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Neue Würste in der alten Sauce?

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Nun lässt mich die Grippe langsam aber sicher aus ihren Klauen, doch mir tränen trotzdem die Augen. Seit dem 1.Januar 2015 gilt die neue Körordnung des DWZRV, die nun nicht mehr nur eine (vorher zwei) mindestens „sehr gute“ Wertnote von einer Ausstellungen, sondern zusätzlich noch eine Phänotypbeurteilung und eine Art Wesenstest fordert.

Ja, dann ist das so. Die dem VDH unterstellten Vereine müssen sich schließlich ihr Gütesiegel irgendwie verdienen. Denn sonst wäre es nichts als ein bunter Aufkleber ohne jede Bedeutung. Doch wir haben es geahnt, die Brüllerei ist längst im Gange gegen die neue Ordnung selbst und ihre Durchführung: Geldschneiderei, zu teuer, zu weit weg, organisatorisch nicht machbar. Meine Herren, ein nicht kleiner Teil der deutschen Windhundzüchter juckelt jedes Wochenende hunderte von Kilometern von einer Ausstellung zu anderen. Warum ist dann plötzlich der Weg zu einer Körveranstaltung zu weit? Warum sind dann plötzlich 30 oder 50 Euro zu viel, wenn 65 Euro pro Hund für eine CACIB ohne mit der Wimper zu zucken gezahlt werden. Oder geht die Angst um, die Hunde könnten den Wesenstest nicht bestehen?

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Ich verstehe das nicht, aber vielleicht liegt es auch einfach nur an meiner verstopften Nase, dass mir nicht in den Kopf will, warum in vielen DWZRV-Züchtern so wenig Antrieb steckt. Gerade sie müssten doch ein großes Interesse daran haben, sich klar und eindeutig von der so verhassten Dissidenz abzugrenzen. Nicht nur mit gesunden, sondern auch mit wesensfesten Hunden.

Nun hat Frau Eppenstein-Kiack (Time For Whippets) auf Betreiben einiger Züchter und Windhundbesitzer einen Eilantrag an den DWZRV formuliert, der eine Änderung der neuen Körordnung fordert. Grob beinhaltet er: Man kann, aber man muss nicht zwingend die vorgesehene Phänotypbestimmung sowie den Wesenstest absolvieren. Weiterhin sollen die beiden „SG’s“ von zwei DWZRV-Richtern reichen. Für die, die gerne austellen. Anders herum reichen Phänotypbestimmung und Wesenstest, zur Ankörung eines Hundes. Dann fallen die Ausstellungsbewertungen flach. Diese Variante soll den „nicht so ausstellungsaffinen Windhundbesitzern“ das Leben erleichtern. Also für jeden eine Bratwurst, aber bitte in der alten Sauce? Tschuldigung, aber als „wegweisende Novellierung“ ist das nicht mehr ernst zu nehmen.

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Vielleicht sollten wir mal in die Schweiz schauen. Da wird nicht diskutiert. Da wird einfach gemacht. Hier ein Beispiel für eine Schweizer Körung. Ich habe die Bögen natürlich anonymisiert.

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Freie Autorin mit einem starken Hang zur Fotografie

6 Comments

  1. Chris Horstkamp Reply

    Hallo Karla! Es wäre einfach gut, wenn der VdH derartige Wesensüberprüfungen und auch alle anderen Kriterien für eine Zuchtzulassung rasseübergreifend und verbindlich festschreiben würde (Arbeitsprüfungen vielleicht ausgenommen). Dann könnte man diese leidige Diskussion vermeiden…
    Übrigens ist der Schnupfennase beim Anonymisieren auf Seite 4 etwas durchgegangen 😉
    Ich freue mich schon auf den nächsten Beitrag! Gute Besserung!

  2. Alexandra von Tumainias Reply

    Die Schweizer… Ja, für Züchter die die Körordnung umgehen wollen, weil ihnen 150.- (als Mitglied WWCS) zu hoch ist; können ganz einfach eine trächtige Hündin Importieren und erhalten so trotzdem SKG/ FCI Papiere aus der schweiz ohne Auflagen. Die Hündin geht dann entweder wieder in andere Hände oder muss dann vor der nächsten Belegung angekört werden. Die Hündin nochmals trächtig Importieren funktioniert jedoch nicht.
    Und es gab auch bei uns Züchter/ Halter, die nicht begeistert waren. Doch bis auf wenige Exemplare, haben die mesisten die ZZP (Zucht Zulassungs Prüfung) bestanden; ich würde mal behaupten sicher 90% (meine Einschätzung).
    Seit Anfang 2014 haben wir sogar wieder die Mindestgrössen gemäss FCI Standard eingeführt! (+/- 1cm);
    ich bin dafür. Zwar ist ein Rüde von mir über 53cm gross, wird auch seine ZZ behalten; obwohl beide Elternteile Rüde 50cm und Hündin 46cm sind…Du hast nirgends eine Gewähr (In diesem Wurf 3 Rüden: 2 = National und 1 = 47cm mit 2 Jahren).
    Irgendwo müssen wir anfangen um wieder auf die typische Whippetgrösse und Form zurück zu kommen.
    Wenn es die Ausstellungsrichter nicht wollen….Wir Züchter sollten wollen.

    • Hallo Alexandra,

      aber wie du siehst, gibt es hier genug Züchter, die sich mit Händen und Füßen gegen die neue Körordnung wehren. Aus welchen Gründe auch immer. Ich habe dafür kein Verständnis. Aber ich bin auch keine Züchterin, sondern habe „nur“ zwei nette Whippets. 😉

      Entspannte Grüße

  3. Meine Vermutung ist, dass mehrere Gründe für die Ablehnung der neuen Bestimmungen vorhanden sind. Zum einen Kontrolle, wer will sich gern etwas vorschreiben lassen, gar vorschreiben lassen, ob er ein bestimmtes Tier in die Zucht nimmt?
    Dann der Wesenstest als solcher, ein geheimnisvolles Abenteuer, unter dem sich wohl niemand so genau etwas vorstellen kann. Man denke da nur an die Anfangszeiten dieser Tests, die nicht rühmlich waren. Vor meiner eigenen Prüfung zum niedersächsischen Hundeführerschein, die ich freiwillig gemacht habe, weil ich wissen wollte, warum sich alle Welt so furchtbar aufregt, hatte ich furchtbare Angst, weil ich befürchtete, dass auch mein Manchester Terrier geprüft werden könnte.
    Unter einer Bestimmung des Phänotyps können sich Züchter sicher eher etwas vorstellen. Aber auch hier gilt, dass sicherlich Ängste vor einer negativen Bewertung vorherrschen. Warum eigentlich? Wer sollte Angst vor einer entsprechenden Bestimmung haben, wenn er sich sicher ist, dass er bei einer Ausstellung mit dem Tier zwei sg erhält? Heißt das im Umkehrschluss, dass die Wertnote gar keinen Wert hat, weil die sowieso jedes vorgestellte Tier, das nicht gerade auf drei Beinen humpelt, erhält?
    Letztlich, was ist wenn der potentielle Welpenkäufer fragt, ob man ihm vor dem Welpenkauf bitte mal die entsprechenden Bescheinigungen der Elterntiere vorlege? Warum nicht, ist doch prima, wenn vor allem die Hündin feine Bewertungen wie freundlich, gelassen, aufgeschlossen, neugierig, souverän mit anderen Hunden vorweisen kann.
    Meine Hunde kaufe ich grundsätzlich bei Züchtern, die einem dem VdH angeschlossenen Verband angehören. Ein Wesenstest, der für die Elterntiere mit positiven Wertungen endet, wäre für mich das Zünglein an der Waage, wenn ich zwischen zwei Züchtern unentschlossen bin. Gerade auch damit können sich Züchter positiv von den Würfli-Machern abheben und dies auch für Werbezwecke nutzen. Züchter sind Profis und sollten sich, ihre Kenntnisse und ihre Hunde dementsprechend vermarkten.

  4. An der neuen Körordnung stören mich nur zwei Punkte. Als wichtigstes: die Kosten.
    Und dann stört mich im Moment noch, das ich für eine Körung die halbe Republik durchqueren müßte. Aber daran wird ja hoffentlich gearbeitet.

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