„Der Rüde zeigt einen hochangagierten Lauf mit ausgeprägtem Hetztrieb und gestreckter Gallopparade.“ (Das letzte Wort des Kommentars auf der Trainingskarte ist nur schlecht lesbar. Ich glaube aber nicht, dass Frau Pfandler „Gallopade“ meint. Oder doch?)
Seit knapp drei Jahren liegen unsere Coursing-Shirts im Schrank. Hin und wieder wurden sie hervorgezerrt, in den letzten Monaten ruhten sie allerdings im Dunkeln. Es scheint ein Naturgesetz zu sein, dass Dinge, die gerade nicht gebraucht werden, augenfällig herumliegen, doch die dringend benötigten sich auf nimmer Wiedersehen verstecken. So auch unsere kleinen Strampelanzüge, die ich am Samstag ums Verrecken nicht finden konnte.

Mein erster Gang am Morgen nach dem Anmelden zum Coursingtraining wurde also zur Betteltour. Denn Lizenzläufe müssen mit Decke absolviert werden. Zum Glück fand sich ein nettes Ehepaar mit zwei Sloughidamen, das mir eine Renndecke borgte. Vorne flott einen Knoten ‚reingetüddelt und fertig war die Mono-Maß-Decke. Dass der Knoten eher suboptimal am Hals lag, habe ich erst später auf den Fotos gesehen.
Flott gefilmt
Mono rannte trotzdem wie der Teufel und hinterließ mit seinen Solo-Läufen nicht nur bei der Richterin einen bleibenden Eindruck. Zwei Studentinnen von der Medienhochschule Köln filmten das Training für ein Dokumentarfilm-Seminar. Nun kann es durchaus sein, dass der Conte demnächst ein Festival unsicher machen wird. Wir sind gespannt.

Das war Mr.Clark übrigens auch, denn er durfte seit längerem mal wieder coursen. Spaß hatte er für zehn, doch es wurde deutlich, dass seine aktuelle Kondition für den Gelsenkirchener Parkour nicht ausreicht. Auf den letzten hundert Metern brach er sichtbar ein. Das kommt davon, wenn der Herr meint, seine faulen Gräten tagelang nicht bewegen zu müssen. Nur vielsagend gucken hilft eben nicht.

Ein bisschen quer
Nach der Show, die Mono gestern abgezogen hat, geht es mir nun doch etwas quer, dass er vom S & L-Champion ausgeschlossen ist. Die Bedingungen für das S hat er nämlich schon erfüllt. Das L könnte er vielleicht auch irgendwann schaffen, doch dabei mischt die Nationale Klasse nunmal nicht mit.
Das habe ich jetzt von meiner verfluchten Ehrlichkeit und den 1,5 Zentimetern zu viel auf Monos Schultern. Doch ich hatte mir fest vorgenommen, mich an dem verfilzten Schrumpfschmu nicht zu beteiligen und dabei bleibe ich auch. Zu ändern ist ohnehin nichts mehr. Dafür werde ich einmal mehr grinsen, wenn Kraftpaket Mono demnächst wieder neben einem eingemessenen Rüden aussieht wie ein süßes, kleines Whippetmädchen.
