Mono ist sicher, dass sein Leben ein bitteres Ende gefunden hat. Zumindest benimmt er sich seit gestern so. Der Doc befreite seine rechte Vorderpfote von einer Scherbe, fügte aber zu Monos Entsetzen einen Verband hinzu.
Dieser Fremdkörper wirft ihn komplett aus der Bahn. Er ist fest davon überzeugt, dass er nicht mehr laufen kann. Gestern abend bildete er sich sogar ein, dass er nicht auf das Sofa springen kann, obwohl dafür ja in der Regel die Hinterläufe zuständig sind. Den ganz dicken Verband habe ich heute morgen schon entfernt und ihn durch ein leichteres Geschütz ausgetauscht. Dennoch leidet Mono demonstrativ.

Als wenn ein Verband etwas Neues für ihn wäre! In seinen ersten zwei Lebensjahren hat er mehr Mull, Tape, Arnika, Jodsalbe und Klammern verbraucht, als ein gut gebuchtes Stuntdouble. Die Narben sind fast alle kaum noch sichtbar, neue brauchen wir allerdings nicht. Unser Bedarf ist eindeutig gedeckt.
Die nun wohl sehr empfindliche Stelle an der Pfote stört ihn vermutlich wenig. Wäre da nicht der blöde Verband und der noch blödere Schuh. Damit kann man unter keinen Umständen laufen, so versucht er der Welt durchzutun und steht ‚rum.

Er stand auch draußen in der Kälte nur herum und musste deshalb einen Mantel tragen. Das ist ein Skandel für sich, der ihn bewog, sich noch weniger zu bewegen. Und weil Mono den im Augenblick notwendigen Schuh boykottiert, war Mr.Clark heute alleine im Wald. Und geht er mal alleine in den Wald, stürzt sich Mr.Clark fast in einen Kampf mit einem tobsüchtigen Deutschen Jagdterrier. „Der fällt alles an, was atmet!“, sagte mir entschuldigend seine Besitzerin. So viele Klammern hätte der potenzielle Notarzt gar nicht vorätig gehabt, wie wir dann gebraucht hätten.
