Fast täglich

Kuchen kostet extra!

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Preisabsprachen, Wucher, Nepp! Damit ist es nun vorbei. Denn endlich hat eine wackere Dame den Mut gehabt, Transparenz in eine für den Laien vollkommen verwirrende Preispolitik zu bringen.
Schon lange fragen wir uns, wie zum Henker die Preise für Whippet-Welpen zustande kommen. Was treibt das Züchterkartell um? In geradezu mafiösen Strukturen sorgen sie für fest betonierte Preise. Auf der Suche nach einem Welpen fühlt sich der Hundeliebhaber, wie zu Beginn der Sommerferien an einer Tankstelle. Das ist doch Absicht!
Eine Züchterin durchbricht nun die Wand des Schweigens, die Mauer der Omertà, und listet uns penibel auf (unter dem Menüpunkt Welpenpreise), was und wie viel ihr ihre Lieblinge vom Kopf fressen. Denn nur das, was ihre Tiere verbrauchen, kann sie eins zu eins an ihre Welpenkäufer weitergeben. Strom, Telefonkosten, Wasser, Kaffee, Eier für den Kuchen. Das kostet alles, und wir haben es ja nicht vom Ausgeben, wie der alte Adenauer schon so schlau bemerkte.
Außerdem hat ihre Hündin ja den Internationalen Weltsieger mit CACIB und allem drum und dran. Da muss man schon auf einen Extraposten auf der Rechnung gefasst sein. Allerdings, bei all der Transparenz, die ja auch gerade die Piraten so vehement fordern, stoßen mir doch einige Posten etwas sauer auf. Nicht, dass ich kleinlich wäre, aber dem Anwärter auf den Welpen einer Weltsiegerin den kredenzten Kuchen in Rechnung zu stellen, empfinde ich als etwas über das Ziel hinausgeschossen. In der Werbung z.B. nennt man so einen Vorgang Akquise. Derjenige, der etwas verkaufen möchte – in diesem Falle die Züchterin -, geht ein klitzekleines bisschen in Vorleistung, zeigt was er/sie zu bieten hat und macht es dem potenziellen Kunden so nett wie möglich. Ist der Kunde tatsächlich begeistert und kauft das Produkt, wäre der Verkäufer bescheuert bis grenzdebil, dem Kunden hinterher den Cappuccino und die Amaretti auf die Rechnung zu knallen. Aber das soll nur eine Manöverkritik sein.
Auch auf die Position Strom könnte man vielleicht aus Kulanz verzichten. Das sähe schon sehr knickerig aus. Wenn sie mal keine Welpen hat, sitzt sie ja schließlich nicht ständig im Dunkeln da und wäscht ihre Wäsche mit Kernseife im nahegelegenen Fluss. Wenn es dann doch unbedingt sein muss, dann kann man sie ja geschickt in den Müllkosten verstecken. Das merkt schon keiner.

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

Comments

  1. Bei dem Punkt mit dem Kuchen musste ich schon grinsen, bei dem Gedanken an die Wäsche im Fluss herzlich lachen 😀 Natürlich sind solche Aufrechnungen überspitzt. Niemand wäscht seine Wäsche so, auch wenn er keine Hunde züchtet. Aber wenn meine Züchterin Welpen hat, dann laufen Industrie-Waschmachine und -Trockner 24/7 und Kaffee und Kuchen für ca. 30 potentielle Welpenkäufer gehen in der Tat ziemlich ins Geld. Ich finde es gut, den Leuten mal vorzurechnen, wie die Preise für seriös gezogene Welpen zustande kommen. Menschen, die rechnen können, merken dann nämlich sehr schnell, dass die meisten Züchter keine geldgierigen Abzocker sind, sondern z.T. sogar noch drauflegen.

  2. Du wirst meine Ironie mit Sicherheit bemerkt haben. Natürlich wissen wir, warum ein Welpe seinen Preis hat. Außerdem wissen wir auch, dass die meisten seriösen und engagierten Züchter keine Wucherer sind, sondern sehr wohl eine ganze Menge investieren. Das Ankören meiner Rüden war auch nicht umsonst.
    Den Auftritt der zitierten Dame finde ich insgesamt witzig bis fragwürdig – zu wenig über die Whippets und zu viel über die Kosten. Da liegen mir die Schwerpunkte falsch – und jetzt mal ehrlich – die Auflistung der Kosten ist ja wohl eine Steilvorlage.
    Entspannte Grüße

  3. Deswegen habe ich ja auch so gelacht 😉 Ich habe mir dir zitierte Website nicht näher angesehen (außer dem Abschnitt über die Kosten), und klar, es ist eine Supersteilvorlage ^^

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