Bisher wollte ich es immer unbedingt vermeiden, meine Fotos mit einem riesigen Signé zu verunstalten. Deshalb setzte ich mein Copyright immer klein an eine passende Stelle. Das Foto bleibt noch das Foto, aber mein Urheberrecht ist gesichert. Es hat allerdings schon mehrfach Momente gegeben, in denen ich kurz darüber nachdenken musste, ob ich überhaupt noch Fotos z.B. auf Facebook veröffentliche. Gerade befinde ich mich wieder mitten in einem solchen.
Im letzten Jahr habe ich im Rahmen der Bundessieger-Ausstellung in Dortmund ein Portrait des Jugendweltsiegers 2011 Sobresalto Kest’é gemacht. Es ist technisch noch nicht einmal besonders gut, da das Hallenlicht bescheiden war. Dennoch ist es sowohl bei seinen Züchtern Arnaldo Cotugno und Annalisa Rovani, als auch bei vielen von Bo’s Fans sehr beliebt. Ausdrücklich habe ich es Bo’s Züchtern, Marina Aaltio von Sagramour Whippets in Finnland und sonst absolut niemandem zur Verfügung gestellt. Es wurde mit dem Verweis auf mein Urheberrecht bei Facebook veröffentlicht.
Nun hat sich eine Frau an dem Foto bedient, die neuerdings die Besitzerin eines Sohnes von Bo ist. Um ein – wie sie es nennt – digital painting zu produzieren, muss sie es entweder aus meinem Facebook-Ordner genommen oder von Doctor-Speed direkt kopiert haben oder vom Sobresalto-Team geschickt bekommen haben.

Ganz offenbar als Überraschung für die Züchter ihres Welpen gefertig, hat sie nun eine leicht digital modifizierte Kopie dieses Fotos auf Facebook veröffentlicht. Wie oben auf dem Bildschirmfoto zu lesen, nennt sie es ein digital portrait by Roberta Semenzato. Nun könnte man meinen, ich stellte mich unnötig an. Schließlich wüsste jeder, dass dieses Portrait von Bo auf meinem Mist gewachsen ist. Darum geht es aber gar nicht.
Es geht wie immer um die gleiche dumme Schose. Mein und Dein und die grundlegenden Regeln, wie Mein zu Dein wird bzw. dass Mein nicht gleich Dein ist, sobald es an die Öffentlichkeit gelangt. Das schnelle Facebook wird sekündlich mit Kommentaren überflutet. Die ganze Welt ist dort fast 24 Stunden online. Für eine einfache Frage scheint allerdings keine Zeit zu sein. Hier nimmt man sich einfach, was man möchte und denkt nicht weiter darüber nach. Das nervt! Denn ich muss dann meine Zeit damit verbringen, vollkommen fremden Menschen zu erklären, dass das, was sie tun, falsch ist. Dass man verdammt nochmal nachfragt, und sich nicht einfach so im Vorbeigehen das „Werk“ eines anderen zu Eigen macht.
Mehr als ein beleidigtes Huch haben die stunning und gorgeous-verwöhnten User meist dann nicht entgegenzusetzen. Wie kann ich es auch wagen die idyllische und makellose Community mit Kritik zu stören! Alles toll, alles schön, alles Puderzucker? Von mir aus. Aber die Finger ‚raus aus meinem Bonbonregal!

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