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Ein guter Whippet hat keine Farbe – Bundessieger und Herbstsieger 2014 in Dortmund

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Zur Bundessieger-Ausstellung 2014 am Samstag und zum Herbstsieger 2014 am Sonntag schob sich wieder ein Großaufgebot an Ausstellern und Zuschauern an die Ringe der Dortmunder Westfalenhallen. 78 Whippets hatte die allgemein bekannte und geschätzte Richterin Bitte Ahrens-Primavera zu beurteilen. Christophe Coppel richtete am Sonntag rund 20 Hunde weniger, was allerdings nicht bedeutete, dass in der Folge auch alle schneller fertig waren.

Mogeln zwecklos

Erst neulich habe ich mich über die nervenzerfetzende Langstieligkeit einer Richterin mokiert. Ich saß natürlich nicht mit einer Stoppuhr am Ring, aber Christophe Coppel hat gestern ihre Zeit-pro-Hunde-Quote ganz sicher noch getoppt. Jedoch war für jeden Aussteller und Zuschauer nachvollziehbar, warum und wofür der Franzose seine Zeit brauchte. Denn es war offensichtlich, dass er sie nicht vertändelte, sondern den Hunden mit einer Akribie zu Leibe rückte, die ich so noch nie zuvor erlebt habe. Er war freundlich, ruhig und entspannt, lies aber keinen Zweifel an seiner Autorität.

Christophe Coppel
Christophe Coppel, ehemals Dixmoor Whippets – ausnahmslos jeder Hund kam unter seinen Messgalgen.

Ich war gebannt von seinem konzentrierten Blick, der über die vorgestellten Hunde fuhr wie ein Scanner, der jeden noch so kleinen Fehler mühelos aufspührt. Tsuiiii – bssssst – bieb, bieb, bieb – ich musste an den Terminator denken, der diese rote Zielvorrichtung in seinen elektronischen Augen hat. Mogeln, vertuschen, schönen, weglaufen – vollkommen unmöglich.

Knisternde Konzentration

Er lies Aussteller und Hunde laufen und schaute auch tatsächlich hin. Das ist nicht selbstverständlich. Ich habe es oft genug erlebt, dass Richter mit ihren Augen längst woanders sind, während sich Menschen wie Hunde die Seele aus dem Leib traben. Und er schaute dann hin, wenn die wenigsten damit rechneten. Immer wieder warf er einen Blick auf die wartenden Hunde. Die vorgestellten wiederum lies er aus dem Trab frei stehen und hockte sich gelegentlich hin, wenn ihm eine Perspektive nicht reichte.

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Christophe Coppel, Steven Esposti
Steven Esposti mit Pink, Chalamar Meisterhaus When I First Saw You, V3 Offene Klasse unter Christophe Coppel

Seine Sieger kamen schließlich beide aus dem französischen Hause Bluesprings – das CACIB der Rüden ging an Blue Springs Indigo und das der Hündinnen an Blue Springs Irish Mist. Sie sind Wurfgeschwister aus Golden Peanuts Vespucci und Blue Springs Coppelia und sehen tatsächlich aus, als seien sie geklont.

Absolut Man Betty Boop
Absolut Man Betty Boop

Die WDS im Blick

In einem Gespräch nach dem Richten sagte er mir, dass er bei der Größe der Hunde sehr, sehr großzügig war. 53cm bei einem Rüden wäre in seinen Augen noch ok. 51cm bei Hündinnen allerdings nicht mehr. Und die Schultern! Oh je, mit den Schultern hätte er sein gerüttelt Maß an Schwierigkeiten gehabt.

Ich bin sicher, dass er im Rahmen der World Dog Show 2015 in Mailand ein würdiger Richter für die Whippet Rüden sein wird. Eingeständnisse in Punkto Größe, Schultern oder Gangwerk wird aber dort wohl niemand mehr von ihm erwarten können.

Danny war leider drei Tage zu jung für die Jüngstenklasse, aber ich konnte gestern die Gelegenheit nutzen, ihn nach dem Richten Coppel kurz zu zeigen. Sein „lovely movement“ nehme ich jetzt gut gelaunt mit in die Ausstellungspause.

Bitte Ahrens-Primavera
Christiane Doppio mit Fiore all’Occhiello del Calamidoro, Zwischenklasse V3 unter Bitte Ahrens-Primavera, Sobers, Italien.

Zwei Bundessieger aus Belgien

Bei Bitte Ahrens-Primavera und der Suche nach den Bundessiegern 2014 ging es am Samstag ein kleines bisschen lockerer zu. Sie hatte sehr volle, teils international stark besetzte Klassen zu richten, die sie angesichts des kleinen Rings teilen musste. Insbesondere die Championklasse der Hündinnen hatte es in sich. Warmherzig, ruhig aber dennoch zielstrebig ging sie durch die Reihen. Ich hatte den Eindruck, dass sie genau wusste, was sie suchte. Zwei Mal hat sie mich mit ihren Platzierungen überrascht, alle anderen Entscheidungen konnte ich jedoch ohne weiteres nachvollziehen. Ikimba Arctic Storm, ein Onkel von Danny, den sie in der Jugendklasse nicht platzierte, wurde am Sonntag unter Christophe Coppel Bester Rüde. So kann’s gehn.

Boxing Helena's Kon Adore
Margreet Veenstra mit Boxing Helena’s Kon Adore. V1 in der Championklasse und Bundessieger 2014

Schließlich durfte sich Boxing Helena’s Kon Adore – absolut verdient – zum zweitem Mal Bundessieger nennen. Die Britin Pauline Oliver stellte ihn nämlich schon 2013 ganz nach vorne. Das BOB ging an seine Kennelschwester La Belle Hélène da Roseira Brava. Um ehrlich zu sein, als sie  jung war, konnte ich mit dieser Hündin nur sehr wenig anfangen. Aber, mein lieber Schwan, was ist sie schön geworden! Sie war für mich eine der herausragenden Grazien an diesem Wochenende. Gratulation an Bart Scheerens, der beide Titel mit nach Hause nehmen konnte.

La Belle Helene da Roseira Brava
Bart Scheerens und La Belle Helene da Roseira Brava – V1 in der Offenen Klasse, Bundessiegerin 2014 und BOB

Noch eine kleine Bemerkung am Rande: Was hat man von einem angeblichen VDH-Zuchtrichter zu halten, der eine junge Whippet-Züchterin auf Welpen anspricht, weil er seiner Freundin einen schenken will und dann grundlos ausfallend wird. Diese Züchterin hat das Ausstellungswesen quasi mit der Muttermilch aufgesogen, ist in den Ausstellungshallen, mit PudelpopoZuchtrichtern und der elterlichen Hundezucht groß geworden.

Sie erklärt diesen Zuchtrichter also sehr freundlich und höflich ihre übliche Vorgehensweise mit Welpeninteressenten, das Kennelernen, die Chemie, die stimmen muss usw. und dieser Mann fängt an sie hemmungslos zu beschimpfen. Sie haben doch eine Meise. Sie sind völlig kaputt im Kopf und ähnliches auf diesem Niveau. Ich saß daneben und war so baff, dass ich ihn zunächst wortlos ziehen ließ.

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Untragbarer Spinner

Doch dann entschloss ich mich, diesem Mann hinterher zu gehen um ihn nach seinem Namen zu fragen. Er war groß und kräftig, in der vollen Messehalle also sehr gut auszumachen. Ich stellte ihn  und sprach ihn zuckersüß an. Er pöbelte: Ich heiße Helmut Richter und jetzt hauen sie ab!  Entweder ist dieser Mann einfach nur ein total kranker Spinner oder er hat mir einen falschen Namen genannte. Über Google konnte ich ihn nicht finden. Beim VDH auch nicht und sonst nirgendwo. Alle Helmuts, die bei VDH verzeichnet sind, sehen anders aus. Zu zweien gibt es kein Foto. Ich will um Himmels Willen jetzt nicht alle Zuchtrichter, die Helmut heißen in ein schlechtes Licht rücken, aber dieser Mann, sollte er tatsächlich Richter sein, gehört geteert, gefedert und vom Hof gejagt.

Ich habe die Fotos von Samstag und Sonntag in einer Galerie zusammengefasst. Please respect the copyright. If your are interested, contact me. Und nochmal ganz deutlich für alle, die mit dem Wort Copyright nichts anfangen können: Diese Fotos sind nicht zu kopieren freigegeben. Niemand veröffentlicht diese Fotos auf facebook, ohne mich vorher gefragt zu haben. Verdammt noch eins!

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

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