary Alderman, owner: Sandra Biesenbach

Angesichts dieser Beispiele sollten jene, die meinen, dass die Amerikanisierung der europäischen Whippets, die Wurzel allen Übels ist, ins Nachdenken kommen. Denn verantwortungsvollen Züchtern ist es durchaus zuzutrauen, dass sie mit sehr viel Bedacht und Sorgfalt, die Whippets aussuchen, die sie in Zukunft in ihre Zucht nehmen werden – gerade weil sie in letzter Konsequenz am europäischen Standard gemessen werden.
Und jene, die die Überschreitung des Standardmaßes vehement verteufeln, erwischt man plötzlich und unerwartete auf heuchlerischen Pfaden. Da ist z.B. ein Rüde, der uns oft auf unseren Spaziergängen begegnet. Er ist groß, nicht übermäßig, aber für das geschulte Auge groß. Er hat tolle Proportionen, einen wunderschönen Ausdruck, ist schön gewinkelt und insgesamt wirklich chick. Die Besitzerin sagte, sie dürfte ihn unter keinen Umständen ausstellen, da die Züchter nicht wünschten, dass ein übergroßer Whippet mit ihrem Kennel in Verbindung gebracht würde. Schade eigentlich!
Wo liegt aber genau das Problem? Ausreißer gibt es immer, ob nach oben oder nach unten. Muss man die nun verstecken? Natürlich sind nicht alle championtauglich, aber einen wirklich guten Hund auf das Sofa zu verbannen, nur weil er einen Zentimeter zu viel unter den Galgen bringt, hat fast hysterische Züge.
Der Messgalgen ansich und seine Aussagekraft im Besonderen sind eine weitere heiße Dikussion wert. Darüber demnächst mehr.

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

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