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Eine halbe Coursinglizenz

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„Der Rüde zeigt einen hochangagierten Lauf mit ausgeprägtem Hetztrieb und gestreckter Gallopparade.“ (Das letzte Wort des Kommentars auf der Trainingskarte ist nur schlecht lesbar. Ich glaube aber nicht, dass Frau Pfandler „Gallopade“ meint. Oder doch?)

Seit knapp drei Jahren liegen unsere Coursing-Shirts im Schrank. Hin und wieder wurden sie hervorgezerrt, in den letzten Monaten ruhten sie allerdings im Dunkeln. Es scheint ein Naturgesetz zu sein, dass Dinge, die gerade nicht gebraucht werden, augenfällig herumliegen, doch die dringend benötigten sich auf nimmer Wiedersehen verstecken. So auch unsere kleinen Strampelanzüge, die ich am Samstag ums Verrecken nicht finden konnte.

Kleiner Irrer!
Kleiner Irrer mit Tunnelblick. Vielen Dank an Matthias Kreutz, speedimage.de, für die schönen Bilder.

Mein erster Gang am Morgen nach dem Anmelden zum Coursingtraining wurde also zur Betteltour. Denn Lizenzläufe müssen mit Decke absolviert werden. Zum Glück fand sich ein nettes Ehepaar mit zwei Sloughidamen, das mir eine Renndecke borgte. Vorne flott einen Knoten ‚reingetüddelt und fertig war die Mono-Maß-Decke. Dass der Knoten eher suboptimal am Hals lag, habe ich erst später auf den Fotos gesehen.

Flott gefilmt

Mono rannte trotzdem wie der Teufel und hinterließ mit seinen Solo-Läufen nicht nur bei der Richterin einen bleibenden Eindruck. Zwei Studentinnen von der Medienhochschule Köln filmten das Training für ein Dokumentarfilm-Seminar. Nun kann es durchaus sein, dass der Conte demnächst ein Festival unsicher machen wird. Wir sind gespannt.

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Mr.Clark beim Sonntagstraining in Gelsenkirchen
Mr.Clark beim Sonntagstraining in Gelsenkirchen. Mitgezogen vom Hausherrn.

Das war Mr.Clark übrigens auch, denn er durfte seit längerem mal wieder coursen. Spaß hatte er für zehn, doch es wurde deutlich, dass seine aktuelle Kondition für den Gelsenkirchener Parkour nicht ausreicht. Auf den letzten hundert Metern brach er sichtbar ein. Das kommt davon, wenn der Herr meint, seine faulen Gräten tagelang nicht bewegen zu müssen. Nur vielsagend gucken hilft eben nicht.

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Mr.Clark am Hasen
Mr.Clark am Hasen, Foto: Matthias Kreutz, speedimage.de

Ein bisschen quer

Nach der Show, die Mono gestern abgezogen hat, geht es mir nun doch etwas quer, dass er vom S & L-Champion ausgeschlossen ist. Die Bedingungen für das S hat er nämlich schon erfüllt. Das L könnte er vielleicht auch irgendwann schaffen, doch dabei mischt die Nationale Klasse nunmal nicht mit.

Das habe ich jetzt von meiner verfluchten Ehrlichkeit und den 1,5 Zentimetern zu viel auf Monos Schultern. Doch ich hatte mir fest vorgenommen, mich an dem verfilzten Schrumpfschmu nicht zu beteiligen und dabei bleibe ich auch. Zu ändern ist ohnehin nichts mehr. Dafür werde ich einmal mehr grinsen, wenn Kraftpaket Mono demnächst wieder neben einem eingemessenen Rüden aussieht wie ein süßes, kleines Whippetmädchen.

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

5 Comments

  1. Jetzt hat er den ersten Teil vom Sportabitur, herzlichen Glückwunsch!
    Sieht ganz gut aus, was er da in seinem Leihshirt abliefert. 😉

  2. Wir können davon auch ein Lied singen: der Showie-Dobby geht beim Cousing ab wie ein Zäpfchen und während Renner Clay cool bleibt, wird Herr Show-Man mal kurz hysterisch beim Anblick und dem Geräusch der Hasenzugmaschine. Unser S ist auch voll und für das L haben wir uns leider auch größentechnisch disqualifiziert. Wenngleich ich auch mal sagen muss, dass ich das total Panne finde, sowohl, was das S&L als auch die Startberechtigung für die Gebrauchshundklasse anbelangt. Sinn macht das in meinen Augen nicht!

    • Petra, es kommt einem deshalb panne vor, weil die bestehende Regel im Grunde – bis zu einer zu offensichtlichen Größe – nur auf dem Papier existiert. Mit einer Regel, die im großen und ganzen eingehalten wird, hätte ich überhaupt kein Problem. Drüber ist dann drüber und basta!

      Da aber die Nationale Klasse sowas wie eine Aussätzigen-Spielgruppe ist, hat natürlich kaum jemand Interesse daran, ehrlich zu sein. Wenn es beim Messen knapp wird .. ja mein Gott, das ist kein Problem, doch der Beschiss ist so offensichtlich, dass einem die Augen tränen.

      Mono soll in erster Linie coursen, weil es ihm Spaß macht und es ihn auslastet. Da ist es mir eigentlich egal in welcher Klasse er läuft. 🙂

      Entspannte Grüße

  3. Da bin ich absolut Deiner Meinung. Ich käme nie auf die Idee, meinen Hund mit Reißnägeln o.ä. in die Knie zu zwingen, damit er doch noch unter die 51 kommt. Auf der anderen Seite finde ich es auch total unfair, dass es Menschen gibt, die sich solcher Methoden bedienen, um dann doch bei den Kleineren mitzulaufen und einen Vorteil rauszuziehen. Find ich auch mies, grade, weil wir ja auch einen Rüden im Maß haben, der der Leidtragende ist, wenn er von so einem „Kalb“ über den Haufen gerannt wird.

    Das war aber weniger mein Punkt: Wenn ich doch eine Nationale Klasse aufmache, warum gehe ich diesen Weg dann nicht konsequent weiter. Warum ist ein großer Hund nicht auch ein Gebrauchshund? Tut er deshalb weniger seine Arbeit, wenn er im „Gebrauch“ gut ist? Und warum ist ein großer Hund nicht auch berechtigt, einen Titel für Schönheit und Leistung zu bekommen? Renntitel gibt es doch glaub ich auch, oder? Und bei der Show ist ein 53-54cm Hund mittlerweile doch eher mittlere Größenklasse, da gibt es deutlich Größere (und Fettere 😉 ) Ich finde das etwas bigott…

    Aber bitte nicht falsch verstehen: ich finde es gut und richtig, dass es Regeln gibt. Ich fände es aber besser oder könnte das „akzeptieren“, wenn sich auch alle dran halten oder man aber konsequent eine weitere Klasse mit gleichen Rechten aufmacht. Dann würde vielleicht die Zwangseinmesserei von Riesen auhören. Ich erinner nur an die Tschechische Peitsche (?) 😉 Vielleicht würden die große-Hunde-gewohnten Richteraugen dann auch wieder die „Kleinen“ sehen. Denn die gehen schon das ein oder andere Mal schlicht unter…

    Wir machen Coursing-Training auch nur just for fun. Jetzt, wo unser Großer seine Lizenz hat, wird vielleicht auch das ein oder andere Wettkampf-Coursing mitgenommen. Dobby geht auch auf die Bahn und ist grottenlangsam im Vergleich – daher geht er hier halt nur ins Training und nicht in den Wettkampf. Aber er hat Spaß pur, und den will ich ihm auch nicht nehmen, egal, wie groß oder klein der Hund nun mal ist!

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