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Dank aus dem Tal der Ahnungslosen

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Kolumne in Unsere Windhunde, Deutscher Windhund Zucht- und Rennverband, Mai 2013 – Ich wette, dass einige Leser schon die Zornesfalten auf der Stirn haben, noch bevor sie überhaupt den ersten Satz dieser Kolumne gelesen haben.

Doch in dieser Ausgabe besteht überhaupt kein Grund, tief Luft zu holen und die Blutdrucktabletten bereit zu stellen. Ganz im Gegenteil. Der Mai bringt nichts Subversives, rein gar nichts, was die Moral untergraben oder auch nur einen Hauch anstößig sein könnte. Denn ich habe ausnahmslos Nettes zu sagen. Boah, wie langweilig? Ich hoffe nicht, denn es geht um die Community.

Ich freue mich nämlich, ein Teil von ihr zu sein, denn sie hat mich von meinem ersten Whippet-Tag an mit offenen Armen aufgenommen worden. Die „alten Hasen“ haben mir vollkommen selbstverständlich ihr Wissen und ihre Erfahrung geschenkt, ohne je eine Gegenleistung erwartet zu haben. Ich wurde zu Treffen eingeladen, zu Spaziergängen mitgenommen, sodass nicht nur ich, sondern auch mein junger Rüde sehr schnell Zugang zur Parallelgesellschaft „Windhund“ fand. Gesundheit, Erziehung, Organisatorisches – ich glaube ich habe allen, die nicht schnell genug auf die Bäume kamen, Löcher in den Bauch gefragt. Und das Tolle war, ich habe auch immer Antworten bekommen. Oft gab es Momente, in denen ich krampfhaft nach Möglichkeiten gesucht habe, mich zu revanchieren, weil viele Tipps so wertvoll waren, dass ich sie spontan mit Gold hätte aufwiegen müssen.

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Zu meiner ersten Ausstellung hat man mich förmlich an den Haaren gezogen und mich vom Ringrand aus gecoacht. Auch die nächsten Male war immer jemand da, der mich untergehakt und in die richtige Richtung geschubst hat, mir einen Klappstuhl oder einen Kaffee anbot. Obwohl ich zunächst kaum jemanden kannte, war ich nie allein. Hätte ich die Atmosphäre am Ringrand anders erlebt, dann gäbe es diese Kolumne und vieles andere, was auf meinem Mist zu blühen pflegt vermutlich gar nicht. Aber es kam ein herzliches:“Siehste, geht doch! Und weitermachen!“ Habe ich dann auch und je tiefer ich mit der Szene verwuchs, desto mehr lernte ich. Je mehr ich lernte, desto mehr Fragen hatte ich. Die selben „alten Hasen“ könnte ich auch heute noch zur Not in der Nacht um Drei anrufen kann, würde mir etwas auf der Seele brennen. Sie würden immer einen Rat wissen oder eine Lösung finden können. Oder sie wüssten jemanden, der vielleicht einen Rat hat und ganz bestimmt eine Lösung finden wird.

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Mittlerweile werden mir ab und zu ein paar Fragen gestellt. Dann bin ich insgeheim ein bisschen stolz, weil ich mich noch sehr, sehr gut an meine Zeit im dunklen Tal der Ahnungslosen erinnern kann. Aus diesem Tal ganz ‚raus bin ich noch lange nicht, aber immerhin hocke ich nicht mehr so ganz tief drin. Das habe ich allein einer extrem gut informierten, austauschfreudigen, kritischen und sehr aktiven Whippet- bzw. Windhundcommunity zu verdanken. Seht also meine kleinen, manchmal etwas bissigen Texte als meine spezielle Art, etwas an euch zurückzugeben.

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

1 Comment

  1. Hallo Frau Schwede,
    U.W. heute angekommen und Ihre Kolumne gelesen.
    Wirklich gelungen , ich kann Ihnen nur zustimmen.
    Selber kenne ich kaum jemanden aus der Windhund Szene bin aber immer freundlich aufgenommen worden was nicht selbstverständlich ist.
    H.G.
    Ute V.

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