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  • Test: Das Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM

    Test: Das Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM

    Was schreibe ich über ein Objektiv, das für sich selbst spricht? Mit dem Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM können sich Fotografen im wahrsten Sinne des Wortes erleichtern. Denn die neue Festbrennweite hat im Vergleich zu ihrer Vorgängerin ein ganzes Kilo abgespeckt. Allerdings wiegt ihr Preis recht schwer. Für rund 13.000 Euro bekäme ich theoretisch einen nagelneuen Kleinwagen, aber der macht mir leider keine tollen Bilder. Außerdem wird es niemandem neu sein, dass Technik dieser Klasse nie billig zu haben war. Banal aber wahr: Qualität hat ihren Preis!

    Test: Das Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM
    Whippet beim Coursing im July 2019 – Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM, 1/800 sek., ISO 100, f/2,8

    Das leichteste 400er der Welt

    Mit dieser Linse adressiert Canon natürlich sehr gezielt Sport- Presse- und Naturfotografen, die an ihr Sujet recht nahe heran müssen, dabei aber auch flexibel sein wollen. Ich fühle mich also sehr persönlich angesprochen. Als ich auf der Photokina 2018 das neue 400mm 1:2,8L IS III USM das erste Mal in der Hand hatte, taten sich in meinem Kopf plötzlich ganz neue Wege auf. Denn das Vorgängermodell war mit seinen fast vier Kilo so schwer, dass ich mit ihm nicht aus der Hand fotografieren konnte. Da ich aber ein Stativ weder an der Rennbahn noch am Poloplatz gebrauchen kann, fiel es für mich aus. Verlockenderweise ist das neue 400er nun ein ganzes Kilo leichter, wiegt mit seinen 2,84 Kilo also nur 400 Gramm mehr als mein geliebtes 300er 1:2,8 IS II USM (in meinen Augen nach wie vor die beste Sportlinse der Welt).

    Test: Das Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM
    Die Rhein Polo Open 2019 – Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM, 1/800 sek., ISO 100, f/2,8

    Das 400er der neuen Generation kommt zudem nicht, wie ich es von den anderen großen Objektiven gewohnt bin, in einem stoßfesten Hartschalenkoffer, sondern in einer weichen Tasche. Das hat in sofern Charm, als das man sich die lange Tröte unterwegs mal über den Rücken werfen kann. Die großen Koffer bieten zwar viel Sicherheit beim Transport, sind aber sehr unhandlich.

    Linse und Event müssen zusammenpassen

    Seinen ersten Einsatz hatte das 400mm 1:2,8L IS III USM beim Coursing. Das Coursingfeld des WRV Westfalen-Ruhr ist aus fotografischer Sicht keine einfache Location. Egal mit welchem Objektiv, im Grunde bin ich je nach Licht und Sonnenstand immer auf der Suche nach dem perfekten Spot. Zu hell, zu dunkel, zu oben, zu unten. Der Niveauunterschied im Gelände versperrt entweder die Sicht oder produziert eine Aufsicht, die keiner haben will. Mit 400 Millimetern – anstelle von meinen üblichen 300 – konnte ich mich an den kleinen Hang werfen und hatte sodann beide Ebenen im Zugriff. Nach vier Stunden gingen mir die rund 400 Gramm mehr auf der 1D X Mark II schon ein bisschen in die Arme, aber wirklich schlimm war das nicht. Kurze Belichtungszeiten konnte ich locker über die Zeit halten. Und die sind dann auch verdammt gut geworden.

    Nach sechs Stunden am Poloplatz hingegen ging mir bei langen Belichtungszeiten die Puste aus. Da half der fünfstufige Bildstabilisator auch nichts mehr. Aber den schaltet man beim Mitziehen ja ohnehin aus. Auf die Dauer machen sich vierhundert Gramm dann doch bemerkbar, vor allem wenn man wie ich in absurden Körperhaltungen auf der Wiese sitzt und mit 1/60 Sekunde fotografiert. Ein kräftiger Mann wird damit keine Probleme haben. Aber ich bin eben eine Frau, die zwar Übung mit schwerem Gerät hat, deren Kräfte allerdings nicht unbegrenzt sind.

    Nationalspieler Patrick Maleitzke bei den Rhein Polo Open 2019
    Nationalspieler Patrick Maleitzke bei den Rhein Polo Open 2019 – Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM, 1/80 sek., ISO 100, f/9

    Das Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM – Ich kann mich fallen lassen.

    Das 400er liefert selbstverständlich und ohne Einschränkungen ab. Es ist sehr schnell, produziert knackige Schärfe und tolle Farben. Es bietet also alles, was ich vom High End erwarte. Und so sollte das auch sein in dieser Preisklasse. Müsste ich hier noch über Schärfe oder Tempo diskutieren, dann wäre das im wahrsten Sinne ein dicker Hund.

    Dieses Objektiv ist in meinen Augen ein reines Profigerät. Und Profis müssen sich blind auf ihr Werkzeuges verlassen können, so wie ein Rennfahrer sein Leben seinem Auto anvertraut. Schließlich gibt es nur die eine Chance. Der Super Bowl, die 24 Stunden von Le Mans, das Finale der Champions League oder die eine Sekunde, in der ein knapp 70 km/h schneller Greyhound durch eine unübersichtliche Kurve donnert, die Technik muss das packen, sonst bist du verloren.

    Afghane beim Coursing
    Ganz nahe dran, wenn nötig. Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM, 1/800 sek., ISO 250, f/4

    Muss ich beim Fotografieren noch darüber nachdenken, ob meine Kamera überfordert oder mein Objektiv schnell genug ist für einen Adler im Flug ist, dann habe ich ein Problem. Denn dann kann ich mich nicht auf das Wesentliche konzentrieren. Will ich auf den Punkt gute Bilder machen, dann darf die Technik nicht zwischen mir und einem Foto stehen, sondern muss mit mir und meinem Blick verschmelzen. Das Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM in Kombination mit der Canon EOS 1D X Mark II bietet mir das. Was will ich mehr?

    Unten gibt es mehr Fotos mit den Exif-Daten.

    Der argentinische Polo Profi Joaquin Copello bei den Rhein Polo Open 2019
    Der argentinische Polo Profi Joaquin Copello bei den Rhein Polo Open 2019 – Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM, 1/800 sek., ISO 100, f/2,8
    Test: Das Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM
    Der argentinische Polo-Star Santiago Cruz Marambio, Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM, 1/640 sek., ISO 100, f/2,8
    Test: Das Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM
    Salukis beim Coursing – Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM, 1/1250 sek., ISO 160, f/4
    Test: Das Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM
    Die Rhein Polo Open 2019 – Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM, 1/800 sek., ISO 100, f/2,8
    Azawakh beim Coursing im Juli 2019
    Azawakh beim Coursing – Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM, 1/1250 sek., ISO 160, f/3,5
    Test: Das Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM
    Abreiten beim Rhein Polo Open 2019 – Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM, 1/80 sek., ISO 100, f/9
    Saluki beim Corusing
    Haarscharf – Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM, 1/1000 sek., ISO 125, f/4
    Test: Das Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM
    Whippet beim Coursing – Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM, 1/1000 sek., ISO 125, f/4
    Nationalspieler Patrick Maleitzke bei den Rhein Polo Open 2019
    Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM, 1/800 sek., ISO 100, f/2,8
    Der argentinische Polo-Star Santiago Cruz Marambio
    Santiago Cruz Marambio – Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM, 1/800 sek., ISO 100, f/2,8
    Test: Das Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM
    Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM, 1/1000 sek., ISO 250, f/3,5
    Saluki beim Corusing
    Muskelspiel – Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM, 1/1250 sek., ISO 400, f/4
    Die Rhein Polo Open 2019
    Auf den Punkt – Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM, 1/640 sek., ISO 100, f/2,8
    Whippet beim Coursing
    Canon EOS 1D X Mark II, Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM, 1/1000 sek., ISO 125, f/4

    Keyfacts zum Canon EF 400mm 1:2,8L IS III USM :

    Typ – Festbrennweite Canon L-Serie
    Zielgruppe – Profis / ambitionierte Amateure
    Best for – Sport / Wildlife / Presse
    Gewicht– 2,84 Kilo
    Lichtstärke – 1:2,8
    Bildstabilisator – 5 Stufen
    Filterdurchmesser – 52mm Einsteckfilter
    Durchmesser x Länge – 163 x 343
    Bildwinkel – 5°10′, 3°30′, 6°10′  Grad
    kleinste Blende
     – 32
    Naheinstellgrenze – 2,5 m
    AF-Motor – Ring-USM
    Optischer Aufbau – 17 / 13
    Best with – Canon EOS 1D X Mark II

    My two cent – Tolle Sportlinse für Profis 

    Preis: aktuell 12.999 Euro

  • Marathon – Running Men

    Marathon – Running Men

    Marathon! 42 Kilometer Laufen im Geiste des Pheidippides muss man wollen. Ich will das nicht. Schon gar nicht bei 32 Grad. Ich sitze lieber an der Straße und mache Fotos von denen, die sich mehr oder weniger flott über den Asphalt schinden. Barfuß, im Hasenkostüm oder im Anzug, Auffallen und vor allem Ankommen zählt. Gut gelaunt und farbenfroh machten sie sich auf den Weg durch die glühenden Häuserschluchten des Ruhrgebiets.

    Eingekesselt und abgeschnitten

    Im Jahresrhythmus kesselt uns der VIVAWEST-Marathon ein. Um uns herum sind alle Straßen gesperrt. Niemand kommt rein, niemand raus. Aus Erfahrung wissen wir, dass wir für diesen einen Sonntag im Jahr besser nichts planen, was ein Auto benötigen würde. Ich finde das gar nicht schlimm und genieße die früh morgendliche Stille in den Straßen, wenn ich mit den Hunden einen kühlen Spaziergang mache. Ab 9:30 geht dann gar nicht mehr. Tausende Teilnehmer sammeln sich am Theater und machen sich dann in Gruppen auf den Weg. Entweder zum echten Marathon, zum Halbmarathon oder zum 10 Kilometer Lauf.

    Beim VIVAWEST Marathon - Ein Polizist bolzt auf seinem Motorrad die gesperrte Straße hinunter. Er und seine Kollegen haben die Spitze der Läufer des VIVAWEST-Marathons gesichert.
    Ein Polizist bolzt auf seinem Motorrad die gesperrte Straße hinunter. Er und seine Kollegen haben die Spitze der Läufer des VIVAWEST-Marathons gesichert.

    Schwitzende Versuchskaninchen

    Ich habe großen Respekt vor den Läufern, nutze sie aber jedes Jahr gnadenlos als fotografische Versuchskaninchen. Und es ist jedes Mal sehr lustig. Am letzten Sonntag saß ich mit ein paar Ideen und dem Weitwinkel kurz nach dem Start an der Straße, zwischen Straßenbahnschienen und dem Asphalt auf einem winzigen Grünstreifen. Ich wollte ganz nahe ran. Nach gerade mal 200 Metern sind die Läufer noch frisch und gut gelaunt. Entsprechend verhielten sie sich. Sie winkten mir zu, hielten ihre Daumen hoch, blieben sogar stehen, um sich fotografieren zu lassen. Einig beschwerten, dass ich bei ihnen nicht die Kamera hochzog. Das ist natürlich süß, weil sie nicht wissen konnten, was ich wollte. Stehende und winkende Menschen waren es ganz sicher nicht.

    Dieser Mann hat beim VIVAWEST Marathon 2018 einen Weltrekord aufgestellt. Er ist der schnellste Mann, der einen Halbmarathon im Anzug gelaufen ist. Ich frage mich, wie man auf eine solche Idee kommt.
    Dieser Mann hat beim VIVAWEST Marathon 2018 einen Weltrekord aufgestellt. Er ist der schnellste Mann, der einen Halbmarathon im Anzug gelaufen ist. Ich frage mich, wie man auf eine solche Idee kommt.

    Die Personen, also die Individuen, waren mir wie so oft leidlich egal. Das meine ich gar nicht böse. Mir geht es grundsätzlich um die Bewegung und an diesem Tag um die Farben. Ich bin ganz glücklich mit den Ergebnissen, auch weil ich ganz wunderbare Ausschnitte aus den Fotos machen kann, die fast gegenstandslos sind. Die langen Belichtungszeiten machen die laufenden Menschen durchsichtig. An der ein oder anderen Stelle habe ich die Abstraktion noch nicht weit genug getrieben, aber die Kombi Canon EOS 1D X Mark II und Canon EF 16-35mm 1:2,8L III USM hat sich mal wieder fantastisch gezeigt.

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    Irgendwann ist nur noch Farbe