Die Metereologen behaupten ja standhaft, dass dieser Sommer durchschnittlich ein ganz normaler Sommer ist. Durchschnittlich? Das bedeutet wohl, dass der Regen nur ganz lokal uns ärgert und alle anderen verschont. Wie sollten sonst normale Durchschnittswerte zustande kommen. Durchschnittlich hatten wir also am Samstag in Münster nur ein kleines bisschen Regen, das sich allerdings stark zu Ungunsten der Hündinnen mit voller Wucht über die Offene Klasse ergoss.

In weiser Voraussicht, nämlich schon im April, habe ich eine Ferienwohnung in der Pension Ziegelhof in Donaueschingen gebucht. Auf den letzten Drücker vor dem Windhundfestival Donaueschingen ein Zimmer zu bekommen, ist schwierig bis unmöglich, der frühe Vogel fängt also den Wurm. Schon im letzten Jahr habe ich dort genächtigt. Das Zimmer war für mich und die Hunde zwar sehr beengt, das Ausstellungsgelände aber mit dem Auto in ein paar Minuten erreichbar.

Auf unserer unkritsichen Morgenrunde kam uns eine Frau mit einem großen und einem kleinen Hund entgegen. Ich kannte weder sie noch die Hunde, ließ die Jungs also gegen jede Gewohnheit zunächst an der Leine. Man weiß ja nie! Immer weiß ich allerdings, dass mir meine Kontaktlinsen hunderprozentige Sehkraft vorgaukeln. Doch manchmal sind es nicht die Augen, die versagen, sondern das Hirn, das das eigentlich Unmögliche nicht denken will.

Das gab es wohl noch nie auf einer Verbandssieger-Ausstellung: Es waren mehr Sloughis (39) als Whippets gemeldet. Nur 33 fanden am Samstag ihren Weg in den Ring. Erst im September 2011 hatte Marco Sistermann auf dem Gelände des Köln-Solinger Windhund-Sportvereins die Landessiegerschau gerichtet. Am Samstag war er erneut eingeladen, die DWZRV-Verbandssieger 2012 zu wählen. Aber nur Wenige kamen. Viel zu wenige.

Kolumne in Unsere Windhunde, Deutscher Windhund Zucht- und Rennverband, Juli 2012 – Eine meiner ersten Ausstellungen war die Europasieger-Show 2009 in Dortmund. Weniger meine Zeit im Ring, als vielmehr der bemitleidenswerte Bearded-Collie ist mir im Gedächtnis geblieben, der geschlagene vier Stunden auf einem Frisiertisch stand, während ihm sein Handler mehr Haarspray ins Fell pumpte, als ich in einem halben Jahr verbrauchen kann.