Fast täglich

Die Schlammschlacht am Rhein

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Am Wochenende auf der Doppel-Schau in Haan-Hochdahl haben Hund und Mensch heldenhaft ihre Leidensfähigkeit unter Beweis gestellt. Anhaltender Bindfadenregen am Samstag und kalter Wind mit leicht quer gehendem Regen am Sonntag schürten echte Zweifel.

Mit jedem Regentropfen im Kragen, mit jedem neuen Matschfleck auf der Jeans klopfte die Frage lauter an die Schädeldecke: Was tue ich hier eigentlich? Die flehenden Blicke der Whippets taten ihr Übriges. Oh bitte nicht schon wieder in den Regen! Die armen Jungs!

Ein wahrer Gentleman

Doch Francis McEvoy hatte die Sonne im Gepäck. Mit einem kleinen Schlenker über Italien hatte er sie aus Australien mitgebracht und er schaffte es tatsächlich, den grau-griesigen Ring in ein bisschen warmes Licht zu tauchen. Ohne den vielen netten Richtern der Welt zu nahe treten zu wollen – Mr.McEvoy hat uns mit seiner Freundlichkeit und ausnehmenden Höflichkeit das miese Wetter vergessen lassen wie kaum ein anderer zuvor.

CAC Haan-Hochdahl, 5.Mai 2012, judge: Mr.McEvoy/Australia, Mono, Conte del Aqua semper-crescendo, V1 in der Zwischenklasse und Reserve-CAC

Er war sanft und freundlich zu den Hunden, extrem geduldig mit den Ringschreibern und in jeder Hinsicht angenehm. Ein wahrer Gentleman, der nach dem Richten von Zelt zu Zelt ging und sich bei jedem Aussteller persönlich bedankte. Das hatten wir noch nie.

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Nun könnte man sagen, dass ich leicht Reden habe mit einem Reserve-CAC aus der Zwischenklasse für Mono und einem ordentlichen V3 für Mr.Clark in der Offenen. Habe ich auch, aber selbst wenn ich keinen Blumentopf gewonnen hätte, wäre mir und den anderen Beteiligten dieser Richter im Gedächtnis geblieben.

Großen Jubel löste natürlich zum Ende des Tages das Best-in-Show unserer kleinen Freudin Eve, Karasar’s Jaama Quiddity aus. Das Mädchen hat aber auch ein Gangwerk …!

Eve, Karasar’s Jaama Quiddity – Best-In-Show am 05.Mai 2012 in Haan-Hochdahl unter Richter Francis McEvoy/Australia, hier ein Foto von Januar 2012

Die ätzenden Stimmen der schlechten Verlierer, die nachtraten indem sie McEvoy seine Kompetenz absprachen, verhallten schnell im rheinischen Regenrauschen. Es ist immer das Gleiche – wie beim Fußball. Gewinnt die eigene Mannschaft, war der Schirrie große Klasse, geht die Partie verloren, hatte er Tomaten auf den Augen.

Letztere hatte Francis McEvoy eindeutig im Gemüsefach gelassen, denn in den Berichten fand ich meine Hunde wieder. Es gab auch schon Tage, an denen ich verwirrt nach den Whippets suchte, die ich angeblich gezeigt haben sollte.

Der Sonntag

Am Sonntag dann trat ein leicht modifiziertes Feld zur nächsten Schlammschlacht an. Es war noch kälter als am Samstag und pünktlich zu Richtbeginn fing es wieder an zu regnen. Frau Krah-Heiermann richtete wie gewohnt zügig und zeigte viel Verständnis für die Leiden der Whippets, die fürchterlich zitternd versuchten, ihr Bestes zu geben. Mono gewann wieder die Zwischenklasse und Mr.Clark fand sich auf einem prima V2 in der Offenen Klasse wieder. V1, CAC und später das BOB gingen an Doppelgänger du Sac à Malice.

Mr.Clark Globerunners Alabaster Kid, V2 in der Offenen Klasse und Reserve-CAC in Haan Hochdahl am 06.Mai 2012, judge: Ingrid Krah-Heiermann

Nun gab es ein kleines Luxus-Problem zu bewältigen. Mono und Mr.Clark mussten gegeneinander um das Reserve-CAC stechen. Das hatte ich allerdings nicht sofort auf dem Schirm. Bis mir aufging, dass die Nummer 92 mein eigener Hund war, schaute die Ringordnerin mich schon an, als hätte ich sie nicht Alle. Zum Glück sprangen mir sofort helfende Hände zur Seite. Frau Krah-Heiermann entschied sich schließlich für den deutlich reiferen Mr.Clark.

Das Wochenende brachte also für jeden Hund einen kleinen Topf. Mit keinem von beiden war allerdings etwas anzufangen, denn beide CAC-Rüden brauchten die Anwartschaften noch. Und selbst wenn man mir von heute an masochistische Tendenzen unterstellen wird – trotz des grauenhaften Wetters war es ein schönes und mal wieder sehr lehrreiches Wochenende.  Denn es haben sich wahre Gesichter gezeigt, im positiven wie im negativen Sinne.

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Aus verständlichen Gründen gibt es nur wenige Fotos von diesem Wochenende. Das Wetter hätte für jede Kamera einen langsamen und qualvollen Tod bedeutet.

Alle Ergebnisse sind wie immer beim DWZRV nachzulesen.

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

3 Comments

  1. Danke Karla für dieses äußerst treffende Resümee, zu dem ich nicht mehr in der Lage war am Samstag. Irgendwie steckt mir die Kälte noch immer in den Knochen und die fette Matsche unter den Schuhen. Noch nie war ich so dankbar diesen Wachshut zu besitzen, den ich noch nie so lange an einem Stück getragen habe 😉

  2. Gratuliere zu den Ergebnissen, Karla! Beim nächsten Mal wird das Wetter sicher wieder besser. ;))
    LG mel

  3. Sandra, meine Kappe hat sich auch schon 10 Mal bezahlt gemacht.
    Mel, das Wetter KANN nur besser werden, denn schlechter geht es nicht. Obwohl Hagel oder ein alles vernichtender Orkan wären noch schlechter. Da haben wir ja nochmal Glück gehabt. 😉
    Entspannte Grüße

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