Fast täglich

Da kocht das Blut

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In weiser Voraussicht, nämlich schon im April, habe ich eine Ferienwohnung in der Pension Ziegelhof in Donaueschingen gebucht. Auf den letzten Drücker vor dem Windhundfestival Donaueschingen ein Zimmer zu bekommen, ist schwierig bis unmöglich, der frühe Vogel fängt also den Wurm. Schon im letzten Jahr habe ich dort genächtigt. Das Zimmer war für mich und die Hunde zwar sehr beengt, das Ausstellungsgelände aber mit dem Auto in ein paar Minuten erreichbar.

Für meinen diesjährigen Besuch hatte ich die Ferienwohnung im Auge, die im letzten Sommer von zwei sehr netten Frauen mit ihren Greyhounds bewohnt war. Besonders charmant fand ich den seperaten Eingang. Also buchte ich sie sowohl mündlich, als auch schriftlich schon im April. Heute dann dachte ich mir, dass es gut wäre, meine Bleibe vorher nochmal zu bestätigen. Wie man das so macht: Die Betrieber können sicher sein und ich auch. Ich rief also in der Pension Ziegelhof an und hatte gleich die Frau des Hauses am Draht.

Natürlich habe ich das Gespräch nicht aufgenommen, aber ich versuche, es so genau wie möglich wiederzugeben:

Ich: „Hallo Schwede hier. Ich möchte meine Buchung für das Wochenende vom 3. bis zum 5. August bestätigen.

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Die Wirtin in einem jammerigen Ton: „Ja, ich weiß. Tut mir leid, wir haben die Wohnung an einen Dauergast vermietet.

Ich: „Äh, wie bitte? Das meinen Sie nicht ernst?

Die Wirtin noch jammeriger: „Ja, sie müssen mit einer kleinen Pension Verständnis haben und außerdem haben wir hier morgen eine Hochzeit … Hier geht alles drunter und drüber!

Ich: „Wann hätte ich das denn erfahren? Wenn ich nach einer Fahrt von 550 Kilometern bei ihnen mit Sack und Pack und Hunden vor der Tür gestanden hätte. Warum haben Sie mich nicht benachrichtigt?

Die Wirtin pampig: „Wir haben keine Telefonnummer!

Ich: „Sie haben meine email-Adresse nebst Telefonnummer. Ich habe Ihnen im April eine Buchungsbestätigung per email geschickt!

Die Wirtin sehr jammerig und gleichzeitig unverschämt: „Was glauben sie, wie viele Leute hier anrufen und uns verarschen. Wir haben einen Top-Vetrag mit einem Dauergast … und wir haben morgen eine Hochzeit!„,

Ich: „Es ist mir Wurscht, was Sie morgen haben. Ich habe eine Ferienwohnung bei ihnen gebucht!

Töööt, tööööööt … Aufgelegt!

Meine Faust sauste auf die Wahlwiederholungstaste.

Ich: „Nochmal Schwede! Warum legen Sie auf?

Die Wirtin sehr pampig: „Ich lass mich nicht anmachen.“ und dann huldvoll „Ich kann Ihnen ein großes Doppelzimmer anbieten und die Hunde sind umsonst.

Ich war sprachlos.

Ich: „Nein danke.

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Ich atmete einmal tief durch, dachte einige Minuten nach und beschloss, dass ich eher in meinem Base Seconds auf dem Poloplatz nächtige, als dieses Haus nocheinmal zu betreten. Die jammerende Dame hätte mich tatsächlich mehr als 500 Kilometer anreisen lassen, um mir dann zu sagen: Ätsch, ihr Apartment ist belegt!  Ich darf gar nicht an den Aufstand denken, den ich veranstaltet hätte. Doch weitergeholfen hätte er mir auch nicht. Ich wäre müde, hungrig, genervt und obdachlos gewesen. Vermutlich hätte ich im Umkreis von 50 Kilometern auf die Schnelle nicht einmal eine freie Hundehütte gefunden.

Dieser Laden ist für mich ein für alle Male erledigt. Von der Kunst der Dienstleistung haben die Betreiber ebensowenig Ahnung, wie von der Tatsache, dass man einem potenziellen Gast nicht vorjammert, wie viel man – ach Herr Gott – zu tun hat. Kurz nachdem ich den Hörer auf den Schreibtisch geknallt hatte, viel mir eine Bemerkung seitens einer der Söhne der Wirtin wieder ein. Als ich im letzten Jahr ankam, fragte er mich, wann ich frühstücken möchte. Ich antwortet: „Bitte so gegen 7:00 Uhr“. Er schaute mich genervt an und erwiederte: „Muss das so früh sein?“ So viel dazu!

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

10 Comments

  1. Karla, Du bist echt der Hammer, ich roll mich hier ab!!! Das hätte original ICH sein können! Ich kann das dann ja auch: JETZT ERST RECHT!!! Der hätte ich auch einen Spruch gedrückt und wenn ich dann vor Ort wäre, wär ich da hin und hätte mich nochmal für ihre zuvorkommende Gastfreundlichkeit bedankt,…..
    Sei nicht traurig, Du findest schon was,….

  2. Ich habe für mich und meinen Gatten zum Glück schon ein schickes Hotel gefunden. So! 🙂
    Jetzt wieder entspannte Grüße

  3. Bei unserem letzten Donaueschingenbesuch haben wir auch im Zelt am Ring übernachtet – geht hervorragend v.a. kam ich erst ein paar Tage vorher aus Schweden zurück, wo ich immer im Zelt geschlafen hab; auf der Summershow auch am Ring 😉

  4. Ich bin fassungslos. Witzig ist anders. Service-Wüste Deutschland!
    Das schreit eigentlich nach einem Rechtsstreit, wenn das nicht immer so langwierig und häufig
    aussichtslos wäre. Ich freue mich aber zu lesen, dass Ihr eine Alternative gefunden habt!!

  5. Hallo Karla,

    das ist ja wohl die Krönung! Alles in trockenen Tüchern und dann Ätsch?
    So eine dumme Henne!
    Hoffe mal du findest noch eine vernünftige Unterkunft für das WE.
    Wir kommen wieder mit dem Wohnwagen und hoffen auf gutes Wetter, letztes Jahr sind einige
    durch den Matsch kaum von der Wiese gekommen.
    Ob das Märchen von den neuen Duschen (von den Ausstellern zu benutzen) diesmal wahr geworden ist? Letztes Jahr waren da nur Waschbecken. Oder ob das Jockey-Dusche waren?
    Die Jungs sind ja nun mal nicht ganz so groß…………

    Liebe Grüße
    Michael

  6. Als ich deinen Bericht gelesen habe, habe ich gedacht ich hätte ein Deja vu! Mir ist tatsächlich das gleiche letzte Woche Mittwoch passiert, als ich mich nochmal versichern wollte, dass mit meiner Wohnung dieses Wochenende in Eicks alles glatt geht. Fehlanzeige!!! Die Wohnung war auch an einen Dauergast vermietet…Hotels alle dicht und ich auf 180! Gott sei Dank bekam der Vermieter dann doch irgendwie ein schlechtes Gewissen und ist durchs Dorf gelaufen um für uns eine Bleibe zu finden, was dann auch zum Glück geklappt hat. Die Wohnung war klasse aber man kann sich wohl wirklich auf nichts mehr verlassen.

  7. Wenn diese Leute mal früh genug Bescheid sagen würden, wäre das ja grundsätzlich kein Problem. Aber es einfach drauf ankommen zulassen, ist wirklich ein starkes Stück. Wenn die Dame weniger dreist und pampig aber dafür hilfbereit gewesen wäre, hätte ich auch anders reagiert. Aber so!
    Entspannte Grüße

  8. Hallo Karla, es ist schon eine „Sauerei“, aber es ist die Art und Weise wie heute in den Hotels / Pensionen gearbeitet wird. Die Zimmer werden sehr oft mehrfach vergeben – alles schon erlebt. Falls Du noch keine „Bleibe“ gefunden hast, in Brigachtal (Gasthof-Hotel „Sternen“), sind noch Zimmer frei. Sind ca. 10 km bis zum Ausstellungsgelände. LG und bis Donaueschingen

  9. Ich bin ja nahezu überwältig von den vielen Hilfsangeboten! 🙂 Die Whippet-Leute sind ja doch eine nette Truppe. Dank eines Tips von Olaf Knauber habe ich – wie oben erwähnt – am Sonntag das letzte Doppelzimmer in einem schicken Hotel in der Nähe ergattert. Es ist also alles in trockenen Tüchern.
    So wie der Sommer sich macht, hoffe ich, dass die auch trocken bleiben. Aber ich werde vor Donaueschingen vorsichtshalber noch einen tropengetesteten Regenschutz für meine Kamera anschaffen.
    Vielen, vielen Dank für eure Anteilnahme!
    Entspannte Grüße

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