Fast täglich

Manche sind gleicher als andere

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Wie kann man so blöd sein, dachte ich. Wie kann man sich öffentlich so mit Anlauf ins Knie schießen, dachte ich. Der weiß doch wie die Szene tickt. Selber immer an vorderster Front, wenn es darum geht, mit dem Finger auf schlechte Hundehaltung zu zeigen. Da hinten irgendwo im Osten sind die aber auch schlimm! Und in China erst.

Da wird immer kräftig draufgehauen, wenn Whippets in nackten Drahtkäfigen hocken müssen oder in dunklen Ecken verdrecken. Die auf teils grauselige Fotos folgenden Petitionen, Kampagnen und in hektischen Aktionismus gegründeten Facebook-Gruppen kennen wir alle. Viele beteiligen sich mit ehrlicher Empörung, andere machen nur mit, weil sie meinen, dass das sein muss. Ganz schnell Distanz schaffen – wir tun so etwas nicht! Der Gedanke zwingt sich zumindest auf. Außerdem, wer lässt sich schon gerne den Tag von fiesen Fotos vermiesen.

Wer zu diesen Anlässen seine Klappe aufreißt, sollte möglichst vermeiden, sich bei ähnlichen Praktiken erwischen zu lassen. Und das schon gar nicht, wenn er sich den endless glamour auf die Fahnen schreibt. Wer den Louis Vuitton Koffersatz im Facebook-Profilfoto hat, wer sein immer schickes Image mit immer schicken Hunden in immer schickem Ambiente pflegt, der sollte das konsequent tun oder ganz lassen.

Manche sind gleicher als andere

Denn irgendwie stimmt das Bild nicht mehr, wenn er stolz seinen aktuellen Wurf ankündigt und dabei eine Hündin mit neugeborenen Welpen in einer nackten Plastikwanne präsentiert. Keine Decke, keine Kissen, nichts. Kaltes Plastik? Hat Louis für seine Täschchen so hingelangt, dass es nicht mehr für eine weiche Unterlage reicht? Oder ist es wichtiger den eigenen Hintern brokatzupolstern?

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Am erstaunlichsten ist allerdings die Tatsache, dass im Falle dieses recht bekannten italienischen Züchters keiner der üblichen Verdächtigen auch nur ein Wort verliert. Alles in Butter! Lediglich eine Stimme aus dem Osten und eine aus dem USA fragen mal zart nach, ob das denn so ok sei. Die aus dem Osten kriegt sofort Schlamm um die Ohren geworfen, auf die aus den USA wird gar nicht reagiert.

Hündin und Welpen gehen an dem Plastik nicht zu Grunde, aber die Außenwirkung ist einfach grottenschlecht. Angesichts dieses Fotos muss ich mich fragen, wie dieser Mensch seine Hunde sonst so hält. Glamour? Ne, eher Hinterhof! Die mit ihm verbandelte Züchtergruppe scheint das nicht weiter zu tangieren. Dabei sind sie doch sonst so aktiv und schon bei Kleinigkeiten auf der Palme, um die allgemeine Züchterehre zu schützen. Nun ja, aber wenn es ums Geschäft geht, dann lässt man seinem Partner gerne mal was durchgehen. Oder? Was der komische Chinese in Honkong macht ist böse. Was der Züchter in Polen oder sonst wo macht ist auch böse, aber mit denen macht man – Himmel –  ja auch keine Geschäfte. Der schicke Kollege mitten in Italien? Bei dem ist das ganz was anderes! Die Plastikwanne ist zwar hart, aber bestimmt steht Dior ‚drauf. Gell?

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

3 Comments

  1. Liebe Karla

    Ich finde, du hast das super geschrieben und aufgegriffen.
    Manchmal ist es schon erstaunlich anhand gewissen Kommentare von gewissen Leuten; und wenn mann dann eben selber genauer hinschaut, welche parallellen zu erkennen sind.
    Traurig in der heutigen Welt.

  2. Liebe Karla,
    jetzt wollte ich Dir doch glatt eine Medaille für diese tolle Überschrift zusenden.
    Habe dann jedoch festgestellt, dass sie nicht von Dir, sondern von George Orwell stammt.
    Trotzdem: GUT ZITIERT!!!
    Vielen Dank mal wieder für diesen Post (auch wenn er traurig stimmt).

    Greetings & Whippet Love Forever
    Ines

    P.S. Bitte lösche meinen ersten Post (falsche Website-Adresse!)

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