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Frischluft gegen kleine Karos

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Kolumne in Unsere Windhunde, Deutscher Windhund Zucht- und Rennverband, Dezember 2014 – Verdammt! Jetzt ist schon wieder ein Jahr um! Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Zeit an mir vorbei rast. Das liegt wohl daran, dass so viel passiert, dass es so viel zu tun gibt und die Gedanken im Heute eigentlich schon immer auf das Morgen gerichtet sind. Aber morgen müssen wir …! Aber nächste Woche ist doch …! Im Dezember allerdings ist ein Blick zurück fast Pflicht.

So platt das klingen mag, Tiefs und Hochs gibt es immer. Im DWZRV waren es in diesem Jahr hauptsächlich Tiefs, die bei der Allgemeinheit dunkle Wolken aufziehen ließen. Ich war schon so weit, darüber nachzudenken, was wohl mit uns wird, wenn es den DWZRV demnächst gar nicht mehr gibt. Ja, das war fatalistisch, war aber manchen Tagen eine durchaus begründete Sorge. Bei mir kamen nämlich nur noch Botschaften an, für einen schleichenden Auflösungsprozess sprachen. Rücktritte, noch mehr Rücktritte und Misstrauensvoten – das sind keine guten Signale. Überhaupt habe ich mich gefragt, wer noch wahnsinnig genug ist, zu bleiben. In diesem Zusammenhang ist wahnsinnig durchaus positiv gemeint. Schließlich ist eine große Portion Optimismus und unendlich viel Begeisterung für die Sache nötig, um ein Ehrenamt im DWZRV anzunehmen und auch langfristig auszuüben. Denn das Ehrenamt an sich, so sieht es für mich aus, wird hier nicht als solches betrachtet.

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In manche Köpfe scheint es nämlich nicht hinein zu wollen, dass es Menschen gibt, die ein Ehrenamt nicht aus Profilierungssucht oder Eitelkeit ausüben, sondern weil sie tatsächlich etwas beitragen wollen. Zur Sache wohlgemerkt und nicht zu ihrem Vorteil. Sie investieren enorm viel Zeit, Geduld und Nerven ohne einen Cent dafür zu sehen. Als Lohn hätten sie dann zumindest Anerkennung, Unterstützung und sachliche wie konstruktive Kritik verdient. Bekommen sie aber immer wieder nur kleingeistige oder wahlweise kleinkarierte „dagegen“, dann ist das langfristig frustrierend. Insbesondere dann, wenn es bei einem alternativlosen „dagegen“ bleibt. Dann müssen sie sich zwangsläufig fragen, warum sie sich für Umme das antun, was sie sich noch nicht einmal gegen Geld bieten lassen würden. Und lassen es im schlimmsten Fall. Verständlich.

Aber ganz so schlimm ist es ja gar nicht mehr. In den letzten Monaten ist schließlich viel passiert. Wir haben einen neuen kommissarischen Präsidenten, wir haben – müssten wir zumindest zu 90 Prozent jetzt – ein neues ZKM für die Whippets und wir haben vier neue Rassen. Ja, auch die Silken Windsprites. Letztere haben natürlich die Dagegen-Mitglieder zu Höchstform auflaufen lassen: „Määähh, wir sind nicht gefragt worden! Määääh, das sind Mischlinge! Määäh, die wollen wir nicht“. Warum eigentlich nicht? Jede Rasse hat irgendwann mal angefangen. Alles andere wird sich ganz sicher finden. Und außerdem, die Angst vor dem Fremden und dem Neuen war schon immer zerstörerisch. Die Vielfalt hingegen öffnet den Horizont. Sie ist eine Bereicherung für jeden, der sich auf sie einlässt und bereit ist, in seiner eigenen verstaubten Hütte mal kräftig Durchzug zu machen. In diesem Sinne wünsche ich eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in ein gut gelüftetes Jahr 2015.

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

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