Der schwedische Kennelclub hat schon 2014 eine kommentierte Version des Whippet-Standards herausgegeben. Es gab also ganz offensichtlich auch dort zu einigen neuralgischen Punkten einen großen Klärungsbedarf.

Melanie Woltersdorf und ihr Whippetblog brachten mich darauf. Vielen Dank dafür. Hier ist zunächst der Link zum kommentierten Standard, in dem sich der Kennelclub auf den FCI-Standard von 2007 bezieht. Besonders erwähnenswert finde ich folgende Punkte:

1. Die Schweden relativieren die in der Dauerdiskussion befindliche Größe:

„Size should be judged in relationship to all other virtues and faults.“

Die Größe allein sollte also nicht ausschlaggebend sein, sondern nur ein Punkt von vielen. Vielleicht nehmen sich das ein paar deutsche Richter zu Herzen.

2. Sie machen klar, dass ein hervorstechendes Sternum ein Fehler ist.

„A prominent sternum is not the same as a well filled front and is not correct.“

Dieser Auswuchs im wahrsten Sinne ist mittlerweile so oft zu beobachten, dass es in Bezug auf diesen Punkt immer wieder zu fatalen Missverständnissen kommt.

3. Die enorme Breite mancher Hunde ist wohl aufgefallen.

„The front should be filled but not overly so. A brought front is less elegant and has poorer turning ability.

Es scheint also, dass zumindest in Schweden wieder mehr auf die ursprüngliche Funktionalität und Eleganz des Whippets geachtet werden soll.

4. Sie klären eine Missdeutung des Whippetgangwerks (schön illustriert):

„As the speed increases the feet come more to the centerline of the body to maintain balance, Rear feet should follow in the same line as the front feet.“

Mir gefällt sehr, dass die Schweden in ihren Kommentaren klar auf die Funktionsfähigkeit des Whippets bestehen, hierbei aber seine Eleganz nicht aus den Augen lassen. Aber es ist wie es immer ist: Es liegt an den Richtern, ihr Auge gelegentlich neu zu justieren und eben nicht das Ende der Leine als herausstechendes Qualitätsmerkmal zu betrachten.