Ausprobiert

Test: Rohr mit Signalwirkung – Das Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM

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Grau – Groß – Profi. Dieser Dreiklang sitzt offenbar fest im Unterbewusstsein der Allgemeinheit. Ob man nun Profi ist oder nicht, spielt erstmal keine Rolle. Kenner identifizieren die Rohre aus dem Augenwinkel, Laien staunen und raunen. Die großen Canon L-Objektive flößen allein durch ihre Erscheinung Respekt ein. So etwas nennt man wohl eine erfolgreiche Imagebildung.

Was da mit rund zweieinhalb Kilo locker um die Hüfte baumelt, kann nur teuer sein, denkt sich der Neugierige und liegt nicht ganz falsch. Denn für das Geld kauft sich der Durchschnittsstudent zwei kleine Gebrauchtwagen und könnte locker noch einen dritten plattfahren. Aber das High End an sich war noch nie zum Schnäppchenpreis zu haben.

Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM
Das Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM kostet im Handel rund 6.700 Euro. Es kommt in einem abschließbaren Hartschalenkoffer mit einer großen Sonnenblende, einer Schutzabdeckung und einem praktischen Tragegurt.

Beeindruckende Außenwirkung

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Die enorme Außenwirkung des 300ers verblüffte mich Anfang Oktober auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn, wo eine Charity-Veranstaltung des FC Schalke 04 stattfand. Im Rahmen einer ganztägigen Rennveranstaltung sammelten die Schalker Fußballprofis Spenden für ihr Projekt Schalke hilft!. Ich hatte mich spontan entschieden, kurz ‚rüber zu fahren und die Festbrennweite an der Bahn zu testen. Dort hatte ich zuvor schon mit dem 28-300er fotografiert, hoffte also auf ein paar schöne Vergleichsfotos. Ich war weder akkreditiert, noch sonst irgendwie angemeldet.

Kevin-Prince Boateng
Schalker Profi Kevin-Prince Boateng: Mit Bildstabilisator Stufe 1, 1/250 sek, ISO 400, Blende f/2,8. Der Mindestabstand ist zwischen 2 und 6 Metern wählbar.

Am VIP-Bereich standen hunderte von Fans nach Autogrammen Schlange. Ich postierte mich in einem dem Objektiv angemessenen Abstand und versuchte ein paar Portraits der komplett angetretenen Profikicker machen. Plötzlich packte mich von rechts eine Pranke am Arm, zog mich aus der Menge und schubste mich in den Hochsicherheitstrack fast auf den Schoß von Kevin-Prince Boateng. Der Baum von Bodyguard grinste mich an und war sicher, mir einen großen Gefallen getan zu haben: Ich kenn‘ euch Leute von der Presse doch. Geh mal und mach ganz in Ruhe deine Fotos. Du musst doch nicht da draußen stehen!

Traber
Traber in Vorbereitung auf sein Rennen. Die extreme Schärfe und die fantastische Farbwiedergabe einer Festbrennweite macht süchtig.

Wir teilen das Rote Meer

Ich kam mir mit dem riesigen Rohr etwas albern vor, habe aber dann darauf verzichtet, ihm die mannigfaltigen Gründe darzulegen, warum ich nicht dort, sondern ganz woanders sein wollte. Mit den 300 Millimetern fester Brennweite konnte ich Auge in Auge mit den Stars nun wirklich gar nichts anfangen, blieb also nur ein paar Minuten artig stehen und trollte mich dann wieder. Aber von diesem Moment an standen mir alle Türen offen und ich konnte mich frei durch alle Absperrungen bewegen. Mit einem kleinen unscheinbaren, aber für Portraits dort viel besser geeigneten Zoom wäre mir das wohl nicht passiert. Ob das 300er wohl auch das Rote Meer teilen kann?

Rennen auf der Trabrennbahn Gelsenkirchen: 1/160 sek., ISO 100, Blende f/7,0.

360 Grad Euphorie

So läuft das am Nürburgring natürlich nicht. Dort muss man erst unterschreiben, dass man einigermaßen klar im Kopf ist, für eine renommierte Publikation arbeitet und später keine Ansprüche an den Streckenbetreiber oder Veranstalter stellt, sollte einer der Rennwagen mit Tempo 220 Kamera nebst Mensch abräumen. Man steht dort schließlich direkt hinter den Leitplanken bzw. Reifenstapeln.

Auch dort hatte ich im Sommer mit dem 28-300er Zoom fotografiert und suchte ganz bewusst die gleichen Punkte auf. Doch genau an denen waren 300 Millimeter zu lang. Nahaufnahmen bei voller Fahrt können zwar sehr toll sein, doch hin und wieder braucht man auch mal ein ganzes Auto. Ich suchte mir also neue Punkte. Und dann fotografierte ich mich fast in einen Rausch. Denn inmitten der Mercedes-Arena konnte ich 360 Grad um mich herum Bilder machen, sogar über einzelne Streckenabschnitte hinweg. Das ist schon ziemlich genial und tatsächlich nur mit einem langen, lichtstarken und sehr schnellen Objektiv zu machen.

Ein Supersportler

Was das Canon EF 300mm 1:2,8L IS II USM beim Windhundrennen und an der Trabrennbahn schon gezeigt hat, konnte es am Ring nun amtlich bestätigen. Dieses Objektiv ist ein Supersportler. Es fängt brutalste Action gestochen, fast dreidimensional scharf ein, kann aber auch die ganz leisen, feinen Töne. Genau wie der rote Osella (Bild Nr.7 in der Galerie), der mir aus der Sonne entgegengedonnert kommt, ist diese Festbrennweite nicht für den normalen Straßenverkehr geschaffen. Sie ist eine virtuose Spezialistin, die an die Rennstrecken und in die Stadien dieser Welt gehört. Ich persönlich fühle mich mit diesem Objektiv, als hätte Canon es ganz allein für mich entworfen und gebaut. Besser geht es einfach nicht.

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

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