Auf Instagram bin ich über Schmelle gestolpert. Der Profifußballer von Borussia Dortmund Marcel Schmelzer posiert mit einem Hund im Arm. Für PETA! Die vier Buchstaben an sich sind für mich schon ein Grund, steil zu gehen. Denn ich lehne Radikalität in jeder Form ab. Ich gebe zu die PETA-Kampagne „I’d rather go naked than wear fur!“ war echt gut und hat weltweit für Aufsehen gesorgt, doch die Strategie des Vereins ist nicht meine Wellenlänge.

Nun hält also Schmelle seine Nase für den Tierschutz in die Kamera. Nicht kaufen, sondern aus dem Tierheim adoptieren, sagt PETA. Nein, ich habe nichts gegen Menschen, die Hunde aus dem Tierheim holen. Ganz im Gegenteil, das ist je nach Lebensentwurf oft das einzig Richtige. Und radikal ist das vordergründig auch nicht. Neu noch weniger. Mich stört auch nicht der von seinem Management ferngesteuerte Promi, der im Grunde gar nicht weiß, auf was er sich da einlässt. Tiere machen sich immer irgendwie gut. Vielmehr sind es diejenigen, die vollkommen blind auf diesen PR-Zug aufspringen. Die Tagespresse schreibt die Meldung 1:1 ab. Wie menschlich und warm aber auch. Und es geht schnell. Auf Instagram werden dem Kicker virtuelle Rosen vor die kostbaren Füße geworfen: Ohhhh, du bist aber toll! Dass du dich auch für Tiere einsetzt. Ich will ein Kind von dir! Oder: Genau, alle Züchter sind geldgeile Schweine! Da schwadroniert es sich doch gleich viel ungehemmter, wenn sich sogar ein Star engagiert. Klar, mal wieder die bösen Züchter. Auf irgendwem muss man ja ‚rumkloppen. Und die Euthanasievorwürfe gegen PETA sind nur das Produkt einer gezielten Hetzkampagne der Fleischindustrie! Wie man reinruft in den Wald … , fällt mir dazu ein.

Ich verstehe nicht, wie man sich vor den Karren einer Organisation spannen lassen kann, die auf Schock und Horror setzt. Die diffamiert und hetzt. Aktuell haben sie es auf Karl Lagerfeld abgesehen. Aber an diesem Fels der Modeindustrie werden sie sich die Zähne ausbeißen. Da bin ich sicher.