Fast täglich

Und Leichen pflastern seinen Weg …

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So oder so ähnlich heißt doch der berühmte Western mit Jean-Luis Trintignant und Klaus Kinski? Gleiches könnte ich über Mono sagen, auch wenn ich ihn niemals mit dem verrückten Loco gleich setzen würde.

Mono hat zwar schon Dynastien von Mäusen auf dem Gewissen, einige Maulwürfe und auch ein paar Eidechsen. Seine Bestimmung ist nunmal die Jagd. Dennoch ist er ein besonders freundlicher und sanfter Whippetgeselle und hat rein gar nichts mit dem Filmbösewicht zu schaffen.

Die späte Rache

Ich erinnere mich noch genau an den Tag, als Mr.Clark seine Nase in ein Gebüsch steckte und eine Sekunde später wie gestochen zurückschreckte. Seiner langen Nase folgte eine etwas dackelgroße Ratte. Sie schoss vor und versuchte ihn anzugreifen. Mr.Clark wurde panisch und ich, vom Ekel geschüttelt, versuchte sie mit dem rechten Stiefel abzuwehren. Die Vorstellung, eine Ratte könnte sich in einem meiner Hunde verbeissen, war unerträglich. Ratten sind nicht doof. Sie kapierte schnell, dass sie sich der Übermacht geschlagen geben musste und verschwand in ihrem dunklen Gesträuch. Ich packte die Hunde und flüchtete. Nicht dass das Vieh noch seine Verwandtschaft ‚ranpfeift!

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Und Leichen pflastern seinen Weg,
Wir sind Whippets!

Mono war und ist weniger zimperlich. Mit einer blitzartigen Bewegung fischte er heute Morgen nur zwei Büsche neben dem besagten eine fast ebenso fette Ratte aus dem Laub. Sie schrie wie am Spieß. Ich glaube ich auch. Ein kurzer Schüttler und es war Ruhe. Mono schaute sie kurz an und ließ sie dann liegen. Eine späte Rache für seinen verstorbenen Kumpel? Vielleicht.

Was ich nicht lese, ist nicht da! 

Jetzt bin ich gespannt, wer hier Amnesty schreit. Wer lehnt sich jetzt für eine dicke fette Ratte aus dem Fenster? Eine richtig fette Wanderratte, die ganz viele dicke, fette Verwandte hat, die sich alle von dem Brot und dem Müll ernähren, den dumpfbackige Parkgänger Enten, Gänsen und auch Tauben auf die Wege werfen.

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Wenn es einer Taube an den Kragen geht, dann ist ja offenbar Holland in Not. Nicht einer gepflegten, glänzenden, wohlgenährten Brieftaube, sondern einer hinfälligen, von ganzen Parasitenvölkern besiedelten, mit verkrüppelten Füßen nach toten Brötchen suchenden Stadttaube, die ihrerseits an vielen Orten als Schädling gilt. Dann schadet ein Jagdhund, der jagt dem Ruf seiner Rasse? Das tut weh! Oder darf man einfach nicht darüber sprechen. Ganz nach dem alten Prinzip, was ich nicht sehe, ist auch nicht da?

Und Leichen pflastern seinen Weg
Wir sind Jäger!

Wo ist die Grenze? Was ist noch Schädling und bäh und was ist niedliches Kleintier, das der böse Hund nicht fangen darf? Die Definition hätte ich gern. Natürlich ist die Hetzjagd auf lebendes Wild in Deutschland verboten. Ein Windhund, der Hasen und Kaninchen hetzt, der wildert. Sein Besitzer macht sich strafbar. Doch den Windhunden wohnt das Jagen inne. Selbst wenn wir es nach Kräften versuchen zu verhindern und ihnen genug Ersatz bieten, sind und bleiben sie Jäger. Aber das lässt man ja gerne mal unter den Tisch fallen. Dann passt es auch wieder mit der Verkaufsquote.

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

3 Comments

  1. Das unterschreibe ich zu 100%.
    Viele Züchter verschweigen diesen Fakt auch sehr gerne oder behaupten: in meinem Zwinger nicht!
    Das macht mir Angst unst ist natürlich absoluter Blödsinn. Familien holen sich dann einen Whippet als super Familienhund zu sich nach Hause und sind dann plötzlich überrascht, was für Seiten die anscheinend ruhige Samtpfote entwickelt. Es wird allgemein viel zu viel von den Züchtern verschwiegen. Ein bisschen mehr Ehrlichkeit, wäre im Sinne von uns allen.
    Whippets sind Jagdhunde und werden es auch immer sein.

    Greetings & Whippet Love
    Ines

  2. Mono macht seiner Tante alle Ehre. Judy ist wohl die sanfteste Whippethündin die ich kenne. Beim Jagen im Park kennt sie jedoch kein Pardon. Auf der Jagd nachTauben, Hasen und v.a. die grossen Wühlmäuse ist sie als Spezialistin sehr erfolgreich. Die Wühlmäuse und auch die Tauben werden total aufgefressen. Niemand schreit bei uns auf. Judy ist ein echter Windhund und jagt auf unserem Park-Areal. Ausserhalb habe ich sie unter Kontrolle. Natürlich tun mir die schönen Türkentauben leid, doch ich lebe damit. Einzig das viele Entwurmen stört uns.

  3. Mein Terrier und mein Whippet jagen und fressen Mäuse. So what?! Der Whippet interessiert sich für Tauben, hat aber noch keine erwischt, da ich ihn in der Stadt an der Leine halte. Was genau sollen Züchter erklären? Darf man von Interessenten nicht erwarten, dass sie a) selbst Fragen stellen und b) zugängliche Informationensquellen nutzen? Unter dem Begriff „Jagen“ kann sich der heutige durchschnittliche Gutmensch ohnehin nichts vorstellen und erst recht nicht im Zusammenhang mit den süßen Whippetwelpen oder einem Dackelwelpen. Liegen die Meerschweinchen oder Hauskaninchen erstmal gemeuchelt in der Garage, weil eine Tür nur angelehnt wurde oder die Käfigtür ausgehebelt wurde, dann ist das Gejammer groß. Darauf können Züchter hinweisen, es würde aber in den meisten Fällen überhört werden. Ebenso der Hinweis auf die Findigkeit, Ausdauer und Geduld der Jagdhunde wie Whippet, Dackel und Terrier, wird gerne unterschätzt. Auch Züchter können keine Intelligenz in die Hirne verliebter Welpenkäufer pressen.
    LG Steffi

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