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Lange Nasen, lange Beine – Was passt wie in den Defender?

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Der Kult bzw. die Kultur sind eine, die Hundetauglichkeit die andere Seite. Das gilt sowohl für den Land Rover Defender, als auch für die Ziele, die wir mit ihm be- bzw. erfahren haben.

Über Toms und meine #LandMark2015 Tour auf ein paar Halden im Ruhrgebiet habe ich ja bereits in epischer Breite berichtet. Aber wie steht es mit dem Land Rover Defender und seiner Hundetauglichkeit? Was nützt dem Windhundbesitzer die schönste Halde mit der weitesten Aussicht, wenn seine Flitzpiepen dort an der Leine hinaufdümpeln müssen?

Betrachten wir die Tour also mal nicht aus der kultig-schönen, sondern aus der praktisch-nützlichen Perspektive und fangen in diesem Kapitel bei dem Auto an. Hierbei spreche ich natürlich nicht die eingefleischten Offroader an, die mit dem Defender auf Safari gehen, oder sich durch den Dschungel wühlen wollen. Denen muss gerade ich ganz sicher nichts erzählen. Ich meine den durchschnittlichen Stadt- bzw. Stadtrandmenschen, der sich mit diesem Auto vielleicht schon immer einen Traum erfüllen wollte.

Der britische Ruf

Schlicht Auto darf ich den Defender ohnehin gar nicht nennen. Das würde ihm nicht gerecht. Er ist ein spezielles Gefährt für spezielle Menschen. Ich kenne ein paar, die nie im ihrem Leben ein anderes Auto fahren würden. Obwohl er diesen „britischen“ Ruf hat. Hecktür auf, zwei Greyhounds rein, Hecktür zu. Oder so.

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Für uns war die Unterbringung zweier Whippets allerdings nicht ganz so einfach. Denn erstens gehörte uns der Wagen nicht, wir durften also nichts ausbauen. Und zweitens wollten wir seinen schwarzen Teppich nicht unnötig mit spitzen, weißen Whippethaaren verseuchen. Ich muss hier wohl keinem Leser erklären, was für eine Pest die sein können. Eine spezielle Situation also, die aber durchaus auch im Alltag vorkommen kann. Nicht jeder Besitzer kann schließlich mit der Vorstellung leben, dass sein Traumstück schon zwei Wochen nach Kauf aussieht wie ein rollendes Hundeasyl, in dem seit drei Jahren nicht mehr gefegt geschweige denn aufgeräumt wurde. (Auf meinen Combo trifft diese Beschreibung übrigens zu hundert Prozent zu. Und ja, ich schäme mich ein bisschen dafür.) 

Maßband contra Whippethaare

Wir haben also ein Maßband eingepackt und sind mit dem Defender zu einem örtlichen Händler gefahren, um eine Flugbox zu kaufen. Die können wir ohnehin immer gebrauchen, dachte ich. Im Heck des Defenders auf den Radkästen gibt es die beiden berühmten Klapp- bzw. Notsitze. Zwischen den Halterungen der Sitze sind genau 60 Zentimeter Platz. Gehörte er uns, so stellten wir sofort fest, würden wir die Sitze ausbauen und ein Gitter hinter die Rückbank montieren.

Wir fanden dann tatsächlich eine Box, die exakt zwischen die Sitzhalterungen passt. Mein Augenmaß sagte mir, dass sie für zwei Whippet Rüden etwas zu kuschelig werden könnte. Und meine Vermutung bestätigte sich prompt in dem Moment, als ich Mono hineinverfrachtete. Voll! Ach kommt, ihr versteht euch gut. Danny passt auch noch rein. Das Streifentier musste ich allerdings ein bisschen stopfen.

Mit zwei kleineren Hunden, die sich gut verstehen, ist das für kurze Touren kein Problem. Eine längere Reise in dieser Box geht mit zwei Whippets definitiv nicht. Besitzer von großen Hunden müssen also auf jeden Fall die hinteren Sitze ausbauen und sich eine Doppelstocklösung überlegen. Denn die hohen Radhäuser sind ja auch noch da.

Zwei Doggen und zehn Säcke Zement?

Ines, die gerade ungeduldig auf ihren neuen Defender wartet, schrieb, dass sie ihre Whippets auf die Rückbank packen will. Das ist natürlich auch eine Lösung, fällt aber für Familien mit Hunden und Kindern aus. Denn die Kids wollen ja auch noch irgendwo sitzen. Obwohl, wenn ich recht überlege, ist auf der Rückbank für zwei Whippets und ein Kind Platz. Dann ist hinten freie Bahn für Gepäck, den Großeinkauf oder wahlweise zehn Säcke Zement. Mit Doggen wird das allerdings diffizil.

Wie immer gilt es abzuwägen. Denn der Defender ist in meinen Augen kein Mädchenauto. Ihn zu fahren ist zwar puppeneinfach, aber sehr archaisch. Mir macht das nichts, denn in einem alten Mini zu sitzen ist in etwa das Gleiche in ganz klein. Von der Sitzheizung, über elektrische Fensterheber und einer Freisprecheinrichtung bis zur Klimaanlage ist alles da. Der unkaputtbare 122 PS 2,2 Liter Diesel ist mit etwa 10 Litern auf 100 Kilometer vergleichsweise sparsam. Laut Land Rover fährt der Defender maximal 145 km/h. Einen Geschwindigkeitsrausch gibt es also woanders. Am anderen Ende des Tachos hingegen ist es fast unmöglich, ihn abzuwürgen. Hat auch was für sich.

Dass ihm Wettererscheinungen jeder Ausprägung egal sind, werde ich hier nicht erwähnen müssen. Dafür ist er schließlich gebaut. Leider aber nicht für Männer ab etwa 1,90 m. Die müssen sich hinter das große Lenkrad falten. Toms 2,02 m haben so gut wie gar nicht auf den Fahrersitz gepasst. (Fahren konnte er nur mit gewissen, durchaus versichterheitsrelevanten Einschränkungen. ) Deshalb sind Sitzschienenverlängerungen und ein kleineres Raid-Lenkrad sozusagen natural born Zubehör für den Defender. Wäre auch echt nichts, wenn in diesen großen Wagen keine großen Männer passen würden.

The look! 

Ich gebe zu, ich liebe den Defender und würde für ihn sehr viele Eingeständnisse machen. Er ist einfach traumschön! Dennoch, mal kurz in die Stadt zum Einkaufen? Dafür ist er nicht gemacht und da hilft der tolle Look auch nicht viel. Denn Parkplätze gehen nicht nach Schönheit, sondern in der Regel nach Größe.

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Der Defender ist und bleibt nunmal ein echter, ruppiger Geländewagen. Außerdem, seitdem bekannt ist, dass seine Produktion nach fast 70 Jahren endet, werden für gebrauchte Defender Wahnsinnspreise aufgerufen. Man muss ihn also wirklich wollen. Wer noch einen der letzten brandneuen 110er Station Wagon ergattern will, wird für den nackten Wagen plus ein bisschen Zubehör locker bei 40.000 Euro anfangen müssen. Das hat dann mit Vernunft eher wenig zu tun, sondern mit einem Statement.

Im nächsten Kapitel werde ich mal aufdröseln, wie es mit der Windhundtauglichkeit der Halden aussieht, die wir besucht haben. Bis dahin!

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

2 Comments

  1. Liebe Karla, jetzt freue ich mich noch mehr aufs neue Auto 😉
    Ein ganz großes Dankeschön, dass du mich erwähnt und verlinkt hast. Ist mir eine Ehre!
    Genieß` den Abend.

    Greetings & Love & a wonderful sunday
    Ines

    P.S. Euer Video ist sehr amüsant!

  2. Annette Moitz Reply

    Liebe Karla Schwede,
    welch herrlicher Artikel! Wir fahren schon seit einigen Jahren mit Defender, 3 Kindern und 2 Whippets – nicht selten mit Gepäck bis unter’s Dach oder gar Aluhänger. Und es geht wunderbar:
    Gitter nach vorne zu den Sitzen hin, Doppelstock-Eigenbau für Hundeplatz, Gepäck drunter … und die vielsagenden Blicke an jedem Stopp sind uns gewiss.
    Und sehr praktisch: Schwarze Whippets hinterlassen auf dem Innenteppich maximal Schlammpfoten 🙂
    Viele Grüße
    Annette

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