Fast täglich

Immer der gleiche Mist

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Bisher wollte ich es immer unbedingt vermeiden, meine Fotos mit einem riesigen Signé zu verunstalten. Deshalb setzte ich mein Copyright immer klein an eine passende Stelle. Das Foto bleibt noch das Foto, aber mein Urheberrecht ist gesichert. Es hat allerdings schon mehrfach Momente gegeben, in denen ich kurz darüber nachdenken musste, ob ich überhaupt noch Fotos z.B. auf Facebook veröffentliche. Gerade befinde ich mich wieder mitten in einem solchen.

Im letzten Jahr habe ich im Rahmen der Bundessieger-Ausstellung in Dortmund ein Portrait des Jugendweltsiegers 2011 Sobresalto Kest’é gemacht. Es ist technisch noch nicht einmal besonders gut, da das Hallenlicht bescheiden war. Dennoch ist es sowohl bei seinen Züchtern Arnaldo Cotugno und Annalisa Rovani, als auch bei vielen von Bo’s Fans sehr beliebt. Ausdrücklich habe ich es Bo’s Züchtern, Marina Aaltio von Sagramour Whippets in Finnland und sonst absolut niemandem zur Verfügung gestellt. Es wurde mit dem Verweis auf mein Urheberrecht bei Facebook veröffentlicht.

Nun hat sich eine Frau an dem Foto bedient, die neuerdings die Besitzerin eines Sohnes von Bo ist. Um ein – wie sie es nennt – digital painting zu produzieren, muss sie es entweder aus meinem Facebook-Ordner genommen oder von Doctor-Speed direkt kopiert haben oder vom Sobresalto-Team geschickt bekommen haben.

Sobresalto Kest’é auf der Bundessieger-Schau 2011 in Dortmund – geschossen am Ring am Freitag den 14.10.2011 um 9:43 Uhr

Ganz offenbar als Überraschung für die Züchter ihres Welpen gefertig, hat sie nun eine leicht digital modifizierte Kopie dieses Fotos auf Facebook veröffentlicht. Wie oben auf dem Bildschirmfoto zu lesen, nennt sie es ein digital portrait by Roberta Semenzato. Nun könnte man meinen, ich stellte mich unnötig an. Schließlich wüsste jeder, dass dieses Portrait von Bo auf meinem Mist gewachsen ist. Darum geht es aber gar nicht.

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Es geht wie immer um die gleiche dumme Schose. Mein und Dein und die grundlegenden Regeln, wie Mein zu Dein wird bzw. dass Mein nicht gleich Dein ist, sobald es an die Öffentlichkeit gelangt. Das schnelle Facebook wird sekündlich mit Kommentaren überflutet. Die ganze Welt ist dort fast 24 Stunden online. Für eine einfache Frage scheint allerdings keine Zeit zu sein. Hier nimmt man sich einfach, was man möchte und denkt nicht weiter darüber nach. Das nervt! Denn ich muss dann meine Zeit damit verbringen, vollkommen fremden Menschen zu erklären, dass das, was sie tun, falsch ist. Dass man verdammt nochmal nachfragt, und sich nicht einfach so im Vorbeigehen das „Werk“ eines anderen zu Eigen macht.

Mehr als ein beleidigtes Huch haben die stunning und gorgeous-verwöhnten User meist dann nicht entgegenzusetzen. Wie kann ich es auch wagen die idyllische und makellose Community mit Kritik zu stören! Alles toll, alles schön, alles Puderzucker? Von mir aus. Aber die Finger ‚raus aus meinem Bonbonregal!

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

8 Comments

  1. also rein urheberrechtlich wäre das sogar erstmal auszujudizieren, wie weit diese person „künstlerisch gearbeitet“ hat und damit ein „neues werk“ geschaffen hat … 😉

    die ganze urheberrechtsdiskussion ist für mich aber inzwischen derart abgehoben absurd, dass ich für meine bilder nur mehr online stelle, was ich als freie spende betrachte, es gegebenenfalls mit einem wasserzeichen „verunstalte“ oder – wenn mir das bild „heilig“ ist, es nicht veröffentliche. sich über unhöfliche menschen aufzuregen ist zeitverschwendung. ihnen anwälte an den hals zu hetzen ist geldverschwendung.

    ich hab auch schon ganze textpassagen auf anderen züchterhomepages wiedergefunden … da hilft dann wenigstens google beim aufstöbern. 😉

    • Naja, das Zuschneiden, zumal zum Entfernen des Urheberhinweises, sowie das Anklicken eines Filters erfüllt mit Sicherheit nicht die notwendige Schöpfungshöhe für eine Künstlerische Arbeit

      • Aber sie schwört ja Stein und Bein, dass sie es mit einem „Bamboo Pad“ nachgemalt bzw. kopiert hat. „Malen nach Zahlen“ scheint ihr Ding zu sein.
        Entspannte Grüße

        • …für so Manchen ist das Bedienen eines Filters in Photoshop LE (o.ä.) schon der erste Schritt zum Stardesigner.
          Aber mal unter uns; alle die was zu sagen oder zu zeigen haben wissen, das geklaut wird was das Zeug hält. Also stellen wir „hinter Glas“ was wir schützenswert finden. Denn: Niemand würde einen Mercedes SLK an der Deutsch-Polnischen Grenze mit Schlüssel im Schloss und offener Tür parken…. oder?
          euer G.

          • Öh, ja. In diesem konkreten Fall waren es aber mal nicht die Polen. 😉 Ts.. hat da jemand Vorurteile?
            Entspannte Grüße

  2. Danke für deinen Kommentar! 🙂 Die Bilder, die mir heilig sind und/oder von besonderem Interesse sein könnten, halte ich immer zurück. Entweder ich veröffentliche sie nur hier oder ich rücke sie erst dann ‚raus wenn jemand ernsthaftes interesse zeigt. Von hier aus kann ich sehr gut nachvollziehen, wer welche Bilder downloaded und wo sie dann landen. Dieser spezielle Facebook-Fall könnte – legte man es darauf an – richtig haarig werden. Denn die Copyright-Handhabung ist in Italien zwar deutlich laxer, würde dieses Foto aber eindeutig schützen.
    Mit Texten habe ich schon ähnliche Erfahrungen gemacht. Ein Blogger hat mal einen kompletten Artikel von mir kopiert, sich die Fotos dazu geholt und dann den ganzen Kram unter seinem Namen veröffentlicht. Ich habe ihn angeschrieben und ihn darauf aufmerksam gemacht, dass er weniger von mir, als vielmehr von dem Konzern, der die Fotos unter sehr strengen Bedingungen zu Verfügung gestellt hatte, wohl ordentlich was auf die Mütze bekommen würde. Nachdem er mir pampig antwortete, dass er das Netz als Selbstbedienungsladen sehen würde, habe ich dem Konzern den Link zu seinem Blog geschickt. Was glaubst du, wie schnell die Fotos und der Text vom Schirm verschwunden waren? 😉
    Entspannte Grüße

  3. stimmt vollkommen, was immer man auf facebook postet, schenkt man facebook … der grund, warum ich auf fb ausschliesslich eigene photos poste. und soweit ich weiss, hat facebook nicht in jedem land einen gerichtsstandort. die suchen sich das land aus, wo am meisten geht. für fb …

    zu den selbstbedienern – das sehe ich inzwischen energetisch-philosophisch: jeder bekommt zurück, was er aussendet. 😉

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